Archiv:Filburn von Shumir jahrelang eingekerkert (BB 18)

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Quelle: Bosparanisches Blatt Nr. 18, Seite 31
Aventurisches Datum: 1022 BF



Filburn von Shumir jahrelang eingekerkert
von Nedina Nestefan


Shumir/Yaquiria. Wer von uns kann sich nicht noch an den strahlenden Sieger der Ritterspiele von Bomed des Jahres 2506 Horas erinnern? Am 6. RON gewann Filburn von Shumir die Goldene Lanze von Bomed. Wie auch schon im Jahr zuvor. Und ein jeder der damals Anwesenden war sich sicher, daß der begnadete und beliebte Baronet aus Shumir auch im nächsten Jahr der haushohe Favorit sein würde. (Das Bosparanische Blatt berichtete darüber in seiner 1. (!) Ausgabe.) Da überraschte es jeden, als Kemoc von Shumir die Meldung seines Bruders zu der Tjoste im Jahre 2507 Horas kurz vor der Eröffnung des Turnieres zurückzog. Die Eintrittskartenpreise fielen in jenen Tagen auf den niedrigsten Wert seit den Velirisch-Bomeder Fehdekriegen im Jahre 2333 Horas, war doch Filburn von Shumir in nur wenigen Monaten zu einem Idol des Lieblichen Feldes geworden, dem die Mädchenherzen nur so zuflogen.

Doch von diesem Tage an hörte und sah man von dem jungen Ritter nichts mehr, und im Laufe der kommenden unruhigen Jahre verschwand die Erinnerung an ihn völlig. Selbst die Bürger von Shumir vergaßen den lebenslustigen Filburn und wurden immer tiefer von den mysteriösen Machenschaften seines älteren Bruders Kemoc des Schwarzen in den Bann gezogen. (Das BB berichtete diverse Male.) Wie schwarz die Seele des Magiers auf dem Baronsstuhl war, zeigte sich erst heute, fast acht Jahre später. Erzürnt und von Neid zerfressen über die Beliebtheit seines eigenen Bruders, genährt durch jahrelange Vereinsamung durch Studien der Magie und der Staatskunde, sperrte Baron Kemoc seinen Bruder in das Turmgemach der Burg Schwarzzack ein. Die Läden von außen verriegelt, nur mit dem Nötigsten versorgt, vegetierte Filburn von Shumir die kommenden Jahre seines Lebens und seiner Jugend in dem muffigen Turmzimmer dahin. Neben Baron Kemoc war einzig ein beflissener und treu ergebener Leibdiener des dunklen Magiers über die Identität des Eingeschlossenen informiert. Dieser war es auch, der seit dem Verschwinden Baron Kemocs den Gefangenen weiterhin versorgte, und das obwohl der Baron noch kurz vor seiner Abreise gen Brabak den Tod seines Bruders gefordert hatte. Der warmherzige Diener brachte es aber nicht über sich, den armen Filburn verhungern zu lassen, und ging auch weiterhin seiner Tätigkeit nach, die ihm bald schon derart zur Routine geworden war, daß er sich aus Angst und Gewohnheit auch noch Jahre nach dem Verschwinden Kemocs des Schwarzen niemandem anvertraute. Erst als Baron Ariano die Burg Schwarzzack als Zufluchtsort vor den ihn belagernden Truppen Prinz Ralmans bezog, wurde der prominente Gefangene entdeckt und befreit. Es geht zwar das Gerücht, daß Baron Ariano das Werk Kemocs aus wohlbekannten Gründen zu Ende bringen wollte, es aber dann doch unterließ.

So ist der einzige Nachkomme des alten Hauses Shumir nun in der Obhut jenes Mannes, der selbst die Finger nach dem Thron von Shumir ausgestreckt hat. Doch ob der tragische Held Filburn überhaupt ein Gegner in der Frage um die Baronie Shumir ist, bleibt weiterhin unklar. Noch ist nicht geklärt, wie der einst strahlende Jüngling die jahrelange Isolation verkraftet hat. Noch in diesen Tagen soll eine Kommission der Noioniten aus Tikalen die Gemütslage des Baronets examinieren und gegebenenfalls die erforderlichen Schritte einleiten. Sollte sich jedoch herausstellen, daß die Seele des jungen Mannes unumstößlich Schaden genommen hat, so wird er wohl kaum für die Erbfolge in Shumir zur Verfügung stehen, und die Lage hätte sich um keinen Heller verbessert. Und erinnern wir uns, bis heute sind die Gerüchte nicht verstummt, Baron Ariano habe seine eigene Schwester in das Noionitenkloster zu Tikalen einweisen lassen, um sich die Rechte an Tarin zu sichern. Doch das ist alles Gerede und alleine die Zeit wird die Richtung weisen. Möge Hesinde den Weg zeigen.

Andree Hachmann
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