Briefspiel:Der Esel feiert (1)

Aus Liebliches-Feld.net

Wechseln zu: Navigation, Suche
Briefspiel in Urbasi
Datiert auf: Anfang 1045 BF Schauplatz: vor allem Urbasi, darüber hinaus das gesamte Horasreich und benachbarte Landstriche Entstehungszeitraum: Frühjahr 2022
Protagonisten: siehe Übersichtsseite Autoren/Beteiligte: Gonfaloniere, Toshy
Zyklus: Übersicht · Duridanyas Einladungen · Auricanius' Brief an Duridanya



Im Arbeitszimmer von Duridanya Zorgazo

Noch 139 Tage

Duridanya riss eine Schublade auf, knallte diese aber gleich wieder zu und riss die darunter auf, dass sie ihr fast entgegensprang. "Loris", herrschte sie laut durch den Raum, dass es bei dem geöffneten Fenster wohl der halbe Stadtteil gehört, und jeder mit dem Vornamen Loris, sich auf der Straße direkt umgedreht hat. "Bring Siegelwachs", schnauzte sie den jungen Secretario an, noch bevor dieser die Tür überhaupt zur Hälfte geöffnet hatte. Wenige Augenblicke später tippelte ein schüchterner Bursche mit gesenktem Blick auf die amtierende Gonfaloniera Urbasis zu und legte frisches Siegelwachs vor ihr auf den Tisch.
"Wenn das Wachs trocken ist, sorge bitte dafür, dass diese letzten Einladungen unverzüglich versendet werden. Und diese Schreiben dort bringst du bitte vorher noch in die Stadtkasse. Die sollen meinen Anweisungen entsprechend bitte Schuldscheine bereitstellen für die genannten Schausteller und Musikanten."
Duridanya drückte das Stadtsiegel mit dem Esel ein letztes Mal auf heißes Wachs und schloss es dann wieder hinter sich in den Schrank ein.
"Ich werde den Heimweg nutzen um noch einmal die Baustelle zu besichtigen. Die kommen mir deutlich zu langsam voran", sagte die junge Zorgazo, warf sich ein Tuch um den Hals und nahm ihre Schlüssel.
"Verzeihung, ich dachte der Bau sein fertig", erwiderte der junge Secretario schüchtern und erntete ein helles Lachen.
"Fertig wird so ein Protzbau nie. Du fügst irgendwo den letzten Stein ein und woanders fällt schon wieder einer raus. Nein, im Ernst, das Bauwerk selbst steht zum Glück, aber die Malerarbeiten hängen hinterher." Duridanya kicherte. "Man stelle sich das Gesicht Romualdos vor, wie ihm von der Decke ein grüner Farbklecks auf die Nase tropft. Er würde Ausschlag bekommen. Auf der Stelle. Und sich vor Ekel auf dem Boden wälzen."
Durdidanya kicherte vergnügt und verließ ihr Arbeitszimmer. Erstmals stellte sich bei ihr so etwas wie Vorfreude ein. Es war noch eine ganze Zeit hin und und es lag noch viel Arbeit vor ihr und den Anderen, aber der Gedanke an diesen kleinen grünen Farbklecks hatte ihr nun erstmals Vorfreude beschert.

Persönliche Werkzeuge