Briefspiel:Albornsburg/Reaktionen auf Verhaftung und Anklage: Unterschied zwischen den Versionen
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''“Was machen wir nun, Phelizzio?”'', fragte sein alter Freund Gardelan und nahm Haltung an.<br> | ''“Was machen wir nun, Phelizzio?”'', fragte sein alter Freund Gardelan und nahm Haltung an.<br> | ||
''“Wir werden unsere Rechtskundler, die [[Familie Gezetti|Gezettis]], hinzuziehen und mit allen Kräften die [[Familie di Cerrano]] unterstützen”'', sagte Sybilla ruhig.<br> | ''“Wir werden unsere Rechtskundler, die [[Familie Gezetti|Gezettis]], hinzuziehen und mit allen Kräften die [[Familie di Cerrano]] unterstützen”'', sagte Sybilla ruhig.<br> | ||
''“Mehr noch …”'', begann der alte Fasan laut denkend. ''“Gardelan. Lass | ''“Mehr noch …”'', begann der alte Fasan laut denkend. ''“Gardelan. Lass vier der [[Palmyranische Wache|Palmyramischen Wache]] voll bewaffnet antreten und informiere einen Stallmeister aus der Stadt, dass wir Pferde benötigen. Sofort”'', befahl er ungewohnt eisern.<br> | ||
Gardelan nahm Haltung an und bestätigte den Befehl mit einer Faust zur Brust schlagend.<br> | Gardelan nahm Haltung an und bestätigte den Befehl mit einer Faust zur Brust schlagend.<br> | ||
''“Sybilla. Ehe wir die Gezetti kontaktieren, hilf mir bei der Formulierung einiger Briefe. Ich soll verdammt sein, wenn ich nicht alles in meiner Macht stehende tun werde, um Verian zu helfen. Familie d'Antara hält seine Treue im Sturm!”''<br> | ''“Sybilla. Ehe wir die Gezetti kontaktieren, hilf mir bei der Formulierung einiger Briefe. Ich soll verdammt sein, wenn ich nicht alles in meiner Macht stehende tun werde, um Verian zu helfen. Familie d'Antara hält seine Treue im Sturm!”''<br> | ||
''“Aber, mein Lieber. Wir haben keine ernsthaften politischen Ämter inne.”''<br> | ''“Aber, mein Lieber. Wir haben keine ernsthaften politischen Ämter inne.”''<br> | ||
''“Nein, aber unsere Freunde schon.”''<br> | ''“Nein, aber unsere Freunde schon.”''<br> | ||
Noch am gleichen Tag verließen mehrere Eildepeschen den Schreibtisch von Phelizzio. | Noch am gleichen Tag verließen mehrere Eildepeschen den Schreibtisch von Phelizzio. | ||
''Im Stadtteil Residencia'' | |||
''“Hast du schon gehört, Liebster? Man hat den [[Verian di Cerrano|Kronkastellan]] der [[Albornsburg]] verhaftet. Wegen Hochverrats.”'' [[Mireia ya Papilio|Mireia ya Pirras]] drückte sich an ihren Mann [[Icaro ya Pirras|Icaro]]. Sie genoss den gemeinsamen Spaziergang durch [[Residencia]]. ''“Meine Liebe, nicht nur wegen Hochverrat. Die Anklageschrift ist noch weit umfangreicher. Amtsmissbrauch, Urkundenfälschung, Namensmissbrauch, Majestätsbeleidigung, Veruntreuung, Verletzung des Kriegsrechts in Friedenszeiten, Betrug, Unterschlagung und Götterfrevel an [[Praios]] und [[Horas]]. Es geht wohl um einen Auftrag an die [[Familie d'Antara|d'Antara]].”'' Ein Lächeln zeigte sich auf Mireias Gesicht. ''“Ach, die d'Antara. Damit werden ihre Umtriebe wohl ins Stocken geraten, wenn ihr Name in einem Atemzug mit Hochverrat genannt wird.” “Zumindest wenn sie sich auf seine Seite stellen werden, wovon wohl auszugehen ist.”'' <br> | |||
Es wurde windiger, denn sie näherten sich langsam der Klippe über dem Wasserfall. | |||
''“Nichtsdestotrotz ist dies ein interessantes Verfahren.” “Du denkst doch nicht etwa daran….” “Es reizt mich schon sehr. Und bei unserem Besuch in [[Valbeno]] haben sie nicht den Eindruck gemacht, leichtfertig oder fahrlässig zu handeln.” “Nein, aber sie zeigten sich offen als Teil der [[Murakianer|Murakiden]]. Dies entspricht nicht unserer Einstellung. Was sagt dein [[Valerio ya Pirras|Vater]] dazu?” “Er hat mir freie Hand gelassen, aber auch Bedenken geäußert.” “Ebenso wie ich. Ich glaube, du begibst dich auf einen ganz schmalen Grat.”'' Icaro seufzte. ''“Es ist natürlich ein großes Risiko und ich glaube auch nicht an einen Freispruch. Aber wenn ich es erreichen kann das Strafmaß zu mildern, ist es schon als großer Erfolg anzusehen, der meinem Namen gut zu Gesicht stehen würde.” “Du müsstest dein Amt ruhen lassen.”'' Er nickte. ''“Noch steht gar nicht fest, ob es überhaupt notwendig ist. Schließlich haben sie mit [[Curthan di Cerrano]] einen eigenen Rechtsgelehrten in ihren Reihen. Aber ich werde ein Schreiben aufsetzen und meine Unterstützung anbieten.” Mireia drückte seine Hand. “Ich hoffe du weißt, was du tust.”'' | |||
==Nachricht auf dem Yaquir== | ==Nachricht auf dem Yaquir== | ||
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Versonnen betrachtete Niothia Amene, die vergnügt an Amethystas Mähne zog. ''"Sie alle lernen es irgendwann: die Vorsicht. Auf die eine oder andere Weise."'' | Versonnen betrachtete Niothia Amene, die vergnügt an Amethystas Mähne zog. ''"Sie alle lernen es irgendwann: die Vorsicht. Auf die eine oder andere Weise."'' | ||
== Aufbruch nach Urbasi == | |||
Bis zum tatsächlichen Aufbruch ins Aurelat vergingen nunmehr ein paar Tage, da in dieser Zeit noch Reisevorkehrungen sowie dringliche Geschäfte zu treffen wie abzuschließen waren. Ein besorgtes Schreiben der [[Familie Silbertaler]] veranlasste den alten Schiffsbauer einen von der Rechtsgelehrtenkanzlei der [[Familie Gezetti]] notariell beurkundeten Wirtschafts- wie Kalkulationsbericht aufzusetzen, den er später den Silbertalern persönlich überreichen würden, um etwaige Bedenken bezüglich der indirekten Verstrickung der Schiffswerft auszuräumen. Dies ließ er in einem Brief per Eilkurier der urbasischen Familie mitteilen. | |||
Die Zeit bis zum Aufbruch erschien [[Phelizzio d'Antara]] wie eine Ewigkeit, doch er musste sich zur Ruhe ermahnen, da er schließlich nun auch eine Pflicht gegenüber seiner Werft und Familie in [[Efferdas]] hatte. Aber nun mehr war der Tag gekommen. Im Hof der [[Covernische Schiffswerft d'Antara]], nahe des Orangenbaumes, saßen bereits vier Gardisten der [[Palmyramische Wache]] sowie Phelizzio's Sohn [[Timor d'Antara|Timor]] in den Sätteln mehrerer Kaltblut-Pferde. Wie er [[Gardelan de Vere]] angewiesen hatte, waren die Gardisten voll bewaffnet. Auffallend war diesmal, das ein jeder der Wachmänner ein Lanze mit dem Fasanen-Banner der d'Antaras trug. Dieses mal würde Phelizzio über seinen Schatten springen und so maximal (nieder)adlig auftreten wie er nur konnte und durfte. | |||
Timor blickte auf, als sein Vater das Verwaltungshaus der Werft verließ. Dieser trug einen braunen Kaftan mit dunkelgrüner Schärpe, an der die Fasanen- wie [[Donatorier]]-Spange im Licht der Praoisscheibe funkelten. Über seiner Kleidung hatte er sich einen leichten Mantel mit Kaninchenfell-Kragen geworfen und an seinem Gürtel hing der alte Waqqif-Dolch der Familie. So hatte er seinen Vater noch nie gekleidet gesehen, meist nur handwerklich, aber heute strahlte er eine strenge Autorität für den sonst so warmherzigen Mann aus. Phelizzio verabschiedete sich von seiner Frau [[Sybilla d'Antara|Sybilla]] und den anderen Kindern und überreichte dem mit anwesenden Gardelan einen Umschlag mit weiteren Anweisungen bezüglich der Gewährleistung der Sicherheit seiner der Familie und Werft im Falle von Schwierigkeiten. Er stieg auf sein Pferd und zog die Zügel, die das Tier zur seiner Familie drehte. | |||
,,Ich liebe euch und ihr seid mein größter Schatz auf Dere. Die Gütige Göttin soll euch beschützen!", erklärte der Schiffsbauer bewegt. Er spürte eine Wärme von der Spange der Donatorier aus und das ließ in zuversichtlich sein. | |||
Phelizzio d'Antara gab seinem Pferd die Sporen und Timor und die Gardisten folgten ihm eiligst gen Aurelat. Auf dem Weg erklärte Phelizzio seinem Sohn, wem sie in Urbasi aufsuchen werden. Die beiden Männer der efferdischen Familie würden der [[Familie Silbertaler]], dem [[Haus Urbet]] sowie der [[Familie Solivino]] ihre Aufwartung machen, um um Unterstützung für Verian zu bitten. | |||
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