Briefspiel:Im Auge des Chaos/Shihayazad: Unterschied zwischen den Versionen
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Serafanos wendete sein Pferd und gab ihm die Sporen. Als er die ersten verblüfften Soldaten erreichte, keifte er schnell erste Befehle. “Rückzug! Wir müssen zurück in die Stadt! Und haltet mir den Rücken frei!” Irritiert blickten sie zunächst auf den dann einfach weiter reitenden Stadtherren, dann wieder nach vorne, von wo die Pikeniere auch schon herangestürmt kamen. Eilig zogen sie die vorhin schon eingesteckten Schwerter wieder aus, aber die erste Reihe bereits war den Piken der Pena’schen Söldlinge hoffnungslos ausgeliefert. Die hintere Reihe der Rondrikanlöwen hatte aber schon erkannt, dass es galt, wieder in die Stadt hinein zu marschieren. Sie drehten sich um und mussten erkennen, dass das Stadttor sich von ganz alleine öffnete. Dahinter Kilian Gerber und eine Meute wirklich schlecht gelaunter efferdischer Milizen. | Serafanos wendete sein Pferd und gab ihm die Sporen. Als er die ersten verblüfften Soldaten erreichte, keifte er schnell erste Befehle. “Rückzug! Wir müssen zurück in die Stadt! Und haltet mir den Rücken frei!” Irritiert blickten sie zunächst auf den dann einfach weiter reitenden Stadtherren, dann wieder nach vorne, von wo die Pikeniere auch schon herangestürmt kamen. Eilig zogen sie die vorhin schon eingesteckten Schwerter wieder aus, aber die erste Reihe bereits war den Piken der Pena’schen Söldlinge hoffnungslos ausgeliefert. Die hintere Reihe der Rondrikanlöwen hatte aber schon erkannt, dass es galt, wieder in die Stadt hinein zu marschieren. Sie drehten sich um und mussten erkennen, dass das Stadttor sich von ganz alleine öffnete. Dahinter Kilian Gerber und eine Meute wirklich schlecht gelaunter efferdischer Milizen. | ||
Der Kampf um das Gerbertor war neu entbrannt. Den Widerständlern war klar, sie mussten schnellstens das Tor öffnen, wenn sie auch nur den Hauch einer Chance haben wollten Serafanos Thirindar und Rondrigo | Der Kampf um das Gerbertor war neu entbrannt. Den Widerständlern war klar, sie mussten schnellstens das Tor öffnen, wenn sie auch nur den Hauch einer Chance haben wollten [[Serafanos Thirindar]] und [[Rondrigo d'Oro]] noch zu erwischen und einer gerechten Strafe zuzuführen. | ||
Den Rondrikan-Löwen, welche in der Stadt verblieben waren, war klar, dass sie nur eine Chance zu überleben hatten, ihre Angreifer schnellstens erschlagen und dann raus aus der Stadt. Der Vorsprung musste Serafanos und den anderen reichen. | Den Rondrikan-Löwen, welche in der Stadt verblieben waren, war klar, dass sie nur eine Chance zu überleben hatten, ihre Angreifer schnellstens erschlagen und dann raus aus der Stadt. Der Vorsprung musste Serafanos und den anderen reichen. | ||
So war dieser Kampf noch einmal um einiges härter und gnadenloser als die bisherigen Kämpfe des Tages. | So war dieser Kampf noch einmal um einiges härter und gnadenloser als die bisherigen Kämpfe des Tages. | ||
Kilian Gerber war sich sicher, die Rondrikan-Löwen hätten ihnen den Garaus gemacht, wenn nicht Rahjácomo Gravelli mit dem Widerstand des [[Hafen (Efferdas)|Hafenviertels]] und wenig später [[Alrik Binder]] mit den Widerständlern von [[Sanct Parvenus]] aufgetaucht wären und sich mit in den Kampf geworfen hätten. Vor allem das Erscheinen Alriks, dem Helden des [[Delphinocco]], dem besten Delphinoccospieler seiner Zeit, dem Wühler, dem als einem der wenigen das Kunststück gelang, in einem Spiel vier Renze zu erzielen. Mit solch einem Helden an der Seite wuchsen die Widerstandskämpfer über sich hinaus und rasch waren die letzten Rondrikan-Löwen niedergemacht und das Tor frei. | Kilian Gerber war sich sicher, die Rondrikan-Löwen hätten ihnen den Garaus gemacht, wenn nicht [[Rahjácomo Zastrodayon|Rahjácomo Gravelli]] mit dem Widerstand des [[Hafen (Efferdas)|Hafenviertels]] und wenig später [[Alrik Binder]] mit den Widerständlern von [[Sanct Parvenus]] aufgetaucht wären und sich mit in den Kampf geworfen hätten. Vor allem das Erscheinen Alriks, dem Helden des [[Delphinocco]], dem besten Delphinoccospieler seiner Zeit, dem Wühler, dem als einem der wenigen das Kunststück gelang, in einem Spiel vier Renze zu erzielen. Mit solch einem Helden an der Seite wuchsen die Widerstandskämpfer über sich hinaus und rasch waren die letzten Rondrikan-Löwen niedergemacht und das Tor frei. | ||
Noch weitere Bewaffnete aus [[Miseria]] und anderen Stadtteilen kamen immer noch hinzu. Sie würden die Verantwortlichen für dieses Blutvergießen holen und die Söldner vor der Stadt taten Wohl daran, sich ihnen nicht in den Weg zu stellen. | Noch weitere Bewaffnete aus [[Miseria]] und anderen Stadtteilen kamen immer noch hinzu. Sie würden die Verantwortlichen für dieses Blutvergießen holen und die Söldner vor der Stadt taten Wohl daran, sich ihnen nicht in den Weg zu stellen. | ||
Als sich das Tor öffnete, bot sich jedoch ein überraschendes Szenario. Alrik und Kilian tauschten verwunderte Blicke ehe sie sich rasch auf die Situation einstellten. Dort war Serafanos Thirindar und wie es schien, war es ihm gelungen, sich bei den Söldnern, welche vor der Stadt gelagert hatten, ebenso unbeliebt zu machen wie bei der Bevölkerung innerhalb der Stadtmauern. Alrik und Kilian formierten in Windeseile die Leute und traten Serafanos und seinen in die Enge getriebenen Rondrikan-Löwen entgegen. | Als sich das Tor öffnete, bot sich jedoch ein überraschendes Szenario. Alrik und Kilian tauschten verwunderte Blicke ehe sie sich rasch auf die Situation einstellten. Dort war Serafanos Thirindar und wie es schien, war es ihm gelungen, sich bei den Söldnern, welche vor der Stadt gelagert hatten, ebenso unbeliebt zu machen wie bei der Bevölkerung innerhalb der Stadtmauern. Alrik und Kilian formierten in Windeseile die Leute und traten Serafanos und seinen in die Enge getriebenen Rondrikan-Löwen entgegen. | ||
Serafanos musste sich nun gut überlegen wo seine Überlebenschancen besser standen, bei den Söldnern aus Urbasi unter dem Befehl Tarquinio della Penas oder bei dem aufgebrachten Mob aus Efferdas? Kilian Gerber und Alrik Binder würden ihn am liebsten vor Gericht stellen, aber wären sie auch in der Lage, ihre Leute von dem Wunsch, Freunde und Verwandte selbst zu rächen, abzuhalten? | Serafanos musste sich nun gut überlegen wo seine Überlebenschancen besser standen, bei den Söldnern aus Urbasi unter dem Befehl Tarquinio della Penas oder bei dem aufgebrachten Mob aus Efferdas? Kilian Gerber und Alrik Binder würden ihn am liebsten vor Gericht stellen, aber wären sie auch in der Lage, ihre Leute von dem Wunsch, Freunde und Verwandte selbst zu rächen, abzuhalten? | ||
Einige der Rondrikan-Löwen stürzten sich auf die Efferdier, rechneten sie sich doch größere Chancen aus, gegen die ungeübten Handwerker und Tagelöhner zu bestehen als gegen die Pikeniere des della Penas. Noch einmal wurde am heutigen Tag Blut vergossen, dann war es ausgestanden. Urbasi und Efferdi standen sich gegenüber. Kilian und Alrik traten auf die berittene Offizierin der Pikeniere zu, die abwartend vor ihrer Truppe auf ihrem Pferd saß. | Einige der [[Rondrikan-Löwen]] stürzten sich auf die Efferdier, rechneten sie sich doch größere Chancen aus, gegen die ungeübten Handwerker und Tagelöhner zu bestehen als gegen die Pikeniere des della Penas. Noch einmal wurde am heutigen Tag Blut vergossen, dann war es ausgestanden. Urbasi und Efferdi standen sich gegenüber. Kilian und Alrik traten auf die berittene Offizierin der Pikeniere zu, die abwartend vor ihrer Truppe auf ihrem Pferd saß. | ||
“Ich bin Signor Kilian Gerber und das Signor Alrik Binder, wie es aussieht, sind wir die Anführer der Schar Widerstandskämpfer. Ich habe nicht die Absicht Forderungen zu stellen.” Er blickte an der Offizierin vorbei zu einem Pulk Pikeniere die Serafanos im wahrsten Sinne des Wortes von seinem hohen Ross gezerrt hatten und ihm gerade Fesseln anlegten. “Aber dieser Mann dort…” Kilian zeigte auf den Zyklopäer “...ist Serafanos Thirindar und hat sich zahlreicher Verbrechen gegen Republik und Stadt Efferdas und seiner Bewohner schuldig gemacht und er gehört hier in Efferdas vor ein offizielles Gericht gestellt. Daher ersuche ich euch ihn in Gewahrsam zu nehmen, bis sich die Gemüter wieder etwas beruhigt haben und er ohne Gefahr für sein eigenes Leben nach [[Efferdossa]] gebracht werden kann, wo er in einer Zelle auf seine Verhandlung warten kann.” | “Ich bin Signor [[Kilian Gerber]] und das Signor [[Alrik Binder]], wie es aussieht, sind wir die Anführer der Schar Widerstandskämpfer. Ich habe nicht die Absicht Forderungen zu stellen.” Er blickte an der Offizierin vorbei zu einem Pulk Pikeniere die Serafanos im wahrsten Sinne des Wortes von seinem hohen Ross gezerrt hatten und ihm gerade Fesseln anlegten. “Aber dieser Mann dort…” Kilian zeigte auf den Zyklopäer “...ist Serafanos Thirindar und hat sich zahlreicher Verbrechen gegen Republik und Stadt Efferdas und seiner Bewohner schuldig gemacht und er gehört hier in Efferdas vor ein offizielles Gericht gestellt. Daher ersuche ich euch ihn in Gewahrsam zu nehmen, bis sich die Gemüter wieder etwas beruhigt haben und er ohne Gefahr für sein eigenes Leben nach [[Efferdossa]] gebracht werden kann, wo er in einer Zelle auf seine Verhandlung warten kann.” | ||
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Ein Gesang aus vielen Kehlen erfüllte die Ruine des Tempels. Es waren einige Geweihte dem Ruf gefolgt. Aus dem Tempel [[Hesinde-Tempel Efferdas|Heilig Brigon über den Wogen]] erschien der Tempelvorsteher [[Nandorian Villestano]] in Begleitung von Barindo Barini, [[Madolina ya Pirras]] und [[Efferdane Flava Gerber|Mentorin Flava]]. Ebenfalls begaben sich die beiden Nandus-Geweihten [[Elsa Zastoni]] und [[Gryphino d’Antelli]] an den einstigen Ort der Freude. <br> | Ein Gesang aus vielen Kehlen erfüllte die Ruine des Tempels. Es waren einige Geweihte dem Ruf gefolgt. Aus dem Tempel [[Hesinde-Tempel Efferdas|Heilig Brigon über den Wogen]] erschien der Tempelvorsteher [[Nandorian Villestano]] in Begleitung von [[Barindo Barini]], [[Madolina ya Pirras]] und [[Efferdane Flava Gerber|Mentorin Flava]]. Ebenfalls begaben sich die beiden Nandus-Geweihten [[Elsa Zastoni]] und [[Gryphino d’Antelli]] an den einstigen Ort der Freude. <br> | ||
Im Choral eingestimmt hatten auch [[Efferdobal di Camaro]], seine Tochter [[Liaiell di Camaro|Liaiell]] sowie die Geweihten aus dem [[Tempel vom güldenen Dreizack]]. <br> | Im Choral eingestimmt hatten auch [[Efferdobal di Camaro]], seine Tochter [[Liaiell di Camaro|Liaiell]] sowie die Geweihten aus dem [[Tempel vom güldenen Dreizack]]. <br> | ||
Die größte Gemeinschaft stellte aber die Rahja-Kirche, die ausnahmslos mit allen Geweihten und Akoluthen zugegen waren. Selbst die so geschundene [[Rheia von Pailos]] sang mit voller Inbrunst und auch die Flüchtlinge aus dem brennenden Inferno, waren, soweit es von der gesundheitlichen Verfassung möglich war, mit ganzem Herzen dabei. Und Rahjalin hatte Ernst gemacht. Auch die Kurtisanen aus dem Bockshorn und der Rose waren dabei. <br> | Die größte Gemeinschaft stellte aber die Rahja-Kirche, die ausnahmslos mit allen Geweihten und Akoluthen zugegen waren. Selbst die so geschundene [[Rheia von Pailos]] sang mit voller Inbrunst und auch die Flüchtlinge aus dem brennenden Inferno, waren, soweit es von der gesundheitlichen Verfassung möglich war, mit ganzem Herzen dabei. Und Rahjalin hatte Ernst gemacht. Auch die Kurtisanen aus dem Bockshorn und der Rose waren dabei. <br> | ||