Festo von Schreyen

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Festo von Schreyen (SC)
Familie: Haus Schreyen
Titel & Ämter: Cavalliere Banderoso, Herr auf Schreyen, Laienritter des Ordens der Heiligen Ardare zu Arivor, Convocatus familiae des Hauses Schreyen, Iustitiar und Etèro Shenilos
Tsatag: 998 BF
Größe: 1,81 Schritt
Haare: dunkelblond
Augenfarbe: braun
Kurzcharakteristik: traditionsbewusster Adliger eines alten, im Niedergang befindlichen Hauses
Wichtige Eigenschaften: MU, KL
Wichtige Talente: Schwerter, Reiten, Etikette, Geschichtswissen, Götter & Kulte, Kriegskunst, Rechtskunde
Beziehungen: ansehnlich
Finanzkraft: ansehnlich
Geschwister: Famerian (*1001)
Travienstand: verheiratet
Freunde & Verbündete: Romur von Schreyen (sein Vetter)

Maldonaldo da Brasi (sein Lehensherr)

Innocencia Solivino (seine ehemalige Knappin)

Feinde & Konkurrenten: Domaldo von Westfar (politischer Gegner)

Imperia von Tomrath (ordensinterne Gegnerin)

Der Cavalliere Banderoso und Laienritter der Ardariten, wohnhaft in Shenilo, ist Herr auf Schreyen und Convocatus familiae des Hauses Schreyen. Bis 1039 BF war Festo außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister des Seneschalls des Ordens der Heiligen Ardare zu Arivor am Hofe des Fürsten Ralman von Firdayon-Bethana. Vor einigen Jahren wurde Festo zum Iustitiar und Etèro der Landstadt Shenilo gewählt.

In der Rondra-Kirche betrachtet er sich den Traditionalisten zugehörig, neben der Verehrung Rondras hält er gemäß der Tradition seiner Familie auch Hesinde in hohen Ehren. Insbesondere die belehrende Dichtkunst im Geiste seines Vorfahren Morguno von Schreyen pflegt Festo, etwa im Rahmen der Sheniloer Heldenfestspiele.

Festo schätzt Turnier und Schwertkampf, ist jedoch keinesfalls ein überragender Kämpfer. Er zieht die traditionelle Anrede "Euer Edelwohlgeboren" dem neumodischen "Signor" vor.

Im Dienste des Erzherrschers

Festo von Schreyen wurde im Jahre 998 BF in Neetha geboren, wo seine Mutter – eine Rondrageweihte im Ardaritenorden – diente. Im Alter von sieben Jahren trat Festo der Familientradition folgend als Page in den Dienst des Erzherrschers. Nach Abschluss seiner säkularen Ausbildung und seinem Ritterschlag durch Dapifer ter Bredero diente Festo als Laienritter erst im Ordensarchiv in Arivor, kurz darauf als Sekretär der Legatin des Seneschalls des Ordens der Heiligen Ardare zu Arivor am Hofe des Herzogs von Grangor.

Aufgrund seiner diplomatischen Funktion auf Burg Windehag nahm Festo nicht an den Kämpfen des Thronfolgekrieges teil. In der Schlacht von Westfar im Jahre 1029 BF fielen jedoch mehrere Verwandte, darunter seine Mutter.

Nach der für den Orden so verlustreichen Niederlage bemühte sich Festo mehrfach um freigewordene Ämter am Arivorer Hof oder im Datarium – wurde jedoch von Nepolemo ya Torese nicht nach Arivor zurückgerufen, sondern als Gesandtschaftssekretär an den Fürstenhof zu Vinsalt geschickt.

Anfang 1035 BF verstarb Festos Vorgesetzter in Vinsalt bei einem Unfall, und Festo wurde dessen Nachfolger: Am 1. Hesinde 1035 BF wurde er außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister des Seneschalls des Ordens der Heiligen Ardare zu Arivor am Hofe des Fürsten von Vinsalt, Ralman von Firdayon-Bethana. Kurz vor seiner Akkreditierung bekam Festo vom Erzherrscher den Titel und die Würde eines Cavalliere verliehen.

Nach dem Sternenfall

Durch den Sternenfall von Arivor im Rahja 1039 BF fanden viele Mitglieder der Familie Schreyen den Tod, unter anderem Festos Tante Ardare von Schreyen, Herrin auf Schreyen und Matriarchin des Hauses. Der etwas verschrobene Bibractus von Schreyen folgte seiner Schwester Ardare de lege als Patriarch des Hauses nach.

Im Rondra 1040 BF wurde jedoch Festo vom Familienrat des Hauses Schreyen einstimmig zum Herr auf Schreyen und Convocatus familiae seines Hauses ernannt – ein vor über zwei Jahrhunderten von Morguno von Schreyen geschaffenes Amt, das mit allen Rechten und Pflichten des Patriarchen des Hauses ausgestattet ist.

In dieser neuen Funktion entschied Festo, dass weder das zerstörte Arivor der Sitz des Hauses sein sollte, noch Neetha, das neue Zentrum des Ardaritenordens im Horasreich, sondern die Landstadt Shenilo – auf halber Strecke zwischen den wichtigsten Familiengütern um Burg Schreyen und dem Horashof in Horasia gelegen.

Festo kann damit durchaus als Profiteur des Sternenfalls bezeichnet werden: Der Tod seiner Verwandten in der Katastrophe beförderte ihn an die Spitze eines der würdigsten Häuser der Gerondrata – und von Geschehnissen um seinen Vetter Adalrik von Schreyen spricht kaum noch jemand.

Anfang 1046 BF nahm er auf Gesuch ihrer Familie die zwölfjährige Innocencia Solivino, eine entfernte Verwandte über ihre Großmutter Selinde von Schreyen, als seine Knappin an.

Politische und persönliche Ziele

Nach dem Sternenfall erreichte Festo die formelle Bestätigung seines Titels Cavalliere Banderoso, der traditionell den Herren auf Schreyen zusteht. Damit trat er auch formal das Erbe seiner verstorbenen Tante Ardare an. Den Titel des Patriarchen des Hauses Schreyen wird Festo mit dem Tod seines 962 BF geborenen Onkels Bibractus erben.

Im Ringen um die Gerondrata versuchte Festo, eine neutrale Position zwischen den Parteien zu wahren. Dabei half die Übersiedlung des faktischen Sitzes des Hauses ins yaquirische Shenilo. Als Herr auf Schreyen war er vor allem Maldonaldo da Brasi, dem Baron von Castarosa, lehensfolgepflichtig. Gleichzeitig versuchte er, ein gutes Verhältnis zum Neethaner Komtur Ancuiras Alfaran und dessen Legat Reon Croenar ya Torese zu wahren, auch aus Respekt davor, dass Ancuiras der Witwer der von Festo verehrten "Heiligen Salkya" ist.

Den Ansprüchen Domaldos von Westfar stand Festo hingegen ablehnend gegenüber, und dies aus persönlichen Gründen: Festo vermutete, dass es der Kämmerer war, der seinen Einfluss geltend machte, um ihm nach der Schlacht von Westfar ein Hofamt in Arivor zu verwehren – obwohl ihm dies womöglich beim Sternenfall sein Leben rettete.

Nachdem das Schwert der Schwerter Bibernell von Hengisford überraschend Festos Vetter Romur von Schreyen im Travia 1040 BF zum Meister des Bundes der Senne Altes Reich ernannte, folgte Festo weitgehend dessen politischer Linie. So wandte er sich gegen die Entscheidung des Horas, Ancuiras Alfarans zum Erzherrscher zu bestallen. Und anschließend auch gegen die faktische Machtübernahme durch Imperia von Tomrath.

Festo betrachtet die Einmischung des Horas in "interne Ordensangelegenheiten" als schwerwiegende politische Fehlentscheidung und steht dessen Politik zunehmend misstrauisch gegenüber. So tritt Festo offen für die Wiederherstellung der Ämterunion von Ardaritenseneschall, Meister des Bundes der Senne Altes Reich und Erzherrscher ein – denn wie könne es sein, dass die formell dem Ardaritenorden unterstehende Provinz Arivor nicht vom Senneschall des Ordens beherrscht würde?

Festos Insistieren auf die Ämterunion hängt auch damit zusammen, dass sein Diplomatenamt als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister des Seneschalls der Ardariten am Fürstenhofe zu Vinsalt seit deren Auflösung faktisch ruht. Aber ohnehin hofft Festo darauf, dass sein Vetter Romur ihn in Bälde zu seinem außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter am Horashofe ernennen wird – der letzte Amtsträger fand beim Sternenfall 1039 BF in Arivor den Tod, seither erfolgte keine Neuakkreditierung.

Die fernere Zukunft der Ardariten sieht der "Ordensdiplomat" Festo in einer Rückbesinnung auf die verlorenen Ideale des Theaterordens, in dessen Nachfolge die Ardariten stehen: Dem Schutze der zwölfgöttlichen Lande durch die Kolonisierung und Missionierung heidnischer Gebiete, notfalls mit Feuer und Schwert. Ganz konkret tritt er für die Ordensherrschaft über heidnische Länder in der Khôm, im Regengebirge oder auf Maraskan ein – oder gleich für die Kolonisierung Uthurias im Zeichen des roten Schwerts auf weißem Grund. Für diese Vision wirbt der Cavalliere Banderoso, vermutlich durch die Erzählungen des ehemaligen Kolonialoffiziers Romur beeinflusst, bei jeder Gelegenheit, obwohl er selbst noch nie eine Seereise gemacht hat, geschweige denn das Königreich Südmeer oder gar Uthuria besucht hat.

Festos bisher gefährlichste Mission war seine Berufung zum Gesandten des Ordens der Heiligen Ardare zu Arivor in der Shafir-Delegation durch seinen Senneschall und Vetter Romur vor einigen Jahren. Bisher sprach Festo mit niemandem außer Romur über diese Reise.


Meisterinformationen: Einstellung zu Drachen

Schon die Krönung des "Halbdrachen" zum Horas betrachtete Festo, im Krieg der Drachen ein Unterstützter von Salkya Firdayon, als schwere politische Niederlage. Als Ardariten-Mitglied der Shafir-Delegation stand er dann Jahre später dem Kaiserdrachen von Angesicht zu Angesicht gegenüber – und fürchtete sich vor dem geschuppten Ungetüm so wie noch nie in seinem Leben. Dieses Erlebnis hat bei ihm einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Gemäß des Geheimauftrags seines Ordens berichtete er Romur entsprechend. Denn die Ardariten misstrauen Shafir seit jeher und rüsten sich für den Moment, an dem der Drache sich als Gefahr für das Reich erweisen sollte – durch die Krönung Khadans II. ist dieser Ernstfall aus Festos Sicht ein gutes Stück näher gerückt. Aus gleichem Grund misstraut Festo auch der im Horasreich um sich greifenden "Drachenanbetung", vor allem durch die Famerlorianer. Deren Hochmeister Rondradan von Neetha ist für ihn ein Verräter am Rondraglauben, der den Tod verdient hat. Die Rückkehr des Purpurdrachen Ishlarin im Jahre 1047 BF war für ihn ein finsteres Omen.

Dass der junge Horas in einer für ihn ungewöhnlichen Einmischung in die Alltagspolitik Ancuiras Alfaran zum Erzherrscher ernannte, betrachtet Festo im Rückblick als "Versuch des Drachen", die Ardariten gezielt zu schwächen und "drachische Zwietracht" im Orden zu säen. Dass seine Eltern ihm den Namen eines Drachentöters gaben, betrachtet er als zusätzliche Verpflichtung.

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