Briefspiel:Die Vistelli-Drillinge: Unterschied zwischen den Versionen

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Sie sah aus dem Fenster, hinaus in die Nacht über Sewamund. „Amarinto.“<br>
Sie sah aus dem Fenster, hinaus in die Nacht über Sewamund. „Amarinto.“<br>
Ein Windstoß ging durch die Stadt. Irgendwo, weit entfernt, bellte ein Hund, nur einmal, nur kurz, als hätte er etwas gesehen, das keinen Namen hatte.
Ein Windstoß ging durch die Stadt. Irgendwo, weit entfernt, bellte ein Hund, nur einmal, nur kurz, als hätte er etwas gesehen, das keinen Namen hatte.
===Der Name „Amarinto“===
Die Nacht nach der Begegnung in der Goldenen Gans war keine Nacht des Schlafs. Iridanië saß im Studierzimmer des Palazzo, das Fenster offen, eine Decke über den Beinen, das Licht einer einzelnen Kerze ruhig, viel ruhiger als das, was sich in ihrem Kopf bewegte.<br>
„Amarinto.“<br>
Sie hatte das Wort laut ausgesprochen. Mehrmals, als müsse sie prüfen, ob es sich veränderte, wenn man es ansah.<br>
Dann begann sie zu arbeiten. Nicht wie eine Dichterin, nicht wie eine Angestellte, sondern wie jemand, der den Dingen ihre Masken abnimmt.
Sie blieb nicht lange sitzen. Nachdem sie das Studierzimmer durchforstet hatte, zog sie über Tage hinweg alles heran, was Sewamund so hergab:
*Ratsprotokolle des Lilienrats
*Handelsregister aus den letzten drei Jahren
*alte Karten und Schreiben aus dem Archiv des Hauses Tribêc
*Reiseberichte, Briefe, beiläufige Erwähnungen
Und schließlich: die Erinnerungen anderer. Sie sprach mit Dienern. [[Geron Einhand]], [[Rodeman ter Hoever]], sie wusste ja jetzt, wo man sie traf. Mit einem Hafenarbeiter. Mit [[Alfredo Continio]]. Mit einem gewissen [[Efferdan Fresa]], der zu viel wusste und zu wenig verlangte.
Eines Morgens war das Pergament vor ihr nicht mehr leer.


[[Bild:Familie Vistelli 1048_2.jpg|thumb|300px|Die Vistellis 1048 BF]]
[[Bild:Familie Vistelli 1048_2.jpg|thumb|300px|Die Vistellis 1048 BF]]


[[Kategorie:Briefspiel in Sewamund|Briefspiel in Sewamund]]
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