Briefspiel:Die Renascentia der Deraccinis

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Stadt Urbasi.png Briefspiel in Urbasi Stadt Urbasi.png
Datiert auf: Rondra 1048 BF Schauplatz: Palazzo Colombana in Urbasi Entstehungszeitraum: März 2026
Protagonisten: Gylduria, Giacobbo und Imperia Deraccini Autoren/Beteiligte: Familie Deraccini.png Giacobbo

Die Renascentia der Deraccinis

Empfängt Familienmitglieder aus Neetha: Gylduria Deraccini

Gylduria Deraccini stand am Fenster ihres Studiolos und schaute auf den unter ihr liegenden Ferrante-Platz. Mit einem leisen Rumpeln hörte man das Sechsergespann der Familie Deraccini vorfahren, welches sie nach Neetha schicken ließ – um ihren Neffen Giacobbo und dessen Tochter Imperia nach Urbasi zu bringen. Lächelnd drehte sie sich um, verließ ihr Studiolo und schritt die Treppen herunter um die Neuankömmlinge in Empfang zu nehmen. "Giacobbo, mein lieber Neffe. Ich freue mich dass Du hier bist", sagte Gylduria und nahm ihn herzlich in den Arm.
Dann drehte sie sich zu Imperia um und fragte mit gespieltem Unwissen: "Und wer ist dieses bezaubernde Wesen? Nein! Das kann doch nicht wirklich die kleine Imperia sein?! Als ich Dich das letzte Mal sah, warst Du gerade so groß wie eine unserer Täubchen."
Mit einem Lächeln strich sie Imperia über die Wange, nachdem diese einen höflichen Knicks andeutete.
"Vielen Dank für die schmeichelhaften Worte, Signora Gylduria", sagte Imperia leise.
"Ach, warum so förmlich? Nenn mich Tante Gylduria ... genau wie Dein Vater auch."
Gylduria schnippte mit den Fingern und sagte zu einem Hausdiener: "Pulpio, bitte bring das Gepäck der Herrschaften auf die Zimmer im dritten Stock, die ich habe vorbereiten lassen."
Der Diener nickte und verschwand mit den ersten Gepäckstücken im Palazzo Colombana.
"Giacobbo ... wir reden, wenn Ihr zwei Euch frisch gemacht habt. Ich werde Vitius beauftragen, eine Wache bereitzustellen, die Imperia die Stadt zeigt", sagte Gylduria und verschwand dann erstmal wieder in ihrem Studiolo.

Folgt dem Ruf seiner Tante nach Urbasi: Giacobbo Deraccini

Eine Weile später betrat Giacobbo das Studiolo seiner Tante.
"Nimm bitte Platz, Giacobbo. Sag, wie geht es meinem Bruder? Versinkt er immer noch in Schwermut, seit Deine Mutter von uns ging?", fragte sie mitfühlend.
Er nickte leicht und antwortete: "Vater stürzt sich in die Arbeit und versucht so, den Verlust zu kompensieren. Ich habe ihm schon oft gesagt, dass er sich ein paar Wochen frei nehmen solle, aber Ihr kennt ihn ja."
Ein Diener betrat das Studiolo und stellte ein Tablett mit zwei Tassen Tee auf den Tisch, bevor er den Raum genauso schnell verließ, wie er ihn betreten hatte.
"Und wie geht es Fiorella? Du sagtest, dass sie auf ... Reisen ist?"
Giacobbo machte eine kurze Pause und sah seiner Tante in die Augen.
"In der Tat, Fiorella ist seit einigen Monaten auf Reisen. Sie meldete sich bereits zweimal bei uns. Das erste Mal war es aus Festum, beim zweiten Mal fuhr sie gerade an Bord eines Schnellseglers in den Hafen von Elburum ein."
"Und ... worum geht es bei dieser Reise?", fragte Gylduria – aber wohl im Bewusstsein, dass sie keine ehrliche Antwort bekommen würde.
"Verzeiht Tante, ich glaube dass ich diese Frage unbeantwortet lassen muss. Sie wird aber nicht mehr lange benötigen und hoffentlich bald zu uns stoßen können", entgegnete Giacobbo mit einem Ausdruck, den Gylduria als ernsthaftes Bedauern deutete. Sie beschloss die Sache erst einmal auf sich beruhen zu lassen.
Nach einem Moment des Schweigens fuhr er fort: "Vielen Dank, dass Ihr Euch Imperia annehmt. Sie vermisst Ihre Mutter sehr."
Gylduria winkte ab und lächelte Giacobbo an: "Es ist gut, dafür ist die Famiglia da."
Sie stand auf, ging auf das Fenster zu und sagte mit auf dem Rücken verschränkten Armen: "Giacobbo ... es hat sich viel verändert in Urbasi, und das war erst der Anfang. Wir müssen vorbereitet sein. Darum habe ich Dich kommen lassen. Wir brauchen neue Ideen ... frischen Wind."
Gylduria drehte sich mit einem entschlossenen Ausdruck zu ihm um.
"Ich möchte, dass Du mit Deiner Base Selina und Deinem Vetter Vitius zusammen arbeitest. Bei den Göttern, ich werde langsam alt und habe das Gefühl die letzten Götterläufe verschlafen zu haben. Die Geschäfte laufen zwar famos, aber auf unserem Ansehen liegt immer noch ... ein Schatten. Ich möchte, dass Ihr drei zusammen eine Renascentia der Familie Deraccini einläutet."
Sie legte eine kurze Pause ein und fuhr dann fort: "Ich möchte, dass Ihr unsere Stellung weiter festigt. Sorgt dafür, dass die Leute in absehbarer Zeit an andere Dinge denken als die alten Geschichten um Gonfaloniere Ferrante. Ich möchte aber, dass wir unangreifbar bleiben. Keine dunklen Geschäfte, keine Kabale, keine Vendetta ... nur ehrliche Fakten."