Briefspiel:Im Auge des Chaos/Aphestadil: Unterschied zwischen den Versionen
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“Herrin… es ist… eine Nachricht…” “Bring sie hoch” ertönte es von oben. “Muss ich?...” “Lass die Albernheiten, Conceluela. Du tust ja, als würde es da unten spuken!” | “Herrin… es ist… eine Nachricht…” “Bring sie hoch” ertönte es von oben. “Muss ich?...” “Lass die Albernheiten, Conceluela. Du tust ja, als würde es da unten spuken!” | ||
Die Zofe hob mit Zeigefinger und Daumen vorsichtig die Hand auf und lief damit, sie möglichst weit von ihrem Körper haltend und einem “iiiiiiih” auf den Lippen nach oben. <br> | Die Zofe hob mit Zeigefinger und Daumen vorsichtig die Hand auf und lief damit, sie möglichst weit von ihrem Körper haltend und einem “iiiiiiih” auf den Lippen nach oben. <br> | ||
Kurze Zeit später erreichte auch [[Dartan di Camaro|Dartan]] wieder die heimische Villa, nachdem er in der Stadt herumschlich und versuchte, den aktuellen Stand in Erfahrung zu bringen. Philippa kam ihm aufgelöst entgegen gerannt und wirkte, als sei sie schon zuvor mehrfach in Tränen ausgebrochen. Aber auch [[Esteban di Camaro|Estebans]] zweitältester Sohn rang nach der erhaltenen Nachricht nach Fassung. “Gut… jetzt wird es persönlich. Den Rahjatempel an den namenlosen Tagen nieder zu brennen ist an Gotteslästerung nicht zu überbieten.” “Was sollen wir denn nur tun?” wimmerte Phelippa. “Nun, ich werde mich umgehend zu diesem Treffpunkt am Wassersturz begeben, der in der Nachricht angegeben ist. Vielleicht lässt sich da ja ein wenig mehr erfahren. Und du, geh zu unserem Neffen in den Efferdtempel. Vielleicht lässt ja wenigstens diese Nachricht ihn aus seiner Lethargie erwachen. Das muss ihn einfach berühren.” “Ich… soll da raus? Ich habe eben schon einen Dämon ins Auge sehen müssen!” klagte Phelippa und erntete einen wütenden Blick ihrer Zofe. “[[Vigo di Camaro|Vigo]] ist ja schon da und hier gehen uns sonst gleich die Bewohner aus.” blieb Dartan streng. “Also los jetzt!” “Conceluela, Schätzchen…?” wandte sich Phelippa an ihre Zofe, welche diese aber - ahnend, was wohl kommen würde - mit einem “Du kannst mich mal!” entgegnete. Vor Schreck vergaß die Camaro-Tochter einen kurzen Moment ängstlich zu tun. Dann erkannte sie, dass sich diese Aufgabe wohl wirklich nicht delegieren ließ. “Na gut… wie ihr wollt…” | Kurze Zeit später erreichte auch [[Dartan di Camaro|Dartan]] wieder die heimische Villa, nachdem er in der Stadt herumschlich und versuchte, den aktuellen Stand in Erfahrung zu bringen. Philippa kam ihm aufgelöst entgegen gerannt und wirkte, als sei sie schon zuvor mehrfach in Tränen ausgebrochen. Aber auch [[Esteban di Camaro|Estebans]] zweitältester Sohn rang nach der erhaltenen Nachricht nach Fassung. “Gut… jetzt wird es persönlich. Den Rahjatempel an den namenlosen Tagen nieder zu brennen ist an Gotteslästerung nicht zu überbieten.” “Was sollen wir denn nur tun?” wimmerte Phelippa. “Nun, ich werde mich umgehend zu diesem Treffpunkt am Wassersturz begeben, der in der Nachricht angegeben ist. Vielleicht lässt sich da ja ein wenig mehr erfahren. Und du, geh zu unserem Neffen in den Efferdtempel. Vielleicht lässt ja wenigstens diese Nachricht ihn aus seiner Lethargie erwachen. Das muss ihn einfach berühren.” “Ich… soll da raus? Ich habe eben schon einen Dämon ins Auge sehen müssen!” klagte Phelippa und erntete einen wütenden Blick ihrer Zofe. “[[Vigo di Camaro|Vigo]] ist ja schon da und hier gehen uns sonst gleich die Bewohner aus.” blieb Dartan streng. “Also los jetzt!” “Conceluela, Schätzchen…?” wandte sich Phelippa an ihre Zofe, welche diese aber - ahnend, was wohl kommen würde - mit einem “Du kannst mich mal!” entgegnete. Vor Schreck vergaß die Camaro-Tochter einen kurzen Moment ängstlich zu tun. Dann erkannte sie, dass sich diese Aufgabe wohl wirklich nicht delegieren ließ. “Na gut… wie ihr wollt…”<br> | ||
===In der Gerberstadt=== | |||
Überrascht hatte [[Kilian Gerber]] zur Kenntnis genommen dass seine Cousine [[Quenia Gerber|Quenia]] gemeinsam mit ihrem Bruder [[Niccolo Gerber|Niccolo]] bereits vor Stunden wieder aufgebrochen waren. Auch seine [[Nita Origan|Mutter]] war mit einigen Leuten der Instandhaltungstruppe losgezogen und sie hatte ihm eine Nachricht da gelassen. [[Efferdane Flava Gerber|Efferdane]] reichte ihm ein Pergament “Hier, soll ich dir von Nita geben, aber setz dich, bevor du ihre Zeilen liest!” | |||
===Am Efferdtempel=== | |||
Die Zahl derer, die am [[Tempel des güldenen Dreizack|Tempel des güldenen Dreizacks Schutz suchten, wuchs stündlich. Im Eingangsraum kümmerte sich [[Liaiell di Camaro]] weiterhin um die traurigen Gestalten, die vor lauter Verzweiflung nicht mehr weiter wussten. Sie hörte sich ihre Geschichten an, redete mit ihnen, spendete Trost und war mitfühlend, wo es nur ging, doch sie selbst merkte, wie wenig sie damit erreichen konnte. Sie war müde, hatte wenig geschlafen. Und die Nachrichten aus der Stadt waren auch nicht besser geworden. Vor kurzem erst hatte ihre Base [[Phelippa di Camaro |Phelippa]] den Tempel betreten, hatte sich kurz mit dessen Bruder [[Vigo di Camaro|Vigo]] besprochen und waren dann gemeinsam in den Keller gegangen, um ihren [[Efferdobal di Camaro|Vater]] zu sprechen. Wie die Menschen in diesem Tempel, so litt auch ihr Vater. Und das zerbrach ihr das Herz. Sie wünschte sich, dass sie doch nur irgendetwas bewirken könnte. So aber blieb nicht viel mehr, als einer Frau, die von einer Palisade gefallen war und hier mit einigen Schrammen auftauchte die Wunden zu säubern. Mitten hinein hörte man von draußen auf einmal eine laute, irgendwie gruselig klingende Stimme. “Euer Frevel wird belohnt werden! Jedem, der die Fackel warf, Belikhelais Liiiiebeeee ist euch sicher!” Die Leute im Tempel sahen sich irritiert an. So auch Liaiell, welche gleich mal zum Eingang des Tempels ging, um zu sehen, wo die Stimme her gekommen sein könnte. Sie sah nichts bis auf einen Jungen, der panisch auf sie zulief. <br> | |||
Lauro hatte auch nicht aufgehört zu rennen, seitdem ihm dieser eigenartige Geist so erschreckt hatte. Dass ihm am Efferdtempel nun freundlicherweise sogar jemand die Tür aufhielt, fiel gar nicht mehr ins Gewicht, er wollte einfach nur noch in den Tempel. Es gab einige Stellen dort, die immer sehr beruhigend auf ihn wirkten. Er war schon fast drin, da hielt ihn die Frau mit den grünbläulichen Haaren am Ärmel fest und bremste ihn so merklich. “He, mein Junge. Wo willst du denn so eilig hin?” “Beten, gute Frau.” kam von dem Jungen nur, während Liaiell ihn zu sich drehte und ihm ins Gesicht blickte. Sie bemerkte seine Tränen sofort und wischte mit ihren Daumen vorsichtig den Dreck von den Wangen. “Dann bist du hier richtig. Was ist denn mit dir passiert? Du siehst ja wild aus.” | |||
“Ich… ich komme vom Rahjatempel… also den Ruinen. Da… da….” Liaiell merkte, wie aufgewühlt Lauro war und versuchte ihn dann doch erst einmal zu beruhigen. “Komm, wir waschen dir jetzt erstmal das Gesicht.” sie nahm in an der Hand und führte ihn zum Wasserbassin, aus dem die Quelle des Parvenus quillte. Sie nahm den Zipfel ihres Gewandes, tunkte ihn in das heilige Wasser und fuhr ihm damit über das Gesicht. Es wirkte tatsächlich beruhigend. “Ganz ruhig. Sag mir doch erstmal, wie du heißt…” | |||
“Ich… ich bin Lauro. Lauro Achille” | |||
“Und ich bin Liaiell di Camaro. Angenehm, dich kennen zu lernen.” Sie putzte ihm als nächstes die Stirn frei. Der Dreck hatte ihr Leinenkleid an der Stelle nun längst schwarz gefärbt. “Dann sag mir doch mal, was dich so erschreckt hat.” <br> | |||
“Nun… ich war am Rahjatempel und habe meine Mutter gesucht. Aber da war nur dieser böse Gardist, vor dem habe ich mich hinter so einer Säule versteckt, wo eine Frau mit Hörnern drauf war. Und.. und auf einmal…” Lauro stockte. Tränen füllten seine Augen. Es musste etwas wirklich traumatisches passiert sein. “Hat dich der böse Gardist geschlagen?” vermutete Liaiell das Naheliegende. “Nein… da kam so ein Licht aus der Säule… und aus dem Licht trat… ich weiß nicht. Ein Geist oder ein Dämon.” Liaiells Augen weiteten sich. Damit hatte sie nicht gerechnet. “Ein Geist? Und der Geist hat den Gardisten dann vertrieben? Was für ein Geist war das denn?”“Das war eine Frau mit sechs Armen und Flügeln. Und sie wollte irgendwie den Gardisten lieben. Aber dann… dann..” | |||
Liaiell blickte den Jungen erwartungsvoll an, doch dieser blockierte. “Haben sie sich dann geliebt?” vermutete Liaiell wieder das naheliegende. “Nein… nein, sie haben… haben….” Lauro guckte zur Seite. Er fühlte sich dabei wirklich nicht wohl. “Haben sie was Schlimmes getan?” fragte sie vorsichtig. “Nur sie…” schluckte der Junge. “Da war dann nur überall Blut. Sie fing dann an zu fliegen und meinte was, dass sie denen mit den Fackeln liebe bringen würde… Ich bin einfach nur weg gerannt. Ich will so eine Liebe nicht….” <br> | |||
Liaiell wollte Lauro trösten und drückte ihn an ihre Brust, doch Lauro stieß sie sofort weg “Nein! NICHT! NEIN!” Verwundert blickte sie den Jungen an, der sich einfach nur los zu reißen versuchte. Sie ließ sofort von ihm ab. “Tut mir Leid, Lauro, ich wollte dir keinen Schrecken einjagen. Du hast alles richtig gemacht, hierher zu laufen. Hier gibt es keine Frauen mit Flügeln und sechs Armen.” Langsam entspannte sich der Junge wieder. Sie führte ihn zu einem noch nicht benutzten Matratzenlager. “Komm, hier kannst du dich erst mal ein wenig ausruhen und den Schreck verdauen. Gleich gibt es Essen, wie klingt das?” Lauro nickte nur. “Aber ich muss bald wieder los, ich muss Mama suchen.” “War deine Mama im Rahjatempel?” erkundigte sie sich. Sie hatte durch das Schreiben der Ya Pirras an ihre Familie und durch die Anwesenheit Phelippas und Vigos natürlich schon davon gehört, dass wohl keiner zu Schaden gekommen war. Lauro nickte. So konnte Liaiell ein mutmachendes Lächeln aufsetzen. “Dann glaube ich sogar zu wissen, wo deine Mutter ist. Willst du mir ihren Namen sagen? Dann gehe ich sie gleich mal suchen und sag ihr, wo du bist?” Lauros Augen wurden größer. Endlich etwas Hoffnung. “Sie heißt Sagana Achille” “Dann werde ich gleich mal los gehen und deine Sagana suchen gehen. Du wartest hier so lange, in Ordnung?” lächelte Liaiell so gewinnbringend wie möglich. Lauro nickte nur. <br> | |||
Für die junge Camaro war hingegen klar, wo es als nächstes hin ginge. Zur Perainestunde zum Wasserfall. Sie würde sich mit den Leuten treffen, die schon [[Dartan di Camaro|Dartan]] eingeladen hatten und wer weiß, wen noch. Sie würde sich dort nach Lauros Mutter erkundigen und zugleich aber auch sich umhören, was das für eine Gestalt gewesen sein könnte, die er da gesehen hatte. Offensichtlich hatte dieser seltsame Ruf in der Stadt wohl etwas damit zu tun. Und eine fliegende, geflügelte Frau aus Licht, welche offensichtlich der ganzen Stadt ihren Namen Belikhelai mitteilte, das konnte nichts Gutes sein. | |||
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