Urbasiglia
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Als Urbasiglia wird die Landschaft rund um Urbasi, in politischer Hinsicht allerdings besonders der Contado der – seit 1046 BF auch Agreppara umfassenden – Fürstlichen Gemeinde des Heiligen Agreppo bezeichnet. Dieser erstreckt sich über Teile des Aurelats und der Gerondrata und breitet sich dabei in drei Provinzen des Hochadels aus: das Fürstentum Vinsalt (in dem Urbasi selbst liegt), die Grafschaft Sikram (in der Agreppara liegt) und die Erzherrschaft Arivor (in der weitere Güter der Gemeinde wie auch ansässiger Adelsgeschlechter etwa liegen). Das daraus resultierende Machtgeflecht ist im Horasreich recht einzigartig, für Urbasi aber auch immer wieder herausfordernd, da es zwischen rivalisierenden Loyalitäten und Zuständigkeiten abwägen muss.
Der politischen Zersplitterung stehen die landschaftlichen Kontraste im Contado kaum nach: Das Silbertal um Urbasi prägen tief eingeschnittene Flussläufe, über denen verlassene oder noch im Betrieb befindliche Minen und steile Weinberge thronen. Richtung Urbet und dahinter breitet sich die viel ebenere Urbezza aus, in der weite Kornfelder und großzügige Viehweiden das Bild bestimmen. Nach Montarena führt der geschwungene Weg an uralten Wäldern, trockenen Heideflächen und Ölbaumhainen vorbei. Gen Osten wird es bald gänzlich unwegsam, wenn sich die Goldfelsen immer höher vor dem Reisenden auftürmen.
Politische Übersicht
Der ‘echte’ Contado
Die Fürstliche Gemeinde steht an der Spitze zweier Marken in unterschiedlichen Provinzen, in denen sie jeweils selbst die Freigerichtsbarkeit ausübt. Dieser unmittelbare Machtbereich wird bisweilen als echter oder eigentlicher Contado bezeichnet. Seneschalle übernehmen hier zeremonielle Aufgaben gegenüber dem jeweiligen Lehnsherrn.
Mark Urbasi
Seneschall: Armato della Pena
Lehensherr: Fürst von Vinsalt
Wichtige Besitzungen: Bassalo , Cassiena , Klostergut Santa Ricarda , Ferrantina
Besonderheiten: viele Güter des Stadtpatriziats, Nekropole Nerano
Die östliche Mark, in der auch Urbasi selbst liegt, ging aus der alten Herrschaft Urbasi Signore Ulmessans hervor, des letzten Stadtherrn vor dem Thronfolgekrieg. Das Stadtpatriziat besaß hier schon seit der Regentschaft der Berater viele verstreute Güter und hat sich nach dem Fall Fürst Travianos weitere gesichert. Besonders die Silberminen an Sikram und Argenna sind aber begehrte Besitztümer außerhalb der Stadt. Der Marktort Cassiena im Argennatal pflegt eine traditionelle, wenn auch ungleiche Rivalität mit Urbasi und ist ansonsten als Wirkstätte der Heiligen Ricarda bekannt. Dieser haben sich die im Hinterland viele Weinberge bewirtschaftenden Ricardiner verschrieben. Zur Nekropole Nerano, der großen Begräbnisstätte Urbasis führt hingegen wenige hundert Schritt nördlich des Sikramstiegs die als Trauerpfad bekannt gewordene Allee Via Tristitia.
Mark Silbertal
Seneschall: Rahjalin Solivino
Lehensherr: Graf vom Sikram
Wichtige Besitzungen: Asporena , Klostergut Praiadal , Sikramara , Padragûr , Ayrn , Argentale
Besonderheiten: untersteht der Blutgerichtsbarkeit des Gräflichen Gerichts in Agreppara
Jenseits der Argenna liegt die aus Ländereien der alten Domäne Urbet hervorgegangene Mark Silbertal. Als deren Zentrum – neben Urbasi selbstverständlich – muss die Stadt Sikramara gelten, die von einem urbasischen Podestaten regiert wird. Wegen der jüngeren Verbundenheit zur Silberstadt liegen in der Mark Silbertal eher Güter des Kriegeradels, doch auch die Ländereien des urbasischen Turaniterklosters, die diesem noch vom Fürsten Traviano übereignet wurden.
Baronien urbasischer Patriziergeschlechter
Baronie Sibur
Baronin: Thalionmel della Pena
Lehensherr: Fürst von Vinsalt
Wichtige Besitzungen: Brasimento , Pievara
Besonderheiten: Landstadt Sibur und Statthalter als Rivalen
Die flächenmäßig kleinste Baronie der urbasischen Geschlechter ist 1029 BF von Fürst Traviano wiederbegründet, danach aber noch um die Baronie Radoleth ‘erleichtert’ worden. In ihr liegen sowohl Besitzungen des urbasischen wie auch des Siburer Patriziats. Die vielfach rivalisierende Silberstadt ist unter ihrem mit baronsgleichen Privilegien ausgestatteten Statthalter ohnehin ausgegliedert worden. Größere Marktorte oder gar Städte sind den Baronen dadurch nicht geblieben. Als Residenz fungiert formell das Castello Salmanya in Siburetta, das tatsächlich eher als Bastion Urbasis gegen das rivalisierende Sibur gilt und Garnison des Söldnerbanners der Kettenhunde ist.
Baronie Montarena
Baron: Lorian di Salsavûr
Lehensherr: Fürst von Vinsalt
Wichtige Besitzungen: Präfektur Acciaiola , Falcona , Casaverde , Alicorno , Trajecino , Silvaniesco
Besonderheiten: Monumentalschauspiel
Bereits 1028 BF von Urbasi erobert, ist die Baronie um Montarena erst 1033 BF im Zuge der Marudreter Fehde begründet und dem hier zuvor nicht ansässigen Haus di Salsavûr als Lehen gegeben worden. Die Anbindung der namensgebenden Stadt über den im Bau befindlichen Silberstieg nach Urbasi war ein Prestigeprojekt der Fürstlichen Gemeinde. Im alten Arenarund ließ sich die urbasische Signoria einige Male als Stifterin eines Monumentalschauspiels feiern, bis dies das amtierende Baronshaus übernahm. Daneben umfasst die Baronie einige beliebte Jagdgründe. Residenzsitz und wichtigste Festung des Barons ist die Burg Quellstein.
Baronie Cindano
Baron: Auricanius von Urbet
Lehensherr: Erzherrscher
Wichtige Besitzungen: Gerrich , Salsavûr , Tolfiano , Terlák , Klostergut Monchiesa , Voscara
Besonderheiten: auch Heimat der Familie Flaviora
Die Seneb-Horas-Straße trennt die Mark Silbertal von dieser ebenfalls im Zuge der Marudreter Fehde geschaffenen Baronie. Nur die Landstadt Urbet ist dazwischen ihr eigener Gerichtsherr und davon ausgenommen. Südwestlich der Straße schließen sich die uralten Besitzungen gleich mehrerer urbasischer Geschlechter an: Neben dem Baronshaus sind auch die di Salsavûr hier beheimatet und die della Pena ä.H. zumindest schon lange vertreten. Sie unterhalten allesamt angesehene Gestüte in dem eher flachhügeligen Land. Neben der Färberstadt Cindano, der auch die Familie Flaviora entstammt, ist Ovriola an der Brücke über den Sikram nach Ankram der wichtigste Marktort und ob seiner exponierten Lage Sitz eines urbasischen Präfekten. Um das benachbarte Torremund schwelt seit Jahrhunderten Streit mit den jenseits der Torre sitzenden Efferdiern.
Verbundene Landstädte
Landstadt Urbet
Das Verhältnis der Fürstlichen Gemeinde zum benachbarten Urbet ist zwiespältig. Zeitweise stand es unter der Herrschaft des verhassten Uolbo Valpoza, doch auch die Urbasische Fehde wirkt hier nach. Hinzu kommt, dass Urbet annähernd ebenso groß ist, jedoch ansonsten wenig Gemeinsamkeiten mit Urbasi aufweist: In die rivalisierenden Silberstädte Sibur und Silas könne man sich hinein versetzen, sagt der Volksmund, bei Urbet wisse man hingegen nie, woran man ist. Nichtsdestotrotz ist die Nachbarin gerade über das im Thronfolgekrieg zugezogene Haus Urbet der eigenen Gemeinde verbunden.
Landstadt Marudret
Das erst im Albornsburgfrieden 1033 BF zur Landstadt erhobene Marudret ist der Fürstlichen Gemeinde vor allem über die Familie ya Malachis verbunden, die erstmals 1047 BF gleichzeitig die Oberhäupter in beiden städtischen Zentren stellte. Dazu kommen weitere Anstrengungen der jüngeren Vergangenheit, die die positiven Beziehungen gestärkt haben: der Bau der Via Mardilia von Urbasi nach Marudret, vor allem aber die Hilfe fürs alteingesessene Haus vom Rauhen Berg, das in den ersten Jahren nach dem Thronfolgekrieg auch in Urbasi politisch stärker vertreten war, gegen den Grafen Croenar in der Marudreter Fehde.
Besitzungen in Nachbarbaronien
Baronie Mardilo
Baron: Fevon vom Rauhen Berg
Lehensherr: Graf vom Sikram
Wichtige 'urbasische' Besitzungen: Tamarasco , Agreppina , Terrena , Arono , Vendina , Valdarista
Besonderheiten: Burg auf dem Rauhen Berg als Exklave
Die Baronie Mardilo grenzt südlich des Sikram direkt an die Marken der Fürstlichen Gemeinde und vor allem das erst 1046 BF aus ihr herausgelöste Agreppara. Sie entstand zudem in der Marudreter Fehde, in der Urbasi das Baronshaus auch militärisch gegen gräfliche Ansprüche verteidigte. Das große Territorium der Baronie umfasst Besitzungen sowohl des Patriziats der Fürstlichen Gemeinde wie auch Siburs. Der urbasisch-agrepparische Einfluss ist vor allem im dichter besiedelten Westen spürbar: Der Marktort Tamarasco, zeitweise Sitz eines urbasischen Präfekten, ist etwa auch mit seinem wichtigen Peraine-Tempel Mitglied der Signoria, dazu liegen hier Ländereien gleich mehrerer Patriziergeschlechter der Fürstlichen Gemeinde.
Baronie Marudret
Baronin: Findualia von Marvinko (Höflichkeitstitel)
Lehensherr: Graf vom Sikram
Wichtige 'urbasische' Besitzungen: Meridia Turani , Yandrigas (besetzt)
Besonderheiten: Turaniterhauptkloster
Die Marudreter 'Restbaronie' südlich des Mardilo ist infolge der Marudreter Fehde dem Grafenhaus überantwortet worden, das auch seine Stammländereien um Marvinko nach der Auflösung der Mark Silas darin aufgehen ließ. Bedeutenden Grundbesitz halten aber auch der auch in Urbasi vertretene Turaniterorden und die della Turani selbst. Yandrigas, obschon einst von der Familie Aspoldo erobert, muss derzeit als verloren gelten, weil die grafentreueren Häuser di Grello und de Torri es faktisch unter sich aufgeteilt haben.
Baronie Aldyra
Baron: Folnor von Firdayon-Bethana (Höflichkeitstitel)
Lehensherr: Fürst von Vinsalt
Wichtige 'urbasische' Besitzungen: Aurelano
Besonderheiten: Speculum Aves
Nördlich des Silbertals und des Katarakts von Fontargenna zählt der Wald von Persenciello bereits zur Baronie Aldyra. Dem Pfad von der Argenna folgend liegt hier aber auch Aurelano, ein Gut der d'Auspizzi direkt an der Grenze zur Mark Urbasi. Seine abgeschiedene Lage hat es selbst im Thronfolgekrieg vor jeder Unbill bewahrt. Vor allem dem Speculum Aves, einem kleinen See inmitten der spärlich besiedelten Ländereien, räumt gerade der amtierende Hauschef Avesto d'Auspizzi eine mystische, familiäre Bedeutung ein.
Baronie Aldan
Baronin: Acina ya Torese
Lehensherr: Erzherrscher
Wichtige 'urbasische' Besitzungen: Präfektur Torrini
Besonderheiten: Gerons-See mit Villen und Galeerenspektakel
Als Exklave städtischen Grundbesitzes liegt die Präfektur Torrini inmitten der Baronie Aldan am Südufer des Gerons-Sees. Der ehedem zur Domäne Urbet gehörende Marktort ging als Pfand nach dem Fall Fürst Travianos vom Haus Urbet erst an die Silbertaler Bank und dann die Stadt Urbasi selbst. Hier liegen kurioserweise die einzigen Seeschiffe der Bergstadt: zwei für Spektakel auf dem See reservierte Galeeren, die noch vom Fürsten in Auftrag gegeben wurden. Die Uferbereiche und einige Inseln im See sind beliebte Standorte für Landsitze, so etwa die dem Haus Urbet noch gebliebene Villa Mythraela.
Tabelle: Grundbesitz in der Urbasiglia
Die Fürstliche Gemeinde selbst, aber auch ihre Patriziergeschlechter verfügen über teils gewaltige Landgüter, obschon sie beileibe nicht die einzigen in der Urbasiglia sind. Die nachfolgende Tabelle soll vor allem einen groben Überblick geben, ist jedoch keinesfalls abschließend, eher exemplarisch zu verstehen. Zum Teil wird darin auch noch entfernterer Grundbesitz mitberücksichtigt.
*Umfang ohne weitere Besitzungen außerhalb der Urbasiglia
**Die di Grello und de Torri haben die Aspoldo-Besitzung Yandrigas dauerhaft besetzt und unter sich aufgeteilt, was die Zahlen weiter verschieben dürfte.
Calendarium
| Titel/Amt | Titel-/Amtsträger | Anmerkungen | Wahl durch | Vorgänger |
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| Städtische Amtsträger | ||||
| Seneschall der Mark Urbasi | Armato della Pena | Ehrenamt | Signoria | |
| Seneschall der Mark Silbertal | Rahjalin Solivino | Ehrenamt | Signoria | |
| Podestat von Sikramara | Gonzolo Ruccia | Statthalter Urbasis | Signoria | |
| Präfekt von Acciaiola | ... | Präfektur Acciaiola | Signoria | |
| Präfekt von Cassiena | ... | viele Silberminen | Signoria | Malvolio dell'Arbiato (1030-33), Timor di Salsavûr (1033-46) |
| Präfekt von Ovriola | Odina della Pena | entfernter Grenzort, Sikramwacht | Signoria | Thalionmel della Pena (1030-33) |
| Präfekt von Torrini | Ida Silbertaler | Präfektur Torrini | Signoria | |
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| Titelträger von eigenem Recht | ||||
| Baron von Cindano | Auricanius von Urbet | Vasall des Erzherrschers | - | |
| Baron vom Mardilo | Fevon vom Rauhen Berg | Vasall des Grafen | - | |
| Baron von Montarena | Lorian di Salsavûr | Vasall des Fürsten | - | |
| Baron von Sibur | Thalionmel della Pena | Vasall des Fürsten | - | |
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| Unabhängige Amtsträger | ||||
| Valvassor von Urbet | Nevinia ya Stellona | Oberhaupt der Landstadt | urbetische Signoria | Panthino von Urbet (1030-33), Uolbo Valpoza (1033-36), Rondralio von Urbet (1036-48) |
| Prinzipal von Marudret | Mastrade ya Malachis | Oberhaupt der Landstadt | Marudreter Collegium | |
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