Briefspiel:Zeit des Wandels/Ein Kollegiatstreffen

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Briefspiel in Efferdas
Datiert auf: 1043 BF - 1046 BF Schauplatz: Efferdas Entstehungszeitraum: Sommer 2022 - 2026
Protagonisten: Familien aus Efferdas Autoren/Beteiligte: VivionaYaPirras, Elanor, Vritra, Fürst Federkiel, Gerberstädter
Zyklus: Übersicht · Prolog · Ein neues Oberhaupt · Unter Verdacht · Vertrauen · Rückkehr aus Almada · Neue Wege · Ein Kollegiatstreffen


Nach einem Gespräch im Senatsgebäude zwischen den Senatoren ya Pirras und Solano kam es zu folgender Begebenheit.

Ein Treffen vor der Tür

Im Hafenviertel in Efferdas, 9. Efferd 1045

Ihr Dienstherr hatte Ihnen sogar die Kutsche bereitgestellt, um zur Werkstatt der di Solano zu fahren. Hesindio Dalidion blickte aus dem Fenster in die Gassen des Hafenviertels. “Um was genau geht es unserem Herrn bei diesem Besuch, meine Teuerste?” “Wir sollen uns einen Eindruck über das Können, die Qualität und die Charaktere der di Solano machen. Sollten sie wirklich so talentierte Alchemisten in ihren Reihen haben, wäre es fahrlässig, dieses zu ignorieren. Seien es Tränke zur Stärkung der astralen Kraft oder zur Heilung, alles was unsere Arbeit erleichtert.”
Die Kutsche hielt an und die Klappe zum Kutschbock ging auf. “Werte Herrschaften. Hier geht es mit der Kutsche nicht weiter. Zu eng.” Es entstand Bewegung und livrierter Diener öffnete die Tür und klappte eine Trittstufe aus. Hesindio stieg aus und hielt seiner Frau die Hand hin, um ihr aus der Kutsche zu helfen.

Wer sich in den Flüchtengassen gut kleidet, fällt auf, wie ein Tsa-Geweihter im Praiostempel, so war es auch kein Wunder, dass Tharinda und ihr Mann von allen Seiten verwundert angesehen wurden. Zwar kannte man die Familie ya Pirras und ihre Angestellten, aber wenn man einmal einen sah, dann nur zu ihren Regeln. Und dennoch, da liefen sie, an kleinen Werkstätten vorbei, zu einem unscheinbaren Gebäude, zwei Stufen über der Sieche, welche die ungepflegte Straße darstellte. Um möglichst schnell von der Straße zu kommen, stiegen beide die Stufen hinauf, um an der Tür zu klopfen. Tharinda della Pena raffte etwas den Saum ihrer grauen Robe hoch und insgeheim war sie froh, sich für ihre schlichte Reiserobe entschieden zu haben. Währendessen griff Hesindio den Griff seiner Tasche etwas fester, war der Inhalt doch zu wertvoll um hier verlustig zu gehen.
„Ihr seid dann wohl die ya Pirras, ich bin ein wenig spät dran.“ Hinter ihnen kam eine Stimme wie aus dem Nichts. Durch das Drehen nach hinten konnten sie die Stimme einer jungen Frau zuordnen. Eine Magierin in, den Codex Albyricus verspottenden, Kleidung angelehnt an die Mode von Al‘Anfa. An ihren Armen zwei silberne Armschienen, Spinnen nachahmend. Ihr Haar zusammengehalten durch eine silberne Schlange, welche, so könnte Tharinda schwören, sich bewegt hat, als wäre es eine in Silber gebadete Schlange. Ihr Magierstab aus Eichenholz, einzig durch arkane Schnitzereien als solcher zu erkennen. “Die Gesandten des Hauses ya Pirras, werte Collega.”, erwiderte Tharinda della Pena, wobei sie die beiden letzten Worte mit einem misstrauischen Unterton aussprach. Khadana erschien etwas durch die Verwechslung verunsichert. „Entschuldigt, dass ich euch mit euren Herrschaften verwechselt habe, aus eurer Formulierung bemerke ich, ihr seid auch von Mada gesegnet, welche Schule nennt ihr Lehrer?“ Mit diesen Worten stieg sie auch auf die Stufen des Labors. “Das Draconiter-Institut zu Shenilo unter Lehrmeister Valeran Menaris und später unter Lehrmeisterin Cyrene Arkenstab. Und Ihr, Collega?” Dabei versuchte sie vorsichtig einen Blick auf das Siegel zu erhaschen. „Ich stamme, aus der Akademie der vier Türme zu Mirham, eine höchst kompetente Lehreinrichtung, mein Lehrmeister soll hier keine Beachtung finden, bin ich doch weder er noch wie er. Wir Schwarzmagier, haben einen schlechteren Ruf als wir verdienen. Mein Name ist Khadana, aber genug der Vorstellungen, treten wir ein.“ Mit diesen Worten ging Khadana an den Besuchern vorbei und stieß die Tür auf.

Im Labor

Hinter der Tür, kam ein Empfangszimmer zum Vorschein, Leer, bis auf zwei Gestalten. „Konnten wir uns auch mal hier einfinden?“ Nicandras Worte direkt an Khadana gerichtet, schienen vorwurfsvoll gemeint. Der Kopf der Familie di Solano, stand mit vorwurfsvollen Blick im Vorraum des Labors. Wie immer, in einem Kleid mit Schuppenmuster und dem bescheidenen Schmuck.
In einer Ecke, in einem Sessel sitzend, saß ein junger Mann, Khadana verwechselnd ähnlich sehend, ein Buch mit der Aufschrift, Chimaeren & Hybriden lesend. Ein weißer Birkenstab, am Sessel lehnend, und seine Kleidung wiesen ihn als Adept aus. Dem Ausschluss nach handelte es sich um Khadano, den Adepten der Anatomischen Akademie zu Vinsalt. „Sie ist da und hat unsere Gäste mitgebracht, es ist doch irrelevant, liebe Tante, wann sie genau erscheint.“ Ohne Khadanos Bemerkung mit einer Entgegnung zu würdigen, fing Nicandra an ihren Besuch zu Begrüßen: „Verehrte Maga della Pena,verehrter Signor Dalidion wir sind hocherfreut, euch hier in unserem bescheidenen Labor begrüßen zu dürfen. Ich nahm mir heraus, zwei Vögel mit einem Pfeil zu treffen und meine Nichte und meinen Neffen hier einzuladen, um einen ersten Eindruck an euren Herren übermitteln zu können.“
“Seid gewiss Signora di Solano, die Freude ist ganz auf unserer Seite.” Wie selbstverständlich ergriff der Medicus das Wort, während seine Frau beide Magier in Augenschein nahm. “Unser Dienstherr Valerio ya Pirras entbietet Euch seine Grüße und hofft, dass dieses Treffen nicht das letzte war.” Nicandra kam näher zu den Besuchern „Wenn ihr nach der Inaugenscheinnahme geht, richtet eurem Dienstherren auch meine Grüße aus und auch ich hoffe, das dies nicht das letzte Treffen sein wird. Ich bin zuversichtlich, unsere Produkte, sowie meine Familie werden euch überzeugen. Ich habe beide angewiesen, auf Fragen eurerseits zu antworten, sodass sie im Falle einer Befragung durch den Senat schon Erfahrung in derlei Geschehnissen besitzen.“
Nun erhob sich auch Khadano, das Buch zuklappend und in einer Tasche verstauend, trotz seines jungen Alters, stützte er sich auf seinen Magierstab. Er wandte sich an Tharinda della Pena. „Wenn ich fragen darf, was ist euer bisheriger Eindruck?“ Tharinda rückte näher zu ihrem Mann. “Mein erster Eindruck fragt ihr, Collega? Nun, ihr seht mich verwirrt, treffe ich hier auf zwei Magier, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Zum einen Ihr, aufgrund Eurer Robe und des Siegels als Abgänger der Accademia Magica Curativa zu Vinsalt zu erkennen, eigentlich dem Bund des Weißen Pentagramms zugetan, aber ein gar verruchtes Werk am Studieren, anstelle es sofort zu verbrennen. Daneben Eure, ich vermute, Schwester der Bruderschaft der Wissenden verschworen. Ausgebildet in einer der verabscheuungswürdigsten Akademien Aventuriens mit Dämonologie, Borbaradismus und Chimärologie auf dem Lehrplan. Dazu verbündet mit der Pestbeule des Südens. Und wenn dies mit dem Segen Eures Oberhauptes geschah….” Sie warf kurz einen Blick zu Nicandra. “....haben wir einen großen Klärungsbedarf, bevor wir überhaupt weitermachen und den Gedanken verwerfen, sofort diese Räumlichkeiten zu verlassen." Sanft drückte sie Hesindios Hand und dieser sah einen Anflug von großer Sorge in ihrem Gesicht, während sie ihren Stab fester hielt.
Die Sorge Tharindas sehend, versuchte Nicandra die Wogen zu glätten. „Verehrte Maga, ich kann versichern, dass keiner der beiden eine Gefahr darstellt. Ich selbst hatte veranlasst, dass sich Khadana in Mirham, möglichst von jeder unheiligen Praxis fernhalten sollte, wofür man in Mirham auch Verständnis hatte und mir versicherte, dass sie unter einem der besten Lehrmeister studieren würde, ein Magus der sich aus den Tiefen rettete und somit, am besten zeigen kann, welcher Weg der richtige ist. Der Weg des Wissens, nicht der Macht. Sie ist Golemantin, nicht mehr. Was meinen Neffen anbelangt, so sind es seine Bücher welche Euch Sorgen bereiten. Ich kann euch beruhigen, er ist intelligent genug, um zu wissen was sich gehört. Nun zu eurem Klärungsbedarf, fragt, nach gutdünken, unsere Familie hat nichts zu verstecken, nur der Republik zu geben und nur Efferdas gilt unsere Loyalität.“
Man konnte Tharinda ansehen, das Nicandras Antwort sie in keinster Weise überzeugte. Trotzdem deutete sie ein Nicken an. Hesindio ergriff das Wort. “Vielleicht sollten wir diese Gelegenheit nutzen. Aufgrund Eures Aufenthaltes im Süden, habt ihr die Möglichkeit andere Kräuter und Ingredienzien für Eure Medica und Tränke zu verwenden. Dies würde mich wahrlich interessieren. Damit sollten wir am besten anfangen und dabei Euer Labor besichtigen. Natürlich nur, wenn dies auch in Eurem Sinne ist, Signora Nicandra.” „Es ist sehr in meinem Sinne, ich danke euch den Blick, wieder auf den eigentlichen Besuchsgrund zu lenken. Bitte Signores, folgt mir in den ersten Stock, dort sind unsere Labore.“ Nicandra versuchte, das freundlichste Lächeln ihrerseits aufzusetzen. Sie signalisierte Khadana und Khadano mit ihr zur Treppe zu gehen, wonach sie mit einer einladenden Geste ihren Besuchern signalisierte zu folgen.
Beim Aufsteigen der Treppe, fing Khadana an zu reden. „Wir stellen hier alles Mögliche her. Heilungssalben, Tinkturen, Antidote und weitere Produkte, jedoch liegt unser Hauptaugenmerk auf der Erfüllung von bestellter Arznei oder Alchemie. Bestenfalls dauerhafte Aufträge.“ Ihre Stimme verstummte gerade rechtzeitig, als sie vor einem Gang mit drei Türen standen. In die Türen eingeschnitzt waren seltsam verschnörkelte Zeichen. „Dies sind die Wirkungsbereiche unserer Alchemisten, wenn ihr wünscht, können wir in eines der Labore sehen, sodass ihr die Arbeitsplätze begutachten könnt.“ Nicandras Lächeln war, seit sie es aufgesetzt hatte, nicht verrutscht. “Ich sehe, dass zumindest für einen Schutz gesorgt wurde. Zeichen der Magica Contraria.” Tharinda betrachtete die Zeichen eingehender. “Bannzeichen gegen Elementare und Feenvolk. Fehlt da nicht eine weitere Komponente?” Sie warf einen kurzen Seitenblick zu Khadana. “Gerne würden wir eines der Labore in Augenschein nehmen, Signora Nicandra. Bitte geht vor, wir werden folgen.” “Sagt Signora Khadana. Welche Heilkräuter verwendet ihr aus dem Süden?” Der Medicus zeigt großes Interesse und es kribbelte ihm wahrhaftig in den Fingern mehr zu erfahren und von seiner Frau abzulenken. „Wir verwenden in unserem Labor, jede nützliche Pflanze, welche uns in unsere Augen springt. Wir haben aber auch etwas vorbereitet.“
Mit diesen Worten öffnete Nicandra die erste Tür und führte die Gesellschaft in einen, als Alchemielabor unverkennbaren Raum. Jede der Wände des Raumes, waren mit einem großen Symbol des Schutzes vor Dämonen bemalt. „Verehrte Tharinda, wir sind keine Tölpel, die Symbole an der Tür sind gegen Wesen, welche höchstens Streiche spielen, diese Räume jedoch sollen frei von jedem Dämonenpfusch sein. Ein Einfall Khadanas übrigens, sie brachte diesen Brauch von ihrem Mentor mit, dort bei der Golemantie wird die Sicherheit nicht zu klein geschrieben und auch kein Dämonenpfusch begrüßt.“ Auf die lobenden Worte Nicandras folgte ein für Khadana viel zu großes Lächeln, stolz, für ihr Tun gelobt zu werden. Khadano trat in die Mitte des Raumes und nahm eine Pflanze aus einer, auf dem Tisch vorbereiteten Schale. „Dies ist unser neustes Projekt. Genannt Sansaro, es unterbindet und heilt die Efferd- und Kerkerkrankheit. Wir sind gerade daran, aus dieser Pflanze eine haltbare Salbe, für Efferds Seefahrer herzustellen, sodass auch längere Reisen ohne Gefahren unternommen werden können.“ Er legte die Pflanze zurück und nahm eine andere Pflanze aus einer Schale. „Diese Pflanze nennt man Moarana, sie gehört zu den Lianen und verstärkt die körperlichen Fähigkeiten für eine Zeit. Der Nachteil, an welchem wir gerade sind ihn zu überwinden, sind die Gliederschmerzen, welche danach auftreten.“ Mit einer gewissen Theatralik, nahm er ein Verschlossenes Glas und zeigte es den Zuschauern. „Zum Schluss, diese Pflanze nennt man schleichender Tod. Jedoch ist sie nicht tödlich. Sie besitzt jedoch eine betäubende Wirkung, sollte man an ihr riechen. Wenn wir sie verarbeitet haben, lässt sie sich wunderbar bei den Patienten der Wundärtzte anwenden, da sich mit der Betäubung auch das Schmerzgefühl verabschiedet. Bei längerem Nutzen, macht der Duft jedoch abhängig. Weswegen auf die Dosis geachtet werden muss.“ „Nun, dies sind nur ausgewählte Pflanzen und deren Nutzen. In unserem Reportire existieren noch viel mehr Geheimnisse.“ Nicandra schmunzelte ein wenig.
Hesindio war fasziniert. “Moarana war mir ein Begriff, aber bisher nur aus Schriften oder Büchern. Eine derart seltene Pflanze hier in natura zu sehen ist schon etwas Besonderes. Ich würde gerne mehr erfahren über die Verarbeitung, die Anwendungsweise, die Pflanze an sich.” Khadano legte seine Hand auf Hesindios Schulter „Ein Magier, verrät nie seine kompletten Tricks, nicht dass ihr uns noch Konkurrenz macht. Aber es erfreut mich, wenn ein anderer Gelehrter diese Freude für die Botanik hegt.“ Khadanos Worte waren leicht, klar, fröhlich, über die Begeisterung seines Gegenübers. “Vielleicht können wir uns dazu bei entsprechender Gelegenheit intensiver austauschen. Vielleicht bei einen Becher Wein in der Senatorentaverne.” Während Hesindo sich seiner Begeisterung für Pflanzen hingab, verschaffte sich Tharinda einen Überblick über die hier gelagerten Kräuter und den Zustand der Verarbeitung. Ebenso beäugte sie die Gerätschaften und deren Nutzen. Mit einem Mal, trat Khadana in ihr Blickfeld. Sie erschrak kurz, versuchte sich aber nichts anmerken zu lassen.
„Ich hoffe wir haben uns nicht auf dem falschen Fuß erwischt, verehrte Kollega. Ich strebe keinerlei verbotene Kunst an, weder Borbarad noch ein Dämon besitzt Macht über mich. Kurzum, meine Fähigkeiten liegen im Schaffen, nicht im Beherrschen. Es beschämt mich, eure Worte zu hören, sodass ihr mich wohl nur für eine Schwarzmagierin haltet und ich diesen Eindruck wohl unbewusst präsentiere. Dabei wünsche ich nur mit meinen Talenten, Schmuggel, Leid und Tod zu verhindern. Ja, der Republik Efferdas zu alter Größe zu verhelfen und darüber hinaus Efferdas zum Galgenberg der Korruption zu machen. Wenn ihr diese Nachricht eurem Dienstherren mitgeben würdet.“ Zwar waren ihre Worte klar nur ein Teil der Wahrheit, jedoch zumindest ihre Abneigung für Borbarad und die göttlichen Gegenspieler schien aus ihrem tiefsten Herzen zu kommen. Tharinda setzte ein nichtssagendes Gesicht auf. “Nun werte Collega, wenn ich den Richtlinien meines alten Lehrmeisters gefolgt wäre, würden wir uns jetzt nicht gegenüberstehen und Worte miteinander wechseln. Im Gegenteil. Trotzdem halte ich euch sehr wohl für eine Schwarzmagierin, denn dafür spricht das Siegel auf Eurem Handrücken und das Wissen über das, was ihr Erschaffen nennt, wäre auch in Rashdul zu Erlernen gewesen.” Sie hielt kurz inne und ihr Stab begann leicht zu vibrieren. Ihre Augenfarbe änderte sich kurzzeitig und danach bildete sich eine tiefe Falte auf ihrer Stirn. “Und ich hoffe für Euch, dass Ihr Eure Schmuckstücke unter Kontrolle habt. Ich werde meinem Dienstherren Eure Worte ausrichten und rechnet auch damit, diese vor dem Senat zu wiederholen.” „Meine Schmuckstücke sind mein, zu jeder Zeit in jeder Lage. Ich erkenne jedoch, meine Worte werden nicht viel bringen, weswegen ich mich um Taten bemühen muss, euch und Efferdas mein Gemüt zu beweisen. Dennoch ich bin erfreut, eure Versicherung der Übermittlung meiner Nachricht zu besitzen.“ Khadana Stimme klang hocherfreut.
Nicandra führte beide Gespräche wieder zusammen. „Verehrte Gesandschaft, die Führung durch unser verehrtes Labor, wäre von unserer Seite eigentlich beendet, es gäbe sonst noch das Lager, jedoch erscheint dies als nicht nennenswert, da in jenem nur Kisten Gläser und eben Arznein aller Art zu sehen sind. Gäbe es von eurer Seite noch Klärungsbedarf.“ “Nun, ich denke, dass ich auch im Namen meiner Frau spreche, wenn ich sage, dass unsere Neugier vorerst zufrieden gestellt ist. Habt Dank für Eure Gastfreundschaft. Wir werden unserem Dienstherrn Bericht erstatten und alles weitere wird die Zukunft zeigen.” Er griff nach der Hand seiner Frau und drückte sie leicht. Tharinda wurde aus ihren Gedanken gerissen. “Ich kann den Worten meines Mannes nur beipflichten. Alles weitere wird die Zukunft zeigen.” Sie verbeugte sich in Richtung ihrer Gastgeber. “Wir haben Euch nun genug Eurer Zeit beraubt und werden Euch nun verlassen. Die Zwölfe mit Euch. Signora Nicandra, Adeptus Khadano,....Adepta Khadana.” „Die Zwölfe auch mit euch. So wünschen wir eine wundervolle Rückher, zu eurem Dienstherren.“ Nach ihren Worten begleitete Nicandra Tharinda und Hesindio zurück in das Erdgeschoss und führte sie aus dem Labor.

Zurück in der Kutsche

Tharinda wirkte nachdenklich. “Ich traue Ihnen nicht, Hesindio. Ich traue beiden Magiern nicht. Sie ist Abgängerin einer schwarzen Akademie. Diese Schmuckstücke an ihr, das waren Golemiden. Kleine, aber mit einer daimoniden Komponente. Und er. Er studiert ein Buch, das zu einem Standardwerk ihrer Akademie gehört. Dabei ist er Abgänger einer weißen Akademie. Und das alles mit dem Wohlwollen ihres Oberhauptes. Ich verstehe das nicht.” Hesindio nahm die Hände seiner Frau in seine. “Und genau deswegen müssen wir sie im Auge behalten. Damit sie nichts anrichten können. Sie werden sicherlich mehr Pflanzen aus dem Süden nutzen wie gesehen, aber da fehlt mir noch das Wissen, habe ich doch weitere in den Gläsern im Labor gesehen, welche ich nicht richtig zuordnen konnte. Also werde ich mir notwendige Literatur beschaffen müssen. Wir werden Baronet Valerio ausführlich Bericht erstatten. Er wird wissen, was zu tun ist.” Die Magierin nickte.

Gedanken am Abend

In der Bibliothek in der Spitze des Turmes des Palazzo ya Pirras wurde die Stille nur durch das Geräusch von Seiten, die umgeblättert wurden, unterbrochen. In dem kreisrunden Raum standen an den Wänden Regale mit Büchern über die Familiengeschichte, des Glaubens, sowie der Gerichtsbarkeit. Alles über Generationen hinweg sorgsam aufbewahrt und behütet. Mittig stand ein Lesepult mit einer Halterung für eine Öllampe. Diese war belegt und vor dem Pult stand Valerio ya Pirras und las aufmerksam Passagen aus dem Argelionsrecht.
Der Bericht seiner Maga hatte ihn doch etwas beunruhigt. Ja, die di Solano sind in vielerlei Dingen nützlich, aber durch die beiden Magier in ihren Reihen und die Kontakte in südliche Gefilde ebenso gefährlich. Er musste sie irgendwie unter Kontrolle halten. Nachdenklich fuhr er durch seinen Bart, wie er es immer machte, wenn sein Kopf voller Gedanken war. Ein Schreiben an Ihro Gnaden Nevinia wäre der erste Weg. Sie könnte für Unruhe sorgen, wenn sie in einer ihrer Predigten das Wirken arkaner Kraft anprangerte. Und Informanten innerhalb der Familie. Hesindio, sein Medicus, schien Interesse an den botanischen Wirkes des Weißen zu haben und für die Schwarze könnte vielleicht…..Kurz kam ihn ein Gedanke. Diesen würde er aber erst morgen weiter verfolgen. Langsam klappte er das Buch zu, stellte es an seinen gewohnten Platz und nahm die Öllampe.