Straripanza: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Straripanza''' ist ein Dorf im [[Domäne Malur|Malurischen]]. Es liegt an einer Kreuzung von Feldwegen um viele Meilen abseits von der nächsten größeren Straße, dem [[Malurer Weg]]. Die Landschaft wird gekennzeichnet von Schafzucht und Weinbau. | '''Straripanza''' ist ein Dorf im [[Domäne Malur|Malurischen]]. Es liegt an einer Kreuzung von Feldwegen um viele Meilen abseits von der nächsten größeren Straße, dem [[Malurer Weg]]. Die Landschaft wird gekennzeichnet von Schafzucht und Weinbau. | ||
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Die kleinen Weinterrassen, die sich auf den sanften Hügel lagerten, wurden an ihrem Fuße von einer groben, rötlich-braunen Mauer gestützt. Daran empor rankte sich wilder Wein neben einigen Kletterrosen, dass der Anblick unentschieden blieb zwischen nacktem Stein, flachen Blättern, Dornen und Blüten. Unterhalb dieser Weinterrasse verlief der Feldweg, der gegen [[Vendramin]] geführt haben würde. Kämmte man in Gedanken einige Baumkronen beiseite, die sich über den Weg lagerten, so würde man unmittelbar auf das Dörfchen Straripanza geblickt haben. So aber gaben sich auf der Strecke zwischen Weinterrasse und Waldessaum, indem die Sicht vorauseilte, nur wenige Dächer zu erkennen. <br> | Die kleinen Weinterrassen, die sich auf den sanften Hügel lagerten, wurden an ihrem Fuße von einer groben, rötlich-braunen Mauer gestützt. Daran empor rankte sich wilder Wein neben einigen Kletterrosen, dass der Anblick unentschieden blieb zwischen nacktem Stein, flachen Blättern, Dornen und Blüten. Unterhalb dieser Weinterrasse verlief der Feldweg, der gegen [[Vendramin]] geführt haben würde. Kämmte man in Gedanken einige Baumkronen beiseite, die sich über den Weg lagerten, so würde man unmittelbar auf das Dörfchen Straripanza geblickt haben. So aber gaben sich auf der Strecke zwischen Weinterrasse und Waldessaum, indem die Sicht vorauseilte, nur wenige Dächer zu erkennen. <br> | ||
Lala Ortolana hatte eine alte Kötterin, die außerhalb des Dorfes lebte, zur Ader gelassen und ihr alsodann ein Wirselkraut überlassen. Genommen hatte sie dafür nichts, wenn nicht einige Eier, denn es war Lalas und der Dorfgemeinschaft besonderer Beruf (= Berufung), die Ärmsten der Armen und die Arbeitsuntüchtigen zu alimentieren, sofern es eine peraine- oder travienwidrige Vorsicht (= göttliche Vorsehung) gewollt hatte, jenen einen Unterhalt im Greisenalter abzuschneiden. <br> | [[Lala Ortolana]] hatte eine alte Kötterin, die außerhalb des Dorfes lebte, zur Ader gelassen und ihr alsodann ein Wirselkraut überlassen. Genommen hatte sie dafür nichts, wenn nicht einige Eier, denn es war Lalas und der Dorfgemeinschaft besonderer Beruf (= Berufung), die Ärmsten der Armen und die Arbeitsuntüchtigen zu alimentieren, sofern es eine peraine- oder travienwidrige Vorsicht (= göttliche Vorsehung) gewollt hatte, jenen einen Unterhalt im Greisenalter abzuschneiden. <br> | ||
Das hatte eine reisige Geweihte der Travia gesagt: Was dem Anscheine nach eine Travienwidrigkeit sei, das sei recht eigentlich von der Göttin als eine Prüfung der Gemeinschaft ausersehen worden. Wer aber dies zum Vorwande nehme, eine göttliche Strafe zu erblicken und sein Mitleiden zu ersticken, der handele vielmehr gegen göttliches Recht und müsse selbst von den Rechtschaffenen gegeißelt und ausgestoßen werden. <br> | Das hatte eine reisige Geweihte der Travia gesagt: Was dem Anscheine nach eine Travienwidrigkeit sei, das sei recht eigentlich von der Göttin als eine Prüfung der Gemeinschaft ausersehen worden. Wer aber dies zum Vorwande nehme, eine göttliche Strafe zu erblicken und sein Mitleiden zu ersticken, der handele vielmehr gegen göttliches Recht und müsse selbst von den Rechtschaffenen gegeißelt und ausgestoßen werden. <br> | ||
Lala war nicht sehr gebildet. Und doch hatte sie hinter den Worten der Travia-Geweihten den Hintersinn vermutet, die Berufung auf die Göttin habe lediglich ein sittliches Prinzip bekräftigen wollen, das auch jenseits der Zwölfgöttlichkeit, allein unter den Menschen, Güte (= Gutsein) gehabt haben würde. Oder war die sittliche Regung selbst die Manifestation der Götter in ihrer Menschenseele? Lala sinnierte ein wenig nach, bis sie bald das Dorf erreicht hatte und im nunmehr freien Gefilde diesen kleinen Hort der Gemeinschaft aus Dächern, einer großen Linde und den sonnegehärteten Karrenspuren auf dem Dorfplatze nahte. | Lala war nicht sehr gebildet. Und doch hatte sie hinter den Worten der Travia-Geweihten den Hintersinn vermutet, die Berufung auf die Göttin habe lediglich ein sittliches Prinzip bekräftigen wollen, das auch jenseits der Zwölfgöttlichkeit, allein unter den Menschen, Güte (= Gutsein) gehabt haben würde. Oder war die sittliche Regung selbst die Manifestation der Götter in ihrer Menschenseele? Lala sinnierte ein wenig nach, bis sie bald das Dorf erreicht hatte und im nunmehr freien Gefilde diesen kleinen Hort der Gemeinschaft aus Dächern, einer großen Linde und den sonnegehärteten Karrenspuren auf dem Dorfplatze nahte. | ||
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==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||
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