Briefspiel:Vespa crabro/Über den Zusammenhalt eines Wolfsrudels: Unterschied zwischen den Versionen

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Schnell trat sie an die Seite ihrer Mutter und kniete neben ihr nieder. ''„Mutter…”'', weiter kam sie nicht. ''„Es tut mir leid, Sanya.”'', wurde sie von der schwachen Stimme Morenas unterbrochen. ''„Ich wollte das nicht…”'' Die [[Castellan]]in von [[Festung Castrovelli|Castrovelli]] machte eine Pause und atmete schwer. Das Sprechen strengte sie unglaublich an. ''„In meinem Gemach liegen Briefe für [[Romualdo di Salsavûr|meinen Bruder]], deine Geschwister und dich.”'' Zwischen den Worten legte sie immer längere Pausen des Atmens ein. ''„Bitte verzeiht mir…”'' Ihre weiteren Worte gingen in einem Röcheln unter. <br>  
Schnell trat sie an die Seite ihrer Mutter und kniete neben ihr nieder. ''„Mutter…”'', weiter kam sie nicht. ''„Es tut mir leid, Sanya.”'', wurde sie von der schwachen Stimme Morenas unterbrochen. ''„Ich wollte das nicht…”'' Die [[Castellan]]in von [[Festung Castrovelli|Castrovelli]] machte eine Pause und atmete schwer. Das Sprechen strengte sie unglaublich an. ''„In meinem Gemach liegen Briefe für [[Romualdo di Salsavûr|meinen Bruder]], deine Geschwister und dich.”'' Zwischen den Worten legte sie immer längere Pausen des Atmens ein. ''„Bitte verzeiht mir…”'' Ihre weiteren Worte gingen in einem Röcheln unter. <br>  
Sanya hatte ihre Hand ergriffen. Tränen rannen an ihren Wangen herab. ''„Ich verzeihe dir, Mama”'', sagte sie leise, ohne zu wissen, was sie verzeihen sollte. Sie meinte, dass die Lippen ihrer Mutter lächelten, als ihr Blick brach und ihre Seele sich auf den Weg in [[Boron]]s Halle machte. <br>  
Sanya hatte ihre Hand ergriffen. Tränen rannen an ihren Wangen herab. ''„Ich verzeihe dir, Mama”'', sagte sie leise, ohne zu wissen, was sie verzeihen sollte. Sie meinte, dass die Lippen ihrer Mutter lächelten, als ihr Blick brach und ihre Seele sich auf den Weg in [[Boron]]s Halle machte. <br>  
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[[Calvert ya Malachis|Calvert]] hatte Sanya aus den Augen verloren und war den Gang langsam und wachsam entlang gegangen, bis er den Kampflärm hörte. Er bog um die Ecke und hörte Morenas letzte Worte. Zum zweiten Mal heute sah Calvert, wie eine Seele den Körper verließ. Diesmal war es nicht abrupt und gewaltsam, die Sterbende sah es kommen und nahm es an. Ein Schauer lief ihm über die Arme. Grüßend erhob der junge Mann sein Schwert und murmelte: ''„Heiliger Mythrael, Weggefährte der Gefallenen öffne den Weg nach Alveran, geleite die Gefallene an Rondras Tafel, wir verabschieden dich Morena di Salsavûr, du gehst voran, wir werden folgen.”'' <br>
Nach diesem kurzen Gebet ließ Calvert seine Klinge sinken und trat an Sanyas Seite. ''„Euer Hochwürden, ihr seid verletzt? Ich werde sehen, ob ich die Blutung stoppen kann, bis wir einen Heiler finden.”'' <br>
                                 
Während der Knappe nach etwas zum Verbinden suchte, hatte die Geweihte Zeit sich zu sammeln. Sanft drückte sie ihrer Mutter die Augen zu und ließ sich auf die Füße helfen. Dann biss sie die Zähne zusammen, während Calvert keinen schönen, aber einen festen Verband anlegte. Vorsichtig fragte er: ''„Was geht denn hier vor? Ich verstehe das nicht. Kennt ihr den Mann?”''<br>
Sanya schaute den jungen Knappen wortlos mit leeren Augen an. Was sollte sie ihm antworten? Sie wusste ja selbst nicht, was hier los war und was ihre Mutter gemeint hatte. Die Geweihte schüttelte daher nur den Kopf und humpelte in das Zimmer ihrer Mutter, um die besagten Briefe zu suchen. Da die Geweihte recht wackelig auf den Beinen war, blieb Calvert in ihrer Nähe. <br>
Sanya  suchte eine Weile, bis sie auf dem kleinen Tisch in der Kammer ihrer Mutter fündig wurde. Fünf Briefe lagen dort, vier davon waren an die von ihrer Mutter Genannten adressiert. Das fünfte Schreiben hatte keinen Adressaten und der Umschlag war offensichtlich ausgebeult. Die Geweihte öffnete ihn, holte einen goldenen Ring daraus hervor und betrachtete ihn. In dem Ring war ein Onyxstein eingefasst, auf welchem irgendetwas eingraviert zu sein schien. Im Halbdunkel der Kammer konnte man aber nicht erkennen, worum es sich handelte. Sie verstaute ihn wieder in dem Umschlag und nahm alle Briefe an sich.<br>
''„Wir müssen zu den anderen”'', erhob sie das Wort zum Knappen und humpelte leicht schwankend zur Tür und den Gang hinter zum Treppenhaus.


[[Kategorie:Vespa crabro|Über den Zusammenhalt eines Wolfsrudels]]
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