Schule der Zwölfe
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Die Fürstliche Schule der Zwölfe zum Sikram, auch kurz Schule der Zwölfe oder Zwölfgöttliche Schule Urbasis genannt, ist eine am 15. Ingerimm 1047 BF, am Tag des Stadtheiligen Agreppo, gegründete „Schule nach methumischem Vorbild“ in der Silberstadt Urbasi im Aurelat. Sie soll dereinst Teilschulen aller Zwölfgötter umfassen, hat mit wenigen Ausnahmen bislang jedoch nur den Charakter einer ambitionierten Volksschule, insofern die entsprechenden Schulen überhaupt schon bestehen. Vor allem die in Urbasi bedeutendsten Kulte Ingerimms, Rahjas und Hesindes tragen sie neben einigen der Zünfte, einzelnen Mäzenen aus dem Patriziat und der Fürstlichen Gemeinde des Heiligen Agreppo selbst. Hervorgegangen ist die Gründungsidee im Wesentlichen aus den Reformbemühungen der 'Architekten der neuen Fürstlichen Gemeinde' ab Mitte 1045 BF.
Geschichte
886 BF kam es in Urbasi durch mehrere ansässige Patrizier und den benachbarten Valvassor Esindio von Urbet (der Wiedergutmachung für die 'Urbasische Fehde' seiner Mutter betrieb) zur ersten Schulgründung, derjenigen der Medici-Schule am damals nordwestlichen Stadtrand nämlich. 960 BF stiftete die einflussreiche Rahja-Hochgeweihte Belhancaris Silbertaler dazu die Musici-Schule, die gleichwohl zunächst mehr Waisenhaus war und sich erst über die folgenden Jahrzehnte zu einem wirklichen Conservatorium entwickeln sollte. Ideen für weitere Schulgründungen kamen danach immer wieder auf, scheiterten aber mehrfach am finanziellen Aufwand oder dem Tod der hinter der Idee stehenden Mäzene, bevor es zur Umsetzung kommen konnte. Das Hesinde-Edikt Königin Amenes III. 1000 BF legte immerhin die Grundlage für die vom Hesinde-Tempel getragene Horasschule Urbasis.

Die Idee zur Ausweitung der urbasischen Bildungsmöglichkeiten kam dann erneut ab Mitte 1045 BF auf, als sich infolge der 'Agreppara-Frage' und vor dem Hintergrund erstarrt wirkender Stadtpolitik sowie Korruptionsvorwürfen gegen die Gonfaloniera Duridanya Zorgazo überwiegend jüngere Mitglieder fast aller Patrizierfamilien wiederholt zu informellen Treffen zusammenfanden – darunter mehrere Absolventinnen etwa der methumischen Universität (Istirde von Urbet, Larissa di Salsavûr, Lutisana della Pena, Elissa di Tamarasco). Ein reformiertes Schulsystem sollte vor allem auch die „gefährliche Distanz des Patriziats gegenüber dem Popolo“ abbauen, indem Vertreter des Patriziats selbst angehalten sein sollten, als Lehrende Teile ihres Wissens zu vermitteln. Zudem wurde die Nutzung zweier schon länger leerstehender Palazzi für die neue Schule anvisiert.
Zur eigentlichen Schulgründung am 15. Ingerimm 1047 BF reiste aus Vinsalt Prinz Alborn von Firdayon-Bethana an, der ihr formell den fürstlichen Segen seines Vaters gab – was aber nur zeremonielle Bedeutung hatte, da sie zur Gänze von in der Fürstlichen Gemeinde ansässigen Institutionen getragen wird.
Struktur der Schule
Der Schule der Zwölfe steht seit ihrer Gründung der Hohe Provisor vor, ein von der Signoria Urbasis berufener und dem Ufficio curatoris angegliederter städtischer Amtsträger, der vom fünfköpfigen Curatorium beraten wird. Auch die Curatoren werden von der Signoria Urbasis gewählt, wobei drei von ihnen der Geweihtenschaft und zwei den Zünften entstammen müssen. Darunter gibt es weitere Leiter der Teilschulen, die unterschiedlich benannt werden und für die es teils ein Vorschlagsrecht der jeweiligen Kulte gibt, dem der Hohe Provisor und die Curatoren jedoch zustimmen müssen.
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Standorte des Schul-Hauptgebäudes und des Macrin-Kollegs im Süden der urbasischen Oberstadt Magistralia |
Als Hauptgebäude dient der Schule heute der ehemalige Palazzo dell'Arbiato am Agendayo-Platz im Süden Magistralias, als Nebengebäude das Macrin-Kolleg, der ältere Palazzo des Hauses vom Rauhen Berg, der der Stadt noch 1047 BF vom neuen Baron Fevon vermacht und nach dessen Vater benannt wurde. In letzteres ist vor allem die vorige Musici-Schule mit ihrem Conservatorium umgezogen. Außerhalb der Struktur der Zwölfgöttlichen Schule bestehen nur die Medici-Schule, die älteste Schule Urbasis, und die kleine Praiostagsschule Agrepparas an ihrem ursprünglichen Standort noch fort.
Teilschulen
Praios: ausgerichtet auf die Ausbildung der Urbasier für Aufgaben in der städtischen Verwaltung, etwa als Amtsschreiber, Steuereintreiber oder Büttel, mit gelegentlichen Exkursen ins Kirchenrecht durch den Turaniterorden
Rondra: bietet hauptsächlich Fechtunterricht durch wechselnde Cavallieri der Fürstlichen Gemeinde an, meist 1-2 mal wöchentlich, bevorzugt für Garde und Miliz oder Anwärter derselben, dazu hin und wieder Debattierzirkel zu ehrhaftem Verhalten
Travia: vermittelt Kniffe der Haus- und Hofwirtschaft; obzwar pragmatisch, die am wenigsten vom Patriziat mitgetragene Schule
Hesinde: beschäftigt sich als 'Historisches Kolleg' mit der Geschichte der Silberstadt, aus der auch Empfehlungen für die Zukunft hergeleitet werden sollen, unterhält die städtische Sammlung altbosparanischer Relikte (zum Teil noch aus vorigem dell'Arbiato-Besitz), widmet sich daneben Archivarstätigkeiten und Chroniken generell, bietet Debatten übers Wesen der Renascentia an und fungiert für die jüngsten Schüler auch als größere der Praiostagsschulen Urbasis (Lesen, Schreiben, Rechnen)
Tsa: bietet Kurse für Malerei und anderes „farbenfroh künstlerisches Schaffen“ an, zunächst vor allem auf Grundlagenniveau, vermittelt Talente etwa an die Marudreter Akademie weiter
Peraine: vermittelt in Ergänzung der (weiterhin eher vom Hesinde-Kult getragenen) Medici-Schule den Popoli vor allem Pflanzen- und Kräuterkunde, wozu ein schuleigener Garten unterhalten wird, dazu für Exkursionen in die städtischen Gärten (v.a. den Kaskadengarten) und ins städtische Umland bekannt
Ingerimm: ambitionierteste Neugründung, ausgerichtet auf alle Themen der Baukunst, in enger Verknüpfung v.a. mit der Steinzunft, studiert diverse Bauwerke Urbasis (z.B. Aquädukt, Türme) vor Ort, glänzt auch durch die Expertise mehrerer Lehrender gerade der nobilitierten Familie Scalior
Rahja: die ins Macrin-Kolleg umgezogene vorige Musici-Schule Urbasis, mit Conservatorium, bietet regelmäßig musikalische Aufführungen an
Horas: die klassische Horasschule Urbasis, mit Bosparano-Unterricht und Landeskunde, vom Hesinde-Tempel hierher umgezogen
Schulen Efferds, Borons, Firuns und Phexens (mithin aller in Urbasi nicht vertretener Kulte) bestehen bisher nicht – auch wenn das bei Phex von manchem misstrauischen Urbasier in Zweifel gezogen wird …
Lehrende und weiteres Schulpersonal
Gerade unter dem Eindruck, dass die Fürstliche Gemeinde des Heiligen Agreppo sich wesentlich reformiert, ist die Bereitschaft des gebildeten Patriziats, sich an der Lehre der neuen Schule zu beteiligen nach deren Gründung sehr groß – zumal manche Patrizier auch die Chance sehen, gegenüber ihren Schülern Klientelbeziehungen zu stärken oder überhaupt erst aufzubauen. Wie lange diese Begeisterung anhalten wird, bleibt abzuwarten. Die Zahl der in Hauptbeschäftigung tätigen Lehrenden an der Schule ist dagegen zunächst eher gering.
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