Briefspiel:Der Tod des Patriarchen/Leichenschmaus: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Dame, vermutlich nicht einmal 30 Götterläufe alt, trug ein schlichtes, aber geschmackvolles Kleid in einem gedeckten Farbton – dem Anlass angemessen, doch mit feinen goldenen Stickereien am Saum, die ihre Herkunft nicht leugneten. Ein Strahlen lag auf ihrem Gesicht, offen, ungekünstelt, von warmer Wiedersehensfreude durchdrungen. Neben ihr ging ein freundlich schauender Mann mit offenem Lächeln, das aufrichtige Sympathie verriet. Amando trat einen Schritt vor, sein Ausdruck hellte sich sichtbar auf. Ohne Zögern umarmte er die junge Frau – fest, aber mit der kultivierten Zurückhaltung höfischen Anstands. | Die Dame, vermutlich nicht einmal 30 Götterläufe alt, trug ein schlichtes, aber geschmackvolles Kleid in einem gedeckten Farbton – dem Anlass angemessen, doch mit feinen goldenen Stickereien am Saum, die ihre Herkunft nicht leugneten. Ein Strahlen lag auf ihrem Gesicht, offen, ungekünstelt, von warmer Wiedersehensfreude durchdrungen. Neben ihr ging ein freundlich schauender Mann mit offenem Lächeln, das aufrichtige Sympathie verriet. Amando trat einen Schritt vor, sein Ausdruck hellte sich sichtbar auf. Ohne Zögern umarmte er die junge Frau – fest, aber mit der kultivierten Zurückhaltung höfischen Anstands. | ||
„[[Bellatrix Sirensteen|Bellariccia]]…“, sagte er leise, beinahe wie ein Aufatmen. | |||
Dann löste er sich von ihr, nickte dem jungen Mann mit einem leisen „Ihr müsst Riccardo sein“ auf den Lippen. Keine Frage, eher eine Feststellung. Er warf einen raschen Blick über die Schultern der beiden in Richtung der Gäste. „Kommt“, fügte er ebenso leise hinzu, „lasst uns ein paar Schritte abseits gehen.“ Mit einer feinen Handbewegung deutete er auf einen kleinen, halb abgeschirmten Bereich nahe einer der hinteren Türen, wo sich die Stimmen der Menge nur wie gedämpftes Flüstern sammelten. | Dann löste er sich von ihr, nickte dem jungen Mann mit einem leisen „Ihr müsst [[Riccardo Bolburri|Riccardo]] sein“ auf den Lippen. Keine Frage, eher eine Feststellung. Er warf einen raschen Blick über die Schultern der beiden in Richtung der Gäste. „Kommt“, fügte er ebenso leise hinzu, „lasst uns ein paar Schritte abseits gehen.“ Mit einer feinen Handbewegung deutete er auf einen kleinen, halb abgeschirmten Bereich nahe einer der hinteren Türen, wo sich die Stimmen der Menge nur wie gedämpftes Flüstern sammelten. | ||
In seinen Augen funkelte ein Moment stiller Erleichterung – endlich vertraute Gesichter inmitten der vielen, die ihn nicht kannten. | In seinen Augen funkelte ein Moment stiller Erleichterung – endlich vertraute Gesichter inmitten der vielen, die ihn nicht kannten. | ||