Briefspiel:Im Auge des Chaos/Treffen wider die Usurpatoren: Unterschied zwischen den Versionen
| Zeile 39: | Zeile 39: | ||
“Über den Weg unterhalten? Mein lieber Signor ya Pirras, wozu? Dort macht ihr euch nur die hübschen Stiefelchen schmutzig!” Na immerhin der Kommandeur des 1., auch Chintûrer Banner genannten Einheit der Republikanergarde war bereit, mit dem Abschaum des efferdischen Patriziats zusammenzuarbeiten. <br> | “Über den Weg unterhalten? Mein lieber Signor ya Pirras, wozu? Dort macht ihr euch nur die hübschen Stiefelchen schmutzig!” Na immerhin der Kommandeur des 1., auch Chintûrer Banner genannten Einheit der Republikanergarde war bereit, mit dem Abschaum des efferdischen Patriziats zusammenzuarbeiten. <br> | ||
Sie wandte sich wieder Daria zu: „Es werden sich hoffentlich noch einige weitere Familien hier einfinden.“ Dann fiel ihr der Rahja-Tempel ein und dass die Legari vielleicht keinen Senatoren in den Händen der Unruhestifter hatten, aber einen Rahjani, dessen Tempel niedergebrannt worden war. „Ist euer Neffe Rahjalin auch hier oder zumindest an einem sicheren Ort?“ mit aufrichtig besorgter Miene blickte sie die einstige Lebedame an. | Sie wandte sich wieder Daria zu: „Es werden sich hoffentlich noch einige weitere Familien hier einfinden.“ Dann fiel ihr der Rahja-Tempel ein und dass die Legari vielleicht keinen Senatoren in den Händen der Unruhestifter hatten, aber einen Rahjani, dessen Tempel niedergebrannt worden war. „Ist euer Neffe Rahjalin auch hier oder zumindest an einem sicheren Ort?“ mit aufrichtig besorgter Miene blickte sie die einstige Lebedame an. | ||
Noch bevor Daria antworten konnte, dass sich die Überlebenden des Rahjatempel in Sicherheit befanden, begleitet von [[Ebius von Efferdas]], welcher die Höhlen wie seine Westentasche zu kennen schien, vernahm die Gruppe eine Veränderung des Rauschens des Wasserfalls am Eingang der Höhle. Ein Zeichen, dass weitere Personen den Ort betraten, da offensichtlich etwas den Strahl des fallenden Wasser touchierte. Dies musste zwangsweise passieren und war so gleich ein guter Alarm. Die Wächter jedoch entspannten sich schnell, als sie [[Vigo di Camaro]] erkannten. Mit ihm an seiner Seite war seine Cousine [[Liaiell di Camaro|Liaiell]]. Erdano ya Pirras bewegte sich zielstrebig auf den jüngsten Sohn des [[Esteban di Camaro|Admiral-Kapitanos]] zu. “Senhor Vigo! Ich freue mich, euch zu sehen. Wenngleich ich gestehe, ich hätte Senhor [[Dartan di Camaro|Dartan]] auch hier erwartet.” <br> | |||
Vigo blieb ruhig. Er schlug die Kapuze seines Umhanges zurück, sodass man nun seinen ganzen Kopf sehen konnte. “Ihr habt zu einem konspirativen Geheimtreffen gebeten, Senhor Erdano, deswegen bin ich das Beste, was euch passieren konnte. Mit sowas kenne ich mich inzwischen ähnlich gut aus wie meine [[Isaura di Camaro|Mutter]].” Erdano wusste, was er meinte. Isaura di Camaro war gebürtige Mengbillanerin und hatte dort alles notwendige gelernt und mitgebracht, was es benötigt, um gewisse Fäden im Hintergrund zu ziehen. Wenige Frauen waren so respektiert, viel mehr aber gefürchtet wie die Matrikel-Kapitana. “Ich soll von Dartan aber grüßen." setzte Vigo weiter fort. “Das [[Haus di Camaro]] unterstützt dieses Vorhaben hier und hat sich zur Ablenkung an andere Stellen der Stadt begeben, um damit potentielle Spione von diesem Ort wegzuziehen." “Und euch hängen keine Spione an den Hacken?” fragte Erdano vorsichtig, doch Vigo grinste nur “DAS sollten sie mal versuchen. Ich denke wahrlich nicht, dass uns jemand gefolgt ist. Unten am Wassergrund wandelt zumindest irgend eine etwas verloren wirkende Praiosgeweihte herum, hätte sie mich gesehen, wäre sie mir vermutlich gefolgt.” | |||
“Ob das ihre Gnaden [[Nevinia Ventargento]] ist?” grübelte Erdano kurz, widmete sich dann an die junge Frau mit den grünbläulichen Haaren. Er konnte sie nicht so richtig zuordnen, gehörte aber wohl zu Vigo dazu. Auf jeden Fall, hatte er sie schon hier und da mal gesehen, aber hätte sie nie als politisch motivierte Person eingeschätzt. <br> | |||
“Und ihr seid…” er grübelte weiter. “Senhora Lybelle?” “Liaiell.” Sie schien nicht beleidigt. “Ich bringe ebenso ein paar Grüße von meinem Vater… vermute ich… auch im Dreizacktempel ist man höflich gesagt wenig begeistert von der aktuellen Situation und befürwortet eine Herstellung der altgewohnten Ordnung.” Ach natürlich, es war die Tochter des Tempelvorstehers [[Efferdobal di Camaro]]. Jetzt erinnerte sich Erdano wieder. “Ach, natürlich! Wie geht es seiner Hochwürden? Wir vermissen ihn schmerzlich.” “Wir alle tun das. Aber es geht ihm weiterhin nicht gut. Er fühlt sich weiterhin schuldig an all dem Leid des letzten Jahres und tut Buße in der heiligen Grotte. Ich habe ihn eben noch einmal kurz besucht, der brennende Rahjatempel hat all dies noch einmal verschlimmert. Er sorgt sich um seinen Freund [[Rhymeo della Pena]], welcher wohl zum Zeit des Brandes im Rahjatempel war. Als Vigo von diesem Treffen sprach, hörte ich, dass es offensichtlich eine größere Gruppe von Überlebenden gibt, daher wollte ich mich erkundigen, ob er sich darunter befindet. Wenn ja, sollte er vielleicht nochmal in den Efferdtempel kommen.” <br> | |||
“Seine Gnaden della Pena hat in der Tat überlebt, ich kann ihm das ausrichten." nickte Erdano. “Ist das euer einziges Anliegen hier?” | |||
Liaiell wiegte mit dem Kopf hin und her. “Nun, ich wollte mich auch nach einer Frau unter den Geretteten erkundigen, eine Sagana Achille. Ihr Sohn ist ebenso im Efferdtempel. Und er muss etwas sehr bedrohliches erlebt haben in den Ruinen des Rahjatempels. So, wie er dies beschrieben hat, wandelt in der Stadt vielleicht etwas herum, was noch gefährlicher ist als diese brandschatzende Bande von Söldnern. Habt ihr etwas davon mitbekommen oder eine Ahnung, was “Belikhelais” sein könnte? <br> | |||
„Wo habt Ihr diesen Namen gehört, Signora? Was wandelt in der Stadt umher?“ | |||
[[Rahjabella Solivino]] bahnte sich einen Weg nach vorne zu den Neuankömmlingen. Die sonst so makellos hübsche Rahjani hatte ihre Augenringe noch nicht überschminkt, ihr honigfarbenes Haar hing ohne jede Frisur offen herab, ein gerade verheilender Bluterguss verunzierte ihre Wange. In den letzten Tagen hatten sich ihre Prioritäten von ihrem Aussehen hinweg zu ihrem Überleben ziemlich radikal verschoben. „Das ist ein einziger Alptraum. Jetzt auch noch Dämonen?“, murmelte sie fast unverständlich. | |||
Dann räusperte sie sich und sprach mit deutlicher Stimme: „Es ist ein anderer Name für die Herrin der Schwarzfaulen Lust, die Widersacherin RAHjas. Die Situation ist noch einmal um einiges bedrohlicher geworden, sollten durch den Frevel den Tempel niederzubrennen, irgendwelche ihrer Schergen nun auf Efferdas aufmerksam geworden sein!“ <br> | |||
Sie klang besorgt, aber irgendwie auch um einiges überlegter und nüchterner als sonst. Im letzteren Fall buchstäblich. Denen, die sie nicht kannten, also quasi allen, sollte diese Veränderung nicht auffallen. Vielleicht lag es auch einfach an den wirklich ungewöhnlichen Umständen. <br> | |||
Liaiell wurde durchaus blass bei der Erklärung. “Dann befürchte ich ist genau das passiert. Ich hörte diesen Ruf laut und deutlich gerufen, als ich eben mich kurz außerhalb des Tempels befand. Eine gar schaurige Stimme schien zu rufen, dass ein Frevel belohnt würde! Und an jeden, der eine Fackel geworfen hatte, Belikhelais Liiiiebeeee wäre diesen Personen sicher. Danach sah ich den Jungen dieser Sagana Achille mir entgegen laufen. Er berichtete von einer Person mit sechs Armen und Flügeln, welche wohl einen der D’Oro-Schergen erst verführt und dann irgendwie… gefressen haben muss, soweit ich das verstanden habe. Ist natürlich schwer zu sagen, wie viel Phantasie der Junge in seine Geschichte gepackt hat, aber er war sichtlich verängstigt. Ich hätte daher dazu tendiert, ihm diese Geschichte zu glauben. Und wenn ihr jetzt so etwas sagt…” sie traute sich den Satz nicht zu beenden. Ihre Körperhaltung verriet schon, wie beunruhigt sie nun war. <br> | |||
„Wäre es in diesem Fall nicht sinnvoll die Praiospriesterin zu Rate zu ziehen?“, ließ sich Daria vernehmen. „Meines Wissens nach hat keiner von unseren Rahja- oder Efferdgeweiten Erfahrung, was das Bekämpfen von Dämonen angeht. Sie könnte vielleicht etwas beitragen. Außerdem kann sie eventuell die Zyklopäer für uns einnehmen, weil die, soweit ich weiß, sehr praiosfromm sind. “ <br> | |||
Sie schenkte Signora Gerber ein Lächeln. “ Und mein Neffe hat das Feuer überlebt und ist in Sicherheit. Die Zerstörung des Tempels hat ihn tief erschüttert, deshalb kann er gerade nicht hier sein. Er wollte sich der Meditation widmen, machte aber deutlich, dass er sollte er gebraucht werden zu Verfügung steht. Danke der Nachfrage.“ <br> | |||
“Nun, ich bin nur die Tochter eines Efferdgeweihten, das taugt in der Tat nicht zum Exorzismus eines potentiellen Dämons. Und wenn hier sonst auch kein Magier oder anderer Geweihter anwesend ist, klingt für mich eine Praiosgeweihte mit potentiellen Einfluss auf die Zyklopäer nach einer ziemlich guten Idee für mich…” nickte Liaiell zu Darias Idee. “Auf der anderen Seite möchte ich anmerken, dass dies hier soweit ich das verstanden habe ein konspiratives Treffen sein soll, um die Usurpatoren zu stürzen. Dies wird nicht nur mit legalen Mitteln geschehen können und ob da ein Praiot, der uns die Gesetzeslage vorleben kann gerade zu zielführend ist, würde ich schon offen in den Raum stellen wollen.” fügte Vigo den Gedanken hinzu und blickte erwartungsvoll auf den Gastgeber Erdano. <br> | |||
„Sie müsste ja nicht alles mitbekommen“, murmelte Daria. „ Für einige Leute muss man halt ein paar Dinge ausklammern. Ganz abgesehen davon, wenn man sich einen Praioten wirklich zum Feind machen will, dann in dem man einen Dämon beschwört oder einen Tempel abbrennt.“ Aber auch sie schaute zum Gastgeber hinüber. <br> | |||
Erdano räusperte sich. “Das was wir in den letzten Minuten erfahren haben, verkomplizierte die momentane Situation noch mehr. Nicht nur, dass wir einen Aufstand innerhalb der Stadt haben und Efferdas von Land– und Seeweg abgeschnitten ist, treibt sich jetzt auch eine widernatürliche Wesenheit, ausgelöst durch einen wahrhaft frevlerische Tat, in der Stadt herum. Und dies zu den Tagen, an denen uns die Götter fern sind. Wahrhaft viele Probleme, die wir jetzt zumindest im Ansatz besprechen sollten. Zuerst einmal möchte ich Signora Liaiell anbieten uns nach dem Treffen zu den Überlebenden des Brandes zu begleiten, um bei Ihnen direkt nach der Mutter des Jungen zu fragen. Dies ist glaube ich das am schnellsten zu lösende Problem.” Er holte kurz Luft. “Und ja, wir sollten die Praios-Geweihte zu unseren Beratungen hinzuziehen. Daher würde ich dich Isida darum bitten, ihr den Weg zu uns zu weisen.” “Aber natürlich Kommandant. Ich werde sie sofort holen. Ihr sagtet unten am Wassergrund, Signor Vigo?” Dieser nickte nur kurz und dann entfernten sich eilige Schritte. | |||
“Nun sollten wir die anderen Dinge besprechen und unser Wissen vereinen, um danach zu entscheiden was wir dagegen unternehmen. Angefangen von der Gefangennahme der Senatoren, der Belagerung der Stadt und der unheiligen Wesenheit die unsere Stadt bedroht. Fangen wir mit den Senatoren an. Diese wurden zuerst im Magistrat gefangengesetzt und danach in den Palazzo der Thirindar gebracht. Der Sinn dieser Aktion erscheint mir nicht klar,denn ich kann mir nicht vorstellen, dass etwaige Zellen im Palazzo besser geeignet sind, jemanden festzuhalten als die im Magistrat. Hat jemand irgendwelche Informationen diei Licht in dieses Dunkel bringen?” <br> | |||
„Ich weiß nur so viel, dass der letztendliche Ort, um die Gefangenen festzuhalten, nicht der Palazzo Thirindar sein sollte. Nachdem Rahjalin und ich von den Thirindar festgenommen wurden, haben sie uns mit den anderen Gefangenen durch die Kanalisation getrieben. Ich weiß nicht, was das Ziel war, denn bevor wir dort ankamen, wurden wir durch den Magus Ebius von Efferdas befreit.“ | |||
Rahjabella sah niedergeschlagen aus. „Wahrscheinlich war genau das das Ziel, dass niemand mehr weiß, wo die Senatoren festgehalten werden. Wie es aussieht, haben sie es erreicht. Das heißt zudem, dass sie mit einem Befreiungsversuch der Senatoren rechnen. | |||
Andererseits konnten wir schon ihre eigene Strategie gegen sie verwenden. Ohne das verzweigte Höhlensystem unter Efferdas hätten wir niemals aus dem Rahja-Tempel fliehen können.“ <br> | |||