Archiv:Zwischen Trümmern und Triumph (BB 48)

Zwischen Trümmern und Triumph
von
Geron Einhand

Sewamund, spät 1046 BF. Einige Monde ist es nun her, dass Sturm und Stahl über Sewamund hinwegfegten. Die Wassermassen der Großen Flut von 1046 BF rissen mit sich, was nicht durch Nägel, Gebete oder phexgefälliges Glück befestigt war. Kaum waren die Kanäle entwässert und die Gassen vom Schlick befreit, marschierten die Kriegsknechte des streitebeckschen Noionitenpatienten ein (oder was von ihnen nach der Anlandung noch kampffähig war).

Doch Sewamund kniete nicht. Es duckte sich, ja, doch es richtete sich wieder auf. Stein für Stein. Mit bloßen Händen und geborgten Mitteln. Und mit mehr Herz, als es so manche Hauptstadt aufbringen könnte.
Die Wiederherstellung des Leuchtturms steht kurz vor dem Abschluss, unter der Leitung von Baumeisterin Bende ter Groot, deren entschlossene Federstriche an den achteckigen Plänen ebenso messerscharf waren wie ihr Urteilsvermögen gegenüber pfuschenden Arbeitern. Die reparierten Hafenkais haben bereits erste Karavellen wieder empfangen, darunter auch eine mit Hilfslieferungen aus Methumis, ein Zeichen, dass uns das südliche Reich nicht vergessen hat.

Im Strandbad des Seeadels wurden einige der unrettbar beschädigten Gebäudeflügel abgerissen und die Uferböschung verstärkt. Am Tempel des Efferd haben die Geweihten jüngst ein Ritual zur Reinigung der von Sewakschlamm überfluteten Krypta vollzogen. Nicht alles ist geschafft. Manches wird nie wieder sein wie zuvor. Doch Sewamund lebt. Es lärmt, es baut, es lacht wieder.
Und während wir Mauern flicken und Brücken neu schlagen, wächst auch das Vertrauen. In die Stadt. In die Gemeinschaft. Und, bei allen Zwölfen, vielleicht sogar ein wenig in die Zukunft.

GE