Briefspiel:Im Auge des Chaos/Madaraestra: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Geister verschwanden und ließen zitternde Soldaten zurück, die ihren Kommandanten in seinem Blut auf dem Boden liegen sahen. Isida stellte sich vor Erdano, der immer noch schwer auf sein Schwert gestützt dort stand. Sie deutete mit gezogener Klinge auf die Soldaten und erhob ihre Stimme. “Verschwindet und erzählt jedem, den ihr seht, dass Giacomo d’Oro seine gerechte Strafe erhalten hat und jeder Verräter diese auch ereilen wird. Im Namen des Himmlischen Richters und seiner göttlichen Geschwister. “ | Die Geister verschwanden und ließen zitternde Soldaten zurück, die ihren Kommandanten in seinem Blut auf dem Boden liegen sahen. Isida stellte sich vor Erdano, der immer noch schwer auf sein Schwert gestützt dort stand. Sie deutete mit gezogener Klinge auf die Soldaten und erhob ihre Stimme. “Verschwindet und erzählt jedem, den ihr seht, dass Giacomo d’Oro seine gerechte Strafe erhalten hat und jeder Verräter diese auch ereilen wird. Im Namen des Himmlischen Richters und seiner göttlichen Geschwister. “ | ||
===In der Gerberstadt=== | |||
Es war erstaunlich schnell gegangen. Viele Männer und Frauen aus der Arbeiterschaft der [[Familie Gerber]] und sogar einer ansehnlichen Zahl von Gerberstädtern, welche früher für die [[Familie Changbari]] gearbeitet hatte und nun darauf hoffte die Gerber würden die ein oder andere Manufaktur der Bankrotteure übernehmen und ihnen ihre alten Arbeitsplätze wiedergeben, versammelten sich. Die Bewaffnung war nicht besonders gut und über Kampferfahrung wollte [[Kilian Gerber|Kilian]] gar nicht nachdenken. Ja, wenn sie sich verkalkuliert hatten und die Moral der Truppen des [[Giacomo d'Oro|d’Oro]] und des [[Serafanos Thirindar|Thirindar]] noch stabil war und sie zu einem massiven Gegenschlag ansetzten, würden viele der Männer und Frauen von ihm sterben. Aber so war es wohl, wenn man um seine Freiheit und Unabhängigkeit kämpfte. Ihr Vorteil war es, dass sie für ein sehr konkretes und elementares Ziel stritten, für eine Zukunft ihrer Familien, ohne Terror und Angst. | |||
So gingen sie los. <br> | |||
Kilian führte einen Teil des Gerberstadt-Widerstandes zum Gerbertor, dem Außenstadttor, welches von einem Turm überragt wurde, der mit einer großen Turmuhr versehen ist. Rabagasch, Sohn des Radebrum, der Turm- und Uhrwächter, ein Zwerg in Diensten der Familie Gerber, würde mit seiner schweren Armbrust den Vormarsch decken und etwaige Schützen auf der Stadtmauer ausschalten bevor sie größeren Schaden anrichten konnten. Sandro Albatre würde den anderen Teil der Widerständler zum Firunstor, dem alten Stadttor, welches nun Tag und Nacht geöffnet, zwischen der Gerberstadt und dem Schmiedewinkel von Sanct Parvenus auf der einen und dem Quarto Novo auf der anderen Seite stand. Ihre Aufgabe war etwas einfacher, da dort nur gelegentlich eine Patrouille der [[Rondrikan-Löwen]] vorbei kam. <br> | |||
Sie würden das Tor schließen und die Mauer besetzen um zu verhindern, dass ihre Gegner von Seiten der Stadt ungehindert in die Gerberstadt eindringen konnten. Die Hoffnung war tatsächlich, so die Feinde der Stadt und Republik Efferdas, nun vom Handeln ins Reagieren zu zwingen. Wenn die Rondrikan-Löwen nun geschickt wurden um wieder Kontrolle über die Gerberstadt zu erlangen würde dies die Truppenpräsenz in den anderen Stadtteilen merklich verringern, so dass auch dort Widerständler ermutigt wurden den Kampf aufzunehmen. So zumindest die Hoffnung! Kilian hoffte sehr, dass der Optimismus seiner Mutter gerechtfertigt war. Sie hatten sich jedenfalls an den Zeitplan Nitas gehalten. <br> | |||
Der Kampf um das Gerbertor und den dazugehörigen Abschnitt der Stadtmauer hatte, den Göttern sie Dank, keine zwei Stunden gedauert, aber dennoch hatten sie neun Freunde verloren und zwölf Verletzte zu versorgen. Auch auf der anderen Seite hatte alles nach Plan geklappt, wie erwartet war das Firunstor nicht besetzt gewesen und eine Patrouille war erst aufgetaucht, als das Tor bereits fest verschlossen und die Mauer besetzt war. Zwei Löwen konnten die Bogenschützen ausschalten, die Übrigen flohen, aber das war ja durchaus beabsichtigt, schließlich mussten Serafanos und Giacomo erfahren das in der Gerberstadt etwas vor sich ging. Jetzt hieß es abwarten. | |||