Briefspiel:Vespa crabro/Eine unerwartete Beobachterin: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Gedanke, dass die [[Haus di Salsavûr|Salsavûrs]] unter die Pferdediebe gegangen sein könnten, war ihr gestern Abend schon einmal gekommen, zugegeben. Aber … nein, das machte auch keinen Sinn! ‘Verdammt, in was bin ich hier reingeraten’, fluchte die [[Cavalliere|Cavalliera]] innerlich. Irgendwelche finsteren Gestalten waren auf dem Weg zur Burg nach Salsavûr, und das am frühen Morgen nach dem dreisten Pferdediebstahl am Vorabend. Ihre Absichten konnten nicht gut sein, das war klar … nur ob die Salsavûrs mit ihnen unter einer Decke steckten, war fraglich.<br>
Der Gedanke, dass die [[Haus di Salsavûr|Salsavûrs]] unter die Pferdediebe gegangen sein könnten, war ihr gestern Abend schon einmal gekommen, zugegeben. Aber … nein, das machte auch keinen Sinn! ‘Verdammt, in was bin ich hier reingeraten’, fluchte die [[Cavalliere|Cavalliera]] innerlich. Irgendwelche finsteren Gestalten waren auf dem Weg zur Burg nach Salsavûr, und das am frühen Morgen nach dem dreisten Pferdediebstahl am Vorabend. Ihre Absichten konnten nicht gut sein, das war klar … nur ob die Salsavûrs mit ihnen unter einer Decke steckten, war fraglich.<br>
‘So oder so, da will ich mehr wissen’, entschloss Yandriga sich, den Schatten im Wald in ausreichender Entfernung erstmal zu folgen. Ihre Stute nahm sie am Halfter, wohl wissend, dass ihr dies das Hinterherschleichen nicht einfacher machen würde. Wenn’s drauf ankäme, wollte sie sich aber schnell in den Sattel schwingen und den direktesten Weg aus dem Wald nehmen können.<br>
‘So oder so, da will ich mehr wissen’, entschloss Yandriga sich, den Schatten im Wald in ausreichender Entfernung erstmal zu folgen. Ihre Stute nahm sie am Halfter, wohl wissend, dass ihr dies das Hinterherschleichen nicht einfacher machen würde. Wenn’s drauf ankäme, wollte sie sich aber schnell in den Sattel schwingen und den direktesten Weg aus dem Wald nehmen können.<br>
Kurze Zeit später stoppte die Gruppe vor Yandriga. ''„Scheiße”'', war es deutlich vor ihr zu vernehmen, ''„wir sind zu weit westlich! Dort ist das Gestüt, wir sollten eigentlich dort sein.''
Kurze Zeit später stoppte die Gruppe vor Yandriga. ''„Verfluchte Niederhöllen”'', war es deutlich vor ihr zu vernehmen, ''„wir sind zu weit westlich! Dort ist das Gestüt, wir sollten eigentlich dort sein.''
''„Das Tor steht offen”'', raunte eine andere Stimme, was dafür sorgte, dass die erste Stimme erneut einen Fluch ausstieß. ''„Schnell jetzt, noch ein Stück im Wald nach Osten und dann zum Tor, wir sind zu spät. Sie haben schon angegriffen!”''<br>
''„Das Tor steht offen”'', raunte eine andere Stimme, was dafür sorgte, dass die erste Stimme erneut einen Fluch ausstieß. ''„Schnell jetzt, noch ein Stück im Wald nach Osten und dann zum Tor, wir sind zu spät. Sie haben schon angegriffen!”''<br>
Die Gruppe achtete überhaupt nicht mehr darauf, sonderlich leise zu sein. Sie bewegte sich so schnell wie möglich im Schutz des Waldes. ''„Los jetzt, zum Tor und dann rein da!”''<br>
Die Gruppe achtete überhaupt nicht mehr darauf leise zu sein. Sie bewegte sich so schnell wie möglich im Schutz des Waldes. ''„Los jetzt, zum Tor und dann rein da!”''<br>
Mit diesem Befehl verließ die Gruppe den Wald und rannte über die offene Fläche zum Burgtor. Nun Yandriga konnte sehen, dass es sich um etwa ein Dutzend Gestalten handelte, die vor ihr in Richtung der Burg Wulfenblut stürmten.<br>
Mit diesem Befehl verließ die Gruppe den Wald und rannte über die offene Fläche zum Burgtor. Nun Yandriga konnte sehen, dass es sich um etwa ein Dutzend Gestalten handelte, die vor ihr in Richtung der Burg Wulfenblut stürmten.<br>
‘Bei [[Rondra]], die greifen an.’ Es war eine banale Feststellung, die der Cavalliera nun endlich durch den Kopf ging. Dass die finsteren Gestalten mit den Salsavûrs nicht unter einer Decke steckten, war damit auch klar. Die Frage, die sich Yandriga jetzt nicht mehr stellte, war indes, ob sie was dagegen tun sollte. Bei aller Rivalität zwischen ihrer Familie und den Salsavûrs, waren letztere doch Lehnsnehmer [[Auricanius von Urbet |ihres Bruders]] … Schutzbefohlene sozusagen …<br>
‘Bei [[Rondra]], die greifen an.’ Es war eine banale Feststellung, die der Cavalliera nun endlich durch den Kopf ging. Dass die finsteren Gestalten mit den Salsavûrs nicht unter einer Decke steckten, war damit auch klar. Die Frage, die sich Yandriga jetzt nicht mehr stellte, war indes, ob sie was dagegen tun sollte. Bei aller Rivalität zwischen ihrer Familie und den Salsavûrs, waren letztere doch Lehnsnehmer [[Auricanius von Urbet |ihres Bruders]] … Schutzbefohlene sozusagen …<br>
In einer fließenden Bewegung schwang sie sich in den Sattel, drückte ihre Schenkel in Shialas Seite und stieß kurz darauf etwas seitlich versetzt neben den Angreifern aus dem Wald. Diese waren klar in der Überzahl, aber offensichtlich unberitten. Vielleicht konnte sie sie noch überholen und jemanden warnen.<br>
In einer fließenden Bewegung schwang sie sich in den Sattel, drückte ihre Schenkel in Shialas Seite und stieß kurz darauf etwas seitlich versetzt neben den Angreifern aus dem Wald. Diese waren klar in der Überzahl, aber offensichtlich unberitten. Vielleicht konnte sie sie noch überholen und jemanden warnen.<br>
''„Überfall! Ihr werdet angegriffen”'', brüllte sie deshalb in den anbrechenden Morgen hinein, nur auf Abstand zu den über die offene Fläche laufenden Gestalten bedacht.<br>
''„Überfall! Ihr werdet angegriffen”'', brüllte sie deshalb in den anbrechenden Morgen hinein, nur auf Abstand zu den über die offene Fläche laufenden Gestalten bedacht.<br>
''„Scheiße”'', hörte sie lautes Fluchen, ''„holt den Reiter vom Pferd, bevor er alle weckt oder zu weit weg ist!”'' Der Rufende deutete im Laufen auf die Reiterin. Einige der Gesellen blieben stehen und fingen mit ihren Armbrüsten an, auf die Berittene zu schießen.<br>
''„Scheiße”'', hörte sie lautes Fluchen, ''„holt den Reiter vom Pferd, bevor er noch alle weckt!”'' Der Rufende deutete im Laufen auf die Reiterin. Einige der Gesellen blieben stehen und fingen mit ihren Armbrüsten an, auf die Berittene zu schießen.<br>
'Nein, Danke!', ging es Yandriga durch den Kopf, als sie erst den Fluch vernahm und die Gestalten dann auf sie zielen sah. Exakt wegen dieser Möglichkeit hatte sie Abstand gewahrt … und war dennoch nicht gewillt, ihre Stute der Gefahr eines Glücksschusses der Angreifer auszusetzen. So trieb sie Shiala zu noch mehr Tempo an und drehte ein Stück weit ab, ohne den Armbrustschützen freilich den Rücken zuzuwenden.<br>
'Nein, Danke!', ging es Yandriga durch den Kopf, als sie erst den Fluch vernahm und die Gestalten dann auf sie zielen sah. Exakt wegen dieser Möglichkeit hatte sie Abstand gewahrt … und war dennoch nicht gewillt, ihre Stute der Gefahr eines Glücksschusses der Angreifer auszusetzen. So trieb sie Shiala zu noch mehr Tempo an und drehte ein Stück weit ab, ohne den Armbrustschützen freilich den Rücken zuzuwenden.<br>
Während Bolzen hinter ihr ihr Ziel verfehlten, sah sie entfernt vor sich nun den Fluss, die Torre, im Mondlicht schimmern, und davor schemenhaft die Umrisse des Dorfes Salsavûr. Sie drehte weiter, gewillt ihre Optionen auszuloten. Sollten die Gestalten, die gerade auf sie geschossen hatten, nun weiter rennen, konnte sie immerhin ziemlich sicher sein, dass ihre Armbrüste nicht mehr geladen waren … was es ihr ermöglichen würde, sie niederzureiten.<br>
Während Bolzen hinter ihr ihr Ziel verfehlten, sah sie entfernt vor sich nun den Fluss, die [[Torre]], im Mondlicht schimmern, und davor schemenhaft die Umrisse des Dorfes Salsavûr. Sie drehte weiter, gewillt ihre Optionen auszuloten. Sollten die Gestalten, die gerade auf sie geschossen hatten, nun weiter rennen, konnte sie immerhin ziemlich sicher sein, dass ihre Armbrüste nicht mehr geladen waren … was es ihr ermöglichen würde, sie niederzureiten.<br>
Bevor sie ganz wenden konnte, sah sie westlich des Dorfes jedoch Feuer aufflackern. Die Situation wurde chaotisch! Der Brand explodierte geradezu, breitete sich in Windeseile über das betroffene Gebäude aus. Er war gelegt … natürlich! … und das an einer dafür besonders empfindlichen Stelle.<br>
Bevor sie ganz wenden konnte, sah sie westlich des Dorfes jedoch Feuer aufflackern. Die Situation wurde chaotisch! Der Brand explodierte geradezu, breitete sich in Windeseile über das betroffene Gebäude aus. Er war gelegt … natürlich! … und das an einer dafür besonders empfindlichen Stelle.<br>
In dem Moment hörte sie schon Rufe: ''„Feuer! Es brennt!”'' Und sie entschied, bei ihrem ursprünglichen Vorhaben zu bleiben.<br>
In dem Moment hörte sie schon Rufe: ''„Feuer! Es brennt!”'' Und sie entschied, bei ihrem ursprünglichen Vorhaben zu bleiben.<br>
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‘Rondra, [[Phex]], seid mir gnädig’, dachte sie, als sie die Schützen dann wieder in ihrem Rücken hatte, ihre Stute zu wenden begann. Ein Bolzen zischte einen halben Schritt neben ihr vorbei. Sie drehte weiter und sah, dass die übrigen Schützen auf sie ansetzten. In deren Rücken preschte aber ein weiterer Reiter heran …<br>
‘Rondra, [[Phex]], seid mir gnädig’, dachte sie, als sie die Schützen dann wieder in ihrem Rücken hatte, ihre Stute zu wenden begann. Ein Bolzen zischte einen halben Schritt neben ihr vorbei. Sie drehte weiter und sah, dass die übrigen Schützen auf sie ansetzten. In deren Rücken preschte aber ein weiterer Reiter heran …<br>


Einige Zeit nach den Rufen tauchte einer der Salsavûr hinter den Schützen auf. [[Timor Sâl d. J. di Salsavûr|Timor]] hatte sich flach über den Hals seines Rosses gebeugt. Er hielt direkt auf die stehenden Fernkämpfer zu. Kurz vor diesen richtete er sich im Sattel auf, zog sein Breitschwert, das an seiner Linken hing. Ohne zu verlangsamen steuerte er auf einen Schützen zu, der gerade dabei war, seine Armbrust zu spannen. Im vollen Galopp holte er mit seiner Waffe aus und hieb auf den Mann am Boden ein. Der Kämpfer wurde durch den Schwung von den Füßen gerissen und blieb reglos am Boden liegen.<br>
Einige Zeit nach den Rufen tauchte einer der [[Haus di Salsavûr|Salsavûr]] hinter den Schützen auf. [[Timor Sâl d. J. di Salsavûr|Timor]] hatte sich flach über den Hals seines Rosses gebeugt. Er hielt direkt auf die stehenden Fernkämpfer zu. Kurz vor diesen richtete er sich im Sattel auf, zog sein Breitschwert, das an seiner Linken hing.<br>
Ohne zu verlangsamen steuerte er auf einen der Schützen, der dabei war seine Waffe wieder zu spannen, zu. Im vollen Galopp holte er mit seiner Schwert aus und hieb auf den Mann am Boden ein. Der Kämpfer wurde durch den Schwung von den Füßen gerissen und blieb reglos am Boden liegen.<br>
‘Danke’, dachte Yandriga, was wohl an Leuin und Fuchs gerichtet war. Der Angriff des zweiten Reiters brachte Unordnung in die - trotz allem noch überraschend diszipliniert ihre Stellung haltenden - Schützen. Zumindest konnten sie sich jetzt nicht mehr allein auf sie konzentrieren.<br>
‘Danke’, dachte Yandriga, was wohl an Leuin und Fuchs gerichtet war. Der Angriff des zweiten Reiters brachte Unordnung in die - trotz allem noch überraschend diszipliniert ihre Stellung haltenden - Schützen. Zumindest konnten sie sich jetzt nicht mehr allein auf sie konzentrieren.<br>
''„Nochmal”'', rief sie ihrer Stute zu, und war mit wenigen Galoppsprüngen wieder bei den Schützen. Der anvisierte Widersacher sprang jedoch im letzten Moment zur Seite, ihr geschwungenes Schwert streifte ihn nur am Arm. ''„Verdammt!”'', fluchte sie.<br>
''„Nochmal”'', rief sie ihrer Stute zu, und war mit wenigen Galoppsprüngen wieder bei den Schützen. Der anvisierte Widersacher sprang jedoch im letzten Moment zur Seite, ihr geschwungenes Schwert streifte ihn nur am Arm. ''„Verdammt!”'', fluchte sie.<br>