Archiv:Wo das Pflaster endet (BB 48)

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Wo das Pflaster endet
von
Geron Einhand

Sewamund, Rahja 1047 BF. Seit die Banner des Verräters Irion nördlich von Sewamund am Kooge wehten und sein Heer in der Travia-Schlacht jäh am Stadtrand zerschellte, verging nun einige Zeit. Doch der Boden, den sie mit Eisen und Blut bestreuten, blieb seither unruhig, nicht nur im Herzen derer, die dort kämpften.

Nun aber wächst aus der Narbe eine neue Schutzlinie. Dort, wo einst nur sumpfige Randhöfe und ein zerschlagenes Wachtor den nordöstlichen Zugang zur Stadt markierten, ziehen sich heute frisch aufgemauerte Bastionen entlang der Böschung. Die neue Nordostwehr, mit ihrem spitzen Spornwerk, im Volksmund „Irions Zahn“ genannt, soll künftig jeden Angreifer empfangen, der ohne Einladung kommt.

Der Ausbau geschieht unter den wachsamen Augen der Architektin Bende ter Groot, unterstützt von Veteranen der Stadtmiliz, die ihre Erfahrungen aus der Schlacht direkt in die Pläne einfließen lassen. Besonders bemerkenswert ist das neue Theater, das nicht nur Sichtkontakt zur Neustadt hält, sondern auch eine Orgel beherbergt, ein Geschenk der Familie Trebenfurt.

Gerüchte um einen künftigen Angriff aus dem Landesinneren befeuern das Bauvorhaben ebenso wie der politische Wille, Sewamund zu stärken. Nicht aus martialischem Stolz, sondern aus der bitteren Lehre, dass die Perle des Sewaks nicht ungeschützt liegen darf.
Sewamund rüstet nicht zum Angriff. Aber es ist nicht mehr bereit, überrascht zu werden.

GE