Briefspiel:Teichboote für das Haus di Côntris: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 17. Februar 2026, 07:35 Uhr
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Die Audienz bei der Baronin
Nachdem erfolgreichen Briefwechsel mit dem Cancellario von Contris, Awaltyr de Maltris, wurde dem efferdischen Schiffsbauer Phelizzio d'Antara eine Audienz bei Baronin Rondriana di Contris im Spiegelschloss von Contris gewährt.
In einer Kutsche mit Gepäck für seinen Vortrag sitzend und eskortiert von zwei Hausgardisten der Palmyramischen Wache, nähert sich der Schiffsbauer seinem Ziel.
Das schöne Schloss im Yarquirtaler Baustil konnte er durch dessen Platz auf einer Anhöhe bereits vom Marktplatz der Stadt Contris aus erblicken.
Dort endlich angekommen, wurde er sogleich zur Baronin, um dieser seine Aufwartung zu machen.
Im lichtdurchfluteten Regenbogensaal vor der hohen Herrin des Schlosses angekommen, verneigte sich Phelizzio und sprach sie mit der höflichen, veralteten Anrede an.
,,Euer Hochgeboren. Es ehrt mich und meine Familie über alle Maße, dass Ihr dieser Audienz zugestimmt habt und ich bewundere Euren beispiellosen Geschmack für dieses wahre Traumschloss”, er verneigte sich erneut.
“Vielen Dank, Maestro. Es freut mich sehr, dass euch das Schloss so sehr gefällt. In der Tat gehört es ja zu den bewundertsten der Gegend, aber ich muss der Wahrheit halber natürlich hinzufügen, dass ich in dieses wundervolle Gebäude nur durch den Segen Travias einziehen durfte. Mein Mann und ich tun allerdings unser Bestes dafür, dass das Schloss so traumhaft bleibt und, sofern möglich, im Detail noch Verbesserungen erfährt. Sagt, Maestro, man hat mir angedeutet, dass euer Besuch sogar damit zu tun haben könnte. Ich bin sehr gespannt, was ihr mir da vorschlagen wollt.”
Rondriana deutete einladend auf ein kleines Ensemble aus Tischchen und Sitzmöbeln, auf denen einige Erfrischungen bereitgestellt waren.
Phelizzio verneigte sich und folgte der Baronin zu den Sitzplätzen. Er nahm dankend eines der Erfrischungen an und begann nun seinen Besuch zu erläutern:
,,Euer Hochgeboren. Dieses prächtige und traumhafte Schloss lädt einen jeden ein, sich gerne hier aufzuhalten und verzaubert zu werden. Ich möchte Euch in der Tat den bescheidenen Vorschlag machen, eben jene Stauner noch weiter zu fesseln.”
Er winkte einigen Diener zu, die sofort anfingen, die mitgebrachten Modelle und Zeichnungen aufzubauen. Nachdem diese eiligst fertig waren, erhob sich der Schiffsbauer und zeigte auf eine Zeichnung vom Teich des Schlosses.
,,Euer Hochgeboren, Ihr seht hier die Zeichnung des Teiches dieses Schlosses. Meine Familie hat Wurzeln im fernen Aranien und dort ist Wasser nicht nur wichtig, sondern Zentrum der beliebten Wassergärten der Radjare. Diesen Glanz des Staunens könnt Ihr mit einer eleganten wie schönen Kombination erzeugen.”
Phelizzio ließ nun mehrere hölzerne Modelle der Baronin präsentieren. Von kleinen Schiffen bis hin zu prächtig geschnitzten Gänsen wie Schwänen in Miniaturform, die später auf dem Wasser treiben können.
,,Auf diesen Zierschiffen, wenn ich sie so mal zusammenfassen darf, könnt ihr Kerzen aufstellen, die dem Teich bei Nacht eine beruhigende wie traumhafte Beleuchtung anbietet. “
Nachdem er geendet hatte, verbeugte er sich und erwartete die Reaktion seiner Gastgeberin.
“Nun, mir war bewusst, dass eure Familie eine Werft besitzt, aber dass ihr dann auch Schiffchen anbieten könnt, die auf den eher zierlichen Teich dieses Schlosses passen. Ich bin durchaus hocherfreut über euren Vorschlag. Schwäne wären sicherlich sehr passend, vielleicht könnte man auch kleine Drachenboote bauen, also solche, die Drachen gleichen, nicht diese thorwalschen? Die Kerzen könnten dann die Augen und den feurigen Rachen glühen lassen. Quasi als Reminiszenz an Ranafan. Aranien, sagtet ihr? Habt ihr euch jemals mit der dortigen Verehrung des Heiligen Geron befasst?”
,,Euer Hochgeboren, verzeiht ich bedaure (er neigte entschuldigend den Kopf). Meine Familie sowie die Familie meiner Frau haben ihre Wurzeln in Zorgan und Palmyramis. Dort sind Peraine und Feqz dominant. Das Glaubensbekenntnis meiner Familie liegt allerdings stark bei der Gütigen Göttin Travia”.
Auf den Fingerzeig der Baronin auf die Schiffszeichnung und ihrer vorherigen Frage antwortete er bejahend, dass er diese bauen kann.
“Wunderbar. Dann gelte es nun wohl die Einzelheiten zu klären: genaues Aussehen, Zeit der Lieferung und natürlich den Preis. Habe ich etwas vergessen, Maestro?”
,,Dann ist Euer Wort mein Arbeitsbeginn, Euer Hochgeboren. Ich lasse Eurem Cancellario meine Zeichenmappe mit Bildillustrationen geben, so könnt Ihr bei Belieben in Ruhe die etwaigen Zeichnungen durchgehen und Euch festlegen. Den Zeitpunkt der Lieferung richtet sich nach Eurer Hochgeborenen Entscheidung, doch sind mindestens 12-16 Wochen Fertigungszeit notwendig. Dazu benötige ich noch die genaue Anzahl der gewünschten Zierboote. Und verzeiht Euer Hochgeboren, wenn ich Euch darum bitte darf, neben der Bezahlung, meiner Werft ein Empfehlungsschreiben aufzusetzen?”
“Die Anzahl sollte natürlich angesichts des Teiches nicht allzu hoch sein, ich denke, vier sollten gut sein, drei Schwäne und ein Drache. Ein Empfehlungsschreiben kann ich natürlich nach Erhalt uns angemessener Prüfung der Boote gerne aufsetzen lassen.. Vielleicht könnt ihr dann noch weiteren Anwesen ähnliche Boote zukommen lassen, es wäre sicher nicht das erste Mal, dass Contîs als Vorbild dient. Für den Preis müsste ich meinen Sekretär konsultieren.”
,,Es ist mir eine große Ehre, Euer Wohlgeboren! Ich werde Eurem Secretario brieflich mitteilen, sobald Euer Auftrag fertig ist”, bedankte sich Phelizzio aufrichtig.
Der Schiffsbauer wurde noch eingeladen, den Garten zu besichtigen, dass er mit großer Begeisterung auch annahm. Er verabschiedete sich und trat die Fahrt zu einer nahegelegen Herberge an. Am nächsten Tag würde er wieder nach Efferdas aufbrechen. In den restlichen Abendstunden notierte er sich bereits eine ungefähre Materialkostenauflistung. Wieder daheim galt es viel vorzubereiten.
Nach ungefähr einer Woche erhielt er auch ein gesiegeltes Schreiben vom Cancellario von Contris in der die Wunschfiguren Ihrer Hochgeborenheiten genannt wurden wie auch ihre Anzahl. Dem Schreiben schickte der Schiffsbauer eine Bestätigung.
Spiegelschloss di Contris, 5 Monate später
Vor dem Teich waren mehrere Holzkisten aufgestellt, auf denen auf roten Kissen liegend, die bestellten Zierboote präsentiert wurden.
Erwartungsvoll musterte Phelizzio d'Antara die Baronin wie sie die meisterlich gearbeiteten Stücke betrachtete.
Baron Dartan di Côntris, seine Gemahlin Rondriana und weitere Mitglieder der Familie begutachteten die vier Boote, besonders der Drache wurde genau in Augenschein genommen. Tatsächlich war es hier gelungen, trotz der naturgemäß wenig beeindruckenden Größe einen imposanten Eindruck zu vermitteln. Zudem war der Drache eine originelle Mischung aus traditionellen Drachenmotiv, einem deutlich Bezug - nicht zuletzt durch die bläulich-türkische Farbe der Schuppen - zum Wasser, es sollte ja den wasserdrachen Ranafan darstellen, sowie originellen Besonderheiten. So waren die leicht gedrehten Hörner am Haupt des Drachen hohl und so gebaut, dass sie von den im dem Boot platzierten Lichtern von innen heraus zu einem rötlichen Glimmen, das ebenso das aufgerissene Maul des Drachen illuminieren würde, gebracht werden. Aber dieser Effekt würde sich erst später einstellen. Zu Wasser gelassen sollten die Boote erst nach Einbruch der Dunkelheit, damit die Lichter ihr Werk tun könnten.
Phelizzio erklärte noch einige Details zu der Feinarbeit und beantwortete Fragen des Baronpaares und verwies auf das Abwarten der Dämmerung, damit sich das ganze Potential der Kleinstboote entfalten kann.
Und als die Praiosscheibe ihr Licht hinter den Horizont gesenkt hatte und die notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen waren, zeigte sich, dass sich das Warten gelohnt hatte: Wie von magischer Hand gelenkt, schwebten die Boote gleichsam über das nahezu unbewegte Wasser des kleinen Teiches - die dort wohnenden Enten hatten sich bereits zur Ruhe begeben, es wird sich zeigen, ob sie ihre neuen Mitbewohner freundlich empfangen werden. Die vorab entzündeten Lichter im Inneren der Boote entfalteten nun ihre Wirkung. In den Schwänen waren sie als sichtbare Lichter, ähnlich niedrigen Kandelabern, auf dem Rücken der Schwäne platziert, so dass diese wie mystische Lichtträger über den Spiegel der Teiche, in dem sich die Lichter im Innern des Spielgeschlosses spiegelten, glitten. Am tag konnten diese Kandelaber, die bei Licht wohl weniger anmutig wirken würden, abgenommen werden. Als der erwartete Höhepunkt erwies sich der Drache, der überaus geschickt, erst nachdem die Aufmerksamkeit der Anwesenden von den schwimmenden und leuchtenden Schwanenbooten gebannt worden war, an einer anderen Seite des Teiches zu Wasser gelassen wurden, wobei zudem die bisher sein Licht verbergende Abdeckung erst im letzten Augenblick von dem bereits schwimmenden Boot gezogen wurde. So kam das Boot, aus dessen Augen und Rachen das flackernde Licht, das hier im Innern des Bootes platziert war, wie Feuerschein hervorschimmerte, gleichsam aus dem Nichts herbeigeglitten. Fast schien es, als wolle der die vorwitzigen Schwäne aus seinem Revier vertreiben, doch stattdessen fügte er sich elegant in das gemeinsame Ensemble ein und so trieben die Boote noch längere Zeit gemeinsam mit ihren Lichtern ruhig und anmutig, wie einen geheimen Tanz vollführen, auf den Teichen des Spiegelschlosses von Côntris. Der Applaus der Anwesenden und die zufriedenen Gesichter Rondrianas, ihres Gatten und Phelizzios zeigten, dass Idee und Umsetzung gelungen waren. Der dabei stehende Phelizzio blickte stolz auf die im Teich schwimmenden Kleinstboote. Ein innerlicher Seufzer der Erleichterung durchfuhr den Schiffsbauer und lächelnd nickte er verschiedenen Anwesenden zu und neigte dankend abwechselnd den Kopf. Als sich das Baronspaar zu Phelizzio wandte, verneigte er sich und lächelte ebenfalls wie die zufriedenen Adligen.
,,Eure Hochgeborenheiten, Baron Dartan und Baronin Rondrianas, es war mir eine Freude wie spannende Herausforderung und macht mich überaus stolz, dass Ihr den meisterlichen Stücken Eure hohe Zufriedenheit schenkt. Verzeiht mir die nun vielleicht standesunübliche Dankansagung meinerseits an Eure Wohlgeborenheiten. Ich sehe es als hohes Privileg an, elegante Aufträge wie diese verrichten zu dürfen”, Phelizzio neigte diesmal anders seinen Kopf, nicht nach Maß der höfischen Etikette, sondern mit aufrichtigen Dank.
Rondriana lächelte und erwiderte den Dank:
“Eure Arbeit ehrt euch und wir werden allen, die diese Boote hier bewundern, gern erzählen, woher sie stammen. Wir wünschen eine gute und angenehme Rückreise.”
Der Schiffsbauer verbeugte sich und betrachte kurz noch einmal die geschaffenen Werke, ehe er sich zu seiner Kutsche aufmachte und zufrieden einstieg.