Miseria

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Das Armenviertel Miseria

Miseria

Wappen
Bild:Wappen_Miseria.png

Eines der jüngsten Stadtteile der Hafenstadt Efferdas ist Miseria. Auch wenn der Name wenig schmeichelhaft ist, wurde die Stadt um diesen Teil doch zu einem guten Zweck erbaut. Der dringend benötigte Wohnraum für die vielen Manufaktur-, Gerber - und Lagerarbeiter zwang die Stadt zu der Entscheidung diese Wohnsiedlung zu errichten, wollte man doch die verwahrlosten Zeltstädte und Elendsviertel nach Vorbild anderer Städte vermeiden.
Trotz der vormaligen Zwistigkeiten bezüglich der Baumodalitäten Miserias zwischen Stadtrat und Patriziat, besticht dieser Ort mit geometrischer Ordnung vom Reißbrett. Der gesamte Stadtteil ist an die Kanalisation angeschlossen und die Frischwasserversorgung funktioniert tadellos.
Dennoch ist dieser Stadtteil von Armut gekennzeichnet. Nicht wenige leben von der Hand in den Mund, bedenkt man die niedrigen Löhne und die schwere und unangenehme Arbeit in den Gerbereien, die den recht hohen Mieten entgegen stehen.

Lediglich das Hospital (2), das älteste Gebäude Miserias, und eine handvoll weiterer Häuser zeigen ein anderes Gesicht. Hier entsinnt man sich auf die guten Vorsätze und steht für Sauberkeit, Ordnung und einen gewissen Bürgerstolz. Dies äußert sich zum Beispiel in einem Protokoll der Sitzung einer Vereinigung älterer Herren und Damen, welche da wie folgt lautet:


„Zusammenfassung der 73sten Sitzung des Ordo Lindezza, 22. Ing. 2520 Horas.
Auch heute haben sich in der Taverne „Zum alten Ariano“(1) im Stadtteil Miseria zu Efferdas fast alle Ordensbrüder getroffen, um eine der zweiwöchentlichen Sitzungen abzuhalten. Es fehlten lediglich Ernando Savedra, da dieser immer noch wegen seinem krummen Bein im Therbuniterheim (2) festsitzt sowie Balbiana Bresefinck, da ihr Enkel den 12ten Geburtstag feierte. Weiterhin sei zu Protokoll geführt, dass Ordensbruder Giacomo Queseda im stattlichen Alter von 84 Jahren zu Boron gefahren ist. Die Bestattung findet nächsten Windstag von Bord des Schiffes „Kusmina“ ab Hafen Novalia statt und wir bitten um reichliches Erscheinen. Weiterhin sei folgendes sei festgehalten:

Zum ersten: Gardecapitano Vernon Slin bemerkte gegenüber einem Ordensbruder erneut, dass man das Tun des Ordens sehr misstrauisch betrachten würde. Dahingehend sei noch mal unser Wahlspruch genannt: „Alter bringt Reife und Recht“. Der Ordo Lindezza versteht sich mit all seinen Ordensbrüdern und -schwestern als Wächter von Recht und Ordnung für den Stadtteil Miseria. Und als solche stehen wir weiterhin über dem Neid der Stadtgarde.

Zweitens: Der Ordo Lindezza bemerkte erneut eine beunruhigende Anzahl an böswilligen Bubenstreichen, ausgehend von den Jugendlichen des Stadtteiles. Dies sieht der Orden weiterhin darin begründet, dass die von den Patrizierfamilien erhobenen Mieten der fünfstöckigen Mietsheime viel zu hoch sind. Durch diesen Missstand müssen die vielen Arbeiterfamilien zu viel und zu lange arbeiten, um sich die Miete weiterhin leisten zu können. Kein Wunder, dass diese dann einfach zu wenig Zeit für ihr Kinder haben. Und diese sind nicht in der Lage, ihre viele Zeit sinnvoll zu nutzen. Das Angebot von Ordensschwester Livia, örtlichen Jugendlichen lesen, schreiben und rechnen beizubringen stieß auf keine Gegenliebe. Diese schändliche und respektlose Jugend!
Daher stellen wir fest:
In Betracht dessen, dass diese jugendlichen eines Tages Miserias Zukunft darstellen soll, kann einem nur Angst und Bange werden! Selbstverständlich macht sich der Orden daher weiterhin für die Verlegung des Kerns des Übels, dem Waisenhauses (3) nach Novalia oder sonst weit weg von Miseria stark. Doch auch mit steter Bewachung der Garde würden wir uns zufrieden geben.

Drittens: Viele Ordensbrüder bemängeln weiterhin den schlechten Zustand von Straßen und Häusern. Achten zumindest die Therbuniten rund um das Siechenhaus um eine mehr als annehmbare Sauberkeit, wirkt der nicht weit entfernte Piazza Ceneri (4), als mache er seinem Namen als „Staubmarkt“ alle Ehre.
Dahingehend sei als Randnotiz der Wunsch ausgesprochen, etwas öfter mehr anzubieten als nur die Waren, die Tags zuvor in Parvenus oder Novalia Rest geblieben sind. Auch die Mietskasernen weisen bereits kurz nach Bau beträchtliche Mängel auf. Die entsprechenden Vermieter aus den Häusern Changbari, Raloff, Gerber und Kanbassa haben auf entsprechende Protestnoten des Ordens jedoch nicht geantwortet.
Ein schändliches Verhalten, deucht doch langsam der Verdacht, dass der Bau dieser Mietskasernen nicht mehr als 5 Heller gekostet haben kann, von denen 4 noch für den Anschluss an die gut funktionierende Kanalisation gegangen sein werden. Die armseligen Hütten und Zelte vor der Stadtmauer dabei nicht mitgezählt. Von deren Zustand in Sachen Sauberkeit wollen wir erst gar nicht sprechen.

Viertens: Der Orden konnte sich weiterhin nicht auf einen Vorschlag für einen neuen Namen des Stadtteils Miseria einigen. Einig ist man sich dahingehend, dass der von den Patriziern aus Rachsucht ob der Entscheidung des Stadtrates, ihnen die Kosten zum Erbau der Mietshäuser ihrer Arbeiter aufzuerlegen gewählte Name weder schön noch tragbar ist. Jedoch war man weiterhin nicht in der Lage, sich auf einen neuen Namen zu einigen, den man dann dem Stadtrat vorschlagen könnte.

Fünftens: Seit dem letzten Treffen wurden zwölf Fälle von Jugendverbrechen gesichtet und der örtlichen Garde gemeldet. Laut Angaben eines Ordensbruders kam es sogar zu einer Verhaftung.
Der mit Farbe an einer Hauswand angebrachten Drohung nach Vergeltung durch die sogenannte Jugendbande „Levthansburschen“ sieht unser "Orden der Sauberkeit" genau so gelassen entgegen, wie dem eingeworfene Fensterladen nebst Nachricht der „Xeledonsknaben“ bei Ordensbruder Azim.
Es bleibt dabei: Diese Burschen sollten schnell richtig lesen und schreiben lernen, bevor die letzten drei Einwohner Miserias, die dessen fähig sind, zu Boron gefahren sind. Und so wie Ordensbruder Roven Harnischmacher rumhustet, kann das nicht mehr lange dauern. Bis dahin verbleiben wir wie immer mit unserem obersten Credo: „Vetustus portat maturitas et iuris!“

Protokolliert durch Ordensbruder Danilo Marchinii




Autoren Changbari und Gerber




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