Briefspiel:Im Auge des Chaos/Kein Feuer der Leidenschaft: Unterschied zwischen den Versionen

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Isida drückte Niccolo die Fackel in die Hand. “Jetzt leuchtet ihr.”, sagte sie und huschte die wenigen Stufen hinauf. Sie endeten in einen runden Raum. Aus Holz. Ein Fass oder ähnliches. Sie tastete nach dem Deckel und begann, sich mit aller Macht mit der Schulter gegen diesen zu werfen. Einmal, zweimal… ein Splittern von Holz war zu hören. Ein drittes Mal und mit einem Mal brach der Deckel entzwei. Der Schwung ließ Isida in den Raum fallen. Sie brachte mehrere Personen aus dem Gleichgewicht und in dem Raum wurde es auf einmal still. Idisa lag auf dem Boden des Weinkellers im Rahjatempel.  
Isida drückte Niccolo die Fackel in die Hand. “Jetzt leuchtet ihr.”, sagte sie und huschte die wenigen Stufen hinauf. Sie endeten in einen runden Raum. Aus Holz. Ein Fass oder ähnliches. Sie tastete nach dem Deckel und begann, sich mit aller Macht mit der Schulter gegen diesen zu werfen. Einmal, zweimal… ein Splittern von Holz war zu hören. Ein drittes Mal und mit einem Mal brach der Deckel entzwei. Der Schwung ließ Isida in den Raum fallen. Sie brachte mehrere Personen aus dem Gleichgewicht und in dem Raum wurde es auf einmal still. Idisa lag auf dem Boden des Weinkellers im Rahjatempel.  
Rauchschwaden brachten sie zum Husten und Hitze kam ihr entgegen.  Neben sich hörte sie ein Stöhnen. Wen hatte sie denn von den Beinen gerissen. Sie schaute neben sich und ihre Augen wurden groß. “Großtante Daria, was macht ihr denn hier? <br>
Rauchschwaden brachten sie zum Husten und Hitze kam ihr entgegen.  Neben sich hörte sie ein Stöhnen. Wen hatte sie denn von den Beinen gerissen. Sie schaute neben sich und ihre Augen wurden groß. “Großtante Daria, was macht ihr denn hier? <br>


Sie roch das Feuer, bevor sie es sehen konnte. Der beißende Rauch zog in ihre Nase, kratzte in ihrem Hals, stach in den Augen, vernebelte ihr schon bald die Sinne - auf eine unangenehme Art. [[Rahjabella Solivino|Rahjabella]] hustete und presste sich ihren Schleier, den sie normalerweise über den Schultern trug, vor Nase und Mund.
[[Ebius von Efferdas|Ebius]] hatte die beiden Rahjanis aus dem Höhlensystem geführt und sie waren durch eine Art Abfluss in irgendeinem wahrscheinlich in Flammen stehenden Gebäude gelandet, doch viel mehr sehen konnte man wegen des Qualms trotzdem nicht. Der Magier hatte während des ganzen Weges durch die Kanalisation kein Wort über sein Ziel verloren und auch seine Begleiter zum Schweigen ermahnt - sie wussten nicht, ob sie verfolgt wurden.
Rahjabella hatte immer noch nicht wirklich eine Ahnung, wo sie waren. Vielleicht in irgendwelchen Thermen? Gedämpft drangen hysterische Stimmen, Hilfe- und Schmerzensschreie zu ihnen, außerdem das Klirren von zerspringenden Fensterscheiben, und das leise, bedrohliche Knistern der Flammen. „Nein. Wir sind zu spät.“ Ebius klang hoffnungslos. <br>
Da stolperte Rahjabella auf einmal über einen kleinen Gegenstand. Sie hob ihn hoch. Es war das wunderschöne, detailgetreu gearbeitete Abbild einer Stute. Das blanke Entsetzen machte sich in ihr breit, als sie einen Wimpernschlag später begriff, wo sie gelandet waren. „Bei der Göttin!“, wisperte sie fassungslos. Sie sah zu [[Rahjalin Legari|Rahjalin]], der jedoch ungewöhnlich gefasst wirkte, dafür, dass gerade sein Zuhause abbrannte. Nur seine Hände zitterten ein wenig. Er schluckte schwer. „Schnell, wir müssen die Überlebenden retten.“ <br>
Die Decke begann einzustürzen. Fast wurden sie von einem brennenden Stück Mosaik mit einer Abbildung des selig lächelnden [[Khabla (Heiliger)|Khabla]] erschlagen. Sie rannten los, Rahjalin voran, tiefer in den in sich zusammenfallenden Tempel. Näher zu den Stimmen. Rahjabella fühlte seltsamerweise – gar nichts. Es wäre ihr lieber gewesen, wenn sie vor Schmerz geheult oder vor Zorn geschrien hätte, doch zu nichts von beidem war sie fähig. Sie konnte nur stumm und hilflos dabei zusehen, wie ein Teil der Welt, wie sie sie kannte, ein scheinbar unveränderliches, göttliches Gesetz zu Asche verbrannt und zertrampelt wurde. <br>
Rahjalins Hände zitterten. Absurd das das ihm jetzt auffiel, wo sie durch sein brennendes Zuhause liefen und der Rauch in seiner Lunge brannte. Hier verbrannte ein großer Teil seines Lebens, hier war er als Novize angenommen, geweiht und entjungfert worden, hier hatte er sein erstes echtes Gemälde der Göttin geschenkt und hierher war er zurückgekehrt, als das Reisen seinen Reiz verloren hatte. Die Priester und Gläubigen waren fast mehr seine Familie als sein Bruder, mit dem er sich überworfen hatte. Trotz alledem empfand er nur ein seltsames taubes Gefühl, als er nun sah wie Flammen aus den Polstermöbeln und dem Gemälde des Heiligen [[Ascandear von Baburin|Ascandear]], in das er mehrere Monate Arbeit gesteckt hatte, schlugen.  Sie folgten den Schreien aus dem inneren des Tempels um zu retten wer noch zu retten war. <br>
Plötzlich erschien ein Schatten aus dem Rauch und stieß mit Ebius zusammen. „Bei Rahjas..!“, [[Junivera Aurelia van Kacheleen|Junivera]], als die sich der Schatten entpuppte, verbiss sich den Fluch, was in einem brennenden Tempel während der Namenlosen Tage wahrscheinlich nicht  klug war. „Was macht ihr denn hier? Uns wurde gesagt das ihr gefangen genommen worden seid.“ Mit einem lauten Krachen stürzte hinter ihnen ein brennender Balken herunter. „Egal, wir gehen durch den Verbindungstunnel zum Weinkeller. Das Gebäude sollte zumindest nicht brennen.“ „Es gibt einen Geheimgang in der Vorhalle, durch den kommen wir raus in die Katakomben.“ Da entschlüpfte der Priesterin doch noch ein Fluch „Die meisten, die hier Schutz gesucht haben, sind schon im Keller. Kommt mit.“ Und dann verschwand sie wieder in den Rauchschwaden. Ihr zu folgen war dank des Rauchs eher schwierig, aber zum Glück kannte Rahjalin den Weg durch den Tempel zu der Tür unter der Treppe, die zum Weinkeller führte. <br>
An der Tür blieb Rahjalin noch einmal stehen und schaute auf sein brennendes Zuhause zurück. Sein Blick fiel auf den Altarraum, wo der Rosenbusch, der um den Altar herum wuchs, Feuer gefangen hatte. Für einen Moment schien die Flamme die Gestalt eines steigenden, in Todesqualen scheuenden Pferdes anzunehmen. „Fluch über euch, die die ihr dieses Haus der heiteren, lieblichen und allerschönsten Herrin entweiht habt. Möge euch der Rausch des Weines, des Liebesspiels und der Feste versagt bleiben. Möge euch jeder Nachkomme Sulvas und Thavuns mit derselben Verachtung begegnen, die ihr diesem Tempel entgegengebracht habt. Liebholde Herrin der Morgenröte, wilde Eber haben in deinem Weinberg gewütet und Selemferkel deinen Garten verunstaltet . Sie sind deiner Gunst, die du den Menschen so überreich schenkst  nicht mehr würdig. Fluch und Schande über sie.“ Für einen Moment übertönte das Donnern von Pferdehufen, das Feuer und in Rahjalins Kehle brannte der Geschmack von scharfen Schnaps, während der Rauchgestank auf einmal zum lieblichen Duft wilder Rosen im Hochsommer wurde.  Der Priester war sich nicht ganz sicher ob es nicht eigentlich [[Larona Vinarii|Laronas]] Aufgabe gewesen wäre diesen Fluch auszusprechen, aber es sollte getan werden und die Tempelvordsteherin war gerade anderweitig beschäftigt. Rahjalin wandte sich um und schloss die Tür hinter sich.




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