Briefspiel:Im Auge des Chaos/Shihayazad: Unterschied zwischen den Versionen
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Rahjageweite sind von Berufswegen sehr emotionale und leidenschaftliche Menschen. In fröhlichen, ausgelassenen Festen aber auch in ihrer Wut und in diesem Moment konnte [[Rahjalin Legari|Rahjalin]] die Haltung der tulamidischen Rahjapriester absolut nachvollziehen, die gerne mit Krummsäbeln auf Dinge einschlugen. Seine [[Rheia von Pailos|Tempelschwester]] hockte wie schon die ganze Nacht zitternd und schluchzend auf dem Boden und er konnte nichts weiter tun, als sie fest in die Arme zu nehmen. Dabei ballten sich Angst und Wut in seinem Magen zu einem festen Knoten zusammen. „Oh [[Rahja]], Vertraute des glücklichen Zufalls, segne [[ | Rahjageweite sind von Berufswegen sehr emotionale und leidenschaftliche Menschen. In fröhlichen, ausgelassenen Festen aber auch in ihrer Wut und in diesem Moment konnte [[Rahjalin Legari|Rahjalin]] die Haltung der tulamidischen Rahjapriester absolut nachvollziehen, die gerne mit Krummsäbeln auf Dinge einschlugen. Seine [[Rheia von Pailos|Tempelschwester]] hockte wie schon die ganze Nacht zitternd und schluchzend auf dem Boden und er konnte nichts weiter tun, als sie fest in die Arme zu nehmen. Dabei ballten sich Angst und Wut in seinem Magen zu einem festen Knoten zusammen. „Oh [[Rahja]], Vertraute des glücklichen Zufalls, segne [[Beleno Brahl]] dafür, dass er die Ernte seiner Familie, als er dein Geliebter war, so großzügig eingesegnet hat und verfluche diese dämonische Reblaus.“ Er wusste nicht wie lange sie beide so da gekniet hatten, aber irgendwann durchbrachen Geräusche die Stille. Ein junger Mann klopfte aufgeregt an das Fenster zum Garten. Er hatte die beiden Priester entdeckt und versuchte ihre Aufmerksamkeit zu erhaschen. Langsam löste sich Rahjalin aus der Umarmung und näherte sich dem Fenster. „Euer Gnaden.’, erklang es gedämpft. “Ihr müsst dringend mitkommen am Tempel ist ein irres Vieh aus den Niederhöllen aufgetaucht. Die Herschafften dort brauchen dringend Unterstützung.“ Rahjalin sah seine Gefährtin an, die sich wieder etwas beruhigt hatte. „Ich sollte gehen, sag du der Gastgeberin der Leidenschaft Bescheid. Vielleicht schickt sie mir noch jemanden nach.“ Sie nickte und griff in die Falten ihres Gewandes. „Hier, das ist Tarf. Ich habe es eben nicht gegen den Dämon einsetzen können, aber dir hilft es vielleicht. Die Flasche, die du ihm über den Schädel gezogen hast, scheint ihm ja nicht so gefallen zu haben“, meinte sie und versucht sich an einem verkraften Lächeln. Dankbar nahm Rahjalin das Fläschchen entgegen. „Dank dir, ich habe noch etwas geweihtes Rosenöl, irgendetwas davon sollte doch helfen.“ Dann folgte er dem Soldaten in Richtung abgebrannten Rahjatempel. <br> | ||
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“Wenn ihr das meint, Euer Gnaden, dann lasst uns die….”, Tharinda räusperte sich kurz “Akoluthen dazu holen. Und ihr zwei…”, damit sprach sie die beiden Bewaffneten der Gerber an “...ihr geht zu den Tempeln des Efferd und der Hesinde. Holt so viele Gläubige wie möglich ist. Ich habe ein ungutes Gefühl.” Mit einem Schaudern blickte sie zum Loch im Boden und danach zu Rahjalin. Wäre es nicht schön, ihn hier und jetzt zu küssen und ihm mit den Fingernägeln den Rücken zu malträtieren? Nevinia hatte wieder dieses Gefühl. Ein Pochen. SIe griff in den Beutel, berührte den Knoten und ja, er pulsierte wieder. | “Wenn ihr das meint, Euer Gnaden, dann lasst uns die….”, Tharinda räusperte sich kurz “Akoluthen dazu holen. Und ihr zwei…”, damit sprach sie die beiden Bewaffneten der Gerber an “...ihr geht zu den Tempeln des Efferd und der Hesinde. Holt so viele Gläubige wie möglich ist. Ich habe ein ungutes Gefühl.” Mit einem Schaudern blickte sie zum Loch im Boden und danach zu Rahjalin. Wäre es nicht schön, ihn hier und jetzt zu küssen und ihm mit den Fingernägeln den Rücken zu malträtieren? Nevinia hatte wieder dieses Gefühl. Ein Pochen. SIe griff in den Beutel, berührte den Knoten und ja, er pulsierte wieder. | ||
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Ein Gesang aus vielen Kehlen erfüllte die Ruine des Tempels. Es waren einige Geweihte dem Ruf gefolgt. Aus dem Tempel [[Hesinde-Tempel Efferdas|Heilig Brigon über den Wogen]] erschien der Tempelvorsteher [[Nandorian Villestano]] in Begleitung von Barindo Barini, [[Madolina ya Pirras]] und [[Efferdane Flava Gerber|Mentorin Flava]]. Ebenfalls begaben sich die beiden Nandus-Geweihten [[Elsa Zastoni]] und [[Gryphino d’Antelli]] an den einstigen Ort der Freude. <br> | |||
Im Choral eingestimmt hatten auch [[Efferdobal di Camaro]], seine Tochter [[Liaiell di Camaro|Liaiell]] sowie die Geweihten aus dem [[Tempel vom güldenen Dreizack]]. <br> | |||
Die größte Gemeinschaft stellte aber die Rahja-Kirche, die ausnahmslos mit allen Geweihten und Akoluthen zugegen waren. Selbst die so geschundene [[Rheia von Pailos]] sang mit voller Inbrunst und auch die Flüchtlinge aus dem brennenden Inferno, waren, soweit es von der gesundheitlichen Verfassung möglich war, mit ganzem Herzen dabei. Und Rahjalin hatte Ernst gemacht. Auch die Kurtisanen aus dem Bockshorn und der Rose waren dabei. <br> | |||
Als die Gläubigen einen Choral zu Ehren des Heiligen Khabla abstimmen, begann es in der Höhle zu rumoren. Ein Keuchen, ein Hecheln unterbrochen von schmerzhaften Schreien war zu vernehmen. Danach spürte man Bewegung im Erdreich. [[Tharinda della Pena]] begab sich, auf das Schlimmste gefasst, zu der Öffnung im Boden und konnte sehen, wie Wurzelwerk begann die Öffnung zu verschließen. Immer neue Verzweigungen bildeten sich und dämpfen die Geräusche aus dem Boden ab. Dort wo einst der Rosenstrauch am Altar stand, brach der Boden auf und der Spross einer Pflanze erschien. Er begann zu wachsen und je lauter die Stimmen der Gläubigen erschallten, umso schneller wuchs er. Es bildeten sich erste Blätter, ein Stamm und ein Baum begann zu wachsen. <br> | |||
Dann brach die dunkle Wolkendecke auf. Das zaghafte Licht der Praiosscheibe erschien und als die ersten Strahlen die Öffnung im Boden trafen, hörte man einen infernalischen Schrei voller Schmerz und Lust. Dünne Rauchschwaden suchten sich einen Weg durch das Wurzelwerk und dies war das Letzte, was man von der Wesenheit gehört hat.<br> | |||
Eine stattliche Linde stand nun dort inmitten der Ruine und zum ersten Mal seit Tagen, trat eine ruhige und erholsame Stille ein. <br> | |||
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