Briefspiel:Wie man Silbertaler gewinnt/Ein Grundstein wird gelegt: Unterschied zwischen den Versionen

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== Ein Grundstein wird gelegt ==
Wenn sich Geschäftliches und Angenehmes verbinden ließ, war das ganz in Sanjanas Sinne. Viel zu selten hatte sie in den letzten Monden Zeit gefunden das [[Spiel- und Badehaus Belhancaris]] aufzusuchen. So genoss sie ihren heutigen Besuch in vollen Zügen. Erst gönnte sie sich tatsächlich ein Bad und einen Aufenthalt im Tepidarium mit anschließender Massage.<br>
Danach erst ging sie körperlich erfrischt und gut gelaunt in den Spielsalon. Sie ließ ihren Blick über die Boltan- und Würfeltische schweifen und suchte nach einem ganz bestimmten Gesicht.<br>
Noch vor den Augen fanden die Ohren ihr Ziel: glockenhelles Lachen, gepaart mit einem harten Klapsen und einem gespielt empörten ''“Alricio. Beinah’. Ah, da habt Ihr zwei hübsche Weissagerinnen. Drei Knappinnen. Das Duell der Damen geht wohl an mich. Grämt Euch nicht. Es hätte schlimmer können, wenn wir um Gold statt Silber gespielt hätten. Die Damen, die Herren, Ihr entschuldigt. Ich wünsche ein angenehmes Spiel. Tantan.”''<br>
Ein naher Vorhang wurde zur Seite geschlagen und die noch immer jugendlich wirkende Mittdreißigerin flatterte mit einem weiteren geflöteten ''“Tantan.”'' aus dem dahinter liegenden Separee, sichert kurz und verdrehte dann kopfschüttelnd die Augen. Als sie Sanjana sah, winkte sie über ein paar Köpfe hinweg und trippelte um einen Bediensteten herum, dem sie zwei Silberkelche vom Tablett mopste. ''“Du siehst fantastisch aus, wie frisch dem Bade entstiegen und vom Haarkünstler malträtiert”'', flüsterte sie. Dann ein Seufzen. ''“Priora ya Malachis.”'' Ein leicht übertriebener Knicks und ein dargebotener Rotwein. ''“Willkommen im Spielhaus.”''<br>
Sanjanas Lachen war herzlich und echt. ''“Danke, Simiarea für das herzliche Willkommen. Aber bitte stell die Förmlichkeiten ein, ich bin sicher nicht in meiner Amtsfunktion hier. Eher damit der notorisch leere Säckel des armen Spielhauses an mir ein paar Silber verdienen kann.”'' Mit einem Zwinkern nahm Sanjana einen der Kelche entgegen und prostete ihrer alten Bekannten zu. ''“Aber bevor ich mich dem Glücksspiel ergebe, wäre es wunderbar, wenn du einige Augenblicke Zeit für ein Vieraugengespräch hättest.”'', fügte sie mit leicht gedämpfter Stimme hinzu.<br>
Schon eine freche Erwiderung für das ''´klamme Spielhaus, das sich nur mit den Almosen der glücklosen Neureichen auf der Klippe halten kannˋ'' auf den Lippen, nahm sie den Unterton der letzten Worte wahr. Ein fragender Blick der meergrünblauen Augen versicherte sich kurz, dass es nichts akut Dramatisches war. ''“Die Separees sind belegt. Komm.”'' Sie bot Sanjana ihren Arm an und geleitete sie, flott durch die Wandvertäfelung in einen Lakaiengang abbiegend, hinauf in das Zwischengeschoss der Verwaltungsräume. Angesichts der verspielt eleganten Räumlichkeiten unten, erschien hier alles funktional, eng und niedrig - und ehrlicherweise etwas muffig. An einer steilen Stiege vorbei, die offenbar hinauf ins Dach führte, betraten die beiden einen kleinen, noch völlig düsteren Raum.<br>
Simiarea klappert, begleitet von einem ''“Ahi!”'', etwas herum und zieht endlich die großen Fensterläden nach innen auf. Das Licht der untergehenden Wintersonne beleuchtete das Aquädukt und die Landschaft, durch das es läuft, in Veilchentönen und Gold.<br>
Sie nahm den abgestellten Kelch wieder auf, zog einen ausrangierten, stoffbezogenen Klappstuhl heran und setzte sich, nachdem Sanjana darauf Platz genommen hatte, auf ein fadenscheiniges Kissen, das, kurz ausgeklopft, seinen Platz auf einer klapprigen Weinstiege fand. Ein alter Vorhang wurde gegen die kühle Bergluft über die Knie der beiden geworfen. ''“Vier Augen, vier Ohren und nur die Katzen auf den Dächern. Was treibt Dich her?”''<br>
Einige Augenblicke lang schwelgte Sanjana im Farbenspiel des Sonnenuntergangs. Sie begann zu sprechen, während sie dem Praiosmal weiter zugewandt blieb. ''“Weißt du noch, wie ich nach der Verkündung meiner Verlobung ins Spielhaus gekommen bin? Unglaublich wütend und fest entschlossen, meinen ganzen Frust in Unmengen von Alkohol zu ertränken. Du hast mir damals den Kopf gewaschen und mir etwas sehr Wichtiges beigebracht. Wir spielen alle ein Spiel um Macht, Einfluss und das Wohlergehen unserer Familien. In diesem Garadanspiel sind wir entweder Spieler oder Figur.”'' Sanjana nahm nachdenklich einen Schluck Wein aus ihrem Pokal und wandte dann ihr Gesicht Simiarea zu. ''“Du hast damals eine Münze geworfen und mich gefragt: Kopf oder Zahl, Sanjana Spieler oder Figur? Es ist deine Entscheidung. Das war der Moment, in dem ich beschlossen habe, kein Bauer sein zu wollen in diesem Garadan. Ich habe mich dafür nie bedankt bei dir.”''<br>
Sanjana schenkte der Silbertalerin ein betörend schönes und vor allem ehrliches Lächeln. ''"Danke"'', sagte sie schlicht.<br>
Einige Augenblicke herrschte Schweigen. Dann seufzte die Priora structuris tief und ihr Tonfall wechselte von sanft zu ernst:<br>
''“Wohl habe ich es geschafft vom Bauern zur Dame zu werden aber noch habe ich mein Spiel nicht gewonnen und nun bin ich wieder an einem Punkt, wo ich Rat und Hilfe brauche. Die ya Malachis sind ins Patriziat aufgestiegen, wir gewinnen an Einfluss und ich möchte dies nutzen, um den Handel und das Handwerk anzukurbeln. Ich möchte eine Brokatweberei eröffnen und einen Familienpalazzo bauen, beides wird Arbeit und Geld für den Mittelstand bringen und somit dem Wohlergehen der ganzen Stadt zu gute kommen, aber für diese Projekte benötige ich die Unterstützung der Silbertaler Bank, oder besser gesagt deiner Familie. Ich fürchte nur, dass Sofia meine Visionen nicht teilt.”''<br>
Simiarea konnte eine gute Zuhörerin sein. Sie verstand, sie nickte an den richtigen Stellen und stupste zwischendurch ihre Fingerspitzen aufmunternd an die Handknöchel der Freundin. Während der Passagen um das Spiel des Lebens fegte sie ihre eigene, aktuelle Situation mit einem inneren Handwedler zur Seite, denn alle Aufmerksamkeit gehörte Sanjana.<br>
''“Mit Sofia mag man nicht unbedingt einen ausgelassenen Abend verbringen können, und - Ach! - dieser Dünkel manchmal. Aber sie ist in Finanzdingen eigentlich sehr genau - auf diese anstrengende, penible, merkantile Art. Was ist denn geschehen?”'', hakte die Schwarzhaarige nach.<br>
Sanjana gab ihr eine kurze Zusammenfassung des Gesprächs zwischen ihrem Sekretär und der Directora. ''“Um den Kredit zu bekommen, benötige ich wenigstens zwei aus dem Direktorium, die mir gewogen sind. Auf die [[Lucretia Flaviora|Flaviora]] ann ich mich sicher verlassen. Weder mit den [[Familie Silbertaler|Silbertalern]] noch mit den [[Haus di Salsavûr|Salsavûr]] habe ich eine sichere Allianz.”'', fasste die ya Malachis ihre aktuelle Situation zusammen. ''"Vielleicht hast du eine Idee für mich, wie ich das ändern kann.”''<br>
''“Das waren ihre Worte?”'', Simiarea hatte für einige Herzschläge ein sprechendes Nachdenkgesicht und kam offenbar zu einem Schluss. Nach einem ergebenen Aufseufzen setzte sie an.<br>
''“Ich will Dir gerne raten, liebe Freundin. Lass mich Dir von unserer Familie berichten: Azzo hat mich vor kurzem überzeugt, in den Schoß der Familie zurückzukehren. Ach, manchmal kann ich es selbst kaum glauben. Aber er ist ein freundlicher Mensch, ein Hotelier durch und durch und vor allem am Wohl der Stadt als Maßstab allen Tuns interessiert. Allein aber wäre es ihm nicht gelungen, die Familie nach all den Jahrzehnten des Streits Schritt für Schritt zusammenzuführen. Wenn Du das Einverständnis Sofias benötigst, musst Du jemand anderen auf Deine Seite bringen.”''<br>
Simiarea ergriff die Hand Sanjanas und senkte instinktiv die Stimme. ''“Wende Dich an Efferdita. Ja, schau nicht so. Sie ist keinesfalls nur die fromme Domna, die nichts als Travias Güte im Kopf hätte. Nur weil sie zwei Mal in der Woche nach Agreppara wie auf einen Bußgang wandert: unterschätze ihren Einfluss nicht, aber lass Dir nicht anmerken, wie sie Dein Ziel geworden ist. Sie spielt das Spinett der Bedürfnisse und Interessen nach Kusliker Art. Und noch eines: ich kann mir denken, worin das Interesse besteht: die Brokatmanufaktur.”''


[[Kategorie:Wie man Silbertaler gewinnt|Ein Grundstein wird gelegt]]
[[Kategorie:Wie man Silbertaler gewinnt|Ein Grundstein wird gelegt]]

Version vom 11. April 2026, 11:39 Uhr

Briefspiel in Urbasi
Datiert auf: Hesinde 1046 BF Schauplatz: Urbasi Entstehungszeitraum: ab März 2026
Protagonisten: Sanjana ya Malachis, Rondrigo Pelargon, Amandris ya Malachis, Sofia Silbertaler, Simiarea Silbertaler, Efferdita Pechstein u. a. Autoren/Beteiligte: Cassian, Rhutkles
Zyklus: Übersicht · Ein Palazzo braucht ein Fundament · Im Arbeitszimmer Sanjanas · Ein Grundstein wird gelegt · Drum gib, dass Dir gegeben wird · Ein Richtfest zu feiern · Eine glänzende Ausstattung


Ein Grundstein wird gelegt

Wenn sich Geschäftliches und Angenehmes verbinden ließ, war das ganz in Sanjanas Sinne. Viel zu selten hatte sie in den letzten Monden Zeit gefunden das Spiel- und Badehaus Belhancaris aufzusuchen. So genoss sie ihren heutigen Besuch in vollen Zügen. Erst gönnte sie sich tatsächlich ein Bad und einen Aufenthalt im Tepidarium mit anschließender Massage.

Danach erst ging sie körperlich erfrischt und gut gelaunt in den Spielsalon. Sie ließ ihren Blick über die Boltan- und Würfeltische schweifen und suchte nach einem ganz bestimmten Gesicht.

Noch vor den Augen fanden die Ohren ihr Ziel: glockenhelles Lachen, gepaart mit einem harten Klapsen und einem gespielt empörten “Alricio. Beinah’. Ah, da habt Ihr zwei hübsche Weissagerinnen. Drei Knappinnen. Das Duell der Damen geht wohl an mich. Grämt Euch nicht. Es hätte schlimmer können, wenn wir um Gold statt Silber gespielt hätten. Die Damen, die Herren, Ihr entschuldigt. Ich wünsche ein angenehmes Spiel. Tantan.”

Ein naher Vorhang wurde zur Seite geschlagen und die noch immer jugendlich wirkende Mittdreißigerin flatterte mit einem weiteren geflöteten “Tantan.” aus dem dahinter liegenden Separee, sichert kurz und verdrehte dann kopfschüttelnd die Augen. Als sie Sanjana sah, winkte sie über ein paar Köpfe hinweg und trippelte um einen Bediensteten herum, dem sie zwei Silberkelche vom Tablett mopste. “Du siehst fantastisch aus, wie frisch dem Bade entstiegen und vom Haarkünstler malträtiert”, flüsterte sie. Dann ein Seufzen. “Priora ya Malachis.” Ein leicht übertriebener Knicks und ein dargebotener Rotwein. “Willkommen im Spielhaus.”

Sanjanas Lachen war herzlich und echt. “Danke, Simiarea für das herzliche Willkommen. Aber bitte stell die Förmlichkeiten ein, ich bin sicher nicht in meiner Amtsfunktion hier. Eher damit der notorisch leere Säckel des armen Spielhauses an mir ein paar Silber verdienen kann.” Mit einem Zwinkern nahm Sanjana einen der Kelche entgegen und prostete ihrer alten Bekannten zu. “Aber bevor ich mich dem Glücksspiel ergebe, wäre es wunderbar, wenn du einige Augenblicke Zeit für ein Vieraugengespräch hättest.”, fügte sie mit leicht gedämpfter Stimme hinzu.

Schon eine freche Erwiderung für das ´klamme Spielhaus, das sich nur mit den Almosen der glücklosen Neureichen auf der Klippe halten kannˋ auf den Lippen, nahm sie den Unterton der letzten Worte wahr. Ein fragender Blick der meergrünblauen Augen versicherte sich kurz, dass es nichts akut Dramatisches war. “Die Separees sind belegt. Komm.” Sie bot Sanjana ihren Arm an und geleitete sie, flott durch die Wandvertäfelung in einen Lakaiengang abbiegend, hinauf in das Zwischengeschoss der Verwaltungsräume. Angesichts der verspielt eleganten Räumlichkeiten unten, erschien hier alles funktional, eng und niedrig - und ehrlicherweise etwas muffig. An einer steilen Stiege vorbei, die offenbar hinauf ins Dach führte, betraten die beiden einen kleinen, noch völlig düsteren Raum.
Simiarea klappert, begleitet von einem “Ahi!”, etwas herum und zieht endlich die großen Fensterläden nach innen auf. Das Licht der untergehenden Wintersonne beleuchtete das Aquädukt und die Landschaft, durch das es läuft, in Veilchentönen und Gold.
Sie nahm den abgestellten Kelch wieder auf, zog einen ausrangierten, stoffbezogenen Klappstuhl heran und setzte sich, nachdem Sanjana darauf Platz genommen hatte, auf ein fadenscheiniges Kissen, das, kurz ausgeklopft, seinen Platz auf einer klapprigen Weinstiege fand. Ein alter Vorhang wurde gegen die kühle Bergluft über die Knie der beiden geworfen. “Vier Augen, vier Ohren und nur die Katzen auf den Dächern. Was treibt Dich her?”


Einige Augenblicke lang schwelgte Sanjana im Farbenspiel des Sonnenuntergangs. Sie begann zu sprechen, während sie dem Praiosmal weiter zugewandt blieb. “Weißt du noch, wie ich nach der Verkündung meiner Verlobung ins Spielhaus gekommen bin? Unglaublich wütend und fest entschlossen, meinen ganzen Frust in Unmengen von Alkohol zu ertränken. Du hast mir damals den Kopf gewaschen und mir etwas sehr Wichtiges beigebracht. Wir spielen alle ein Spiel um Macht, Einfluss und das Wohlergehen unserer Familien. In diesem Garadanspiel sind wir entweder Spieler oder Figur.” Sanjana nahm nachdenklich einen Schluck Wein aus ihrem Pokal und wandte dann ihr Gesicht Simiarea zu. “Du hast damals eine Münze geworfen und mich gefragt: Kopf oder Zahl, Sanjana Spieler oder Figur? Es ist deine Entscheidung. Das war der Moment, in dem ich beschlossen habe, kein Bauer sein zu wollen in diesem Garadan. Ich habe mich dafür nie bedankt bei dir.”
Sanjana schenkte der Silbertalerin ein betörend schönes und vor allem ehrliches Lächeln. "Danke", sagte sie schlicht.

Einige Augenblicke herrschte Schweigen. Dann seufzte die Priora structuris tief und ihr Tonfall wechselte von sanft zu ernst:
“Wohl habe ich es geschafft vom Bauern zur Dame zu werden aber noch habe ich mein Spiel nicht gewonnen und nun bin ich wieder an einem Punkt, wo ich Rat und Hilfe brauche. Die ya Malachis sind ins Patriziat aufgestiegen, wir gewinnen an Einfluss und ich möchte dies nutzen, um den Handel und das Handwerk anzukurbeln. Ich möchte eine Brokatweberei eröffnen und einen Familienpalazzo bauen, beides wird Arbeit und Geld für den Mittelstand bringen und somit dem Wohlergehen der ganzen Stadt zu gute kommen, aber für diese Projekte benötige ich die Unterstützung der Silbertaler Bank, oder besser gesagt deiner Familie. Ich fürchte nur, dass Sofia meine Visionen nicht teilt.”

Simiarea konnte eine gute Zuhörerin sein. Sie verstand, sie nickte an den richtigen Stellen und stupste zwischendurch ihre Fingerspitzen aufmunternd an die Handknöchel der Freundin. Während der Passagen um das Spiel des Lebens fegte sie ihre eigene, aktuelle Situation mit einem inneren Handwedler zur Seite, denn alle Aufmerksamkeit gehörte Sanjana.
“Mit Sofia mag man nicht unbedingt einen ausgelassenen Abend verbringen können, und - Ach! - dieser Dünkel manchmal. Aber sie ist in Finanzdingen eigentlich sehr genau - auf diese anstrengende, penible, merkantile Art. Was ist denn geschehen?”, hakte die Schwarzhaarige nach.

Sanjana gab ihr eine kurze Zusammenfassung des Gesprächs zwischen ihrem Sekretär und der Directora. “Um den Kredit zu bekommen, benötige ich wenigstens zwei aus dem Direktorium, die mir gewogen sind. Auf die Flaviora ann ich mich sicher verlassen. Weder mit den Silbertalern noch mit den Salsavûr habe ich eine sichere Allianz.”, fasste die ya Malachis ihre aktuelle Situation zusammen. "Vielleicht hast du eine Idee für mich, wie ich das ändern kann.”

“Das waren ihre Worte?”, Simiarea hatte für einige Herzschläge ein sprechendes Nachdenkgesicht und kam offenbar zu einem Schluss. Nach einem ergebenen Aufseufzen setzte sie an.
“Ich will Dir gerne raten, liebe Freundin. Lass mich Dir von unserer Familie berichten: Azzo hat mich vor kurzem überzeugt, in den Schoß der Familie zurückzukehren. Ach, manchmal kann ich es selbst kaum glauben. Aber er ist ein freundlicher Mensch, ein Hotelier durch und durch und vor allem am Wohl der Stadt als Maßstab allen Tuns interessiert. Allein aber wäre es ihm nicht gelungen, die Familie nach all den Jahrzehnten des Streits Schritt für Schritt zusammenzuführen. Wenn Du das Einverständnis Sofias benötigst, musst Du jemand anderen auf Deine Seite bringen.”
Simiarea ergriff die Hand Sanjanas und senkte instinktiv die Stimme. “Wende Dich an Efferdita. Ja, schau nicht so. Sie ist keinesfalls nur die fromme Domna, die nichts als Travias Güte im Kopf hätte. Nur weil sie zwei Mal in der Woche nach Agreppara wie auf einen Bußgang wandert: unterschätze ihren Einfluss nicht, aber lass Dir nicht anmerken, wie sie Dein Ziel geworden ist. Sie spielt das Spinett der Bedürfnisse und Interessen nach Kusliker Art. Und noch eines: ich kann mir denken, worin das Interesse besteht: die Brokatmanufaktur.”