Ferrante Deraccini

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Ferrante Deraccini war während der sogenannten 'Regentschaft der Berater' von 958 bis 971 BF sechster Gonfaloniere der Stadt Urbasi. Dem bekannten Machtpolitiker, der sich bereits in jungen Jahren als Nachfolger seines früh verstorbenen Vaters maßgeblich an der Regentschaft der Berater beteiligte und vermutlich schon in den letzten Jahren der Gonfaloniera Prajane zum heimlichen Wortführer des urbasischen Patriziats aufstieg, haften bis heute manche Zweifel ob seiner Unschuld am Tod seiner beiden Vorgängerinnen an. Daran konnte auch eine öffentliche Verlautbarung der Geweihten der Stadt, die ihm nach dem Tod Savinya Zorgazos ihren Segen erteilten, nichts ändern.

Dennoch erreichte der Patriarch des in den Verwaltungsstuben der Stadt ohnehin omnipräsenten Deraccini-Geschlechts eine Machtfülle, wie kaum ein Herrscher Urbasis zuvor. Geschickte Diplomatie ließ ihn Bündnisse mit möglichst nicht direkt benachbarten Verbündeten schließen, die seinen Ambitionen nicht im Weg standen, ihm aber den Rücken freizuhalten vermochten. Unmittelbaren Rivalen präsentierte er sich dagegen unnachgiebig und stets zu allem entschlossen.

Als den formellen Stadtherrn Sumudan d'Auspizzi in den Jahren nach dem Tod Savinyas jedoch zunehmend das Siechtum ergriff, musste sich Ferrante auch über den Fortbestand seiner eigenen Herrschaft Gedanken machen. Die Ausrufung einer neuen 'Civitas' hätte in dieser Zeit niemanden überrascht, doch Ferrante brachte stattdessen den alten Signore dazu, seinen eigenen Neffen Pandolfo zu adoptieren – in der Hoffnung, dass dieser dem Adligen nun nachfolgen würde.

Diesmal hatte Ferrante seine Macht aber überschätzt: Nach dem Tod Sumudans waren die Adligen des Reiches keineswegs bereit, einen adoptierten Patriziersohn als Erben zu akzeptieren. Der verdeckt geführte Machtkampf zwischen dem neuen Signore Viburn und dem alten Gonfaloniere Ferrante dauerte drei Jahre lang, bevor es dem Adligen – mutmaßlich durch die Hilfe der Familie Silbertaler – gelang, den beherrschenden Einfluss des Patriziers auf den Verwaltungsapparat der Stadt zu durchbrechen und ihn zum Rücktritt von seinem Amt zu zwingen.

Das Castello Ferrantesco in Agreppara und die Villa Ferrante in Fontargenna verweisen noch heute auf den einflussreichen Gonfaloniere.

Siehe auch


Vorgängerin
Savinya Zorgazo
Nachfolger
Traviano von Urbet-Marvinko (1029 BF)
Persönliche Werkzeuge