Briefspiel:Kaiserjagd/Efferd und Ingerimm: Unterschied zwischen den Versionen

Die Seite wurde neu angelegt: „{{Halboffiziell}}{{:Briefspiel:Kaiserjagd}} ==Efferd und Ingerimm== ''3. Firun 1046 BF abends, im dritten Zeltlager'' '''Autor:''' Benutzer:Gonfaloniere…“
 
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
 
(2 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 3: Zeile 3:
''3. Firun [[1046 BF]] abends, im dritten Zeltlager''
''3. Firun [[1046 BF]] abends, im dritten Zeltlager''


'''Autor:''' [[Benutzer:Gonfaloniere|Gonfaloniere]]
'''Autoren:''' [[Benutzer:Gonfaloniere|Gonfaloniere]], [[Benutzer:Fürst Federkiel|Fürst Federkiel]]


[[Bild:Auricanius von Urbet.jpg|thumb|200px|Gastgeber seiner dritten Dualismus-Betrachtung: Baron Auricanius]]
[[Bild:Auricanius von Urbet.jpg|thumb|200px|Gastgeber seiner dritten Dualismus-Betrachtung: Baron Auricanius]]
Zeile 25: Zeile 25:
Obschon Auricanius sofort wusste, dass dieser lokalpatriotische Vergleich bei weitem nicht bei allen Anwesenden verfangen würde, ihm darüber gar ein rasches Grinsen übers Gesicht lief, hob er nun selbst Zustimmung signalisierend sein Weinglas.<br>
Obschon Auricanius sofort wusste, dass dieser lokalpatriotische Vergleich bei weitem nicht bei allen Anwesenden verfangen würde, ihm darüber gar ein rasches Grinsen übers Gesicht lief, hob er nun selbst Zustimmung signalisierend sein Weinglas.<br>
Von der Sturheit der Aurelassen, der Urbasier vorneweg, musste ihn niemand mehr überzeugen …
Von der Sturheit der Aurelassen, der Urbasier vorneweg, musste ihn niemand mehr überzeugen …
[[Bild:Timor d Antara bei der Kaiserjagd.jpg|thumb|180px|Inzwischen Stammgast: Timor d'Antara]]
[[Timor d'Antara]] hatte sich an diesem Abend zunächst eher im Hintergrund gehalten. Höflich hörte er den Vorrednern zu und wechselte kurze Worte in kleinen Pausen mit den Anwesenden, doch langsam wollte er wieder aktiver Teil der Diskussion werden. Als Marra von Selzin und Niccolo Flaviora ihre Standpunkte austauschten, hob Timor schließlich langsam den Blick. Er wartete, bis sich das leise Lachen über den Vergleich mit dem urbasischen Esel gelegt hatte. Dann räusperte er sich.<br>
''„Wenn ich mir erlauben darf …“''<br>
Seine Stimme war zunächst vorsichtig, aber doch selbstbewusst. Er sah kurz zu Auricanius, dann zu den Symbolen Efferds — einer kleinen Muschel, einem fein gearbeiteten Dreizack — und schließlich zu den rauchgeschwärzten Ingerimm-Devotionalien.<br>
''„Als Sohn einer Schiffbauerfamilie fällt es mir schwer, mich eindeutig auf eine Seite zu schlagen.“''<br>
Einige Zuhörer schmunzelten.<br>
''„Denn wer ein Schiff baut, dient Ingerimm. Wer mit ihm fährt, dient Efferd.“''<br>
Ein zustimmendes Murmeln ging durch die Runde.<br>
Timor fuhr fort, nun etwas sicherer: ''„Ingerimm steht für Form. Für Maß. Für das, was Bestand haben soll. Holz wird gehobelt, Eisen geschmiedet, Planken gefügt — alles folgt einem Plan.“''<br>
Er machte eine kleine, ruhige Geste mit der Hand, als zeichne er Linien in die Luft.<br>
''„Efferd hingegen … kennt keinen Plan, den wir verstehen könnten. Er prüft, ob das Geschaffene wirklich trägt.“''<br>
Seine Stimme gewann an Kraft.<br>
''„Ein Schiff, das nur im Hafen bewundert wird, ist kein gutes Schiff. Erst im Sturm zeigt sich, ob Ingerimms Werk gelungen ist.“''<br>
Jetzt sprach er deutlich freier.<br>
''„Vielleicht sind die beiden daher weniger Gegensätze als ein notwendiges Wechselspiel. Ingerimm schafft Ordnung. Efferd bringt Unordnung. Doch gerade diese Unordnung verhindert, dass wir glauben, unsere Werke seien vollkommen.“''<br>
Er blickte kurz in Richtung der Herzogin und ihrer Tochter — nicht suchend, sondern fast, als wolle er seine Worte auch vor höchsten Ohren verantworten.<br>
''„Ohne Efferd würden wir uns in Sicherheit wiegen. Ohne Ingerimm aber hätten wir nichts, das geprüft werden könnte.“''<br>
Ein leiser Atemzug.<br>
''„Ich habe Seeleute erlebt, die Ingerimm anriefen, wenn sie ein neues Schiff tauften — und Efferd, wenn sie ausliefen. Und beide Götter, wenn sie heimkehrten. Und wie es in meiner Familie Tradition ist, wird [[Travia]] gedankt, zum heimeligen Herdfeuer zurück gekommen sein. “''<br>
Der kleine Abweichler zur Gütigen Göttin wurde mit warmen Lächeln kommentiert. Nun lag ebenfalls warmes Lächeln auf seinem Gesicht.<br>
''„Vielleicht ist das die tiefere Wahrheit ihres Dualismus: Dass der Mensch erschafft … und die Welt antwortet.“''<br>
Er senkte respektvoll den Kopf.<br>
''„Und dass wir nur dann wachsen, wenn wir bereit sind, beides anzunehmen — die Hitze der Esse … und die Kälte der Wellen.“''


[[Kategorie:Kaiserjagd 1046 BF|Efferd und Ingerimm]]
[[Kategorie:Kaiserjagd 1046 BF|Efferd und Ingerimm]]