Haus Vistelli

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Haus Vistelli
Familienwappen
Palazzo Vistelli zu Sewamund
Horasreich
Familienwappen
Stammsitz und weitere Besitzungen

Wappen: Springendes rotes Pferd über drei roten Schilden auf Silber, mit überbreitem Schildrand, der mit silbernen Türmen besetzt ist.
Herkunft: Die Familie diente den Grafen von Vinsalt als loyale Gefolgsleute. Man kämpfte mit Graf Khadan Firdayon um die Unabhängigkeit. Als Khadan König von Yaquiria geworden war, erhob er einen Familienzweig zu Grafen von Bomed und belehnte ein weiteres Mitglied mit der Herrschaft Montarena in Aldyra. Nach dem Unabhängigkeitskrieg gingen die Zweige getrennte Wege, die Verbindungen rissen im Laufe der Jahrzehnte ab. Die Grafenlinie zu Bomed starb nach neun Grafen aus. Das Rittergeschlecht der Vistellis war eine tief in Arivor verwurzelte Familie, die zahlreiche Ämter in der Erzherrschaft ausübte. In jüngster Zeit verließ die Familie allerdings die Arivorer Gegend und zog nach Sewamund.
Stammsitz: aus dem Arivorschen (etwa Montarena) vertrieben, heute Palazzo Vistelli in Sewamund
Schutzpatrone: Rondra, Hl. Rovena
Oberhaupt: Orban Vistelli (meist vertreten von seiner Gattin Rahjane)
Wichtige Mitglieder: Alissa Vistelli, Rahjane Vistelli, Gerodan Vistelli, Rondrian Vistelli
Berühmte Ahnen: Graf Vascal Vistelli, Signor Lorion III. Vistelli, Rovena Vistelli (Gräfin von Bomed, Heilige der Peraine-Kirche)
Größe: klein
Einfluss: gering (in Sewamund aber wieder wachsend)
Domänen: Ämter in Sewamund und Shenilo, Verbindungen, umfangreiche Finanzmittel
Ansehen & Ruf: angesehenes ehemaliges Grafengeschlecht
Charakter & Auftreten: wohlhabend, dezimiert, traditionsbewusst
Freunde & Verbündete: Haus Tribêc, Herzog Cusimo Garlischgrötz (vorgeblich)
Besonderheiten: Die Familie hält trotz des Verlusts ihrer alten Machtstellung an der Erinnerung an ihre Bomeder Grafenwürde fest.
Bespielt von: Tribec

Das Haus Vistelli ist ein altes Ritter- und Grafengeschlecht, dessen Geschichte eng mit dem Aufstieg der Firdayon verbunden ist. Einst Gefolgsleute der Grafen von Vinsalt, kämpften die Vistelli an der Seite Khadan Firdayons im Unabhängigkeitskrieg. Nach dessen Erhebung zum König von Yaquiria gelangten zwei Zweige der Familie zu besonderem Ansehen: Während der eine über neun Generationen die Grafen von Bomed stellte, wurde ein anderer mit der Herrschaft Montarena im Arivorschen belehnt. Die Verbindungen zwischen beiden Linien lockerten sich aber im Laufe der Zeit, bis die Bomeder Grafenlinie schließlich erlosch.

Die Grafen von Bomed

Die Erhebung eines Zweiges der Vistelli zu Grafen von Bomed gehörte zu den bedeutendsten Folgen ihres Bündnisses mit den Firdayon. Über neun Grafen hinweg gehörte der Name Vistelli damit zu den großen Namen des nördlichen Lieblichen Feldes. Noch heute erinnert einiges an diese Zeit.

Von besonderer Bedeutung war die Verbindung mit dem alten Haus Hausbach. Durch Heiraten wurden die Hausbacher enge Verbündete der Bomeder Vistelli und gingen weitgehend in ihnen auf. Selbst das Stadtbild Bomeds zeugt von dieser Verbindung: Auf dem Monte Comitale stehen Schloss Vistelli und Schloss Hausbach nebeneinander. Beide Familien litten zuletzt unter einem Mangel an Nachkommen. Mit Gero von Hausbach starb 1005 BF der letzte Vertreter seines Hauses; seine Gemahlin Iridanië Vistelli folgte 1020 BF kinderlos. Damit war dieser Zweig der alten Verbindungen erloschen. Die heutigen Vistelli stammen nicht aus dieser ausgestorbenen Grafenlinie, sondern aus dem alten Ritterzweig von Montarena. Dennoch hat die Erinnerung an die Bomeder Grafenwürde für das Selbstverständnis des Hauses nie an Bedeutung verloren.

Die Vistelli von Montarena

Der verbliebene Familienzweig war lange Zeit fest in der Erzherrschaft Arivor verwurzelt. Von Montarena aus stellten die Vistelli Ritter und Amtsträger und verstanden sich als Teil des traditionsreichen arivorschen Adels. Neben der Herrschaft über Land und Leute spielte dabei die rondrianische Tradition des Hauses eine große Rolle. Noch das heutige Familienoberhaupt Orban Vistelli trägt das Löwenschwert von Montarena und den Titel eines Ritters der Mark Arivor. Zu den herausragenden Angehörigen dieses Zweiges zählte Lorion III. Vistelli, Signor von Montarena und Vater Orbans und Alissas. Während des Streits um die Bomeder Grafenwürde wurde Lorion sogar als entfernter Verwandter des alten Grafenhauses zum Schlichter bestimmt. Sein plötzlicher Tod 1029 BF traf das ohnehin geschwächte Geschlecht schwer. Das Verhältnis zur alten Heimat hatte sich zu diesem Zeitpunkt erheblich verschlechtert. Spätestens seit der blutigen Niederschlagung eines Bauernaufstandes im Jahre 1021 BF waren die Vistelli in der Gegend von Montarena nicht mehr gern gesehen. Selbst wohlwollende Berichte über den Umgang der Familie mit dem örtlichen Popolo konnten daran wenig ändern. Mit dem Tod älterer Familienmitglieder und dem Verlust ihrer bisherigen Stellung brachen schließlich die Verbindungen nach Montarena immer mehr ab. Die Familie verließ ihre angestammte Heimat und wandte sich nach Norden.

Neuanfang in Sewamund

Den entscheidenden Wendepunkt bildete das Jahr 1030 BF. Bei der Brautschau zu Sewamund heiratete Orban Vistelli, seit dem Tod seines Vaters Oberhaupt des Hauses, Rahjane Tribêc. Seine Zwillingsschwester Alissa vermählte sich ihrerseits mit Bernardo Tribêc. Damit wurden die Bande zwischen den beiden Familien ungewöhnlich eng. Seither hat das Haus seinen Mittelpunkt im Palazzo Vistelli in Sewamund. Vom einstigen politischen Gewicht der Familie ist zwar nur wenig geblieben, doch umfangreiche Finanzmittel, alte Verbindungen und der Glanz des Namens ermöglichen weiterhin ein standesgemäßes Auftreten. Zugleich bietet Sewamund dem kleinen Geschlecht Möglichkeiten, fern der alten Konflikte von Montarena eine neue gesellschaftliche und politische Stellung aufzubauen. Dabei entwickelten die einzelnen Mitglieder unterschiedliche Rollen. Orban Vistelli blieb lange ein zurückgezogenes Familienoberhaupt. Reisen, Rittertum und seine Tätigkeit für den Stab-und-Schwert-Orden hielten ihn von Sewamund fern. Erst mit den Jahren scheint er sich stärker seiner Familie und den Angelegenheiten der Stadt zugewandt zu haben. Als Baron Irion von Streitebeck 1046 BF gegen Sewamund zog, stellte sich Orban mit dem Löwenschwert von Montarena an die Seite seiner Frau und der Stadt.

Rahjane Vistelli ist dagegen längst zu einer bedeutenden Vertreterin des Hauses geworden. Als Kanzlerin von Sewamund und Mitglied des Lilienrats besitzt sie in der Stadt größere politische Präsenz als ihr Gemahl und vertritt ihn häufig auch in Familienangelegenheiten. Ihre Herkunft aus dem Haus Tribêc ist dabei Stärke wie Belastung für die Vistelli. Auch Alissa Vistelli trägt auf ihre Weise zur Stellung des Hauses bei. Seit 1031 BF unterhält sie im Palazzo einen Salon und verfügt über Verbindungen in Künstler- und Freidenkerkreise der Stadt. So gewinnt das Haus neben traditionellen Beziehungen gesellschaftlichen Einfluss in Kreisen, zu denen die Ritter von Montarena kaum Zugang gehabt hätten.

Zwischen Tribêc und alter Eigenständigkeit

Die Verbindung zum Haus Tribêc ist die wichtigste politische Stütze der Vistelli. Sie verschaffte dem dezimierten Geschlecht nach dem Verlust Montarenas Schutz, gesellschaftlichen Anschluss und neue Möglichkeiten. Zugleich reicht der Einfluss der Tribêc über Sewamund hinaus: Rahjanes ältere Schwester Regina ist die Gemahlin des Grafen von Bomed. Damit besteht ausgerechnet über die Tribêc eine unmittelbare familiäre Verbindung der Vistelli zum Hof der Grafschaft, deren Grafenwürde sie einst selbst innehatten und auf die sie ihren Anspruch nie ganz aufgegeben haben. Diese Nähe ist für das Haus gleichermaßen Chance und Ironie. Einerseits eröffnet sie den Vistelli Zugang zu einem Umfeld, das für ihr eigenes Selbstverständnis von Bedeutung ist. Andererseits verdanken sie diesen Zugang gerade der Familie, deren Einfluss auf ihre Geschicke von manchen Vistelli mit wachsendem Unbehagen betrachtet wird. In Sewamund erscheinen die Vistelli daher mehr oder weniger als Anhängsel der Familie Tribêc. Nicht allen Familienmitgliedern ist diese Lage recht. Besonders Gerodan Vistelli, der jüngere Bruder des verstorbenen Lorion III., steht für einen eigenständigeren Kurs. Sein Verhältnis zu Orban ist schwierig und von Konkurrenz geprägt. Beide sind sich aber bewusst, dass ein öffentlich ausgetragener Familienstreit die geschwächte Stellung der Vistelli weiter beschädigen würde. Gerodan selbst gehört einer älteren Generation an als Orban und Alissa. Ursprünglich zum Krieger bestimmt, musste er diese Laufbahn nach einer schweren Knieverletzung aufgeben. Stattdessen entwickelte er sich zum politischen Ratgeber und Intriganten. Damit verkörpert er jene politische Erfahrung und Rücksichtslosigkeit, über die Orban nur eingeschränkt verfügt. So stehen sich im Hause unterschiedliche Vorstellungen gegenüber: die alte arivorsche Rittertradition, von Orban verkörpert, die enge politische und familiäre Bindung an die Tribêc, für die Rahjane steht, und Gerodans Wunsch nach Eigenständigkeit. Dass gerade die Tribêc den Vistelli zugleich eine Verbindung nach Bomed eröffnen, macht diese Spannung größer.

Anspruch und Erinnerung

Trotz aller Verluste verstehen sich die Vistelli weiterhin nicht als gewöhnliches Rittergeschlecht. Die Erinnerung an die Grafen von Bomed, an Montarena und an die Verbindung mit den Firdayon prägt den Anspruch der Familie. Die Ambitionen auf eine Wiedergewinnung der Bomeder Grafenwürde wurden nie völlig aufgegeben. Ob es sich dabei noch um ein erreichbares politisches Ziel oder um eine Familienlegende handelt, ist eine andere Frage. Für das Selbstverständnis des Hauses spielt dies kaum eine Rolle: Die Vistelli betrachten ihre Stellung in Sewamund eher als Ergebnis widriger Umstände denn als Endpunkt. Darin liegt die Spannung in der Familie. Während die ältere Tradition auf vergangene Größe verweist, entsteht die tatsächliche Macht der Vistelli inzwischen aus anderen Quellen: aus Rahjanes Stellung in der Stadtpolitik, den Verbindungen zu den Tribêc, Orbans Beziehungen zum Stab-und-Schwert-Orden, Alissas gesellschaftlichem Betreiben und den finanziellen Mitteln der Familie.

Das Haus ist damit zwar ein Schatten seiner einstigen Größe, aber nicht bedeutungslos. Ob aus dem Schatten ein politisch eigenständiges Geschlecht hervorgeht, dürfte davon abhängen, ob die Vistelli sich zwischen Bomeder Vergangenheit, arivorscher Tradition und der neuen Heimat entscheiden können oder lernen, alles miteinander zu verbinden.

Bedeutende Familienmitglieder

Siehe auch

Spielerfamilien
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Sewamund
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