Briefspiel:Das Erbe des Siegelmeisters (1): Unterschied zwischen den Versionen
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Sie waren in den Burggraben des befestigten Kortempels eingebogen, wo die Turmwache es längst aufgegeben hatte das nächtliche Boot anzurufen. Und obwohl sie den Burggraben in so vielen Nächten befahren hatten, zog Rafik von Aranjuez noch immer instinktiv den Kopf ein, wenn sie den niedrigen Steinbogen der Brücke des Bluttores passierten. Wirklich aufpassen musste aber nur die Söldnerin im Bug und die Ruderer, die auf Kommando des Rudergängers einige kräftige Riemenschläge anzogen, um dann die Ruder parallel zum Boot anzulegen um nicht das enge Mauerwerk zu touchieren, derweil sie unter der Brücke hindurch glitten. Die Strömung des Bachlaufes hingegen, der sich aus dem östlichen Umland an Schloss Tsadanja vorbei hinab schlängelte und gemeinsam mit Onkelchen Yaquir den Burggraben des Kortempels speiste, war zu stark, um dagegen anzurudern. Daher ließ er sich gegenüber dem Tor des Schwertes absetzen und begann den Anstieg hinauf zum Schloss. Nach einigen Höhenmetern, sobald man die trutzigen Mauern des Tempels überblicken konnte, wehte der Nachtwind Klänge und Gelächter vom südwärts gelegenen Rahjaviertel herüber, doch achteten sie ihrer nicht. Von ihnen selbst ging, neben einem Waffenklirren ab und an, vor allem das monotone Tock-Tock-Tock seines Spazierstockes auf dem Pflaster aus, auf welchen er sich bei jedem Schritt stützte. Dieses Geräusch brach plötzlich ab, als sie den Platz der Hornechse vor dem Schloss erreicht hatten und des Aranjuezers Blick auf den verlassenen Hof der [[Familie Rûndocca|Rûndocca]] fiel. Nachdem [[Horasio della Pena]] [[Vascal ya Berîsac]] aus dem Schloss und aus Unterfels vertrieben hatte, hatten die Gefolgsleute des Signors alsbald einen repräsentativen Palazzo im Viertel [[Yaquirella]] auf der anderen Flussseite bezogen. Vielleicht war es an der Zeit mit ihnen über eine zumindest teilweise Rückkehr zu sprechen… | Sie waren in den Burggraben des befestigten Kortempels eingebogen, wo die Turmwache es längst aufgegeben hatte das nächtliche Boot anzurufen. Und obwohl sie den Burggraben in so vielen Nächten befahren hatten, zog Rafik von Aranjuez noch immer instinktiv den Kopf ein, wenn sie den niedrigen Steinbogen der Brücke des Bluttores passierten. Wirklich aufpassen musste aber nur die Söldnerin im Bug und die Ruderer, die auf Kommando des Rudergängers einige kräftige Riemenschläge anzogen, um dann die Ruder parallel zum Boot anzulegen um nicht das enge Mauerwerk zu touchieren, derweil sie unter der Brücke hindurch glitten. Die Strömung des Bachlaufes hingegen, der sich aus dem östlichen Umland an Schloss Tsadanja vorbei hinab schlängelte und gemeinsam mit Onkelchen Yaquir den Burggraben des Kortempels speiste, war zu stark, um dagegen anzurudern. Daher ließ er sich gegenüber dem Tor des Schwertes absetzen und begann den Anstieg hinauf zum Schloss. Nach einigen Höhenmetern, sobald man die trutzigen Mauern des Tempels überblicken konnte, wehte der Nachtwind Klänge und Gelächter vom südwärts gelegenen Rahjaviertel herüber, doch achteten sie ihrer nicht. Von ihnen selbst ging, neben einem Waffenklirren ab und an, vor allem das monotone Tock-Tock-Tock seines Spazierstockes auf dem Pflaster aus, auf welchen er sich bei jedem Schritt stützte. Dieses Geräusch brach plötzlich ab, als sie den Platz der Hornechse vor dem Schloss erreicht hatten und des Aranjuezers Blick auf den verlassenen Hof der [[Familie Rûndocca|Rûndocca]] fiel. Nachdem [[Horasio della Pena]] [[Vascal ya Berîsac]] aus dem Schloss und aus Unterfels vertrieben hatte, hatten die Gefolgsleute des Signors alsbald einen repräsentativen Palazzo im Viertel [[Yaquirella]] auf der anderen Flussseite bezogen. Vielleicht war es an der Zeit mit ihnen über eine zumindest teilweise Rückkehr zu sprechen… | ||
==Palazzo Bolburri, 12. Rondra 1046 BF== | ==Palazzo Bolburri, 12. Rondra 1046 BF== | ||
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Bis dahin musste er aber seine Pflichten erfüllen, da gab es kein Entrinnen. So hatte er es das ganze Leben schon gehandhabt, deswegen konnte er auch stolz auf das Erreichte schauen. Und dazu gehörte es nun leider auch – Stichwort Nachfolge – möglichst bald mit dem Centenario über den Posten des Siegelmeisters zu sprechen. Bassiano seufzte, erhob sich und machte sich auf den Weg zu seinem Arbeitszimmer. Kurz dachte er daran, sein Tagwerk für heute zu beenden, gab sich aber einen Ruck, um das letzte Licht des Sommertages noch zu nutzen. Er wollte noch den Brief redigieren, den sein Privatsekretär [[Leonello Piccinino]] verfasst hatte. | Bis dahin musste er aber seine Pflichten erfüllen, da gab es kein Entrinnen. So hatte er es das ganze Leben schon gehandhabt, deswegen konnte er auch stolz auf das Erreichte schauen. Und dazu gehörte es nun leider auch – Stichwort Nachfolge – möglichst bald mit dem Centenario über den Posten des Siegelmeisters zu sprechen. Bassiano seufzte, erhob sich und machte sich auf den Weg zu seinem Arbeitszimmer. Kurz dachte er daran, sein Tagwerk für heute zu beenden, gab sich aber einen Ruck, um das letzte Licht des Sommertages noch zu nutzen. Er wollte noch den Brief redigieren, den sein Privatsekretär [[Leonello Piccinino]] verfasst hatte. | ||
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