Briefspiel:Vespa crabro/Der Weg nach unten
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Im und unter dem Bergfried, am frühen Morgen des 11. Firun 1046 BF
Autoren: Rondrastein

Jacomo öffnete die Tür zum Bergfried. Es war Jahrzehnte her, dass er diese Tür geöffnet und durchschritten hatte. Er hoffte, dass noch alles wie früher war.
Nachdem sich seine Augen an das Dämmerlicht im alten Turm gewöhnt hatten, erkannte er, dass sich nichts geändert hatte, außer vielleicht ein paar Balken, die ersetzt worden waren.
„Dort entlang”, er deutete auf die Tür zur Rechten, „dort geht es nach unten.” Der Salsavûr ging vor und die Gruppe der Eindringlinge folgte ihm. Die Wendeltreppe führte immer weiter nach unten, einer seiner Begleiter war so schlau gewesen und hatte eine Fackel aus einer der Wandhalterungen genommen, so dass sie wenigstens etwas Licht hatten.
Als sie im Keller ankamen, wurden einige weitere Lichtquellen angezündet. Nachdem sich seine Augen weiter an das Dämmerlicht gewöhnt hatten, deutete er auf ein altes, großes Fass, dass an der Wand gegenüber des Treppenaufgang stand.

Auf einen Wink Praiolaus’ machten sich zwei ihrer Begleiter am Fass zu schaffen und zogen es zur Seite. Zum Vorschein kam eine schwere Eichentür, die wohl schon länger nicht mehr geöffnet worden war.
Jacomo trat vor und öffnete sie langsam. Gerade als er eintreten wollte, waren Schritte auf der Treppe zu vernehmen. Schnell kam Bewegung in die Gruppe und es wurde sich Kampfbereit gemacht.
„Ich bin es,” raunte eine Stimme vom Treppenaufgang. „Runter mit den Waffen, das ist Felbert”, kam der knappe Befehl des anderen Torrems. „Hast du ihn erwischt?”
„Ja”, mit diesem Wort betrat Felbert, mit blutiger Klinge, den Raum. „Gut, dann weiter!” Praiolaus wollte hier nicht unnötig länger verweilen als notwendig.
Jacomo nickte und betrat den weiteren Gang, der sie weiter in die Tiefe führte. Vorsichtig schritten sie voran, während sie sich ihrem Ziel näherten.