Despiona/Ausführliche Stadtbeschreibung: Unterschied zwischen den Versionen
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Als [[Elida von Salza]] die aventurische Westküste entlang nach Brabak segelte, um mit fünf Kornschiffen eine Hungersnot zu lindern, da machte sie, so die Despioner Fama, auch hier Station. Ihr zu Ehren entstand der Efferdtempel, und manche nennen Elida die Stadtheilige von Despiona. | Als [[Elida von Salza]] die aventurische Westküste entlang nach Brabak segelte, um mit fünf Kornschiffen eine Hungersnot zu lindern, da machte sie, so die Despioner Fama, auch hier Station. Ihr zu Ehren entstand der Efferdtempel, und manche nennen Elida die Stadtheilige von Despiona. | ||
Fast der ganze Bau steht im Wasser (mit in den Hafengrund gerammten Pfählen als Fundament), bloß die Portalseite kann trockenen Fußes erreicht werden. Wobei gar nicht eindeutig ist, wo das wahre Portal sich findet: Gegenüber dem gewöhlichen Eingang ist im Rücken der Gottesstatue eine auf das Hafenbecken hinausführende Tür, durch die am Tag des Wassers der Ausführende des Wunders Vom Beschreitbaren Wasser die Elidahalle betritt. Meist ist Hochgeweihte [[Erlgard Sirensteen|Erlgard von Irendor]] die Auserwählte. Die Nichte des Staatsmarschalls [[Folnor Sirensteen | Fast der ganze Bau steht im Wasser (mit in den Hafengrund gerammten Pfählen als Fundament), bloß die Portalseite kann trockenen Fußes erreicht werden. Wobei gar nicht eindeutig ist, wo das wahre Portal sich findet: Gegenüber dem gewöhlichen Eingang ist im Rücken der Gottesstatue eine auf das Hafenbecken hinausführende Tür, durch die am Tag des Wassers der Ausführende des Wunders Vom Beschreitbaren Wasser die Elidahalle betritt. Meist ist Hochgeweihte [[Erlgard Sirensteen|Erlgard von Irendor]] die Auserwählte. Die Nichte des Staatsmarschalls [[Folnor Sirensteen]] zu Irendor fasste den Entschluss Efferd zu dienen, als sie noch die neethische Kriegerschule besuchte. ''[Anm.: Dies widerspricht evtl. der offiziellen Darstellung Erlgards.]'' | ||
===Hafentor (6)=== | ===Hafentor (6)=== | ||
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Um den steinernen und rußgeschwärzten, klobigen Altar in der Mitte des Tempels im Kreis herum stehen dann die Priester des Ordens und ihre Novizen, unermüdlich in ihren Anrufungen des Horas, um Gnade für die Stadt und den Orden zu erflehen. Umgeht man den Altar leisen Schrittes, um die Priester in ihren Gebeten nicht zu unterbechen, erblickt man den bisher im Dämmerlicht kaum wahrgenommenen Thron. Zwölf Stufen führen zu dem marmornen Sitz hinauf, welcher zu beiden Seiten gesäumt wird von fein gearbeiteten güldenen Statuetten und steinernen Statuen, die Bilder und Vorstellungen aus einer anderen Welt und einer anderen Zeit zu vermitteln suchen. Vor Jahrtausenden mögen vielleicht die [[Despoten von Despiona|Despoten]] Despionas Platz auf diesem Thron genommen haben, wer weiß das schon? Heute wird der gewaltige Sitz nur noch von hohen Vertretern der horasischen Geistlichkeit in Anspruch genommen, wenn sie der Messe beiwohnen, so auch vom Meister des Glaubens, einem der drei Großmeister des Ordens, welcher die Schirmherrschaft über den Tempel übernommen hat. | Um den steinernen und rußgeschwärzten, klobigen Altar in der Mitte des Tempels im Kreis herum stehen dann die Priester des Ordens und ihre Novizen, unermüdlich in ihren Anrufungen des Horas, um Gnade für die Stadt und den Orden zu erflehen. Umgeht man den Altar leisen Schrittes, um die Priester in ihren Gebeten nicht zu unterbechen, erblickt man den bisher im Dämmerlicht kaum wahrgenommenen Thron. Zwölf Stufen führen zu dem marmornen Sitz hinauf, welcher zu beiden Seiten gesäumt wird von fein gearbeiteten güldenen Statuetten und steinernen Statuen, die Bilder und Vorstellungen aus einer anderen Welt und einer anderen Zeit zu vermitteln suchen. Vor Jahrtausenden mögen vielleicht die [[Despoten von Despiona|Despoten]] Despionas Platz auf diesem Thron genommen haben, wer weiß das schon? Heute wird der gewaltige Sitz nur noch von hohen Vertretern der horasischen Geistlichkeit in Anspruch genommen, wenn sie der Messe beiwohnen, so auch vom Meister des Glaubens, einem der drei Großmeister des Ordens, welcher die Schirmherrschaft über den Tempel übernommen hat. | ||
Hinter diesem Kunstwerk ragt steil die Stirnwand der Halle auf. Von unbekannten Künstlern bemalt zeigt sie auf zwölf einzelnen Feldern die Kosmogonika, im Zentrum das Ringen von Los und Sumu. Welche Geschichte wollen uns die köstlichen Bodenmosaiken erzählen? Auch sie sind einzige Kunstwerke, zeigen sie doch in Tausend und Abertausenden von kleinen Steinchen, die sich zum Ganzen zusammenfügen, das Reich des Efferd. Schimmernde Wellen, in denen man noch das Rauschen des Meeres zu vernehmen glaubt, lebensnahe Darstellungen von Oktopoden, Riesenmuscheln, kleinen Krebsen und Schildkröten. Wovon mögen die bemalten Wände erzählen, die hier einen heldenhaften Kampf eines einzelnen gegen eine Heerschar finster dreinblickender | Hinter diesem Kunstwerk ragt steil die Stirnwand der Halle auf. Von unbekannten Künstlern bemalt zeigt sie auf zwölf einzelnen Feldern die Kosmogonika, im Zentrum das Ringen von Los und Sumu. Welche Geschichte wollen uns die köstlichen Bodenmosaiken erzählen? Auch sie sind einzige Kunstwerke, zeigen sie doch in Tausend und Abertausenden von kleinen Steinchen, die sich zum Ganzen zusammenfügen, das Reich des Efferd. Schimmernde Wellen, in denen man noch das Rauschen des Meeres zu vernehmen glaubt, lebensnahe Darstellungen von Oktopoden, Riesenmuscheln, kleinen Krebsen und Schildkröten. Wovon mögen die bemalten Wände erzählen, die hier einen heldenhaften Kampf eines einzelnen gegen eine Heerschar finster dreinblickender [[Goblin]]s, dort den legendären [[Geron der Einhändige|Geron den Einhändigen]], das Schwert Siebenstreich zum Todesstoß gegen den [[Wurm von Chababien|Wyrm von Chababien]] erhoben, und an anderer Stelle wieder die grobe, fast verwischte Darstellung eines Stierkopfes zeigen? | ||
Nur wenige mögen sich in der verworrenen Vergangenheit dieses Bauwerks zurechtfinden. Denn schon lange vor dem Fall der Hunderttürmigen wurden hier den Horaskaisern des Alten Reiches Gold, Weihrauch und andere wertvolle Dinge geopfert, die Stadtgöttin Despiona wurde mit Blumengewinden bedacht und auch die anderen Zwötf gerieten nicht in Vergessenheit. In den [[Dunkle Zeiten|Dunklen Zeiten]] schließlich hielt finsterer Daimonen- und Götzenkult die Stadt in seinem furchtbaren Bann. Die Altäre des Tempels röteten sich vom Blute der dem Orkenstier Brazoragh dargebrachten Menschenopfer. Es begab sich zur Wende der Zeiten, dass Efferd zu Ehren die kunstfertigen Mosaike in den gestampften Lehmboden eingelegt wurden und seine Geweihten ihre Gottesdienste im Tempel vollzogen. Doch dann schwärzten Feuer und Rauch der unbarmherzigen Garether Barbaren die Wände des Tempels, brachten die jahrhundertealten Gewölbe des Mittelschiffes zum Einsturz und sämtliche Altäre wurden zerstört. Das Unkraut gedeihte allüberall und niemand legte Hand an, um die Zustände zu verbessern. Der Tempel glich einem einzigen Schutthaufen. Für Efferd bauten die Despioner eine Halle der heiligen Elida an anderer Stelle und erst als die Priesterkaiser die Macht an sich rissen, begann im Namen der [[Praios-Kirche|Gemeinschaft des Lichtes]] der Wiederaufbau der alten Gemäuer. Viele Jahrzehnte zogen ins Land, bis das Werk vollendet ward. Und doch, als endlich der Tag der Weihe nahte, wurde die Herrschaft der Praioskirche niedergeworfen. Ordensritter der Rondra zogen ein, doch in der Zeit der Unabhängigkeitskämpfe zogen sie einen Bannfluch auf sich. Wiederum machte die Communio Luminis ihre Ansprüche auf den Tempel geltend und aufgrund des allgemeinen Friedens im Reich vermochte sie es, einen Tempel des Ucuri einzurichten. | Nur wenige mögen sich in der verworrenen Vergangenheit dieses Bauwerks zurechtfinden. Denn schon lange vor dem Fall der Hunderttürmigen wurden hier den Horaskaisern des Alten Reiches Gold, Weihrauch und andere wertvolle Dinge geopfert, die Stadtgöttin Despiona wurde mit Blumengewinden bedacht und auch die anderen Zwötf gerieten nicht in Vergessenheit. In den [[Dunkle Zeiten|Dunklen Zeiten]] schließlich hielt finsterer Daimonen- und Götzenkult die Stadt in seinem furchtbaren Bann. Die Altäre des Tempels röteten sich vom Blute der dem Orkenstier [[Brazoragh]] dargebrachten Menschenopfer. Es begab sich zur Wende der Zeiten, dass Efferd zu Ehren die kunstfertigen Mosaike in den gestampften Lehmboden eingelegt wurden und seine Geweihten ihre Gottesdienste im Tempel vollzogen. Doch dann schwärzten Feuer und Rauch der unbarmherzigen Garether Barbaren die Wände des Tempels, brachten die jahrhundertealten Gewölbe des Mittelschiffes zum Einsturz und sämtliche Altäre wurden zerstört. Das Unkraut gedeihte allüberall und niemand legte Hand an, um die Zustände zu verbessern. Der Tempel glich einem einzigen Schutthaufen. Für Efferd bauten die Despioner eine Halle der heiligen Elida an anderer Stelle und erst als die Priesterkaiser die Macht an sich rissen, begann im Namen der [[Praios-Kirche|Gemeinschaft des Lichtes]] der Wiederaufbau der alten Gemäuer. Viele Jahrzehnte zogen ins Land, bis das Werk vollendet ward. Und doch, als endlich der Tag der Weihe nahte, wurde die Herrschaft der Praioskirche niedergeworfen. Ordensritter der Rondra zogen ein, doch in der Zeit der Unabhängigkeitskämpfe zogen sie einen Bannfluch auf sich. Wiederum machte die Communio Luminis ihre Ansprüche auf den Tempel geltend und aufgrund des allgemeinen Friedens im Reich vermochte sie es, einen Tempel des Ucuri einzurichten. | ||
Lange Zeit war das Amt des Rectors der Stadt mit dem des Hochgeweihten des Praios verbunden. Im Jahre [[1011 BF|1011]] schließlich wurde der Falke mit dem Adler vertauscht. Priester des Horas zogen ein und errichteten wieder einen Kult der Reichsgottes. Und im Gefolge des allerorten wieder auflebenden Horasglaubens machte schließlich im Jahre [[1017 BF|1017]] der Conte von Thegûn dem Orden des blutroten Stabes und Schwertes das Angebot, in Despiona sesshaft zu werden. | Lange Zeit war das Amt des Rectors der Stadt mit dem des Hochgeweihten des Praios verbunden. Im Jahre [[1011 BF|1011]] schließlich wurde der Falke mit dem Adler vertauscht. Priester des Horas zogen ein und errichteten wieder einen Kult der Reichsgottes. Und im Gefolge des allerorten wieder auflebenden Horasglaubens machte schließlich im Jahre [[1017 BF|1017]] der Conte von Thegûn dem Orden des blutroten Stabes und Schwertes das Angebot, in Despiona sesshaft zu werden. | ||
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===Ballistenturm (9)=== | ===Ballistenturm (9)=== | ||
Das [[Mengbilla|Mengbillner]] Kriegsschiff muss erst gebaut werden, das dem konzentrierten Beschuss der Torsionsgeschütze dieses Turms standhielte. Falls nicht Verrat im Spiel ist oder die Wache in Borons Armen schlummert (ein schweres | Das [[Mengbilla|Mengbillner]] Kriegsschiff muss erst gebaut werden, das dem konzentrierten Beschuss der Torsionsgeschütze dieses Turms standhielte. Falls nicht Verrat im Spiel ist oder die Wache in Borons Armen schlummert (ein schweres Vergehen, das geradewegs vom Kleinen zum Großen Tod führt – die Behausung der Scharfrichterin ist gleich gegenüber), kann keine noch so unscheinbare Nussschale in der Laguneneinfahrt den Augen des Ballistenturms entgehen. | ||
===Denkmalsockel (10)=== | ===Denkmalsockel (10)=== | ||
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Die schärfsten Konkurrenten und langjährige Feinde der ya Comari sind die Mitglieder des Hauses di Sensavio, ihre Geschäftsdomäne sind Salz und Taft, wobei das Gerücht geht, die Seide hierzu würde aus Mengbilla bezogen. Schon ist die Mehrheit des Rates den di Sensavio zugetan, nur der Respekt vor dem greisen Rector lässt die Räte zögern, die Herrschaft der ya Comari zu beenden. | Die schärfsten Konkurrenten und langjährige Feinde der ya Comari sind die Mitglieder des Hauses di Sensavio, ihre Geschäftsdomäne sind Salz und Taft, wobei das Gerücht geht, die Seide hierzu würde aus Mengbilla bezogen. Schon ist die Mehrheit des Rates den di Sensavio zugetan, nur der Respekt vor dem greisen Rector lässt die Räte zögern, die Herrschaft der ya Comari zu beenden. | ||
[[Phrenya di Sensavio]], die junge Hausherrin im Palazzo, soll die stete Erinnerung daran für unerträglich befunden haben und in ein Gemach mit Fenster auf den Innenhof umgezogen sein | [[Phrenya di Sensavio]], die junge Hausherrin im Palazzo, soll die stete Erinnerung daran für unerträglich befunden haben und in ein Gemach mit Fenster auf den Innenhof umgezogen sein – die Häuser der Erzfeinde liegen ja genau gegenüber an der Laubengasse. | ||
===Avesturm (14)=== | ===Avesturm (14)=== | ||
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===Pferdeschwemme und Basilica (16)=== | ===Pferdeschwemme und Basilica (16)=== | ||
Chababien ist im Horasreich für seine feurigen Rösser berühmt, aber auch in Chababien ist diese marmorgefasste Pferdeschwemme einzigartig. Aus den Eingeweiden der Eternen wurden die weißen Stufen gebrochen, die den Reittieren der Cavallieri (ordinäres Volk nimmt eher mit Eseln vorlieb) als Zugang zum säubernden und erfrischenden Nass eröffnen, schwarz und weiß gebändert sind die Seitenwände des Beckens. | Chababien ist im Horasreich für seine feurigen Rösser berühmt, aber auch in [[Chababien]] ist diese marmorgefasste Pferdeschwemme einzigartig. Aus den Eingeweiden der Eternen wurden die weißen Stufen gebrochen, die den Reittieren der Cavallieri (ordinäres Volk nimmt eher mit Eseln vorlieb) als Zugang zum säubernden und erfrischenden Nass eröffnen, schwarz und weiß gebändert sind die Seitenwände des Beckens. | ||
Die sogenannte Basilica dahinter erfüllt zweifachen Zweck: Das Erdgeschoss ist eine Markthalle, wo in kleinen Läden Ziegenkäse, Schafswolle, Sesamkringel, weiße Bohnen, Eselswurst und vieles mehr feilgeboten wird, das Obergeschoss aber ist ein einziger Saal (in Form eines Parallelogramms, wie ein zwergischer Mathematicus anmerken würde) mit an den Wänden rundumlaufender Sitzbank; er dient dem Rat der Stadt zu seinen Zusammenkünften. Bemerkenswert ist seine hölzerne Decke, die Aussehen und Konstruktion eines umgedrehten Schiffsrumpfes aufweist. | Die sogenannte Basilica dahinter erfüllt zweifachen Zweck: Das Erdgeschoss ist eine Markthalle, wo in kleinen Läden Ziegenkäse, Schafswolle, Sesamkringel, weiße Bohnen, Eselswurst und vieles mehr feilgeboten wird, das Obergeschoss aber ist ein einziger Saal (in Form eines Parallelogramms, wie ein zwergischer Mathematicus anmerken würde) mit an den Wänden rundumlaufender Sitzbank; er dient dem Rat der Stadt zu seinen Zusammenkünften. Bemerkenswert ist seine hölzerne Decke, die Aussehen und Konstruktion eines umgedrehten Schiffsrumpfes aufweist. | ||
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Im Arkadenhof des harmonisch proportionierten Palazzos ist an mehreren Stellen das Wappen der Stadt zu bewundern: Ein silbernes Segelschiffchen auf Purpur. Das Motiv weist auf Seehandel, die Farben auf die Handelsgüter Salz und Purpurfarbe hin. | Im Arkadenhof des harmonisch proportionierten Palazzos ist an mehreren Stellen das Wappen der Stadt zu bewundern: Ein silbernes Segelschiffchen auf Purpur. Das Motiv weist auf Seehandel, die Farben auf die Handelsgüter Salz und Purpurfarbe hin. | ||
Despiona ist exemt, reguliert seine Angelegenheiten also selbst. Zur unerbetenen Einmischung hat kein Adliger das Recht. Das Sagen hat vielmehr die Handvoll Patrizierfamilien, vornehmlich von ihnen wird in einem schwer durchschaubaren Modus der Rector von Despiona gewählt, der dann über Stadt und Land gebietet. Die Unabhängigkeit Despionas und ihr kleiner Herrschaftsbereich stammen noch aus Zeiten, als Eldoret zur Capitale der Domäne wurde | Despiona ist exemt, reguliert seine Angelegenheiten also selbst. Zur unerbetenen Einmischung hat kein Adliger das Recht. Das Sagen hat vielmehr die Handvoll Patrizierfamilien, vornehmlich von ihnen wird in einem schwer durchschaubaren Modus der Rector von Despiona gewählt, der dann über Stadt und Land gebietet. Die Unabhängigkeit Despionas und ihr kleiner Herrschaftsbereich stammen noch aus Zeiten, als Eldoret zur Capitale der Domäne wurde – man wollte die erhitzten Gemüter der Despioner ruhig stellen. Der Rectorenpalast nun beinhaltet die Amtstuben des Rectors und der Stadtbüttel, die Schreiber und das Archiv, Stadtgefängnis und Getreidespeicher. | ||
===Zirkelhaus (18)=== | ===Zirkelhaus (18)=== | ||
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===Die Schiefen Türme (22)=== | ===Die Schiefen Türme (22)=== | ||
Allein eine Reise wert ist dieses Unikum: Der städtische Glockenturm einerseits und der Speicherturm andererseits sind allmählich im wenig tragfähigen Boden eingesunken, dabei einander sich zuneigend, was die Wirkung desto mehr verstärkte. Seit Jahren wird eifrig die Wette geschlossen, wann es mit dem Einsturz der Schiefen Türme soweit sei, aber ein Rechenexempel des gelehrten Golodion ya Gallasini hat angeblich ergeben, dass vorerst nur geringe Gefahr besteht. Derweil sind die Türme jedenfalls ein überaus seltsamer Anblick. | Allein eine Reise wert ist dieses Unikum: Der städtische Glockenturm einerseits und der Speicherturm andererseits sind allmählich im wenig tragfähigen Boden eingesunken, dabei einander sich zuneigend, was die Wirkung desto mehr verstärkte. Seit Jahren wird eifrig die Wette geschlossen, wann es mit dem Einsturz der Schiefen Türme soweit sei, aber ein Rechenexempel des gelehrten [[Golodion ya Gallasini]] hat angeblich ergeben, dass vorerst nur geringe Gefahr besteht. Derweil sind die Türme jedenfalls ein überaus seltsamer Anblick. | ||
===Despotenpalast (23)=== | ===Despotenpalast (23)=== | ||
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Den Mittelpunkt der Citadella bildet die Halle der Kälaren, ein Langschiff im Spitzbogenstil der Rohalszeit. Farbenglühende Glasfenster lassen das Innere dieses Bankettsaales als Tsas regenbogiges Paradies erscheinen. Rahjawärts liegen ein Lustgarten und der Rosen- oder Klapperturm mit einer Semaphorstation, firunwärts ein Gemüsegarten und der Tharsonius-Turm, wo sich der graumagische [[Orden vom Pentagramm zu Vinsalt|Orden des Pentagramms von Vinsalt]] niedergelassen hat. Von hier schwärmen die Magistri des Ordens von Zeit zu Zeit aus, um das Land Chababien nach Menschen mit der Gabe zu durchforschen und diese an die nördlichen Akademien zu schicken. | Den Mittelpunkt der Citadella bildet die Halle der Kälaren, ein Langschiff im Spitzbogenstil der Rohalszeit. Farbenglühende Glasfenster lassen das Innere dieses Bankettsaales als Tsas regenbogiges Paradies erscheinen. Rahjawärts liegen ein Lustgarten und der Rosen- oder Klapperturm mit einer Semaphorstation, firunwärts ein Gemüsegarten und der Tharsonius-Turm, wo sich der graumagische [[Orden vom Pentagramm zu Vinsalt|Orden des Pentagramms von Vinsalt]] niedergelassen hat. Von hier schwärmen die Magistri des Ordens von Zeit zu Zeit aus, um das Land Chababien nach Menschen mit der Gabe zu durchforschen und diese an die nördlichen Akademien zu schicken. | ||
Eine gedeckte Brücke führt von der Citadella in das dreistöckige Castello Oikaldiki mit seinem Oikaldikenturm, wo ein roter Pfau auf blauem Fahnentuch weht, seinem Arkadenhof, dem Brunnen, den Loggien und Balkonen, den Kapellen, dem Empfangs-Gemach, den Zimmerfluchten Lutisana ay | Eine gedeckte Brücke führt von der Citadella in das dreistöckige Castello Oikaldiki mit seinem Oikaldikenturm, wo ein roter Pfau auf blauem Fahnentuch weht, seinem Arkadenhof, dem Brunnen, den Loggien und Balkonen, den Kapellen, dem Empfangs-Gemach, den Zimmerfluchten [[Lutisana ay Oikaldiki]]s und [[Bardo von Gareth-Gurgelbach]]s, den Suiten der Gäste und den Kammern des Gesindes, mit all den unzähligen großen und kleinen Menschen und Dingen. | ||
Doch für gemeine Despioner ist das allseits von Wasser umgebene Castello meist verschlossen. Im festen Griff des Meeres schließlich sind die Ruinen des alten Despotenpalastes, der antiken Gemäuer also, die wirklich und nicht bloß dem Namen nach einst den Despoten von Despiona zur Wohnung dienten, bevor das Wasser für immer stieg. | Doch für gemeine Despioner ist das allseits von Wasser umgebene Castello meist verschlossen. Im festen Griff des Meeres schließlich sind die Ruinen des alten Despotenpalastes, der antiken Gemäuer also, die wirklich und nicht bloß dem Namen nach einst den Despoten von Despiona zur Wohnung dienten, bevor das Wasser für immer stieg. | ||
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===Alte Mauer (27)=== | ===Alte Mauer (27)=== | ||
Die Reste der alten Stadtmauer markieren die Ausdehnung des antiken Despiona, sogar die Silem-Horas-Straße nach Ralûnk, [[Chetoba]] und [[Methumis]] zwängt sich noch durch das bosparanische Stadttor. Der einzige bis dato intakte Turm ist am Praiosende am Despon der Flussturm. Heute bezeichnet die alte Mauer die Grenze zwischen der Stadt und dem ebenfalls vom Despionischen Rat regierten Umland. | Die Reste der alten Stadtmauer markieren die Ausdehnung des antiken Despiona, sogar die [[Silem-Horas-Straße]] nach Ralûnk, [[Chetoba]] und [[Methumis]] zwängt sich noch durch das bosparanische Stadttor. Der einzige bis dato intakte Turm ist am Praiosende am [[Despon]] der Flussturm. Heute bezeichnet die alte Mauer die Grenze zwischen der Stadt und dem ebenfalls vom Despionischen Rat regierten Umland. | ||
[[Kategorie:Stadt]][[Kategorie:Wilder Süden]] | [[Kategorie:Stadt]][[Kategorie:Wilder Süden]] | ||