Kneipe Wachstube

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Die Wachstube am Alten Turm

Die Wachstube ist eine traditionsreiche Schankwirtschaft am Ende der Waatstraße von Sewamund. Sie liegt unmittelbar neben dem Alten Turm an der Mauer der alten Stadtbefestigung. Ursprünglich als Aufenthaltsraum für Turmwächter und Stadtbüttel errichtet, entwickelte sich die Wachstube im Laufe der Zeit zu einer bekannten Kneipe mit Schanklizenz.

Die Wachstube ist ein gedrungener Backsteinbau mit tief heruntergezogenem Ziegeldach. Auch ein Raum des benachbarten Turms wird genutzt. Unter den Stadtbütteln existiert die Tradition, dass jeder neue Wachhabende dort seinen Namen in den Stein ritze. Über die Jahrhunderte sind so hunderte kaum lesbarer Inschriften entstanden. Die niedrigen Räume besitzen schwere Eichenbalken, dicke Mauern und kleine Fenster, die selbst bei Sturm kaum Zugluft hereinlassen. Hier treffen sich Nachtwächter, Stadtbüttel, Lotsen und Zöllner, generell Leute aus Metiers, die Ordnung schaffen. Sie sitzen an den Wachtischen und mögen es gar nicht, wenn sich Fremde dazu setzen wollen. Im Schankraum hängen die Fahnen verschiedener Wachgruppen. Entlang der Wände stehen Holzbänke und Tische. Ausgeschenkt wird überwiegend dunkles Bier und ein kräftiger Kümmelschnaps, der schlicht Turmfeuer genannt wird. Neben der Eingangstür hängt ein großes Holzbrett. Dort werden vermisste Seeleute gesucht und gelegentlich Steckbriefe angeschlagen. Nicht selten finden sich daneben Karikaturen örtlicher Amtsträger oder Spottverse.

Volkes Stimme

„In der Wachstube erfährt man zuerst, was im Hafen passiert ist – und danach, warum es eigentlich ganz anders gewesen sein soll.“
— Hafenlotsin

„Wer keinen Wachmann kennt, lernt spätestens hier einen kennen.“
— Sewamunder Sprichwort

„Die Stadt schläft nie. Die Wachstube noch viel weniger.“
— Nachtwächter

„Zwischen erstem und drittem Bier werden hier mehr Verbrechen aufgeklärt als im Magistrat.“
— Stadtbüttel