Archiv:Deicharbeiter machen dunkle Geschäfte (BB 42)

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Auf frischer Tat ertappt:
Deicharbeiter machen dunkle Geschäfte
von
Atnios Olissat

Abermals hat Wachoffizierin Gwyn ter Leyten ihr untrügliches Gespür bewiesen, als es galt, verdächtiges Treiben zu erkennen. Als sie Ende Rahja am Garlischgrötzer Tor Wachdienst verrichtete, fiel ihr an den Fuhrwerken der Deicharbeiter auf, dass sie frühmorgens höchstens halbvoll beladen zur Arbeit an den Deichen und Kanälen ausfuhren, sich allerdings abends bei der Heimkehr wiederholt ein regelrechter Berg unter der Segeltuchplane wölbte.

Auf eigene Faust und ohne Rücksprache mit Capitan Rimendoza gelang es ihr, die Ursache dieser seltsamen Fuhren zu ergründen. Mit einem kleinen Trupp Rotröcke wurde sie einige Meilen nördlich der Stadt Zeuge, wie von einem größeren Kutter Waren angelandet und auf die Fuhrwerke von Deicharbeitern verladen wurden. Beherzt ließ sie zu den Waffen greifen und konnte die Schieberei unterbinden. Während das Schiff und seine Besatzung auf See fliehen konnten, wurden einige Deicharbeiter rasch festgenommen und die Konterbande noch vor Ort beschlagnahmt.

Genauere Einzelheiten sind bisher nicht aus dem Haus der Stadtwache gedrungen. Fest steht, dass es sich bei den Fuhrwerken um Karren der Familie Vesselbek handelte und die verhafteten Deicharbeiter ebenso zur Klientel der ehrenwerten Ratsfamilie gehören. Was nun die Vesselbeks selber damit zu tun haben, bleibt bislang im Dunkeln. Auch zur Beschaffenheit und der Herkunft des Schmuggelguts gibt es keine weiteren Angaben. Viele behaupten, es seien Lebensmittel, welche die Vesselbeks unbemerkt in die Stadt bringen, aber nur ihren Arbeitern zugute kommen lassen wollten. Doch ist wohl der allgemeine Hunger (der Seewind berichtete in seiner letzten Ausgabe) Ursache dieses Gedankens. Manche meinen dagegen, die verhafteten Deicharbeiter seien Mitglieder der Schmugglerbande "Freisegler." Was hiervon nun der Wahrheit entspricht, muss erst noch geklärt werden.

Capitan Rimendoza und Voltan Vesselbek als Patron der Verhafteten zeigten sich beide sehr überrascht ob des unerwarteten Gardeübergriffs. Doch war von ihnen weiter nichts zu hören, als dass man erst sehen müsse, was die weiteren Ermittlungen in diesem Fall herausbrächten. Zumindest ist wohl zu bemerken, dass das Verhältnis zwischen Gardistin ter Leyten und Capitan Rimendoza aufgrund dieser Eigenmächtigkeit ihrerseits weiter sehr gespannt ist. Die fortwährenden Streitereien dürften eher nicht dazu führen, dass die Arbeit der Stadtwache bald tatsächlich für weniger Verbrechen in Sewamund sorgen kann.

OB