Archiv:Aufschwung des Handwerks in Agreppara (BB 49)
| Quelle: Bosparanisches Blatt Nr. 49, Seite 42 | Datiert auf: 1046 BF |
von Tsafrido Fluciani
Die Urkunde, die Agreppara Stadtrecht verlieh, war noch nicht getrocknet, da begannen schon emsige Bautätigkeiten in der jüngsten Stadt des Horasreichs. Die neu etablierte Patrizierfamilie ya Malachis gab bei der ortsansässigen Baumeisterfamilie ya Scalior einen eigenen Palazzo in Auftrag. Direkt gegenüber dem Geschlechterturm der Flaviora soll der Prunkbau entstehen.
Adamante ya Scalior hat für dieses Projekt nicht nur die besten Handwerker Urbasis unter Vertrag genommen, er arbeitet sogar mit Bernadeo Buontalenti zusammen. Anscheinend wollen sich die beiden Baumeister mit dem Palazzo der ya Malachis ein Denkmal setzen. Für die Steinzunft, aber auch die Gefäßzunft, bedeutet der Bau volle Auftragsbücher.
Neben dieser Großbaustelle ist ein weiteres Projekt der Familie ya Malachis fast ohne Aufsehen über die Bühne gegangen. Sanjana ya Malachis ist es gelungen der scheidenden Familie Dalidion die alten Druckereigebäude abzukaufen. Für welche Summe und zu welchen Bedingungen muss allerdings Spekulation bleiben, da sich keine der Parteien dazu äußert. Auch die Silbertaler Bank ist zu keiner Stellungnahme bereit, aber Sofia Silbertaler trägt dieser Tage eine sehr zufriedene Miene zur Schau, wie es heißt.
Spannender ist für die Agrepparer ohnehin die Frage, was aus den Gebäuden der Druckerei werden soll. Hier hat sich Sanjana ya Malachis jedenfalls geäußert: „Wir werden in den Gebäuden eine Brokatweberei einrichten, wie wir sie auch schon in Marudret betreiben. Diese edlen Tuche werden zum Angebot der Familie Flaviora keine Konkurrenz sein, sondern eine Ergänzung. Außerdem sollen hier Gobelins auf Bestellung entstehen. Exklusive Einzelstücke für die Salons der Patrizier. Wir werden zeigen, dass die Weberei auch ein Kunsthandwerk sein kann.“
Schneller als gedacht könnte sich der neue Status der vormaligen urbasischen Vorstadt so im Stadtbild und auch beim Wohlstand ihrer Bewohner bemerkbar machen.