Briefspiel:Im Auge des Chaos/Aphestadil: Unterschied zwischen den Versionen

Zeile 47: Zeile 47:
Nachdem die überraschenden Gäste die Räumlichkeiten verlassen hatten, wandte sich Erdano an seine Frau. “Was macht unser Besuch?” “Die kleine [[Rahjadis A'Temelon|A’Temelon]] ist höflich, zuvorkommend und verhält sich ruhig. Über die Familienpolitik weiss sie nicht viel, aber ich habe die Vermutung, dass sie ihr Wissen nicht preisgeben möchte.” Erdano kratzte sich über sein Kinn. “Welche Erfahrungen hast du mit Ihnen. Trotz Euer gemeinsam Herkunft, hast du noch nicht viel Kontakt zu Ihnen gesucht.” “Weil dies auch nicht von Nöten war. Sie unterstützen den Seekönig und haben, durch dessen Hilfe, unseren Stammsitz in [[Garén]] gestohlen.” Elphya wirkte ungewohnt ernst. “Und dass unser Sohn mit einer von Ihnen ein Techtelmechtel hatte erfüllt mich mit Abscheu.” “ich möchte dich trotzdem bitten ein Schreiben an die [[Familie A'Temelon|A’Temelon]] aufzusetzen und sie darüber in Kenntnis setzt, das sich eines ihrer Familienmitglieder in unserer Obhut befindet. Und das wir ein Treffen wünschen. Wir müssen sehen, wer auf unserer Seite steht. Das Gleiche gilt für die [[Haus di Camaro|di Camaro]], die [[Haus di Malavista|di Malavista]]. Die [[Haus Legari|Legari]] sind ja bereits hier. Schwieriger wird der Treffpunkt. Er sollte neutral sein, aber trotzdem heimlich genug um die Aufmerksamkeit der Aufständischen nicht zu wecken.” <br>
Nachdem die überraschenden Gäste die Räumlichkeiten verlassen hatten, wandte sich Erdano an seine Frau. “Was macht unser Besuch?” “Die kleine [[Rahjadis A'Temelon|A’Temelon]] ist höflich, zuvorkommend und verhält sich ruhig. Über die Familienpolitik weiss sie nicht viel, aber ich habe die Vermutung, dass sie ihr Wissen nicht preisgeben möchte.” Erdano kratzte sich über sein Kinn. “Welche Erfahrungen hast du mit Ihnen. Trotz Euer gemeinsam Herkunft, hast du noch nicht viel Kontakt zu Ihnen gesucht.” “Weil dies auch nicht von Nöten war. Sie unterstützen den Seekönig und haben, durch dessen Hilfe, unseren Stammsitz in [[Garén]] gestohlen.” Elphya wirkte ungewohnt ernst. “Und dass unser Sohn mit einer von Ihnen ein Techtelmechtel hatte erfüllt mich mit Abscheu.” “ich möchte dich trotzdem bitten ein Schreiben an die [[Familie A'Temelon|A’Temelon]] aufzusetzen und sie darüber in Kenntnis setzt, das sich eines ihrer Familienmitglieder in unserer Obhut befindet. Und das wir ein Treffen wünschen. Wir müssen sehen, wer auf unserer Seite steht. Das Gleiche gilt für die [[Haus di Camaro|di Camaro]], die [[Haus di Malavista|di Malavista]]. Die [[Haus Legari|Legari]] sind ja bereits hier. Schwieriger wird der Treffpunkt. Er sollte neutral sein, aber trotzdem heimlich genug um die Aufmerksamkeit der Aufständischen nicht zu wecken.” <br>
Erdano und Elphya ließen ihre Blicke über die Karte der Stadt wandern, bis Erdano auf eine bestimmte Stelle deutete. “Der Wassersturz. Dem Herrn Efferd heilig und gemäß des Plans von den Katakomben gäbe es hier auch einen Fluchtweg, falls man doch entdeckt werden sollte.” Elphya nickte. “Ich werde die Schreiben verfassen. Zu welcher Stunde, soll das Treffen einberufen werden?” “Zur Perainestunde.” “Dann werde ich nun die Schreiben verfassen und für die Verteilung sorgen.” “Und ich sorge dafür, daß die anderen Tempel erfahren, was mit dem Haus der Rahja geschehen ist, auf das sie entsprechende Maßnahmen ergreifen.” <br>
Erdano und Elphya ließen ihre Blicke über die Karte der Stadt wandern, bis Erdano auf eine bestimmte Stelle deutete. “Der Wassersturz. Dem Herrn Efferd heilig und gemäß des Plans von den Katakomben gäbe es hier auch einen Fluchtweg, falls man doch entdeckt werden sollte.” Elphya nickte. “Ich werde die Schreiben verfassen. Zu welcher Stunde, soll das Treffen einberufen werden?” “Zur Perainestunde.” “Dann werde ich nun die Schreiben verfassen und für die Verteilung sorgen.” “Und ich sorge dafür, daß die anderen Tempel erfahren, was mit dem Haus der Rahja geschehen ist, auf das sie entsprechende Maßnahmen ergreifen.” <br>


Nachdem sie sich etwas frisch gemacht und in ein, für sie sehr untypisches, dunkelgrünes Kleid geschlüpft war, dass sie sich von der Hausherrin geliehen hatte und deshalb an einigen Stellen etwas zu eng saß, erhielt Daria eine Kurzfassung der neuesten Ereignisse von Nissara. „Eine Versammlung möglicher Verbündeter einzuberufen, ist vermutlich der sinnvollste Schritt. Ich würde allerdings dringend davon abraten die Einladungen schriftlich auf zu setzten. Sollte den [[Haus Thirindar|Thirindar]] einer dieser Briefe in die Hände fallen, stecken alle Besucher dieses Treffens in Schwierigkeiten . Es wäre sicherer Boten mit einem guten Gedächtnis auszuwählen und sie die Nachricht auswendig lernen zu lassen. So kann man nichts bei ihnen finden, sollten sie aufgegriffen werden. Falls ich noch einen Vorschlag bezüglich der Gästeliste machen dürfte, was ist mit den [[Familie Vinarii|Vinarii]]? Sie sind Anhänger der gerade etwas in Mitleidenschaft gezogenen Republik, außerdem war der Rahjatempel eines ihrer größten Prestigeprojekte und soweit ich gehört habe, ist die kleine Chefin bei ihrer eigenen Familie sehr beliebt. Da sie beinahe getötet worden wäre, ist die Familie den Aufständen vermutlich nicht sehr wohlgesonnen.“ <br>
Nachdem sie sich etwas frisch gemacht und in ein, für sie sehr untypisches, dunkelgrünes Kleid geschlüpft war, dass sie sich von der Hausherrin geliehen hatte und deshalb an einigen Stellen etwas zu eng saß, erhielt Daria eine Kurzfassung der neuesten Ereignisse von Nissara. „Eine Versammlung möglicher Verbündeter einzuberufen, ist vermutlich der sinnvollste Schritt. Ich würde allerdings dringend davon abraten die Einladungen schriftlich auf zu setzten. Sollte den [[Haus Thirindar|Thirindar]] einer dieser Briefe in die Hände fallen, stecken alle Besucher dieses Treffens in Schwierigkeiten . Es wäre sicherer Boten mit einem guten Gedächtnis auszuwählen und sie die Nachricht auswendig lernen zu lassen. So kann man nichts bei ihnen finden, sollten sie aufgegriffen werden. Falls ich noch einen Vorschlag bezüglich der Gästeliste machen dürfte, was ist mit den [[Familie Vinarii|Vinarii]]? Sie sind Anhänger der gerade etwas in Mitleidenschaft gezogenen Republik, außerdem war der Rahjatempel eines ihrer größten Prestigeprojekte und soweit ich gehört habe, ist die kleine Chefin bei ihrer eigenen Familie sehr beliebt. Da sie beinahe getötet worden wäre, ist die Familie den Aufständen vermutlich nicht sehr wohlgesonnen.“ <br>
“Ich danke Euch für Euren Vorschlag Signora Legari und ich werde diesen meinem Schwager sogleich unterbreiten. Schließlich sind wir mit den Vinarii durch einen Traviabund vereint. Und auch Euer Anliegen mit den Boten werde ich vorschlagen. Aber dies wird nicht so einfach umzusetzen sein. Soviel Dienerschaft ist nicht mehr zugegen. Und unsere Soldaten wären wiederum zu auffällig. Kann Ich Euch sonst noch etwas Gutes tun, Signora?” <br>
“Ich danke Euch für Euren Vorschlag Signora Legari und ich werde diesen meinem Schwager sogleich unterbreiten. Schließlich sind wir mit den Vinarii durch einen Traviabund vereint. Und auch Euer Anliegen mit den Boten werde ich vorschlagen. Aber dies wird nicht so einfach umzusetzen sein. Soviel Dienerschaft ist nicht mehr zugegen. Und unsere Soldaten wären wiederum zu auffällig. Kann Ich Euch sonst noch etwas Gutes tun, Signora?” <br>
“Das mit den Boten ist bedauerlich, den Thirindar muss nur eins dieser Schriftstücke in die Hände fallen und alle, die zu dem Treffen kommen sind geliefert. Hm… Ach ja, ihr könnt tatsächlich noch etwas für mich tun. Mein Sohn ist zu Hause geblieben und weis nichts über die aktuellen Vorgänge, außer das ich zum Rahjatempel wollte. Bitte seid so freundlich und sendet ihm einen Boten, der ihm ausrichtet, dass es mir gut geht und er das Haus unter stärkeren Schutz stellen soll. Langsam wird die Sache hässlich. Ach ja, und er soll sich mit seinem Heilkundekram eindecken, es wird noch gebraucht werden.“
“Das mit den Boten ist bedauerlich, den Thirindar muss nur eins dieser Schriftstücke in die Hände fallen und alle, die zu dem Treffen kommen sind geliefert. Hm… Ach ja, ihr könnt tatsächlich noch etwas für mich tun. Mein Sohn ist zu Hause geblieben und weis nichts über die aktuellen Vorgänge, außer das ich zum Rahjatempel wollte. Bitte seid so freundlich und sendet ihm einen Boten, der ihm ausrichtet, dass es mir gut geht und er das Haus unter stärkeren Schutz stellen soll. Langsam wird die Sache hässlich. Ach ja, und er soll sich mit seinem Heilkundekram eindecken, es wird noch gebraucht werden.“
===Der Bote===
Der Bote schleppte sich langsam den Hügel zur Klippe der Residencia hinauf. Er war langsam und bewegte sich dennoch unauffällig wie ein Schatten. Sein grauer Kapuzenumhang hing ihm bis über die Füße, wodurch es wirkte, als würde er die Anhöhe zum Palazzo Camaro schweben. Als er davor angekommen war, zeigte sich die Eingangstür zum Haus verschlossen und vernagelt. Offensichtlich wollten die Leute darin nicht, dass jemand hinein kam. Der Bote schien sich daran nicht aufzuhalten. Er klopfte an den Holzschlag, was jedoch aus irgendeinem Grund keinerlei Lärm verursachte. Doch von dahinter hörte man zwei Damenstimmen.
“Wenn ich es euch doch sage, Herrin, da steht nur ein einzelner Mann.” “Das ist mir gleich, Conceluela. Ich werde niemanden durch diese Tür treten lassen!” hörte man eine bestimmte und dennoch ängstliche Stimme. Sie gehörte [[Phelippa di Camaro]]. “Sag dem Mann also, er soll verschwinden!” “Was? Ich?”
“Soll ich das etwa machen?” schien Phelippas Stimme energischer zu werden. <br>
Kurz hörte man das leichte, vorsichtige Trippeln zweier Füße auf den Holzbohlen der Eingangslobby, dann sprach Conceluela vorsichtig durch die Tür. “Hier ist niemand zuhause. Bitte plündern sie woanders." Von der Person am anderen Ende des Holzschlags hörte man nur ein unwirsches Knurren. Ob das an der Ablehnung oder dem wirklich dämlichen Verhalten der Zofe gelegen haben könnte, war nicht genauer definierbar, der Bote machte zumindest nicht den Eindruck, als wolle er nun gehen. Immerhin war für Conceluela das Knurren kein Grund, ihren Auftrag eigenmächtig abzuändern. “Versuchen sie es doch gegenüber bei den [[Haus di Onerdi|Onerdis]]…” fügte sie eine weitere Unnötigkeit hinzu. <br>
“Nnnaachrrrrriiicht für Caaahhhmaarrrooooo” versuchte es der Bote mit einer extrem tiefen Stimme, welche tatsächlich gruselig genug war, um Conceluelas Blut in den Adern gefrieren zu lassen. Sie hielt sich eine Hand vor den Mund, um den Schreckensschrei zu unterdrücken. Noch einmal nahm sie all ihren Mut zusammen. “Ah… legen sie die Nachricht doch einfach in den Blumenkübel. Wenn wir wieder da sind, sehen wir sie dann.” <br>
Die Reaktion des Boten war ein noch tieferes und reichlich genervt klingendes Knurren. Gefolgt von einer neuen Bewegung Richtung Holzschlag. Conceluela musste schnell feststellen, dass der Bote offensichtlich in der Lage war, ohne Widerstand durch Holztüren zu gehen, auch wenn sie vernagelt waren. Entsprechend sah sie nun das Gesicht unter der Kapuze, welches aber eher nur aus Schatten zu bestehen schien. Mit einem gellenden Schrei rief sie nur noch nach oben “EIN DÄMON, EIN DÄMON!!!” <br>
Der Geist hingegen blickte Conceluela hinterher und knurrte erneut, nur um seinen Satz zu wiederholen. “Nnnnaaaachrrriiicht für Caaahmaaaroooo” Langsam hob er den linken Arm nach vorne und man sah eine knochige, leicht durchscheinende Hand, welche wiederum eine abgerissene, blutige Hand hielt, welche ihrerseits ein Dokument mit dem Siegel des [[Haus ya Pirras|Hauses ya Pirras]] hielt. Da niemand die Treppe herabstieg, um dem offensichtlichen Geist die Hand entgegenzunehmen, ließ er sie nun einfach fallen und löste sich mit einem weiteren, knurrigen “Zuuuugestelllt” einfach in Luft auf. Nichts als ein leicht nach Schwefel riechender Dampf und eben jene offensichtlich abgerissene Hand blieb übrig. Es dauerte einige Zeit, bis Conceluela sich wieder nach unten traute. Vorsichtig trat sie erst mit der Fußspitze auf das Gastgeschenk, doch nichts weiter schien zu passieren. <br>
“Herrin… es ist… eine Nachricht…” “Bring sie hoch” ertönte es von oben. “Muss ich?...” “Lass die Albernheiten, Conceluela. Du tust ja, als würde es da unten spuken!”
Die Zofe hob mit Zeigefinger und Daumen vorsichtig die Hand auf und lief damit, sie möglichst weit von ihrem Körper haltend und einem “iiiiiiih” auf den Lippen nach oben. <br>
Kurze Zeit später erreichte auch [[Dartan di Camaro|Dartan]] wieder die heimische Villa, nachdem er in der Stadt herumschlich und versuchte, den aktuellen Stand in Erfahrung zu bringen. Philippa kam ihm aufgelöst entgegen gerannt und wirkte, als sei sie schon zuvor mehrfach in Tränen ausgebrochen. Aber auch [[Esteban di Camaro|Estebans]] zweitältester Sohn rang nach der erhaltenen Nachricht nach Fassung. “Gut… jetzt wird es persönlich. Den Rahjatempel an den namenlosen Tagen nieder zu brennen ist an Gotteslästerung nicht zu überbieten.” “Was sollen wir denn nur tun?” wimmerte Phelippa.  “Nun, ich werde mich umgehend zu diesem Treffpunkt am Wassersturz begeben, der in der Nachricht angegeben ist. Vielleicht lässt sich da ja ein wenig mehr erfahren. Und du, geh zu unserem Neffen in den Efferdtempel. Vielleicht lässt ja wenigstens diese Nachricht ihn aus seiner Lethargie erwachen. Das muss ihn einfach berühren.” “Ich… soll da raus? Ich habe eben schon einen Dämon ins Auge sehen müssen!” klagte Phelippa und erntete einen wütenden Blick ihrer Zofe. “[[Vigo di Camaro|Vigo]] ist ja schon da und hier gehen uns sonst gleich die Bewohner aus.” blieb Dartan streng. “Also los jetzt!” “Conceluela, Schätzchen…?” wandte sich Phelippa an ihre Zofe, welche diese aber - ahnend, was wohl kommen würde - mit einem “Du kannst mich mal!” entgegnete. Vor Schreck vergaß die Camaro-Tochter einen kurzen Moment ängstlich zu tun. Dann erkannte sie, dass sich diese Aufgabe wohl wirklich nicht delegieren ließ. “Na gut… wie ihr wollt…”




[[Kategorie:Briefspiel in Efferdas|Im Auge des Chaos]]
[[Kategorie:Briefspiel in Efferdas|Im Auge des Chaos]]