Graue Hochzeit

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Graue Hochzeit
Teil von: Machtkampf in der Gerondrata
Stadt Westfar
Horasreich
Ort der Schlacht im Horasreich

Datum: 6. Phex 1041 BF
Ort: Stadt Westfar in der Gerondrata
Ausgang: Unentschieden
Konfliktparteien
Weiße Schwarze
Befehlshaber
Domaldo von Westfar Irionya da Brasi

Die Graue Hochzeit dient gleichermaßen als Bezeichnung für ein Scharmützel in Westfar während des Machtkampfs in der Gerondrata sowie für die eigentliche - gescheiterte - Hochzeit Potulino von Urbets und Cividas von Westfar. Dabei scheiterte ein Versuch Maldonaldo da Brasis, seinen ärgsten Konkurrenten um die Macht in der Gerondrata, den Baron von Westfar, bei der Hochzeit von dessen Tochter gefangen zu nehmen.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Durch eine Kombination von massiven Getreideaufkäufen in Pertakis und Clameth sowie Transporthemmnissen im Zentrum der Gerondrata, die von Söldnern der Schwarzen ausgelöst wurden, sind die Wintervorräte in Westfar und dem von den Weißen kontrollierten Umland knapper geworden. Während das Küstengebiet keine Schwierigkeiten hat, sich - wenn auch teurer - über den Seeweg zu versorgen, setzen die Weißen zunehmend Söldner ein, um Getreide- und andere Nahrungslieferungen zu bewachen und sie vor den Nachstellungen der Schwarzen zu bewahren. Dadurch ist Westfar über den Winter zwar schließlich mit ausreichenden Vorräten versorgt, aber auch voller Söldner. Die größte Gruppe unter ihnen bilden die erst vor kurzem aufgestellten Grauschnäbel.
Anfang Phex soll nach monatelanger Planung, die sich allerdings nie konkretisiert hatte, die Hochzeit der Nachkommen der Barone von Westfar und Cindano erfolgen. Baron Domaldo auf der einen Seite will damit - nachdem seine ältere Tochter Gylvana Wochen zuvor den Baron von Terubis geheiratet hatte - seine Heiratsverbindungen mit dem Baronsadel der Gerondrata vertiefen. Baron Panthino von Urbet auf der anderen Seite gedenkt seine seit dem Tod Reon Croenar ya Toreses in Frage gestellte Position als wichtigster Verbündeter des Anführers der Weißen zu verteidigen.
Erst kurz vor der Hochzeit erfährt Domaldo, während in der Stadt bereits Volk und Söldner in den Straßen feiern, sehr zu seinem Ärger, dass sich das Haus Urbet indes auf Imperia von Tomrath zubewegt hat, deren Titel als Erztruchsessin das Amtsverständnis Domaldos als Erzkastellan infrage stellt.

Verlauf

Die Graue Hochzeit offenbart langfristige Planungen der Schwarzen unter Maldonaldo da Brasi und seinen Beratern:
Am Morgen der Hochzeit hat sich Irionya da Brasi mit einer Hälfte ihrer Grünen Kompanie in die Stadt eingeschlichen. Sie verbergen ihre wahren Farben unter dem Grau der Grauschnäbel, die angeblich einen adligen Hochzeitsgast bewachen. Am Travia-Schrein im Wehrturm des Barons warten Hochzeitspaar und Gäste unterdessen vergeblich auf den Vater der Braut. Überall in der Stadt kommt es, noch während der Schreins-Geweihte zur Andacht ruft, zu Übergriffen der die Nacht durchzechenden Söldner. Erst später wird sich zeigen, dass eine ganze Reihe von Mietschwertern der Händler in Wahrheit gutes Gold Maldonaldo da Brasis angenommen haben. Koordiniert wird die ganze Sache derweil von Dotmara Ohnlenker, die sich nach dem Ende der Roten Filburn von Shumir angedient hatte, und von diesem zur Ritterin geschlagen wurde.
Als der Getreidespeicher in Flammen aufgeht, rücken die Weißdornen aus, um für Sicherheit zu sorgen - und geben so Irionyas Grüner Kompanie die Gelegenheit, in den Wehrturm einzudringen. Gleichzeitig besetzen weitere Söldner das Westtor und öffnen einer Schwadron Donnerer, die nördlich in den Wäldern gewartet hatte, die Tore.
Da Brasi nimmt mehrere prominente Gäste gefangen, darunter vor allem Findualia von Marvinko und die Brautleute, kann aber nirgends im Wehrturm den eigentlich gesuchten Baron Domaldo ausfindig machen. In den Gassen duellieren sich Donnerer und Weißdornen, während die städtische Miliz führungslos ist, denn auch deren Capitana Morguna ya Scapa ist unter den Gefangenen der Condottiera der Grünen. Irionya, die sich keine Blöße vor ihrem Verwandten geben will, beschließt, auch das östliche Tor der Stadt zu besetzen, um den Baron zu finden oder ihm stattdessen gleich seine ganze Stadt abzunehmen. Doch am Osttor eilt den wenigen Milizionären unerwartete Hilfe zur Seite: Baron Domaldo hat am Grab der "Heiligen" Salkya Bewaffnete um sich geschart und drängt die Pikeniere zurück nach Westfar. Dem Baron gelingt es schließlich, die Miliz zu reorganisieren und Irionya da Brasi im Wehrturm einzuschließen. Diese schäumt vor Wut, als sie erkennen muss, dass ihre jetzt verbliebenen Druckmittel, das Hochzeitspaar, in ihrer Abwesenheit verschwunden sind: Während des Kampfes hat der Anführer der Donnerer, Tocramo Govasian, die meisten Geiseln über das Westtor in Sicherheit gebracht. Allein den vorübergehend ebenfalls gefangenen Baron von Cindano können dessen Tochter Arissa und die mitgereisten Basiliskengardisten der Urbets noch in der Stadt wieder befreien.

Folgen

"Eine schwarze Hochzeit? Jaja, klar, die Brasis haben Domaldo und seine Weißen mit runtergelassener Hose erwischt. Tochter und künftiger Schwiegersohn im Kerker, Truppen des Feindes im eigenen Baronssitz. Aber genau das hat den Weißen ja endlich die moralische Unterstützung gegeben, die ihnen vorher gefehlt hat. Und dabei haben die Schwarzen ja ihr eigentliches Ziel verfehlt! Also eher eine Graue Hochzeit, wenn ihr mich fragt!"
– Einschätzung eines Zeitgenossen

Tatsächlich bedeuten die Vorgänge für die Weißen ein Stück weit eine moralische Rehabilitierung, gerade in den Augen der vorher für die Roten streitenden Adligen der Gerondrata. Da Brasi andererseits verschafft sich strategisch-politischen Vorteil durch die prominenten Gefangenen. Bald schon werden diese an verschiedenen Orten in Sicherheit gebracht.
Die Hochzeit der beiden Häuser Westfar und Urbet wird zunächst ein weiteres Mal verschoben. Während Domaldo die Annäherung der Urbets an seine Widersacherin Imperia nicht gutheißen kann, sind die Urbets ihrerseits misstrauisch, weil Domaldo bei der Hochzeit seiner Tochter nicht zugegen war. Panthino trifft noch unter dem Eindruck des Geschehenen kurz darauf heimliche Absprachen mit der Erztruchsessin.
Die Ideengeber hinter den Grauschnäbeln müssen ihre ursprünglichen Ideen hinterfragen, hat sich doch nicht nur deren Loyalität als teilweise fragwürdig erwiesen, sondern die Tatsache einer fehlenden Befehlsstruktur, die auf gegenseitiger Vertrautheit basiert, dafür gesorgt, dass sich Irionya da Brasi und ihre Leute ohne großen Aufwand als Grauschnäbel ausgeben konnten.

Liste der Beteiligten

Für die Weißen: Für die Schwarzen:
Persönliche Werkzeuge