Briefspiel:Albornsburg/Reaktionen auf Verhaftung und Anklage: Unterschied zwischen den Versionen
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Erlan (Diskussion | Beiträge) Verhaftung/Anklage wird bekannt |
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Noch am gleichen Tag verließen mehrere Eildepeschen den Schreibtisch von Phelizzio. | Noch am gleichen Tag verließen mehrere Eildepeschen den Schreibtisch von Phelizzio. | ||
==Nachricht auf dem Yaquir== | |||
[[Bild:Erlan_Sirensteen_Shahane_Sforigan_y_Scheffelstein_auf_dem_Yaquir.jpg|200px|left]] | |||
''Auf einem Schiff auf dem [[Yaquir]]. Zwischen [[Vinsalt]] und [[Unterfels]].'' | |||
Das schlanke Flussschiff hatte vor einiger Zeit die hunderttürmige, das prächtige Vinsalt, hinter sich gelassen und wandte sich stromaufwärts gen Unterfels. Keine fremden Gäste befanden sich an Bord – nur [[Erlan Sirensteen]] von Irendor, der Comto zu Bomed und Baron des Yaquirbruchs, seine Gemahlin [[:alm:Shahane Sforigan y Scheffelstein|Shahane Sforigan y Scheffelstein]] und einige wenige Begleiter. Man hatte bewusst darauf geachtet, unbehelligt zu reisen. | |||
Erlan und Shahane standen nebeneinander an der Reling. Unter ihnen glitt der breite Yaquir ruhig dahin, sein Wasser spiegelte das milde Licht des frühen Rahjamondes. Am Ufer zog sich eine Allee von Kirschbäumen entlang, die in voller Blüte standen – ein zartes Weiß und Rosa, das wie ein Schleier über der Landschaft lag. Es war beinahe zu idyllisch für die Gedanken, die sie in den letzten Wochen bewegt hatten. | |||
''„Nun, jetzt weißt du, was ich dir zu dieser Situation sagen kann. Es ist nicht schön. Ich kann es mir nicht erklären, wie es so weit kommen konnte. Wer zieht da an den Fäden? Glaub mir, ich habe Erlgard und Ralman noch nie so ernst gesehen. Ich bete zu den Zwölfen, dass das noch gut ausgeht. Doch lassen wir diese düsteren Gedanken für einen Augenblick. Gibt es irgendetwas Neues und vor allem auch etwas Freudiges, was ich während der vielen Beratungen in den letzten Tagen noch nicht mitbekommen habe?“'' | |||
Das Schiff arbeitete sich stetig gegen die Strömung voran. Die blühenden Kirschbäume am Ufer zogen gemächlich vorbei. | |||
Comto Erlan Sirensteen von Irendor hielt den Blick noch einen Moment auf das Land gerichtet. Neben ihm stand seine Gemahlin Domna Shahane. Die zahlreichen gesellschaftlichen wie familiären Verpflichtungen der letzten Wochen hatten die beiden kaum zur Ruhe kommen lassen; erst hier auf dem Fluss bot sich ihnen die seltene Gelegenheit, länger und ungestört miteinander zu sprechen. | |||
Shahane lächelte leicht. | |||
''„Nun, Erlan, die Zeiger der Vinsalter Uhr laufen weiter, auch wenn man nicht hinsieht – und auch außerhalb der hohen Politik geht das Leben weiter.“'' | |||
Sie berichtete von den Feierlichkeiten am Tag des Heiligen Bosper. Die Geschmeidemesse war gut besucht gewesen, die Auslagen prunkvoll wie eh und je. | |||
''„Doch man stellte auch fest, dass das Gold teurer geworden ist. Das, was du von den Zwergen berichtetest, scheint sich nun auch hier auszuwirken.“'' | |||
Erlan nickte knapp. | |||
''„Ja. Diese Krise ist noch lange nicht ausgestanden.“'' | |||
Sie erzählte weiter von der großen Messe im Praiostempel, die sie gemeinsam besucht hatten und wo sich ihre Wege danach trennten. | |||
''„Überraschend anders war hingegen das Tsatagsfest danach, das ich allein besuchte“,'' fuhr sie fort. ''„Die Stimmung war erstaunlich heiter. Vielleicht lag es daran, dass diesmal niemand aus den höheren Kreisen oder dem Kronkonvent anwesend war, um mit ernster Miene über Staatsgeschäfte zu sprechen.“'' | |||
Erlan lachte – ein bitteres Lachen. | |||
''„Am Tag der Waffenschmiede, als wir gemeinsam in Unterfels waren… Ich hätte da gerne mit dir danach gesprochen. Die Geschäftigkeit der Stadt hat mich grundsätzlich erfreut. Doch die Gründe dafür… sie liegen wie ein Schatten am Himmel.“'' | |||
Erlan antwortete nicht sofort. | |||
''„Nun, das war der Gedenktag der Dritten Dämonenschlacht. Ich hatte Hoffnung, dort einige bestimmte Personen zu treffen, die das Andenken der Gefallenen ehren würden. Ein paar offizielle Worte, einige Kerzen – und das war es. Die Zahl derer, die überhaupt erschienen waren, konnte man an wenigen Händen abzählen. Von denen, die ich erwartet – oder vielmehr erhofft hatte – niemand da. Wenn ich an das vergangene Jahr denke, wo groß gedacht und auch gemeinsam gefeiert wurde – wahrlich keine schöne Entwicklung.“'' | |||
Er schwieg einen Moment, dann fuhr er fort: | |||
''„Das letzte Schreiben von Reto liegt ebenfalls schon länger zurück. Auch er vermutet, dass sich da noch mehr zusammenbraut. Seine Worte waren vorsichtig, aber deutlich genug.“'' | |||
Shahane nickte. | |||
''„Es war gut, dass wir die kleine Aldare aufgenommen haben. In Zeiten wie diesen sollte man nicht zögern, wenn Schutz benötigt wird.“'' | |||
Erlan atmete tief durch. | |||
''„Ja. Das war richtig.“'' | |||
Dann fügte er hinzu: | |||
''„Ich habe sogar die Elfin gefragt, ob ihm – Reto – etwas zugestoßen sei und wir es nur noch nicht erfahren haben. Sie verneinte es.“'' | |||
Er blickte über das Wasser. | |||
''„Was mich dennoch nicht beruhigt.“'' | |||
Shahane wandte sich dem nächsten Thema zu. | |||
''„Das Fest der Freuden in Vinsalt war dieses Jahr… seltsam. Natürlich wurde gefeiert. Man tat, was man immer tut. Doch die Leichtigkeit fehlte. Man tanzte, aber mit einer gewissen Unruhe im Blick. Als lausche man auf etwas, das noch nicht ausgesprochen ist. Und jetzt sind wir hier auf dem Schiff und reisen nach Unterfels.“'' | |||
Der Wind strich durch die Segel. | |||
Dann richtete sie erneut das Wort an ihren Gemahl. | |||
''„Ach, übrigens – wusstest du, dass der Kronkastellan der Albornsburg verhaftet wurde? Es gibt da eine Anklage wegen Hochverrats.“'' | |||
Erlan drehte sich zu ihr um. | |||
''„Was? Nein. Nichts davon gehört. Wer ist das?“'' | |||
''„Ein [[Verian di Cerrano]].“'' | |||
Erlan dachte nach, die Stirn leicht gerunzelt. | |||
''… wird fortgesetzt …'' | |||
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