Briefspiel:Im Auge des Chaos/Kein Feuer der Leidenschaft: Unterschied zwischen den Versionen
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Plötzlich hörten sie hinter sich einen Schrei. Ein kleiner, alter Mann mit wirr abstehenden weißen Haaren war im allgemeinen Tumult ins Reinigungsbecken gestoßen worden. Zwar reichte das Wasser nur bis zur Brust, aber der Mann tauchte immer wieder unter und in der allgemeinen Panik beachtete ihn niemand. Rhymeo und Daria wechselten einen Blick und kämpften sich zum Becken vor. Der Priester sprang hinein und hob den wild zappelnden, Alten an den Hüften an, während Daria von oben zog, so gut sie konnte. Als er japsend auf dem Boden lag, wurde auch klar, warum er solche Probleme gehabt hatte, Sein Bein war offensichtlich gebrochen und nach seinem Eintreffen im Tempel nur notdürftig versorgt worden. Er bedankte sich hastig, zumindest vermutete Daria das es ein Dank sein sollte, Der Mann sprach mit einem unglaublichen zyklopischen Akzent und hinkte in Richtung der rettenden Tür. <br> | Plötzlich hörten sie hinter sich einen Schrei. Ein kleiner, alter Mann mit wirr abstehenden weißen Haaren war im allgemeinen Tumult ins Reinigungsbecken gestoßen worden. Zwar reichte das Wasser nur bis zur Brust, aber der Mann tauchte immer wieder unter und in der allgemeinen Panik beachtete ihn niemand. Rhymeo und Daria wechselten einen Blick und kämpften sich zum Becken vor. Der Priester sprang hinein und hob den wild zappelnden, Alten an den Hüften an, während Daria von oben zog, so gut sie konnte. Als er japsend auf dem Boden lag, wurde auch klar, warum er solche Probleme gehabt hatte, Sein Bein war offensichtlich gebrochen und nach seinem Eintreffen im Tempel nur notdürftig versorgt worden. Er bedankte sich hastig, zumindest vermutete Daria das es ein Dank sein sollte, Der Mann sprach mit einem unglaublichen zyklopischen Akzent und hinkte in Richtung der rettenden Tür. <br> | ||
Inzwischen hatte das Feuer auf das Dach übergegriffen und die wegen des Hochsommers trockenen Balken brannten wie Zunder. Die Halle füllte sich zunehmend mit Rauch und die Hitze nahm zu, Gleichzeitig verstärkte sich das Leuchten des Fußbodens, aber um sich damit näher auseinanderzusetzen hatte gerade keiner die Nerven. <br> | Inzwischen hatte das Feuer auf das Dach übergegriffen und die wegen des Hochsommers trockenen Balken brannten wie Zunder. Die Halle füllte sich zunehmend mit Rauch und die Hitze nahm zu, Gleichzeitig verstärkte sich das Leuchten des Fußbodens, aber um sich damit näher auseinanderzusetzen hatte gerade keiner die Nerven. <br> | ||
Auf dem Weg zur Tür unter der Treppe kamen ihnen [[Alesia Degano|Alesia]] und [[Junivera Aurelia van Kacheleen|Junivera]] entgegen. Rhymeo und die beiden verschwanden im Rauch um einige Leute einzusammeln, die sich in ähnlich misslichen Lagen befanden wie der alte Zyklopäer. Daria überließ die Heldentaten den deutlich jüngeren und fitteren Leuten und eilte in Richtung der nun recht freien Tür. Entschlossen raffte sie ihre rußbeschmierten Röcke. Diese Söldner legten Feuer an den Rahjatempel? Sollte sie hier lebend rauskommen würde sie dafür sorgen, dass diese Leute die ganze Gewalt des Gesetzes unter einem sehr böswilligen Richter zu spüren bekamen. Die Rahjakirche war in solchen Belangen viel zu nett. Ihr persönlich schwebte eine Strafe vor, die sich mit denen der | Auf dem Weg zur Tür unter der Treppe kamen ihnen [[Alesia Degano|Alesia]] und [[Junivera Aurelia van Kacheleen|Junivera]] entgegen. Rhymeo und die beiden verschwanden im Rauch um einige Leute einzusammeln, die sich in ähnlich misslichen Lagen befanden wie der alte Zyklopäer. Daria überließ die Heldentaten den deutlich jüngeren und fitteren Leuten und eilte in Richtung der nun recht freien Tür. Entschlossen raffte sie ihre rußbeschmierten Röcke. Diese Söldner legten Feuer an den Rahjatempel? Sollte sie hier lebend rauskommen würde sie dafür sorgen, dass diese Leute die ganze Gewalt des Gesetzes unter einem sehr böswilligen Richter zu spüren bekamen. Die Rahjakirche war in solchen Belangen viel zu nett. Ihr persönlich schwebte eine Strafe vor, die sich mit denen der garethischen Praioten messen konnte und nicht aus irgendwelchen Wallfahrten bestand. <br> | ||
„Hier muss es sein“, keuchte Niccolo, als sie eine in den Stein gehauene, erstaunlich regelmäßige Wendeltreppe hinauf eilten, „es gibt hier irgendwo einen Zugang zu einem Weinkeller, der eine Verbindung zum Tempel hat.“ Je weiter es nach oben ging, umso wärmer wurde es. Es roch verbrannt und dünne Rauchfäden drangen durch die schmalen Schlitze einer Klappe. Stimmen waren auf der anderen Seite zu hören. Niccolo schaute sich hektisch um. Er fand aber keinerlei Riegel oder Schloss. Aber er sah Scharniere, die darauf hindeuteten, dass die Klappe irgendwie zu öffnen war. Er klopfte die Felswände ab und suchte eine Art Mechanismus. Eine Nische, ein loser Stein, irgendetwas musste hier doch sein. Wieder und wieder schaute er auf die Klappe und da sah er es. “Isida, nimm die Fackel und leuchte mir.” <br> | |||
Das junge Mädchen tat wie ihr geheißen und Niccolo erkannte ein Muster auf der Klappe. Ineinander verschlungene Rosenranken, seltsam verschachtelt und nicht ineinander übergehend. Er berührte das Muster und bemerkte, dass einige Ranken einen Finger breit waren und sich mit Hilfe seiner Fingerspitzen verschieben ließen. Die dumpfen Stimmen über ihn wurden lauter. Es schienen immer mehr Menschen in den Raum über ihnen zu kommen. Er musste sich beeilen. Eine Ranke hier, ein Rosenblatt dort und mit einem Mal öffnete sich eine Klappe und ein Riegel kam zum Vorschein. Er überlegte nicht lange, betätigte den Riegel und die Platte ließ sich nach unten öffnen. Einige Stufen kamen zum Vorschein. Die Stimmen wurden jetzt auch deutlicher. Männer und Frauen, die durcheinander sprachen und husteten, aber eines gemeinsam hatten. Angst. Todesangst. <br> | |||
Isida drückte Niccolo die Fackel in die Hand. “Jetzt leuchtet ihr.”, sagte sie und huschte die wenigen Stufen hinauf. Sie endeten in einen runden Raum. Aus Holz. Ein Fass oder ähnliches. Sie tastete nach dem Deckel und begann, sich mit aller Macht mit der Schulter gegen diesen zu werfen. Einmal, zweimal… ein Splittern von Holz war zu hören. Ein drittes Mal und mit einem Mal brach der Deckel entzwei. Der Schwung ließ Isida in den Raum fallen. Sie brachte mehrere Personen aus dem Gleichgewicht und in dem Raum wurde es auf einmal still. Idisa lag auf dem Boden des Weinkellers im Rahjatempel. | |||
Rauchschwaden brachten sie zum Husten und Hitze kam ihr entgegen. Neben sich hörte sie ein Stöhnen. Wen hatte sie denn von den Beinen gerissen. Sie schaute neben sich und ihre Augen wurden groß. “Großtante Daria, was macht ihr denn hier? <br> | |||
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