Briefspiel:Der Senat der Republik

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Briefspiel in Efferdas
Datiert auf: Efferd 1045 BF Schauplatz: Efferdas Entstehungszeitraum: ab Frühjahr 2026
Protagonisten: die Senatoren der Stadt Efferdas Autoren/Beteiligte: Di Camaro, Ya Pirras, Malavista, di Solano, Gerberstädter
Zyklus: Primuswahl · Erster Punkt der Tagesordnung


Erste Sitzung des neu gewählten Senats 06. Efferd 1045 BF

Die Primuswahl

Nachdem alle Senatoren bereits am Vortag im Palazzo Efferdas vereidigt worden waren, trat am 06. Efferd endlich der neu gewählte Senat erstmals zusammen. Der Sitzungssaal öffnet sich, in ein Rund aus Bänken und Treppen, in deren Zentrum der Senatsvorsitz oder auch Primos mit einigen Adlatus thront. Darum gruppieren sich die Bänke der einzelnen Senatoren mit ihren Schreiberlingen und Gehilfen. Nachdem sich alle Senatoren, samt ihrer Adlatus, mit Hilfe der Senatsdiener auf ihren Plätzen eingefunden hatten, begann man auch gleich mit der Wahl des sogenannten Primos, dem Sprecher des Senats, ohne den eine Senatssitzung nicht stattfinden konnte.
Zunächst stellte sich die Frage, wer der hohen Herrschaften sich für das Amt melden würde. Senator Gerber, dicht gefolgt von Senator di Malavista erhoben sich als Erste. Ein Raunen ging durch den Saal als auch Senator Binder aufstand. Eine ganze Weile geschah nichts, also entschied man, dass es bei den drei Kandidaten bleiben würde und die Wahl konnte beginnen. Jeder Senator, jede Senatorin hatte eine Stimme, die sie einem der Kandidaten geben konnte, oder falls keiner der Kandidaten die Zustimmung findet, kann man sich auch der Stimme enthalten. Um die Wahl für sich zu entscheiden, ist eine Zweidrittelmehrheit notwendig. So konnte es geschehen, dass eine Wahl mehrere Durchgänge erforderte, ehe ein Gewinner feststand.
Die Wahl des Primos ging erstaunlich schnell. Gleich im ersten Wahlgang konnte Cordovan di Malavista die benötigte Zweidrittelmehrheit erreichen. Carolus Gerber erhielt zwei Stimmen, Alrik Binder eine und es gab zwei Enthaltungen. <br[ Nun war also der Primus des aktuellen Senats gefunden und wechselte auch direkt seinen Platz ins Zentrum. Es verging einige Zeit, die jeder auf seine Weise zu nutzen wusste.

Senator di Solano trat lächelnd an Senator ya Pirras heran. "Verehrter Senator ya Pirras, ich soll die Glückwünsche meiner Cousine Nicandra überbringen. Sie scheint über eure Wahl sehr erfreut. Zudem, wie geht es dem Richter des Verräters unserer Republik, eurem Bruder? Ich habe in den letzten Wochen in Therme und Taverne viel über ihn gehört.“ Mit einer kurzen Handbewegung deutete Valerio seiner Maga Tharinda della Pena an, sich nicht nähern zu müssen, was diese mit einem Nicken beantwortete. Trotzdem ließ sie ihren Dienstherrn nicht aus den Augen. Dieser wandte sich Silem di Solano zu. "Senator di Solano. Eines der neuen Gesichter in unserer illustren Runde.” Abschätzend blickte er den kleineren Mann von oben herab an. “Richtet Eurer werten Base meinen Dank für die Glückwünsche aus.” Dabei fragte er sich aus welchem Grund sie es tat, gab es doch bisher kaum direkten Kontakt zueinander. “Und mein werter Herr Bruder erfreut sich nach seiner Heldentat bester Gesundheit und sieht sich in seinem bisherigen Handeln für Ruhm und Ehre seiner Einheit mehr als bestärkt.” "Da bin ich mir sicher, hätte ich einen Verräter seiner Strafe zugeführt, wäre ich wohl gleich stolz. Ich frage mich nur, jetzt mit dieser Stellung in der Republik, wird er weiter aufsteigen oder seiner Truppe treu bleiben?“ Silem beäugte Valerio, seine Reaktion studierend. "Immerhin, euer Bruder gehört nun zu den Helden dieser Stadt. Da ist doch ein Aufstieg unvermeidbar? Vielleicht, hat diese Republik ja bald zwei Senatoren des Geschlechtes ya Pirras. Ich würde es euch gönnen, solange der Richtige Senator entschwindet.“ Silems Blick wanderte zu Alrik Binder, in dem Versuch Valerio, durch diese Anspielung ihm gegenüber aufzulockern.
“Es wird einschneidende Veränderungen im Magistrat geben, sogar geben müssen. Durch den Verlust einiger Familien, dank der Terrorherrschaft der Familie d'Oro unter dem Deckmantel des Barons, sind einige Ämter verweist. Um die praiosgefällige Ordnung wieder herstellen zu können, müssen Strukturen geändert werden, Posten neu vergeben werden und einiges mehr. Ob es meinen Bruder betreffen wird, liegt ganz am Senat, wenn es um das Marescal-Kapitanat geht.” Valerio folgte Silems Blick. Als er Alrik Binder erblickte, verzogen sich seine Lippen kurzzeitig zu einem spöttischen Lächeln. “Aber seid gewiss, einen weiteren Senator ya Pirras wird es nicht geben. Sagt, streben Mitglieder Eurer Familie einen Posten im Magistrat an?” "Tatsächlich, mein Sohn Khadano, er will in das Hospital-Kapitanat. Es scheint jedoch zu passen. Ein Magier der Heilung als Verantwortlicher für die Gesundheit. Und wenn ich meine Tochter Khadana richtig verstehe, ist diese dem Ordinar-Kapitanat zugewandt, ein Zeichen ihres Misstrauens, ihren Worten nach, wenn du Ordnung willst, schaffe sie selbst. Eine Aussage, mit der ihr wohl mehr anfangen könnt als ich. Aber es scheint, ich höre einen Wunsch eurerseits heraus, sodass euer Bruder eine Rolle erhält, die seinem neuen Ruf gerecht wird, eine Rolle des Leitens und Reformierens." Silem sah Valerio nun mit einem verschwörerischen Blick an. “Ein Magier. Soso.” Valerio strich sich durch seinen Bart. “Das Hospital-Kapitanat. Da solltet ihr Euch besser an dle Gerbers wenden, sind dlese doch vorherrschend in diesem Bereich. Und das Ordinar-Kapitanat? Hat Eure Tochter vor die neue Kommandantin der Stadtwache zu werden? Dafür ist eine entsprechende Befähigung von Nöten. Oder möchte sie gar jemanden aus dem Amt drängen?” "Nein, nein, nein, nicht die Stadtwache, das übersteigt momentan ihr Wissen. Sie will in die Hafeninspektur, sie hatte schon immer einen Hang zum Sehen was Ungesehen bleiben sollte. Es ist nicht unser Ziel zu verdrängen, wir ergänzen. So ist es auch mit Khadano, er will nicht den Gerbern ihr Resort stehlen nur unterstützen.“ Silems Blick erweichte wieder vom verschwörerischen ins unkenntliche. "Und wer weiß, wenn ein di Solano auf einem Posten sitzt oder man ihnen hilft auf diesen zu kommen, vielleicht kann man über den Preis unserer Produkte an die Stadt verhandeln. Immerhin, jeder wird einmal krank, wäre es dann nicht gut, wenn der Popolo nicht rebelliert, Palazzos niederbrennen und marodieren muss, um an Medizin zu kommen? Aber auch die Garden brauchen Medizin oder vielleicht Alchemika.“, waren die Worte, die Silem sprach, mit einem Lächeln auf den Lippen, welches provoziert. “Ihr wollt also unsere Unterstützung, um Eure Zöglinge im Magistrat einzusetzen. Aber anstelle mit Argumenten zu überzeugen, versucht lhr Phexens Weg zu gehen, wenn ich dies wohlwollend ausdrücken darf.” Valerios Miene verdüsterte sich. “Ihr sprecht von Dlngen, von denen lhr keine Ahnung habt, Senator. Ein falsches Wort kann schon einen Aufstand hervorrufen.” Er setzte wieder seine gewohnte stoische Mlene auf. “Überzeugt erst einmal von der Qualität Eurer Waren, bevor ihr denkt, dass die Garden oder dle Efferdier sie benötigen. Letztendlich obliegt dies dem Hospital-Kapitanat. Ein Kapitanat, auf das ihr mit einem Posten Einfluss nehmen wollt. Wenn man es genau nimmt, riecht das etwas nach Vetternwirtschaft.”
"Verehrter Senator, es erscheint, ich bin mit meinen Worten zu frei umgegangen, nichts liege mir ferner, als Posten für Einfluss nutzen zu wollen, ohne der Republik dies doppelt zurückzugeben. Außerdem ist es nicht so, als ob meine Kinder nicht qualifiziert wären, so sagt ihr, es fehlen Euch die Argumente, dennoch, wie können sich Khadano und Khadana beweisen, was nicht schon ersichtlich ist. Ihre Akademischen Abschlüsse sprechen für sich, jedoch wenn ihr zweifelt, könnte eine Befragung vor dem Senat oder euch helfen, sodass sie ihren Wert zeigen können. Außerdem, wie sollen sich die Efferdier und Garde von den Waren überzeugen, wenn es unnötig erschwert wird? Wobei diese Thematik, scheint wohl tatsächlich bei den Gerbern besser aufgehoben.“ Auf den Satz folgte eine Veränderung. Silems Miene, sie wurde untypisch ernst. "Ihr scheint ein misstrauischer Mann zu sein, eine Notwendigkeit in solch unsteten Zeiten, so hoffe ich dass ihr mir glaubt, meine Worte scheinen manchmal falsch gewählt, doch ich wünsche nur den Erfolg Efferdas.“ Dem Schlusswort folgte, ein wieder das Lächeln. “Lobenswerte Ziele Senator. Wenn Ihr Unterstützung für Eure Kinder benötigt, dann solltet Ihr deren Vorteile gut zu präsentieren wissen. Denn man wird Euch befragen um entscheiden zu können, wer für den Posten besser geeignet ist. Und wenn mir gefällt was ich höre, dann seid Euch der Unterstützung durch mein Haus gewiss. Für dieses Mal. Ihr entschuldigt mich, ich habe noch eine Rede vorzubereiten.”
Valerio nickte Silem zu, wandte sich ab und wechselte einige Worte mit seiner Magierin. Diese trat daraufhin auf Silem zu. “Tharinda della Pena. Magierin im Dienste des Hauses ya Pirras. Mein Dienstherr bat mich einige Eurer Alchemika in Augenschein zu nehmen. Bitte sagt mir, wann dieses möglich wäre und an wen ich mich zu wenden habe." "Verehrte della Pena, der Vormittag in drei Tagen, würde wohl sehr passen, meldet euch einfach am Labor meiner Familie in der Unterstadt im Hafen, ihr werdet merken, wenn ihr davor steht, die Tür trägt unser Familienwappen. Dort werdet ihr erwartet werden. So, wenn ihr mich entschuldigt, auch ich habe mich Reden und Dokumenten zuzuwenden.“ Silem wendete sich ab und ging zurück zu seinem Schreiberling.

Nun, das Wahlergebnis war deutlich hinter den Erwartungen geblieben. Zwar war Carolus nicht davon ausgegangen, dass er oder Alrik Binder die Wahl zum Primus gewinnen würden, aber dass der Kandidat des Landadels gleich im ersten Wahlgang die notwendige Zweidrittelmehrheit holen würde, hatte ihn dann doch überrascht. Carolus hatte sich zu Alrik begeben. Der erste Vertreter der Popolo im Senat war sehr gelassen. “Ach, als Delohinocco-Spieler habe ich gelernt mit Niederlagen umzugehen!” Senator Binder zuckte mit den Schultern. “Nun, mich enttäuscht nicht unbedingt der Ausgang der Wahl. Eher besorgt mich die Deutlichkeit des Ergebnisses. Einzig Senator Ventargento und wir beide haben für einen der Vertreter des Stadtadels gestimmt, di Camaro und di Solano haben sich für die Seite des Landadels entschieden. Da wir, entgegen der bisherigen Gepflogenheiten, nicht sechs Stadtadlige im Senat, sondern nur vier sind, hatte ich gehofft, man würde geschlossen zusammenstehen.” Carolus Gerber blickte zum Platz von Valerio ya Pirras und sah dort Selem die Solano im Gespräch mit dem Senator, der wohl zu den größten Gegnern der Emporkömmlinge aus Handel und Handwerk galt. “Wie mir scheint, sieht sich die Familie di Solano eher dem Landadel zugehörig. Ich bin gespannt, wie sich das Ganze im Verlauf unserer Amtszeit so entwickelt.” Carolus lächelte bitter. Alrik klopfte ihm aufmunternd auf die Schultern: “Ist erst die erste Sitzung und lediglich die Wahl des Spielführers, die gesamte Spielzeit liegt noch vor uns. Ja, die Mannschaft ist sehr ungleich zusammengewürfelt, aber ich bin zuversichtlich, dass die gemeinsamen Gegner und die Reaktionen der Zuschauer schon dafür sorgen werden, dass die Mannschaft zusammenwächst und sich ein gemeinsamer Geist entwickelt.” Carolus war von der unerschütterlichen Zuversicht Alriks fasziniert, er wünschte, er könnte genauso viel Vertrauen in gemeinsamen Geist, Ziele und Gegner, die verbinden würden und den einenden Einfluss der Zuschauer haben. Die Zeit würde zeigen, ob die Philosophie des Delphinocco-Helden sich als zutreffend erweisen würde.
Auf dem Platz des Primos schien Ruhe einzukehren, der Umzug war wohl fast abgeschlossen und in Kürze würde der frischgewählte Primos Cordovan di Malavista seine Eröffnungsrede halten, so verabschiedete sich Carolus und kehrte auf seinen Platz zurück.

Der erste Tagesordnungspunkt war bereits am Vortag festgelegt worden, die Aufstellung der neuen Stadtgarde und der Republikanergarde, denn bisher wurde die öffentliche Ordnung noch immer durch die Pikeniere des Cavalliere Tarquinio della Pena aufrecht erhalten, was langsam für einen gewissen Unmut in der Bevölkerung sorgte. Obwohl sich die Söldner aus Urbasi korrekt verhielten und nach wie vor außerhalb der Stadtmauern lagerten, war dies doch ein Zustand der sich baldmöglichst ändern sollte um die Souveränität der Republik wieder her zu stellen. Die Frage, die sich dabei stellte, war nicht das Ob, sondern das Wie und mit wem. Die gleiche Anzahl wie zuvor? Wer sollte rekrutiert werden? Sollte die Gliederung wieder die Gleiche sein? Ja, es gab einiges zu klären vor allem die Finanzierung, hatte der ganze Schlamassel ja erst begonnen, als die Republik nicht mehr in der Lage war, den Sold zu bezahlen und Eine nach dem Anderen die Waffen niederlegte und den Wappenrock auszog. Dann war es soweit, Primus Cordovan di Malavista eröffnete offiziell die erste Sitzung des neuen Senats