Briefspiel:Vespa crabro/Die Höhle
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Die Höhle
Unter dem Bergfried, am frühen Morgen des 11. Firun 1046 BF
Autoren: Rondrastein
Ein Stück vor der zweiten Gruppe erreichte eine andere Gruppe die Katakomben unter Burg Wulfenblut. Es war kühl und stockfinster hier unten, nur die Fackeln gaben den Männern und Frauen etwas Licht und eine Möglichkeit, hier unten etwas sehen zu können. Sie standen in einer kleinen Höhle. Im Halbdunkel ließ sich erahnen, dass es mehrere Möglichkeiten gab weiter in die Tiefe des Berges vorzudringen.
Jacomo blieb stehen, als sie das Gewölbe erreicht hatten, um sich umzuschauen und zu orientieren. Er versuchte, sich daran zu erinnern, welchen Weg er damals genommen hatte, um die Höhle zu erreichen. Als die Erinnerung wieder kam, wählte er den entsprechenden Durchgang und ging los.
Die anderen folgten ihm und nach einiger Zeit öffnete sich der Gang vor Ihnen und sie betraten eine Höhle, die ungefähr dreimal so groß war, wie die erste Höhle,in die sie gelangt waren, als sie vom Keller heruntergestiegen waren. Die Fackeln schafften es nicht, das gesamte Gewölbe zu beleuchten. Der Lichtschein reichte in etwa bis zur Mitte der Grotte, der Rest blieb in absoluter Dunkelheit.
Als die Gruppe sich weiter in die Höhle hineinbegab, bot sich ihnen ein sonderliches Bild. Fast mittig war ein großer, flacher Stein zu sehen, den man für einen Altar halten konnte. Auf diesem war der Umriss eines Gegenstands zu erahnen, aber um mehr zu sehen, musste man bei diesem schlechten Licht näher herantreten.>br>
Dies war ein interessantes Detail, aber nicht das besondere an diesem Bild. Dies war viel mehr vor diesem Altar zu sehen. Dort konnte man zwei gerüstete Skelette erkennen, die, wie es schien, miteinander gekämpft hatten.
Im Skelett, das dem Altar näher war, steckte ein Schwert mit gewellter Klinge. Zu dessen Fußknochen lag das andere Skelett und neben diesem die Überreste eines Dolchs.
„Wir sind da”, sagte Jacomo das Offensichtliche. Danach deutete er in Richtung der Dunkelheit, auf der anderen Seite des Opfersteins. „Dort gibt es einen Ausgang aus dem Berg, den wir nehmen können. Das ist unse... AHHHHH”
Seine letzten Worte gingen in einem Schrei unter, als ihn von hinten eine Klinge durchbohrte.„Danke für die Hilfe”, vernahm er die Worte seines vermeintlichen Verbündeten neben sich.„Du warst uns und dem Großen Strategen eine Hilfe.” Die Antwort des Salsavûr ging in einem Röcheln unter. Dumpf schlug sein Körper auf dem Boden auf, als Felbert ihn los ließ und seine Waffe befreite.
Der andere Torrem war über die beiden Skelette gestiegen und zum Altar getreten, um diesen sowie den Gegenstand, der darauf ruhte, zu betrachten. Beim Näherkommen wurde aus den Schemen des Gegenstands eine Waffe, die, gerade für das Horasreich, ungewöhnlich war. Eine Kettenwaffe lag dort auf dem Opferstein. Etwa anderthalb Spann maß die Kette der Waffe. An deren einem Ende hatte, erstaunlicherweise der kunstvoll gearbeitete Holzschaft die Zeit überdauert. Das Auffällige fand sich aber am anderen Ende der Kette. Dort hing nicht, wie man bei einer solchen Waffe erwartet hätte eine stachelbewehrte Eisenkugel, sondern ein massives Eisenstück in Form eines Tropfens, wie man es eher von einem Streitkolben kennt. Vorsichtig hob der Prinzipal die Waffe hoch. Waren sie tatsächlich am Ziel ihrer Reise und hatten eine weitere Reliquie ihres Gottes gefunden?
Ein weiterer Begleiter hatte sich hingegen den Skeletten zugewandt und nahm diese in Augenschein. Viel war von diesen nicht mehr zu erkennen. Beide Skelette trugen verwitterte Kettenrüstungen. Von den Waffengehängen waren nur noch die Schnallen übergeblieben und von den Mänteln die Fibeln. Beim Skelett, das entfernter vom Altar lag, hatte eine solche in Form von gekreuzten Schwerter. Die Fibel des anderen war einem Turm nachempfunden.
Beim Betrachten der Turmschließe des Toten fiel Cusimo ein weiteres Detail auf. Einer der Finger der linken Hand zierte ein Ring. Dieser hatte seine Aufmerksamkeit erregt, sobald er ihn entdeckte. Er ging neben dem Toten in die Hocke, griff nach dem Schmuckstück und löste ihn von den Knochen. Im Schein seiner Fackel betrachtete er ihn in seiner Hand. In den silbernen Ring war ein Onyxstein eingearbeitet, aber sonst wirkte er schlicht. Nichts Besonderes also, aber dennoch hatte dieser Ring etwas Vertrautes. Kurz warf er einen Blick auf seine eigene Hand, die von einem|einzelnen Ring geschmückt wurde. Sie hatten keine Ähnlichkeit miteinander, aber er wusste innerlich, dass in seiner Hand ein weiterer dieser besonderen Ringe ruhte. Langsam ließ er ihn in seine Gürteltasche verschwinden, bevor er sich zu Praiolaus gesellte und die auf dem Altar liegende Waffe betrachtete.
Ihre anderen Begleiter hatten sich verteilt, sicherten die Umgebung und nahmen diese in Augenschein.
TBC