Briefspiel:Sewamund im Hesinde 1028 BF: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Süße des [[Trestal]]er Beerenkompotts erfüllte mit schwerer Note den Gaumen des Baronets und verdrängte zunehmend den Geschmack des [[Sikras]]er Wildblütentees, der zuvor dessen Rachen herunter geflossen war. Im filigranen, mit feinen Ornamenten versehenen Silberbesteck spiegelte sich der Schein der Kerzenleuchter wieder, reichte doch die noch immer triste Morgensonne des 13. Hesindes nicht aus, um den kleinen Salon, gelegen an der südlichen Seite des [[Schloss Corello|Schlosses Corellos]], ausreichend mit Licht zu versorgen. Zufrieden gedachte der General-Protektor des Briefes, der ihn aus dem Nordosten, versehen mit dem Siegel der ya Mornicala, erreicht hatte. Just in dem Moment, als Baronet [[Mendolo di Punta|Mendolo]] ein weiteres Mal zum, mit Trestaler Beerenkompott bestrichenen Weißbrote greifen wollte, hörte er, wie die Türe sich öffnete und der penetrante Geruch von Moschus verriet ihm das Nahen seiner zweitgeborenen Tochter. Er wandte sich zu ihr, während sie auf dürren O-Beinen auf ihn zuschritt. | Die Süße des [[Trestal]]er Beerenkompotts erfüllte mit schwerer Note den Gaumen des Baronets und verdrängte zunehmend den Geschmack des [[Sikras]]er Wildblütentees, der zuvor dessen Rachen herunter geflossen war. Im filigranen, mit feinen Ornamenten versehenen Silberbesteck spiegelte sich der Schein der Kerzenleuchter wieder, reichte doch die noch immer triste Morgensonne des 13. Hesindes nicht aus, um den kleinen Salon, gelegen an der südlichen Seite des [[Schloss Corello|Schlosses Corellos]], ausreichend mit Licht zu versorgen. Zufrieden gedachte der General-Protektor des Briefes, der ihn aus dem Nordosten, versehen mit dem Siegel der ya Mornicala, erreicht hatte. Just in dem Moment, als Baronet [[Mendolo di Punta|Mendolo]] ein weiteres Mal zum, mit Trestaler Beerenkompott bestrichenen Weißbrote greifen wollte, hörte er, wie die Türe sich öffnete und der penetrante Geruch von Moschus verriet ihm das Nahen seiner zweitgeborenen Tochter. Er wandte sich zu ihr, während sie auf dürren O-Beinen auf ihn zuschritt. | ||
Trotz dieses unvorteilhaften Ganges und der dürren, hochgewachsenen Gestalt könnte Esquiria [[Lukretia Catalina Salveri di Punta]] als wahre Schönheit gelten, würde selbst bei oberflächlicher und wohlwollender Betrachtung nicht die Aufmerksamkeit eines jeden auf ein unglücklich deformiertes Muttermal gelenkt werden, dass verdächtig einer Warze glich. Diesem entsprangen drei, erstaunlich dicke, schwarze Haare, Spinnenbeinen nicht unähnlich. Diese auszuzupfen hatte sie bereits nach dem zweiten Male aufgegeben, pflegte doch nach jedem Auszupfen ein weiteres Haar zu erscheinen. Das Mal lag oberhalb der blassen, dünnen Lippen und unterhalb der knochigen, markant hervorspringenden Nase. Tsa sei gesegnet, dass ihre anderen Male von der Kleidung bedeckt wurden. Ihr strähniges Haar war nur schwer zu bändigen und hatte schon so manchen Haarkünstler an den Rand der Verzweiflung getrieben. Gleichwohl hätte ein strahlendes Lächeln des holden Edelfräuleins zumindest den wohlwollenden, von der Aussicht auf eine reiche Mitgift beeinflussten Jüngling durchaus zu einer, nicht gar zu ablehnenden Haltung bringen können, würde dieses Lächeln nicht eine Reihe leicht schiefer Zähne enthüllen, die mit ihrem schwach gelben Glanze und der Entfernung voneinander eine Verbeugung vor Phexens Firmament darstellten. Nun, selbst der liebende, väterliche Blick konnte nicht anderes als eine junge Frau von außerordentlicher Hässlichkeit erkennen, die jeden jungen Edelmann entweder zur raschen Flucht oder zur elfischen Liebe trieb. Wenn sie doch nur wenigstens ein anderes Duftwasser bevorzugen würde! | Trotz dieses unvorteilhaften Ganges und der dürren, hochgewachsenen Gestalt könnte Esquiria [[Lukretia di Punta|Lukretia Catalina Salveri di Punta]] als wahre Schönheit gelten, würde selbst bei oberflächlicher und wohlwollender Betrachtung nicht die Aufmerksamkeit eines jeden auf ein unglücklich deformiertes Muttermal gelenkt werden, dass verdächtig einer Warze glich. Diesem entsprangen drei, erstaunlich dicke, schwarze Haare, Spinnenbeinen nicht unähnlich. Diese auszuzupfen hatte sie bereits nach dem zweiten Male aufgegeben, pflegte doch nach jedem Auszupfen ein weiteres Haar zu erscheinen. Das Mal lag oberhalb der blassen, dünnen Lippen und unterhalb der knochigen, markant hervorspringenden Nase. Tsa sei gesegnet, dass ihre anderen Male von der Kleidung bedeckt wurden. Ihr strähniges Haar war nur schwer zu bändigen und hatte schon so manchen Haarkünstler an den Rand der Verzweiflung getrieben. Gleichwohl hätte ein strahlendes Lächeln des holden Edelfräuleins zumindest den wohlwollenden, von der Aussicht auf eine reiche Mitgift beeinflussten Jüngling durchaus zu einer, nicht gar zu ablehnenden Haltung bringen können, würde dieses Lächeln nicht eine Reihe leicht schiefer Zähne enthüllen, die mit ihrem schwach gelben Glanze und der Entfernung voneinander eine Verbeugung vor Phexens Firmament darstellten. Nun, selbst der liebende, väterliche Blick konnte nicht anderes als eine junge Frau von außerordentlicher Hässlichkeit erkennen, die jeden jungen Edelmann entweder zur raschen Flucht oder zur elfischen Liebe trieb. Wenn sie doch nur wenigstens ein anderes Duftwasser bevorzugen würde! | ||
Mit Bedauern dachte Mendolo daran, dass seine Tochter bisher auch jedes seiner Angebote abgelehnt hatte, zumindest einiges in Vinsalt bei [[Engerd Adlim]] oder an der [[Anatomische Akademie zu Vinsalt|Vinsalter Akademie]] korrigieren zu lassen. Stets pflegte sie in solchen Gesprächen anzumerken, dass die Götter sie so geschaffen hätten, wie diese es gewollt hätten. Doch schien Rahja sie auch bei der Verteilung der Gaben übersehen zu haben, hatte zumindest Hesinde sie bedacht und ihr einen klaren Verstand gegeben. „Verehrter Vater", hob sie an zu sprechen, „bereits am gestrigen Abend ist es wohl zu eiligen Konsultationen zwischen den Herren [[Irion von Streitebeck|Streitebeck]] und [[Amaldo di Piastinza|Piastinza]] gekommen. Wir müssen also mit einer neuerlichen Verbrüderung dieser Herren rechnen. Zwei Briefe, versehen mit deren Siegel, erreichten uns vor ungefähr einer Stunde. Zudem haben sie über Ausrufer verlautbaren lassen, dass sie aufgrund der [[Veliris|velirischen]] Bedrohung die Wachen auf den Mauern und im Hafen stärker besetzen lassen wollen." Mit diesen Worten übergab die Esquiria ihrem Vater zwei gesiegelte Briefe. | Mit Bedauern dachte Mendolo daran, dass seine Tochter bisher auch jedes seiner Angebote abgelehnt hatte, zumindest einiges in Vinsalt bei [[Engerd Adlim]] oder an der [[Anatomische Akademie zu Vinsalt|Vinsalter Akademie]] korrigieren zu lassen. Stets pflegte sie in solchen Gesprächen anzumerken, dass die Götter sie so geschaffen hätten, wie diese es gewollt hätten. Doch schien Rahja sie auch bei der Verteilung der Gaben übersehen zu haben, hatte zumindest Hesinde sie bedacht und ihr einen klaren Verstand gegeben. „Verehrter Vater", hob sie an zu sprechen, „bereits am gestrigen Abend ist es wohl zu eiligen Konsultationen zwischen den Herren [[Irion von Streitebeck|Streitebeck]] und [[Amaldo di Piastinza|Piastinza]] gekommen. Wir müssen also mit einer neuerlichen Verbrüderung dieser Herren rechnen. Zwei Briefe, versehen mit deren Siegel, erreichten uns vor ungefähr einer Stunde. Zudem haben sie über Ausrufer verlautbaren lassen, dass sie aufgrund der [[Veliris|velirischen]] Bedrohung die Wachen auf den Mauern und im Hafen stärker besetzen lassen wollen." Mit diesen Worten übergab die Esquiria ihrem Vater zwei gesiegelte Briefe. | ||
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Nur wenig später ging an den Herren [[Amaldo di Piastinza]] die Botschaft, dass man in aller Freundschaft die Einladung annehme und dafür seinen Dank ausspreche. Gleichwohl nähme man mit Freude das Fortbestehen der [[Rote Liga|Roten Liga]] zur Kenntnis, die bereits einmal die Inner-Sewamunder Flanke gegen den [[Tiro von Nupercanti|Signore von Nupercanti]] im Namen Efferdiens verteidigt hätte. Wie die Efferdische Protektion in den vergangenen Jahren bereits die Freiheit Sewamunds gegen velirischen Baron erfolgreich verteidigt hatte, hatte es die Rote Liga in den vergangenen Monden vermocht mit dem Segen der Götter und Efferdischer Unterstützung gegen den Nupercanti zu bestehen. Das erfreuliche Fortbestehen der Liga entferne einen Stein der Sorge vom Herzen des Generalprotektors und strafe jegliche Mutmaßungen über Divergenzen zwischen den Herren Protektoren bittere Lügen. Zudem man begrüße man den Willen des hochanständigen Signore, klare Position gegen den velirischen Baron zu beziehen und diese auch durch Taten umzusetzen. Die stärkere Besetzung der Mauern und Tore zeugen vom Ehrenmut und militärischem Verstand des hochgeschätzten Signore, doch erlaube es der Ehrverstand nicht, diesem dies alleine zuzumuten. Da die Efferdischen Truppen nicht, wie die Truppen des weitgerühmten Signore, erst kürzlich dem Unbill des Krieges ausgesetzt waren, aber dennoch eine für diese Aufgaben vorzügliche Ausbildung erhalten haben, sei es nur recht und billig, wenn diese auch den schwersten und gefährlichsten Teil der Bewachung der Stadt übernähmen. So sei, der Freundschaft zum Hause di Piastinza wegen, verfügt, dass ab nun die Efferdischen Truppen das Tor bewachen sollten. Zur raschen Umsetzung dieser Weisung und der damit verbundenen Entlastung des ehrenwerten Signore soll dieser Wechsel noch an diesem Tage geschehen, da man es nicht ertragen könne, dass dieser noch weiter durch seinen ehrenvollen Einsatz Nachteile erleiden müsse. So würde zudem noch die Möglichkeit gegeben sein, dem General-Protektor die Ehre zu erweisen, dass man sich beim werten Signore hiermit für die freundschaftliche Begrüßung und Einladung bedanken könne. | Nur wenig später ging an den Herren [[Amaldo di Piastinza]] die Botschaft, dass man in aller Freundschaft die Einladung annehme und dafür seinen Dank ausspreche. Gleichwohl nähme man mit Freude das Fortbestehen der [[Rote Liga|Roten Liga]] zur Kenntnis, die bereits einmal die Inner-Sewamunder Flanke gegen den [[Tiro von Nupercanti|Signore von Nupercanti]] im Namen Efferdiens verteidigt hätte. Wie die Efferdische Protektion in den vergangenen Jahren bereits die Freiheit Sewamunds gegen velirischen Baron erfolgreich verteidigt hatte, hatte es die Rote Liga in den vergangenen Monden vermocht mit dem Segen der Götter und Efferdischer Unterstützung gegen den Nupercanti zu bestehen. Das erfreuliche Fortbestehen der Liga entferne einen Stein der Sorge vom Herzen des Generalprotektors und strafe jegliche Mutmaßungen über Divergenzen zwischen den Herren Protektoren bittere Lügen. Zudem man begrüße man den Willen des hochanständigen Signore, klare Position gegen den velirischen Baron zu beziehen und diese auch durch Taten umzusetzen. Die stärkere Besetzung der Mauern und Tore zeugen vom Ehrenmut und militärischem Verstand des hochgeschätzten Signore, doch erlaube es der Ehrverstand nicht, diesem dies alleine zuzumuten. Da die Efferdischen Truppen nicht, wie die Truppen des weitgerühmten Signore, erst kürzlich dem Unbill des Krieges ausgesetzt waren, aber dennoch eine für diese Aufgaben vorzügliche Ausbildung erhalten haben, sei es nur recht und billig, wenn diese auch den schwersten und gefährlichsten Teil der Bewachung der Stadt übernähmen. So sei, der Freundschaft zum Hause di Piastinza wegen, verfügt, dass ab nun die Efferdischen Truppen das Tor bewachen sollten. Zur raschen Umsetzung dieser Weisung und der damit verbundenen Entlastung des ehrenwerten Signore soll dieser Wechsel noch an diesem Tage geschehen, da man es nicht ertragen könne, dass dieser noch weiter durch seinen ehrenvollen Einsatz Nachteile erleiden müsse. So würde zudem noch die Möglichkeit gegeben sein, dem General-Protektor die Ehre zu erweisen, dass man sich beim werten Signore hiermit für die freundschaftliche Begrüßung und Einladung bedanken könne. | ||
Anbei fand sich eine Liste mit dem Gefolge, das den General-Protektor bei diesem Bankett begleiten sollte. Neben den Namen zahlreicher Höflinge, höherer Hofdiener und dreier weiterer di Punta ([[Ruban Priscanti di Punta]], [[Lukretia | Anbei fand sich eine Liste mit dem Gefolge, das den General-Protektor bei diesem Bankett begleiten sollte. Neben den Namen zahlreicher Höflinge, höherer Hofdiener und dreier weiterer di Punta ([[Ruban Priscanti di Punta]], [[Lukretia di Punta]], [[Silvolio Mendes Salveri di Punta]]) fanden sich hier auch die Namen der Baronessa [[Alwene von Wiesen-Osthzweyg]] und des Baronets [[Ciro ya Mornicala]], Oberhäupter dieser Geschlechter. | ||
Anderen Inhaltes war die Botschaft, die an Esquirio Irion von Streitebeck gesandt wurde. Auch hier wurde zwar die freundschaftliche Begrüßung und Einladung hoch gelobt, ebenso die Bereitschaft zum Wohle Sewamunds die Stadt stärker bewachen zu lassen. Mit dem tiefsten Bedauern, wie in dem Brief aufrichtig versichert wurde, sah man sich jedoch nicht in der Lage beim Schutze des Hafens weitere Mannen zu stellen. Zwar wären eigentlich genügend Soldaten vorhanden, doch sah man an den Toren eine größere Gefahr velirischer Umtriebe gegeben, zudem hatten sich einige der Soldaten auf den Schiffen aufgrund des kalten Winters gar schreckliche Erkältungen zugezogen, so dass man diesen die Möglichkeit zur Gesundung geben wolle. Vorausgesetzt natürlich, dass dies dem ehrenwerten Herren von Streitebeck keine zu großen Umstände bereite, sähe man den Schutz des Hafens gerne weiterhin in den alleinigen Händen des hochgeschätzten Herren von Streitebeck. Da man gedenke dem edlen Herren zumindest auf eine andere Art hierbei Unterstützung zu geben, um dessen Einsatz einen Ausgleich zu verschaffen, sollte man dieses gemeinsam besprechen. Zu diesem Zwecke lädt man zu einem ungezwungenen Treffen zum Tee am Nachmittag des 13. Hesinde auf das [[Schloss Corello]] ein. Dort könne man gemeinsam die Süße des Sikraser Wildblütentees und den vollmundigen Geschmack Efferdischer Weine genießen. | Anderen Inhaltes war die Botschaft, die an Esquirio Irion von Streitebeck gesandt wurde. Auch hier wurde zwar die freundschaftliche Begrüßung und Einladung hoch gelobt, ebenso die Bereitschaft zum Wohle Sewamunds die Stadt stärker bewachen zu lassen. Mit dem tiefsten Bedauern, wie in dem Brief aufrichtig versichert wurde, sah man sich jedoch nicht in der Lage beim Schutze des Hafens weitere Mannen zu stellen. Zwar wären eigentlich genügend Soldaten vorhanden, doch sah man an den Toren eine größere Gefahr velirischer Umtriebe gegeben, zudem hatten sich einige der Soldaten auf den Schiffen aufgrund des kalten Winters gar schreckliche Erkältungen zugezogen, so dass man diesen die Möglichkeit zur Gesundung geben wolle. Vorausgesetzt natürlich, dass dies dem ehrenwerten Herren von Streitebeck keine zu großen Umstände bereite, sähe man den Schutz des Hafens gerne weiterhin in den alleinigen Händen des hochgeschätzten Herren von Streitebeck. Da man gedenke dem edlen Herren zumindest auf eine andere Art hierbei Unterstützung zu geben, um dessen Einsatz einen Ausgleich zu verschaffen, sollte man dieses gemeinsam besprechen. Zu diesem Zwecke lädt man zu einem ungezwungenen Treffen zum Tee am Nachmittag des 13. Hesinde auf das [[Schloss Corello]] ein. Dort könne man gemeinsam die Süße des Sikraser Wildblütentees und den vollmundigen Geschmack Efferdischer Weine genießen. | ||