Briefspiel:Zeit des Wandels/Vertrauen: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „{{Halboffiziell}}{{:Briefspiel:Zeit des Wandels}} ===Vertrauen=== Im Park des Palazzo ya Pirras Ende Efferd 1045 BF Der Wind brachte die ersten Vorboten des nahenden Herbstes. Die ersten Blätter der Bäume begannen sich zu verfärben. <br> Valerio ya Pirras hatte die Wiederwahl zum Senator gerade überstanden, als er sich an die Aufarbeitung der Vorfälle im Zuge des versuchten Putsches machte. Vor allen Dingen ein Satz ging ihm seither nicht…“ |
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Im Park des [[Palazzo ya Pirras]] Ende Efferd 1045 BF | Im Park des [[Palazzo ya Pirras]] Ende Efferd 1045 BF | ||
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Die Zyklopäerin wich dem Blick des Familienoberhauptes aus. ''“Ich half meinem Haus, meinem Verwandten in Not. Ist das nun ein Verbrechen? Ich nahm an, dass du diese Bewegungen billigst, sind wir doch zwei Häuser im Namen der Herrin [[Travia]] verbunden.”'' Valerio lächelte. ''“Billigung verlangt Wissen. Wissen verlangt Offenheit. Und Offenheit, so scheint mir, ist eine Tugend, die nicht alle gleich üben.”'' Beschämt blickte Elphya zu Boden. ''“Wenn Hilfe zur Parteinahme wird, ja, dann ist es eine Art Verbrechen. Denn wohin die Münzen flossen, folgte Macht. Und Macht ist niemals unschuldig. Du hast nicht nur gegeben, du hast entschieden. Zu Gunsten [[Stoëllios dylli Garén]], einem Unterstützer des Thirindar, des Aufrührers. Unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen.” “Ich wollte niemandem schaden.” “Schaden ist selten Absicht. Häufig ist er Begleiterscheinung. Besonders, wenn man vergisst, dass jede Gabe ein Zeichen setzt und jedes Zeichen gelesen wird, auch von jenen, die wir nicht zu Freunden zählen. Hätte der [[Senat (Efferdas)|Senat]] davon erfahren, das mit dem Gold der ya Pirras das Heer vor den Toren der Stadt bezahlt wurde. Nicht auszudenken. Man hätte uns Verrat unterstellen können.”'' <br> | Die Zyklopäerin wich dem Blick des Familienoberhauptes aus. ''“Ich half meinem Haus, meinem Verwandten in Not. Ist das nun ein Verbrechen? Ich nahm an, dass du diese Bewegungen billigst, sind wir doch zwei Häuser im Namen der Herrin [[Travia]] verbunden.”'' Valerio lächelte. ''“Billigung verlangt Wissen. Wissen verlangt Offenheit. Und Offenheit, so scheint mir, ist eine Tugend, die nicht alle gleich üben.”'' Beschämt blickte Elphya zu Boden. ''“Wenn Hilfe zur Parteinahme wird, ja, dann ist es eine Art Verbrechen. Denn wohin die Münzen flossen, folgte Macht. Und Macht ist niemals unschuldig. Du hast nicht nur gegeben, du hast entschieden. Zu Gunsten [[Stoëllios dylli Garén]], einem Unterstützer des Thirindar, des Aufrührers. Unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen.” “Ich wollte niemandem schaden.” “Schaden ist selten Absicht. Häufig ist er Begleiterscheinung. Besonders, wenn man vergisst, dass jede Gabe ein Zeichen setzt und jedes Zeichen gelesen wird, auch von jenen, die wir nicht zu Freunden zählen. Hätte der [[Senat (Efferdas)|Senat]] davon erfahren, das mit dem Gold der ya Pirras das Heer vor den Toren der Stadt bezahlt wurde. Nicht auszudenken. Man hätte uns Verrat unterstellen können.”'' <br> | ||
Elphya riss die Augen auf. Erschrecken war zu erkennen. ''“Nennst du mich also eine Verräterin?"'' Sanft legte Valerio seine Hand auf die seiner Schwägerin. ''“Ich nenne dich eine Frau von Geist, die vergaß, dass Geist ohne Treue hohl ist. Verrat, Elphya, ist nicht immer laut. Oft trägt er Seide und spricht von Mitleid, während er Fundamente aushöhlt.” “Ich verstehe. Was erwartest du nun von mir?” “Besonnenheit. Und Zurückhaltung. Manche Aufgaben verlangen nach anderen Händen, zumindest für eine Weile. Das ist kein Tadel, eher eine Erinnerung daran, dass Vertrauen, einmal gedehnt, Ruhe braucht, um nicht zu reißen.” “Ich habe dieses Vertrauen stets zu Ehren gesucht.” “Dann reise in deine Heimat. Reise im Namen des Herrn [[Praios]]. Suche Antworten, die Wahrheit. Über den Tod deines Verwandten, über die Beteiligung deines Hauses an den Vorfällen und über das Wirken der [[Halca Thirindar]] am Hofe des [[Haridiyon Thaliyin|Seekönigs]]. Mehre unser Wissen, unseren Einfluß.”'' Elphya nickte. ''“So bleibt mir nur, mich zu fügen." “So bleibt dir Würde. Bewahre sie. Denn sie ist das Letzte, was dir niemand nehmen kann, außer du selbst.”'' | Elphya riss die Augen auf. Erschrecken war zu erkennen. ''“Nennst du mich also eine Verräterin?"'' Sanft legte Valerio seine Hand auf die seiner Schwägerin. ''“Ich nenne dich eine Frau von Geist, die vergaß, dass Geist ohne Treue hohl ist. Verrat, Elphya, ist nicht immer laut. Oft trägt er Seide und spricht von Mitleid, während er Fundamente aushöhlt.” “Ich verstehe. Was erwartest du nun von mir?” “Besonnenheit. Und Zurückhaltung. Manche Aufgaben verlangen nach anderen Händen, zumindest für eine Weile. Das ist kein Tadel, eher eine Erinnerung daran, dass Vertrauen, einmal gedehnt, Ruhe braucht, um nicht zu reißen.” “Ich habe dieses Vertrauen stets zu Ehren gesucht.” “Dann reise in deine Heimat. Reise im Namen des Herrn [[Praios]]. Suche Antworten, die Wahrheit. Über den Tod deines Verwandten, über die Beteiligung deines Hauses an den Vorfällen und über das Wirken der [[Halca Thirindar]] am Hofe des [[Haridiyon Thaliyin|Seekönigs]]. Mehre unser Wissen, unseren Einfluß.”'' Elphya nickte. ''“So bleibt mir nur, mich zu fügen." “So bleibt dir Würde. Bewahre sie. Denn sie ist das Letzte, was dir niemand nehmen kann, außer du selbst.”'' | ||
===Nachforschungen auf den Inseln=== | |||
Auf einem Boot zwiscben [[Kethas]] und [[Hylailos]] Mitte Travia 1045 BF | |||
Das Boot schaukelte sanft auf den Wellen und die frische Meeresbrise fuhr ihr durch das Gesicht. [[Elphya dylli Garén]] warf einen Blick vom Bug auf die Umrisse der vor ihr liegenden Insel am Horizont. [[Hylailos]]. Schwermut überkam sie, hatte sie diese Insel schon lange nicht mehr besucht. Tief atmete sie ein. Sie hörte Schritte hinter sich und dann trat auch schon ihr Sohn [[Niccolo ya Pirras|Niccolo]] neben sie. <br> | |||
“Unsere Reise nach [[Kethas]] war nicht sehr erfolgreich, Mutter.”, sprach er Elphya an. Sie schüttelte den Kopf. “Nein, es war wie eine Mauer des Schweigens. Niemand konnte oder wollte etwas über das Schicksal von [[Stoëllios dylli Garén|Stoëllios]] sagen, außer dass er sein Leben auf [[Heliopolos]] verlor und es irgendetwas mit seinen Forschungen nach den Rätseln des [[Odenius Thaliyin]] zu tun haben soll.” “Odenius der Tüftler. Auf Heliopolos soll sich sein Erbe befinden. Reisen wir nun dorthin?” “Nein. Irgendetwas muss vorgefallen sein, dass man ihn nach seinem Tod geächtet hat. Also suchen wir seinen Sohn [[Rahjenysios dylli Garén|Rahjenysios]] auf. Denn auch mit ihm scheint etwas nicht zu stimmen. Denn anstelle ihm die Einokratrie seines Vaters Stoëllios nach dessen Tode zuzusprechen, nachdem er selbst Heliopolos verloren hatte, trägt nun der [[Dariÿon dylli Garén|Sohn]] seines [[Avesseus dylli Garén|Bruders]] den Titel.” “Also reisen wir nach Rethis, in den Schoß der Familie?” “Und zum Hof des [[Haridiyon Thaliyin|Seekönigs]]. Aber vorher zeige ich dir [[Garén]] unsere eigentliche Heimat.” Elphya griff nach seiner Hand und drückte sie sanft. <br> | |||
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