Briefspiel:Albornsburg/Reaktionen auf Verhaftung und Anklage: Unterschied zwischen den Versionen
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Verian begann umgehend Briefe sowie Anweisungen zu verfassen und rote Fähnchen auf seinen Karten zu setzen. In den nächsten Stunden sah man ihn nicht. Die Adlerritter fanden sein Essen unangerührt vor der Tür seiner Amtsstube. | Verian begann umgehend Briefe sowie Anweisungen zu verfassen und rote Fähnchen auf seinen Karten zu setzen. In den nächsten Stunden sah man ihn nicht. Die Adlerritter fanden sein Essen unangerührt vor der Tür seiner Amtsstube. | ||
==Die Kunde erreicht Efferdas== | |||
Efferdas. Wenige Tage später. | |||
Auf der Covernischen Schiffswerft d'Antara herrscht reges Treiben. Die Arbeiter trugen Holzbalken zur Heling, brachten in mehreren Eimer eiserne Nägel heran und inmitten von Arbeitern und Vorarbeitern wirkte der Schiffsbauer Phelizzio d'Antara wie ein Dirigent in einem Orchester. Er wandte sich noch einmal zu seinem Zeichentisch und studierte gewissenhaft die Baupläne zu den bestellten Patrouillenbooten für die Albornsburg. Als Grundlage nahm er die Struktur eines Kutters, die bevorzugte Bootsklasse für Zolleinsätze oder Patrouillen auf Flüssen, die mit zusätzlichen Riemen und einer Arbalone | |||
später ausgestattet wird. | |||
Zu ihm gesellten sich seine Frau Sybilla und Gardelan de Vere, die beide eine ernste Miene aufzeigten. | |||
'“Phelizzio…”', begann Sybilla fast heiser. | |||
Der Angesprochene blickte abrupt auf, da er in ihrem Tonfall bereits heraus hörte, dass was Schlimmes vorgefallen sei. Zu gut kannte er nach all den Jahren mittlerweile seine Frau. | |||
'“Wir sollten herein gehen”', sagte sie immer noch um Fassung ringend. | |||
'“Ist etwas mit den Kindern?”', fragte Phelizzio. | |||
Gardelan blickte prüfend in die Umgebung. | |||
'“Signor, bitte. Wir müssen nach drinnen gehen”', bat nachdrücklich sein Chef der Hausgarde. | |||
Wenn auch sein alter Freund ihn mit Anrede ansprach, dann musste Gravierendes passiert sein. | |||
Phelizzio nickte und gemeinsam gingen sie zum Haupthaus der Werft in Phelizzios Arbeitszimmer. Vor dem Eintreten ins Zimmer, postierte Gardelan zwei Gardisten vor die Tür, mit der Anweisung, niemanden herein zu lassen. | |||
'“Also, was ist denn nun?“',begann Phelizzio nun ungeduldig. | |||
Sybilla holte zwei Schreiben hervor, das eine enthielt das Siegel vom Kronsekretariat für Schiffsbau. Und das andere war nicht zu erkennen. | |||
'“Verian ist verhaftet worden”', begann sie mit Tränen in den Augen. | |||
'“Was?!”', entfuhr er dem Schiffsbauer. | |||
'“Er ist wegen Hochverrat und einiger anderer Anklagepunkte von Blauröcken unter Hausarrest gestellt worden“', erklärte Gardelan trocken und listete daraufhin die Anklagepunkte auf. | |||
'“Was?!”', entfuhr es Phelizzio erneut. '“Das ist doch himmelschreiender Unsinn! Schiffe? Was denn bitte für Schiffe? Können die überforderten Amtsleute in den höheren Kreisen noch nicht mal Boote von Schiffen unterscheiden? Gib mir das Schreiben”', zunehmend wütend las er nochmal alles durch und auch die Stornierung des Auftrags. | |||
Sybilla berührte sanft den Arm ihres Mannes, doch der winkte ab und warf die Blumenvase auf dem Schreibtisch wütend zu Boden. Das erste Mal, dass sie ihren sonst so herzlichen Mann so erlebte. | |||
'“Ich glaube keine Sekunde an diese Anklagepunkte. Das wirkt mir zu übertrieben und theatralisch im Ganzen“', schlussfolgerte er, sich langsam wieder beruhigend. '“Hat sich dieser götterlose Verräter Ralman (allein die Nennung des Namens des berüchtigten Wendehalses aus dem Thronfolgekrieg ließ in Phelizzio wieder die Wut hoch kommen) endlich in Bewegung gesetzt um auch noch die letzten aufrechten Diener des Reiches zu entfernen?”' | |||
Auch wenn seine Unterstellung überzogen sein mochte, aber an der politisch motivierten Anklage hatte er keinen Zweifel. | |||
'“Was machen wir nun, Phelizzio?”', fragte sein alter Freund Gardelan und nahm Haltung an. | |||
'“Wir werden unsere Rechtskundler, die Gezettis, hinzuziehen und mit allen Kräften die Familie di Cerrano unterstützen”', sagte Sybilla ruhig. | |||
'“Mehr noch…”', begann der alte Fasan laut denkend. '“Gardelan. Lass sechs der Palmyramischen Wache voll bewaffnet antreten und informiere einen Stallmeister aus der Stadt, dass wir Pferde benötigen. Sofort”', befahl er ungewohnt eisern. | |||
Gardelan nahm Haltung an und bestätigte den Befehl mit einer Faust zur Brust schlagend. | |||
'“Sybilla. Ehe wir die Gezetti kontaktieren, hilf mir bei der Formulierung einiger Briefe. Ich soll verdammt sein, wenn ich nicht alles in meiner Macht stehende tun werde, um Verian zu helfen. Familie d'Antara hält seine Treue im Sturm!” | |||
“Aber, mein Lieber. Wir haben keine ernsthaften politischen Ämter inne”'. | |||
'“Nein, aber unsere Freunde schon”'. | |||
Noch am gleichen Tag verließen mehrere Eildepeschen den Schreibtisch von Phelizzio. | |||
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