Briefspiel:Großes Gestech von Urbasi 1034 BF/Großes Stechen: Unterschied zwischen den Versionen

K Textersetzung - „Haus dell'Arbiato.png“ durch „Haus dell Arbiato.png“
 
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
 
Zeile 3: Zeile 3:
===Erstes Drittel===
===Erstes Drittel===
{|
{|
| [[Bild:Familie Cirrention klein.png|15px]] <u>Tiro Tarquinio Cirrention</u> || vs. || [[Bild:Familie ya Stellona.png|15px]] Nevinia ya Stellona
| [[Bild:Familie Cirrention.png|15px]] <u>Tiro Tarquinio Cirrention</u> || vs. || [[Bild:Familie ya Stellona.png|15px]] Nevinia ya Stellona
|-
|-
|colspan="3" style="font-size:80%"|Der erste Kampf des Tages hält direkt eine Favoritin auf den Gesamtsieg bereit: [[Nevinia ya Stellona|Nevinia]] wird vom Publikum gefeiert, fraglich erscheint nur, ob sie ihr Gegenüber direkt im ersten Lanzengang vom Pferd stößt. [[Tiro Tarquinio Cirrention|Tiro]], der sich bereits beim Bankett am Vorabend nicht davon abhalten ließ, seiner Gegnerin eine Ode auf der Leier darzubringen, verneigt auch diesmal ehrfürchtig den brünetten Lockenschopf. Was dann aber passiert, vermag später kaum ein Augenzeuge in Worte zu fassen: Der junge Unterfelser reitet zwei solch platzierte Attacken, dass Nevinia bereits nach dem ersten Zusammenstoß im Sattel wackelt, sich beim zweiten Mal aber nicht mehr im selben halten kann. Die Favoritin liegt im Sand, der Sieger kann sein Glück selbst kaum fassen.
|colspan="3" style="font-size:80%"|Der erste Kampf des Tages hält direkt eine Favoritin auf den Gesamtsieg bereit: [[Nevinia ya Stellona|Nevinia]] wird vom Publikum gefeiert, fraglich erscheint nur, ob sie ihr Gegenüber direkt im ersten Lanzengang vom Pferd stößt. [[Tiro Tarquinio Cirrention|Tiro]], der sich bereits beim Bankett am Vorabend nicht davon abhalten ließ, seiner Gegnerin eine Ode auf der Leier darzubringen, verneigt auch diesmal ehrfürchtig den brünetten Lockenschopf. Was dann aber passiert, vermag später kaum ein Augenzeuge in Worte zu fassen: Der junge Unterfelser reitet zwei solch platzierte Attacken, dass Nevinia bereits nach dem ersten Zusammenstoß im Sattel wackelt, sich beim zweiten Mal aber nicht mehr im selben halten kann. Die Favoritin liegt im Sand, der Sieger kann sein Glück selbst kaum fassen.
Zeile 35: Zeile 35:
|colspan="3" style="font-size:80%"|Doch es ging weiter, und auch die nächsten beiden Streiter versprachen Spektakel. Der erfahrene [[Heldor Galfard|Heldor]] war ein weit gereister Ritter aus der Hauptstadt, der seine ersten Turniere womöglich schon bestritt, als sein Gegner noch gar nicht laufen konnte. [[Dareius Amarinto|Dareius]] indes hatte das Tjosten geradezu in die Wiege gelegt bekommen. Dass aus dem Sohn Darions und Enkel Damion Amarintos ein regelrecht versessener Turnierstreiter werden musste, konnte niemanden überraschen. Und doch: Der erste Ritt gehörte Heldor, dessen Lanze den jungen Amarinto schwer an der Schulter traf. Dareius taumelte, fing sich aber noch – und setzte im zweiten Anritt seinerseits zum entscheidenden Stoß an. Heldor vernachlässigte beim Nachsetzen die eigene Deckung und landete unsanft im Sand. Eine kleine Wunde würde ihm als Erinnerung für den Leichtsinn bleiben.
|colspan="3" style="font-size:80%"|Doch es ging weiter, und auch die nächsten beiden Streiter versprachen Spektakel. Der erfahrene [[Heldor Galfard|Heldor]] war ein weit gereister Ritter aus der Hauptstadt, der seine ersten Turniere womöglich schon bestritt, als sein Gegner noch gar nicht laufen konnte. [[Dareius Amarinto|Dareius]] indes hatte das Tjosten geradezu in die Wiege gelegt bekommen. Dass aus dem Sohn Darions und Enkel Damion Amarintos ein regelrecht versessener Turnierstreiter werden musste, konnte niemanden überraschen. Und doch: Der erste Ritt gehörte Heldor, dessen Lanze den jungen Amarinto schwer an der Schulter traf. Dareius taumelte, fing sich aber noch – und setzte im zweiten Anritt seinerseits zum entscheidenden Stoß an. Heldor vernachlässigte beim Nachsetzen die eigene Deckung und landete unsanft im Sand. Eine kleine Wunde würde ihm als Erinnerung für den Leichtsinn bleiben.
|-
|-
| [[Bild:Haus della Pena jH klein.png|15px]] <u>Tarquinio della Pena</u> || vs. || [[Bild:Haus ya Torese.png|15px]] Reon Croenar ya Torese
| [[Bild:Haus della Pena jH.png|15px]] <u>Tarquinio della Pena</u> || vs. || [[Bild:Haus ya Torese.png|15px]] Reon Croenar ya Torese
|-
|-
|colspan="3" style="font-size:80%"|Der silberne Löwe über ebensolchen Lilien kündigte einen weiteren Favoriten an: [[Tarquinio della Pena]] hatte seinen Namen bereits 1029 BF in die Siegerliste des Großen Gestechs eingetragen, als die Stadt noch unter der Herrschaft eines gewissen Fürsten stand. Löwen, obgleich rote, jedoch in dreifacher Ausführung, schmückten auch das Ross seines Gegners, eines der bedeutendsten Pferdezüchters des Landes: [[Reon Croenar ya Torese|Reon Croenar]], Neffe des Erzherrschers Nepolemo, war dessen designierter Erbe für den Baronstitel von Aldan und damit eines der bekanntesten Kriegeradelsgeschlechter überhaupt. Was für ein Kampf würde das werden? Ein nervenaufreibender, fürwahr. Drei Lanzengänge brachten keine Entscheidung, erstmals musste diese zu Fuß fallen. Mit dem heimischen Publikum im Rücken vermochte Tarquinio dabei mehr Reserven zu mobilisieren und seinen Gegner schließlich zu entwaffnen.
|colspan="3" style="font-size:80%"|Der silberne Löwe über ebensolchen Lilien kündigte einen weiteren Favoriten an: [[Tarquinio della Pena]] hatte seinen Namen bereits 1029 BF in die Siegerliste des Großen Gestechs eingetragen, als die Stadt noch unter der Herrschaft eines gewissen Fürsten stand. Löwen, obgleich rote, jedoch in dreifacher Ausführung, schmückten auch das Ross seines Gegners, eines der bedeutendsten Pferdezüchters des Landes: [[Reon Croenar ya Torese|Reon Croenar]], Neffe des Erzherrschers Nepolemo, war dessen designierter Erbe für den Baronstitel von Aldan und damit eines der bekanntesten Kriegeradelsgeschlechter überhaupt. Was für ein Kampf würde das werden? Ein nervenaufreibender, fürwahr. Drei Lanzengänge brachten keine Entscheidung, erstmals musste diese zu Fuß fallen. Mit dem heimischen Publikum im Rücken vermochte Tarquinio dabei mehr Reserven zu mobilisieren und seinen Gegner schließlich zu entwaffnen.
Zeile 66: Zeile 66:
===Zweites Drittel===
===Zweites Drittel===
{|
{|
| [[Bild:Haus d Auspizzi.png|15px]] <u>Avesto d'Auspizzi</u> || vs. || [[Bild:Familie Cirrention klein.png|15px]] Tiro Tarquinio Cirrention
| [[Bild:Haus d Auspizzi.png|15px]] <u>Avesto d'Auspizzi</u> || vs. || [[Bild:Familie Cirrention.png|15px]] Tiro Tarquinio Cirrention
|-
|-
|colspan="3" style="font-size:80%"|Nach einer kurzen Pause wartete der letzte noch ausstehende Streiter auf seinen ersten Einsatz: [[Avesto d'Auspizzi]], jüngst vom Comto Protector selbst zum Kroncastellan der Albornsburg ernannt, wehte das Banner der alten Stadtherren Urbasis voran. Keine sieben Jahre zurück herrschten sie noch alleine über die Stadt. Ihm gegenüber ritt in blau-weißen Farben der Überraschungssieger des ersten Gefechts in die Schranken: Tiro Tarquinio, der junge Unterfelser Patrizierspross, hatte sich die Herzen vieler Zuschauer bereits erobert. Würde er mit seiner Unbekümmertheit erneut überraschen können? Nein. Vielleicht unter dem Druck der gestiegenen Erwartung zeigte er Nachlässigkeiten, die sein Gegner bereits im ersten Lanzengang bestrafte. Tiro lag im Sand, Avesto war diesmal der Sieger.
|colspan="3" style="font-size:80%"|Nach einer kurzen Pause wartete der letzte noch ausstehende Streiter auf seinen ersten Einsatz: [[Avesto d'Auspizzi]], jüngst vom Comto Protector selbst zum Kroncastellan der Albornsburg ernannt, wehte das Banner der alten Stadtherren Urbasis voran. Keine sieben Jahre zurück herrschten sie noch alleine über die Stadt. Ihm gegenüber ritt in blau-weißen Farben der Überraschungssieger des ersten Gefechts in die Schranken: Tiro Tarquinio, der junge Unterfelser Patrizierspross, hatte sich die Herzen vieler Zuschauer bereits erobert. Würde er mit seiner Unbekümmertheit erneut überraschen können? Nein. Vielleicht unter dem Druck der gestiegenen Erwartung zeigte er Nachlässigkeiten, die sein Gegner bereits im ersten Lanzengang bestrafte. Tiro lag im Sand, Avesto war diesmal der Sieger.
Zeile 98: Zeile 98:
|colspan="3" style="font-size:80%"|Heldor, dem Ritter aus der Hauptstadt war das Losglück versagt geblieben. Im ersten Gefecht bereits dem Mitfavoriten Dareius unterlegen, zudem leicht verwundet, musste er sich nun einem weiteren starken Gegner stellen. Barian im Gold und Rot der einheimischen della Turani hatte bereits den erfahrenen Therengar Aspoldo geschlagen. Dreimal krachten und barsten zwischen beiden Gegnern nun die Lanzen, ehe eine Entscheidung fiel. Barian, im zweiten Anlauf selbst noch unter einem hervorragenden Stoß Heldors wackelnd, revanchierte sich im dritten. Der angeschlagene Heldor schälte sich erneut aus dem Sand, Barian blieb ungeschlagen.
|colspan="3" style="font-size:80%"|Heldor, dem Ritter aus der Hauptstadt war das Losglück versagt geblieben. Im ersten Gefecht bereits dem Mitfavoriten Dareius unterlegen, zudem leicht verwundet, musste er sich nun einem weiteren starken Gegner stellen. Barian im Gold und Rot der einheimischen della Turani hatte bereits den erfahrenen Therengar Aspoldo geschlagen. Dreimal krachten und barsten zwischen beiden Gegnern nun die Lanzen, ehe eine Entscheidung fiel. Barian, im zweiten Anlauf selbst noch unter einem hervorragenden Stoß Heldors wackelnd, revanchierte sich im dritten. Der angeschlagene Heldor schälte sich erneut aus dem Sand, Barian blieb ungeschlagen.
|-
|-
| [[Bild:Haus Amarinto.png|15px]] <u>Dareius Amarinto</u> || vs. || [[Bild:Haus della Pena jH klein.png|15px]] Tarquinio della Pena
| [[Bild:Haus Amarinto.png|15px]] <u>Dareius Amarinto</u> || vs. || [[Bild:Haus della Pena jH.png|15px]] Tarquinio della Pena
|-
|-
|colspan="3" style="font-size:80%"|Zwei siegreiche Favoriten folgten als nächste. Dareius, der junge Amarinto lenkte sein Ross unter der rot-goldenen Schabracke seines Hauses auf die Turnierbahn; ihm gegenüber ritt Tarquinio in den schwarz-silbernen Farben der jüngeren della Pena-Linie ein. Beide musterten sich aufmerksam. Als sie die Visiere herunterklappten, legte sich eine gespannte Stille über die Tribünen. Das dumpfe Stampfen schwerer Hufe auf Sand, brechende Lanzen und scheppernder Stahl folgten. Dareius wankte unter dem gewaltigen Stoß Tarquinios, doch die Entscheidung blieb aus. Ein zweiter Lanzengang, ein weiterer platzierter Stoß Tarquinios, doch auch Dareius nutzte die Blöße des Gegners: Beide fielen. Tarquinio trug dabei noch vor dem Fußkampf eine leichte Wunde davon, wehrte sich dann erbittert gegen die Schläge des Gegners. Doch vergeblich, der junge Amarinto triumphierte.
|colspan="3" style="font-size:80%"|Zwei siegreiche Favoriten folgten als nächste. Dareius, der junge Amarinto lenkte sein Ross unter der rot-goldenen Schabracke seines Hauses auf die Turnierbahn; ihm gegenüber ritt Tarquinio in den schwarz-silbernen Farben der jüngeren della Pena-Linie ein. Beide musterten sich aufmerksam. Als sie die Visiere herunterklappten, legte sich eine gespannte Stille über die Tribünen. Das dumpfe Stampfen schwerer Hufe auf Sand, brechende Lanzen und scheppernder Stahl folgten. Dareius wankte unter dem gewaltigen Stoß Tarquinios, doch die Entscheidung blieb aus. Ein zweiter Lanzengang, ein weiterer platzierter Stoß Tarquinios, doch auch Dareius nutzte die Blöße des Gegners: Beide fielen. Tarquinio trug dabei noch vor dem Fußkampf eine leichte Wunde davon, wehrte sich dann erbittert gegen die Schläge des Gegners. Doch vergeblich, der junge Amarinto triumphierte.
Zeile 132: Zeile 132:
===Drittes Drittel===
===Drittes Drittel===
{|
{|
| [[Bild:Familie Cirrention klein.png|15px]] <u>Tiro Tarquinio Cirrention</u> || vs. || [[Bild:Haus della Pena jH klein.png|15px]] Tarquinio della Pena
| [[Bild:Familie Cirrention.png|15px]] <u>Tiro Tarquinio Cirrention</u> || vs. || [[Bild:Haus della Pena jH.png|15px]] Tarquinio della Pena
|-
|-
|colspan="3" style="font-size:80%"|Das nächste Duell bot gleich mehrere Gemeinsamkeiten: Vornamen etwa oder die Angehörigkeit beider Familien zur Signoria von Unterfels – wiewohl der della Pena jüngeren Hauses seit langem ein Aurelasse war. Vor allem könnte es für beide Widersacher mit einer Niederlage jedoch bereits der letzte Auftritt bei diesem Turnier sein. Bei Tiro überraschte dies niemanden, doch Tarquinio, der Mitfavorit, der seine Entscheidung scheinbar jedes Mal im Fußkampf suchte, schien noch etwas erschöpft zu sein, möglicherweise von einer längeren [[Briefspiel:Goldfelser Affären|Jagdgesellschaft in die Goldfelsen]]. Dumm für ihn, dass Tiro nach seinem Auftaktsieg gegen Nevinia Blut geleckt zu haben schien, gerade wenn es gegen scheinbar übermächtige Favoriten ging. Sein erster Lanzenstoß ließ Tarquinio im Sattel erzittern, ohne ihn aus selbigem zu heben. Der Urbasier antwortete im zweiten Anlauf mit ebensolcher Härte, erwischte jedoch einen unter Vernachlässigung jeglicher offensiven Bemühung defensiv aufs Äußerste gewappneten Gegner – und wo sich dies bewährte, wandte Tiro es gleich ein weiteres Mal an. Drei Lanzengänge waren vorüber, die Entscheidung – wie war anderes zu erwarten gewesen, wenn einer der Kontrahenten (mit erstem Vornamen!) Tarquinio hieß – musste im Fußkampf fallen. Hier nun zeigte sich die Erschöpfung des letzteren vollends: Tiro tänzelte ihn aus, setzte wenige gezielte Hiebe und Stiche und siegte schließlich – zur erneuten Verblüffung nicht nur des Publikums, sondern wohl vor allem seiner selbst!
|colspan="3" style="font-size:80%"|Das nächste Duell bot gleich mehrere Gemeinsamkeiten: Vornamen etwa oder die Angehörigkeit beider Familien zur Signoria von Unterfels – wiewohl der della Pena jüngeren Hauses seit langem ein Aurelasse war. Vor allem könnte es für beide Widersacher mit einer Niederlage jedoch bereits der letzte Auftritt bei diesem Turnier sein. Bei Tiro überraschte dies niemanden, doch Tarquinio, der Mitfavorit, der seine Entscheidung scheinbar jedes Mal im Fußkampf suchte, schien noch etwas erschöpft zu sein, möglicherweise von einer längeren [[Briefspiel:Goldfelser Affären|Jagdgesellschaft in die Goldfelsen]]. Dumm für ihn, dass Tiro nach seinem Auftaktsieg gegen Nevinia Blut geleckt zu haben schien, gerade wenn es gegen scheinbar übermächtige Favoriten ging. Sein erster Lanzenstoß ließ Tarquinio im Sattel erzittern, ohne ihn aus selbigem zu heben. Der Urbasier antwortete im zweiten Anlauf mit ebensolcher Härte, erwischte jedoch einen unter Vernachlässigung jeglicher offensiven Bemühung defensiv aufs Äußerste gewappneten Gegner – und wo sich dies bewährte, wandte Tiro es gleich ein weiteres Mal an. Drei Lanzengänge waren vorüber, die Entscheidung – wie war anderes zu erwarten gewesen, wenn einer der Kontrahenten (mit erstem Vornamen!) Tarquinio hieß – musste im Fußkampf fallen. Hier nun zeigte sich die Erschöpfung des letzteren vollends: Tiro tänzelte ihn aus, setzte wenige gezielte Hiebe und Stiche und siegte schließlich – zur erneuten Verblüffung nicht nur des Publikums, sondern wohl vor allem seiner selbst!