Archiv:Die Gedanken eines Continios (BB 41)

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Die Gedanken eines Continios

Ein Mann streckt sich in seinem Raum in einem Kontor. Es ist ein lauwarmer Tag, die Fenster sind offen und so kommt eine frische, kühle Brise in den Arbeitsraum von Alfredo Continio, dem Leiter der Nordmeer-Compagnie in Sewamund, hinein und damit auch die Geräusche von geschäftigem Treiben im unten liegenden Nordmeer-Compagnie-Kontor und im Hafen. Ein Bediensteter räumt gerade noch ein Tablett mit dem Mittagessen ab, verlässt den Raum und lässt Alfredo alleine zurück.
„Ah, die Fischsuppe schmeckte mal wieder sehr gut. Der Tag ist schön und es dauert noch, bis die Praiosscheibe untergeht, die Arbeit für heute ist erledigt. Zeit, für die Familie zu arbeiten.“ Mit diesen Worten setzt sich der knapp 49 Jahre alte, noch recht agile Mann an seinen, wie immer, penibel aufgeräumten Schreibtisch. Alfredo rückt seinen Stuhl zurecht, greift zu seinem Diarium und schlägt es auf der nächsten leeren Seite auf.
„Ich muss mich mit Ingarino unterhalten und eventuelle ,Spendenʻ bereithalten, für etwaige Gefälligkeiten, welche außerhalb der Familie liegen, und über die Fortschritte der Verbindung zwischen Seilen und Drähten. Danach mit Bernardo treffen und mir einen Bericht über die Schifffahrtsrouten nach Norden geben lassen und über eventuell einen neuen Traviabund beraten“, schreibt Alfredo mit guter Handschrift auf. „Apropos Traviabund, diesem Thema muss ich mich auch noch stellen, die Arbeit kommt zuerst, aber man muss auch Zeit für eine Familie haben. Da ich gerade auf Pflichten komme, mit den Vesselbeks noch einen Termin für den Deichbau und Instandhaltung vereinbaren. Außerdem noch mit den da Vigianis über die Herstellung und Vor- und Nachteile für die Schifffahrt und den Handel unterrichten lassen. Ach ja, das wird wieder eine betriebsame Zeit werden.“

Nachdem Alfredo diese letzten Gedanken zu Papier gebracht hat, erhebt er sich und schaut aus dem noch immer offen stehenden Fenster. Plötzlich wird ihm bewusst, dass die Praiosscheibe schon längst untergegangen ist und die Geräusche sich verabschiedet haben, ohne dass er es bemerkt hat. Alfredo geht zum Fenster und will es gerade schließen, da kommt das Licht der Sterne und des Madamals durch die Wolkendecke und er guckt auf. Mit den Worten „Oh listenreicher Phex, bitte schenke mir Glück und List für den morgigen Tag“ schließt Alfredo das Fenster.

Danach schlägt er sein Diarium zu, löscht alle Kerzen und geht aus dem Raum, mit dem Buch unter dem Arm. Der Schlüssel dreht sich im Schloss des Schreibzimmers. Alfredo macht sich auf den Weg zum Palazzo Continio.

AHZ