Briefspiel:Im Auge des Chaos/Kein Feuer der Leidenschaft: Unterschied zwischen den Versionen

 
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==Kein Feuer der Leidenschaft==
|Av. Datum=30. Rahja [[1044 BF]]
|Schauplatz=Rund um [[Letran]]
|Ird. Datum=August 2023
|Protagonisten=[[Tarquinio della Pena]], [[Gilia de Falcona]]
|Autoren=[[Bild:Haus_della_Pena_jH.png‎|12px]] [[Benutzer:Horasio|Horasio]]
|Zyklus=[[Briefspiel:Im Auge des Chaos/Übersicht|Übersicht]] · [[Briefspiel:Im Auge des Chaos/Ein Zug über Letrans Felder|Ein Zug über Letrans Felder]] · [[Briefspiel:Im Auge des Chaos/Widerstand ist zwecklos|Widerstand ist zwecklos]] · [[Briefspiel:Im Auge des Chaos/Isyahadin|Isyahadin]] · [[Briefspiel:Im Auge des Chaos/Im Rahjatempel|Im Rahjatempel]] · [[Briefspiel:Im Auge des Chaos/Kein Feuer der Leidenschaft|Kein Feuer der Leidenschaft]] · [[Briefspiel:Im Auge des Chaos/Rahastes|Rahastes]] ·· [[Briefspiel:Im Auge des Chaos/Aphestadil|Aphestadil]] · [[Briefspiel:Im Auge des Chaos/Rahastes|Rahastes]] · [[Briefspiel:Im Auge des Chaos/Madaraestra|Madaraestra]] · [[Briefspiel:Im Auge des Chaos/Shihayazad|Shihayazad]] · [[Briefspiel:Im Auge des Chaos/Senatswahl 1045 BF|Senatswahl 1045 BF]]}}</onlyinclude>


===Seid gegrüßt, Señhor Pecuna===
===Seid gegrüßt, Señhor Pecuna===
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Sie hatten den Baumeister in einer kleinen Gruppe von Widerständlern gefunden und ihm kurz und knapp über ihre Suche nach den Plänen der Kanalisation und wofür sie sie verwenden wollten, aufgeklärt. Gemeinsam war die Gruppe dann zur Werkstatt der Pecunas aufgebrochen. Während Isida Legari und die Gefährten des Baumeisters draußen die Umgebung des Hauses im Auge behielten, legte Avincenzo Pecuna dem jungen ya Pirras Karte für Karte vor. “Es gibt keine perfekte Karte über die Gänge und Höhlen unterhalb der Stadt… “, sprach der Baumeister “... aber sehr, hier ist der Palazzo Thirindar und dort seht ihr zumindest grob, wohin es weiter geht.” <br>
Sie hatten den Baumeister in einer kleinen Gruppe von Widerständlern gefunden und ihm kurz und knapp über ihre Suche nach den Plänen der Kanalisation und wofür sie sie verwenden wollten, aufgeklärt. Gemeinsam war die Gruppe dann zur Werkstatt der Pecunas aufgebrochen. Während Isida Legari und die Gefährten des Baumeisters draußen die Umgebung des Hauses im Auge behielten, legte Avincenzo Pecuna dem jungen ya Pirras Karte für Karte vor. “Es gibt keine perfekte Karte über die Gänge und Höhlen unterhalb der Stadt… “, sprach der Baumeister “... aber sehr, hier ist der Palazzo Thirindar und dort seht ihr zumindest grob, wohin es weiter geht.” <br>
Niccolo grummelte. “Das Problem besteht an den Höhlen hier und dort. Von dort aus kann man fast jede Richtung unterhalb der Stadt einschlagen.” Niccolo rollte die Karte wieder zusammen. *Darf ich mir diese ausleihen? Ihr habt mein Wort darauf, sie nach diesem ganzen Chaos wieder zurück zu bekommen.” Avincenzo nickte. “Und dankt Euch für die Warnung, Euer Wohlgeboren. Sollten wirklich irgendwelche Gestalten auf dem Weg zu mir sein, sollte ich einige Pläne wohl besser in Sicherheit bringen.” <br>
Niccolo grummelte. “Das Problem besteht an den Höhlen hier und dort. Von dort aus kann man fast jede Richtung unterhalb der Stadt einschlagen.” Niccolo rollte die Karte wieder zusammen. *Darf ich mir diese ausleihen? Ihr habt mein Wort darauf, sie nach diesem ganzen Chaos wieder zurück zu bekommen.” Avincenzo nickte. “Und dankt Euch für die Warnung, Euer Wohlgeboren. Sollten wirklich irgendwelche Gestalten auf dem Weg zu mir sein, sollte ich einige Pläne wohl besser in Sicherheit bringen.” <br>
Niccolo trat aus dem Haus und suchte Isida. Sie winkte ihm von einer Hausecke her zu sich. Isida deutete auf die Karte und Niccolo nickte. “Zurück zum Palazzo, Isida. Mein Vater sollte diese Karte schnellstmöglich sehen.” Vorsichtig bewegten sich beide durch die Gassen auf genau dem gleichen Weg zurück, den sie gekommen waren.  
Niccolo trat aus dem Haus und suchte Isida. Sie winkte ihm von einer Hausecke her zu sich. Isida deutete auf die Karte und Niccolo nickte. “Zurück zum Palazzo, Isida. Mein Vater sollte diese Karte schnellstmöglich sehen.” Vorsichtig bewegten sich beide durch die Gassen auf genau dem gleichen Weg zurück, den sie gekommen waren.


===Unter der Stadt===
===Unter der Stadt===
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Schnelle Schritte hallten durch die Gänge der unterirdischen Höhlen unter Efferdas. Nach dem Schrecken über die Erkenntnis des brennenden Tempels und der Mitwirkung der Rondrikan-Löwen hatten sie einen Weg nach unten gefunden und waren fest entschlossen den Eingeschlossen im Tempel zu helfen. Sie hofften nur, dass sie nicht zu spät waren. <br>
Schnelle Schritte hallten durch die Gänge der unterirdischen Höhlen unter Efferdas. Nach dem Schrecken über die Erkenntnis des brennenden Tempels und der Mitwirkung der Rondrikan-Löwen hatten sie einen Weg nach unten gefunden und waren fest entschlossen den Eingeschlossen im Tempel zu helfen. Sie hofften nur, dass sie nicht zu spät waren. <br>


[[Daria Legari]] hustete, als ihr der Rauch in die Lungen drang, ihre Augen begannen auf unvorteilhafte Art zu tränen und ihr Kleid fühlte sich auf einmal viel enger an. Gleichzeitig schien ein ruhiger Teil ihres Bewusstseins die Situation von außen zu betrachten. <br>
„Sie stecken den Tempel an!“, schrie jemand. Weinen von Kindern, die mit ihren Eltern hier Schutz gesucht hatten, mischten sich mit ängstlichen Stimmen und den Rufen der Rahjanis, die verzweifelt versuchten, die Kontrolle über die Menschen zu behalten, die kurz vor einer Panik standen. Noch schien die Bedeutung des Rufs, dass sie hier drinnen alle bei lebendigem Leibe verbrennen würden, nicht zu den Schutzsuchenden durchgedrungen zu sein. ‘Seltsam.’, dachte der ruhige unbeteiligte Teil von Daria, ‘Ich dachte immer, wenn ich schon unnatürlich sterbe, wird es etwas stilvolles sein mit schweren, vergifteten Rotwein oder einer komplizierten Intrige in der Duellanten mit Degen und Masken eine Rolle spielten.’ Standessen war sie alt und grau geworden. Nur hier drin jämmerlich ersticken und mit einem brennenden Tempel in einer vom Wahnsinn befallenen Stadt als Grabmahl. So ein Mist, es würde nicht mal eine Beerdigung geben, aber zumindest würde sie Elavus wieder sehn. „Kommen sie Singora!“, brüllte Rhymeo sie an und riss sie damit aus ihrer Benommenheit. Er zerrte sie in Richtung der Treppe, die in den ersten Stock hinaufführte. Aber statt hierauf zu eilen, schob der Priester sie unter die Treppe zu einer Tür, die in den Schatten unter der Treppe verborgen lag. Hierher dirigierten die anderen Priester auch die übrigen Besucher. “Hier gibt es einen Durchgang zum Weinkeller eines der Wirtschaftsgebäude “, keuchte er, „da kommen wir zwar wahrscheinlich auch nicht raus, aber zumindest brennt es nicht, hoffen wir jedenfalls.“  Allerdings war der Durchgang völlig verstopft, da alle versuchten gleichzeitig hindurch zu gelangen. <br>
Plötzlich hörten sie hinter sich einen Schrei. Ein kleiner, alter Mann mit wirr abstehenden weißen Haaren war im allgemeinen Tumult ins Reinigungsbecken gestoßen worden. Zwar reichte das Wasser nur bis zur Brust, aber der Mann tauchte immer wieder unter und in der allgemeinen Panik beachtete ihn niemand. Rhymeo und Daria wechselten einen Blick und kämpften sich zum Becken vor. Der Priester sprang hinein und hob den wild zappelnden, Alten an den Hüften an, während Daria von oben zog, so gut sie konnte. Als er japsend auf dem Boden lag, wurde auch klar, warum er solche Probleme gehabt hatte, Sein Bein war offensichtlich gebrochen und nach seinem Eintreffen im Tempel nur notdürftig versorgt worden. Er bedankte sich hastig, zumindest vermutete Daria das es ein Dank sein sollte, Der Mann sprach mit einem unglaublichen zyklopischen Akzent und hinkte in Richtung der rettenden Tür. <br>
Inzwischen hatte das Feuer auf das Dach übergegriffen und die wegen des Hochsommers trockenen Balken brannten wie Zunder. Die Halle füllte sich zunehmend mit Rauch und die Hitze nahm zu, Gleichzeitig verstärkte sich das Leuchten des Fußbodens, aber um sich damit näher auseinanderzusetzen hatte gerade keiner die Nerven. <br>
Auf dem Weg zur Tür unter der Treppe kamen ihnen [[Alesia Degano|Alesia]] und [[Junivera Aurelia van Kacheleen|Junivera]] entgegen. Rhymeo und die beiden verschwanden im Rauch um einige Leute einzusammeln, die sich in ähnlich misslichen Lagen befanden wie der alte Zyklopäer. Daria überließ die Heldentaten den deutlich jüngeren und fitteren Leuten und eilte in Richtung der nun recht freien Tür. Entschlossen raffte sie ihre rußbeschmierten Röcke. Diese Söldner legten Feuer an den Rahjatempel? Sollte sie hier lebend rauskommen würde sie dafür sorgen, dass diese Leute die ganze Gewalt des Gesetzes unter einem sehr böswilligen Richter zu spüren bekamen. Die Rahjakirche war in solchen Belangen viel zu nett. Ihr persönlich schwebte eine Strafe vor, die sich mit denen der garethischen Praioten messen konnte und nicht aus irgendwelchen Wallfahrten bestand. <br>
„Hier muss es sein“, keuchte Niccolo, als sie eine in den Stein gehauene, erstaunlich regelmäßige Wendeltreppe hinauf eilten, „es gibt hier irgendwo einen Zugang zu einem Weinkeller, der eine Verbindung zum Tempel hat.“ Je weiter es nach oben ging, umso wärmer wurde es. Es roch verbrannt und dünne Rauchfäden drangen durch die schmalen Schlitze einer Klappe. Stimmen waren auf der anderen Seite zu hören. Niccolo schaute sich hektisch um. Er fand aber keinerlei Riegel oder Schloss. Aber er sah Scharniere, die darauf hindeuteten, dass die Klappe irgendwie zu öffnen war. Er klopfte die Felswände ab und suchte eine Art Mechanismus. Eine Nische, ein loser Stein, irgendetwas musste hier doch sein. Wieder und wieder schaute er auf die Klappe und da sah er es. “Isida, nimm die Fackel und leuchte mir.”  <br>
Das junge Mädchen tat wie ihr geheißen und Niccolo erkannte ein Muster auf der Klappe. Ineinander verschlungene Rosenranken, seltsam verschachtelt und nicht ineinander übergehend. Er berührte das Muster und bemerkte, dass einige Ranken einen Finger breit waren und sich mit Hilfe seiner Fingerspitzen verschieben ließen. Die dumpfen Stimmen über ihn wurden lauter. Es schienen immer mehr Menschen in den Raum über ihnen zu kommen. Er musste sich beeilen. Eine Ranke hier, ein Rosenblatt dort und mit einem Mal öffnete sich eine Klappe und ein Riegel kam zum Vorschein. Er überlegte nicht lange, betätigte den Riegel und die Platte ließ sich nach unten öffnen. Einige Stufen kamen zum Vorschein. Die Stimmen wurden jetzt auch deutlicher. Männer und Frauen, die durcheinander sprachen und husteten, aber eines gemeinsam hatten. Angst. Todesangst. <br>
Isida drückte Niccolo die Fackel in die Hand. “Jetzt leuchtet ihr.”, sagte sie und huschte die wenigen Stufen hinauf. Sie endeten in einen runden Raum. Aus Holz. Ein Fass oder ähnliches. Sie tastete nach dem Deckel und begann, sich mit aller Macht mit der Schulter gegen diesen zu werfen. Einmal, zweimal… ein Splittern von Holz war zu hören. Ein drittes Mal und mit einem Mal brach der Deckel entzwei. Der Schwung ließ Isida in den Raum fallen. Sie brachte mehrere Personen aus dem Gleichgewicht und in dem Raum wurde es auf einmal still. Idisa lag auf dem Boden des Weinkellers im Rahjatempel.
Rauchschwaden brachten sie zum Husten und Hitze kam ihr entgegen.  Neben sich hörte sie ein Stöhnen. Wen hatte sie denn von den Beinen gerissen. Sie schaute neben sich und ihre Augen wurden groß. “Großtante Daria, was macht ihr denn hier? <br>
Sie roch das Feuer, bevor sie es sehen konnte. Der beißende Rauch zog in ihre Nase, kratzte in ihrem Hals, stach in den Augen, vernebelte ihr schon bald die Sinne - auf eine unangenehme Art. [[Rahjabella Solivino|Rahjabella]] hustete und presste sich ihren Schleier, den sie normalerweise über den Schultern trug, vor Nase und Mund.
[[Ebius von Efferdas|Ebius]] hatte die beiden Rahjanis aus dem Höhlensystem geführt und sie waren durch eine Art Abfluss in irgendeinem wahrscheinlich in Flammen stehenden Gebäude gelandet, doch viel mehr sehen konnte man wegen des Qualms trotzdem nicht. Der Magier hatte während des ganzen Weges durch die Kanalisation kein Wort über sein Ziel verloren und auch seine Begleiter zum Schweigen ermahnt - sie wussten nicht, ob sie verfolgt wurden.
Rahjabella hatte immer noch nicht wirklich eine Ahnung, wo sie waren. Vielleicht in irgendwelchen Thermen? Gedämpft drangen hysterische Stimmen, Hilfe- und Schmerzensschreie zu ihnen, außerdem das Klirren von zerspringenden Fensterscheiben, und das leise, bedrohliche Knistern der Flammen. „Nein. Wir sind zu spät.“ Ebius klang hoffnungslos. <br>
Da stolperte Rahjabella auf einmal über einen kleinen Gegenstand. Sie hob ihn hoch. Es war das wunderschöne, detailgetreu gearbeitete Abbild einer Stute. Das blanke Entsetzen machte sich in ihr breit, als sie einen Wimpernschlag später begriff, wo sie gelandet waren. „Bei der Göttin!“, wisperte sie fassungslos. Sie sah zu [[Rahjalin Legari|Rahjalin]], der jedoch ungewöhnlich gefasst wirkte, dafür, dass gerade sein Zuhause abbrannte. Nur seine Hände zitterten ein wenig. Er schluckte schwer. „Schnell, wir müssen die Überlebenden retten.“ <br>
Die Decke begann einzustürzen. Fast wurden sie von einem brennenden Stück Mosaik mit einer Abbildung des selig lächelnden [[Khabla (Heiliger)|Khabla]] erschlagen. Sie rannten los, Rahjalin voran, tiefer in den in sich zusammenfallenden Tempel. Näher zu den Stimmen. Rahjabella fühlte seltsamerweise – gar nichts. Es wäre ihr lieber gewesen, wenn sie vor Schmerz geheult oder vor Zorn geschrien hätte, doch zu nichts von beidem war sie fähig. Sie konnte nur stumm und hilflos dabei zusehen, wie ein Teil der Welt, wie sie sie kannte, ein scheinbar unveränderliches, göttliches Gesetz zu Asche verbrannt und zertrampelt wurde. <br>
Rahjalins Hände zitterten. Absurd das das ihm jetzt auffiel, wo sie durch sein brennendes Zuhause liefen und der Rauch in seiner Lunge brannte. Hier verbrannte ein großer Teil seines Lebens, hier war er als Novize angenommen, geweiht und entjungfert worden, hier hatte er sein erstes echtes Gemälde der Göttin geschenkt und hierher war er zurückgekehrt, als das Reisen seinen Reiz verloren hatte. Die Priester und Gläubigen waren fast mehr seine Familie als sein Bruder, mit dem er sich überworfen hatte. Trotz alledem empfand er nur ein seltsames taubes Gefühl, als er nun sah wie Flammen aus den Polstermöbeln und dem Gemälde des Heiligen [[Ascandear von Baburin|Ascandear]], in das er mehrere Monate Arbeit gesteckt hatte, schlugen.  Sie folgten den Schreien aus dem inneren des Tempels um zu retten wer noch zu retten war. <br>
Plötzlich erschien ein Schatten aus dem Rauch und stieß mit Ebius zusammen. „Bei Rahjas..!“, [[Junivera Aurelia van Kacheleen|Junivera]], als die sich der Schatten entpuppte, verbiss sich den Fluch, was in einem brennenden Tempel während der Namenlosen Tage wahrscheinlich nicht  klug war. „Was macht ihr denn hier? Uns wurde gesagt das ihr gefangen genommen worden seid.“ Mit einem lauten Krachen stürzte hinter ihnen ein brennender Balken herunter. „Egal, wir gehen durch den Verbindungstunnel zum Weinkeller. Das Gebäude sollte zumindest nicht brennen.“ „Es gibt einen Geheimgang in der Vorhalle, durch den kommen wir raus in die Katakomben.“ Da entschlüpfte der Priesterin doch noch ein Fluch „Die meisten, die hier Schutz gesucht haben, sind schon im Keller. Kommt mit.“ Und dann verschwand sie wieder in den Rauchschwaden. Ihr zu folgen war dank des Rauchs eher schwierig, aber zum Glück kannte Rahjalin den Weg durch den Tempel zu der Tür unter der Treppe, die zum Weinkeller führte. <br>
An der Tür blieb Rahjalin noch einmal stehen und schaute auf sein brennendes Zuhause zurück. Sein Blick fiel auf den Altarraum, wo der Rosenbusch, der um den Altar herum wuchs, Feuer gefangen hatte. Für einen Moment schien die Flamme die Gestalt eines steigenden, in Todesqualen scheuenden Pferdes anzunehmen. „Fluch über euch, die die ihr dieses Haus der heiteren, lieblichen und allerschönsten Herrin entweiht habt. Möge euch der Rausch des Weines, des Liebesspiels und der Feste versagt bleiben. Möge euch jeder Nachkomme Sulvas und Thavuns mit derselben Verachtung begegnen, die ihr diesem Tempel entgegengebracht habt. Liebholde Herrin der Morgenröte, wilde Eber haben in deinem Weinberg gewütet und Selemferkel deinen Garten verunstaltet . Sie sind deiner Gunst, die du den Menschen so überreich schenkst  nicht mehr würdig. Fluch und Schande über sie.“ Für einen Moment übertönte das Donnern von Pferdehufen, das Feuer und in Rahjalins Kehle brannte der Geschmack von scharfen Schnaps, während der Rauchgestank auf einmal zum lieblichen Duft wilder Rosen im Hochsommer wurde.  Der Priester war sich nicht ganz sicher ob es nicht eigentlich [[Larona Vinarii|Laronas]] Aufgabe gewesen wäre diesen Fluch auszusprechen, aber es sollte getan werden und die Tempelvorsteherin war gerade anderweitig beschäftigt. Rahjalin wandte sich um und schloss die Tür hinter sich.
=== Hinter Schloss und Riegel ===
Nachdem man die Senatoren durch das Gewölbe unterhalb der Stadt geradezu getrieben hatte, ging es durch einen schmalen Spalt in Gestein nach oben. Es war mühselig und vor allen Dingen machte es Dettmar Gerber zu schaffen. Rücksichtslos trieb man sie voran <br>
“Stehenbleiben.” brüllte eine Stimme und die Senatoren blieben wie angewurzelt stehen. Das Klingeln mehrerer Schlüssel und Schritte waren zu hören. “Dann wollen wir den feinen Herren mal ihre neue Heimstatt präsentieren.” Mehrere Stimmen von Männern wie Frauen lachten hämisch. Ein Schlüssel wurde in einem Schloss umgedreht. Auf das knarzende Geräusch folgte ein Quietschen, als eine Tür aufgezogen wurde. <br>
Unsanft wurde [[Valerio ya Pirras]] am Kragen gepackt und in eine Richtung gezogen. Mit einem Ruck wurde ihm der Sack vom Kopf gezogen. Kurz konnte er nicht sehen, dann schälten sich Umrisse hervor. Eine Pritsche und ein Haufen Stroh, mehr nicht. Hinter ihm fiel eine Tür ins Schloss und ein Schlüssel wurde mehrfach gedreht. Auf Sichthöhe war eine Klappe in der Tür eingelassen. Diese stand offen und ein Augenpaar schaute in den Raum. “Ich hoffe, es entspricht alles euren Wünschen, Senator. Gehabt euch wohl.” Die Klappe wurde geschlossen und Valerio stand im Dunkeln. <br>


[[Kategorie:Briefspiel in Efferdas|Im Auge des Chaos]]
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