Briefspiel:Spiel der Füchse/Allein der Gedanke

Aus Liebliches-Feld.net
Version vom 19. September 2026, 01:03 Uhr von VivionaYaPirras (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „{Halboffiziell}}{{:Briefspiel:Spiel der Füchse}} ''"... bitte ich Euch, mein Projekt zu finanzieren. Wir werden nicht nur eine fruchtbare Weingegend wiedererstarken lassen und so sicher viele Dukaten einbringen, sondern auch mit einer nicht unerheblichen Chance eine völlig neue Handelsroute erschließen. Alle, die dies wünschen, dürfen sich jetzt eine Kopie des Ausschnittes aus dem Tagebuch ansehen, der die Existenz des Passes in die Khôm in der heu…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springenZur Suche springen

{Halboffiziell}}

Städteübergreifendes Briefspiel
Datiert auf: Travia 1047 BF Schauplatz: Palazzo Alentino in der Herrschaft Alentino, Baronie Aldyra Entstehungszeitraum: ab März 2025
Protagonisten: Jucho von Dallenthin und Persanzig Autoren/Beteiligte: Dajin,
Zyklus: Übersicht · Personae Dramatis · Alles zum Spiel · Ein goldener Morgen · Balkongespräche · Willkommen im Palazzo Alentino · Die neunte Stunde · Maskenball · Fuchsband · Zwischen den Spielen · Boltan-Runde · Nachtschwärmer · Das Plädoyer · Allein der Gedanke · Rote und Weiße Kamele · Kunstversteigerung · Der Fuchsbau · Kleinod Einer aus Neun mal Neun · Pferdewetten · Pferderennen · Regelwerke · Intermezzo · Juchos Memoiren (Das Finale)


"... bitte ich Euch, mein Projekt zu finanzieren. Wir werden nicht nur eine fruchtbare Weingegend wiedererstarken lassen und so sicher viele Dukaten einbringen, sondern auch mit einer nicht unerheblichen Chance eine völlig neue Handelsroute erschließen. Alle, die dies wünschen, dürfen sich jetzt eine Kopie des Ausschnittes aus dem Tagebuch ansehen, der die Existenz des Passes in die Khôm in der heutigen Herrschaft Auriolo belegt.", schloss Doriana Solivino ihren Vortrag. Ihr Kreis aus etwa zehn Zuhörern applaudierte, nicht gerade überschwänglich, aber immerhin traten vier der Adligen nach vorne, um sich die Tagebuchseite genauer anzuschauen.
Bestätigungssuchend erlaubte sich Doriana einen schnellen Blick über die Schulter. Alvinia Solivino hielt, lässig an die Wand hinter dem kleinen provisorischen Stand gelehnt, beide Daumen in die Höhe und lächelte ihre ältere Schwester breit an. Doriana lächelte flüchtig zurück und drehte sich wieder nach vorne, um Fragen zu beantworten. Als auch der letzte mögliche Sponsor verschwunden war, kam sie nach hinten.

"Uff, das war anstrengend." "Aber echt gut." "Glaubst du? Vielleicht habe ich ein oder zwei überzeugt. Es wäre sicher hilfreich gewesen, die Tagebuchseite im Original mitzunehmen, aber ich wollte nicht die Erzfeindschaft der Bibliothekarin riskieren, falls jemand seinen Wein darüber verschüttet hätte." Alvinia lachte leise auf und umarmte sie. Obwohl die wenige Halbfinger kleinere Doriana ein Jahr älter war und in letzter Zeit ihre Fechtübungen ernst nahm, war sie noch immer schmächtiger als Alvinia. 'Wahrscheinlich würde ich im Armdrücken immernoch gewinnen.', schoss es Alvinia durch den Kopf. "Oh, wofür das?", fragte Doriana, als sie sich voneinander lösten. "Wir umarmen uns viel zu selten." "Ja... stimmt." Doriana lächelte unbeholfen und es entstand eine kleine, unangenehme Stille, wie sie früher nie zwischen ihnen entstanden war. "Ich bin bald fertig mit studieren. Dann, ähm, sehen wir uns wieder öfter." "Bestimmt." Alvinia lächelte sanft. "Ich würde dir gerne jemanden vorstellen." Dorianas Augen wurden groß und ihre Augenbrauen schnellten nach oben. "Du hast jemanden... etwas Ernstes?" "Was? Nein!" Die Jüngere lachte auf und machte eine wegwerfende Handbewegung. Allein der Gedanke... "Phÿllis ya Pirras ist eine begabte Adepta Minora und ihre Schwester Ancalita eine nicht weniger begabte Kriegerin. Sie suchen gerade eine Anstellung und da dachte ich..." "Da dachtest du?" "Vielleicht könntest du, als Erbin der Familie, sie einstellen." Das Wort 'Erbin" kam bitterer über Alvinias Zunge als beabsichtigt. Sofort konnte Doriana die unausgesprochene Entschuldigung in ihrem Blick sehen. "Ich habe mir das nicht ausgesucht." "Ich weiß.", murmelte Alvinia. "Und ich würde es mir auch nicht aussuchen, so viel Verantwortung." Sie schnitt eine Grimasse. Um die Verantwortung beneidete sie ihre Schwester tatsächlich nicht, um das damit verbundene Ansehen und dass sie bloß durch ihre zukünftigen Stellung so viel Aufmerksamkeit geschenkt bekam hingegen…
"Kann ich deine neuen Freundinnen denn sprechen?", fragte Doriana und verschränkte die Arme vor der Brust. "Ja, sicher, ‘’Damosella’’." "Vorsicht.", warnte Doriana. "Du bist schlimmer als Poldoron." Gespielt entrüstet legte Alvinia sich eine Hand aufs Herz. "Wie kannst du mich nur mit diesem Rüpel aus der Provinz vergleichen, dessen einziges Glück es war, durch heldenhafte Dummheit zu deinem Prinzen zu werden!" "Genug davon jetzt. Du weißt genauso gut wie ich, dass Poldoron nicht dumm ist.", widersprach Doriana. "Aber er ist dein Prinz?", grinste Alvinia und erntete dafür einen Ellbogenstoß in die Rippen. "Schon gut, schon gut. Phÿllis meinte, sie wartet bei der Boltan-Runde. Ancalita und Salkyo wollten heute nochmal mitspielen." "Salkyo von Schreyen?" Doriana hob eine Braue. "Hattest du nicht auch mal was mit dem?" "Schwesterherz, ich hatte nicht mit jedem was. Salkyo ist einfach ein guter Freund." "Meine ergebenste Entschuldigung."
Die beiden machten sich auf zum Boltanzimmer. Hier war der Lärmpegel deutlich höher und es war stickig vom Qualm der Zigarren und Wasserpfeifen. Alvinia machte Phÿllis, Ancalita und Salkyo sofort aus und ging zielstrebig auf sie zu.

Ihre Mutter hatte sich heute direkt nach dem Frühstück verabschiedet, wollte sie sich auf den Fuchsbau vorbereiten, um vielleicht ein interessantes Projekt zu finden. Also hatte sie Phÿllis und Ancalita sich selbst überlassen. Phÿllis hätte liebend gerne wieder Zeit mit Alvinia Solivino verbracht, aber deren Schwester war angereist und es fehlte die Zeit dazu. Wie hieß sie noch gleich. Doriana. Vielleicht der Wendepunkt in ihrer beider Leben.
Sie schaute auf den Boltantisch, an dem Ancalita Platz genommen hatte. Nach ihrem peinlichen Abschneiden bei dem eigentlichen Turnier, spielte sie nun schon über eine Stunde an einem der Tische gegen jeden, der dort Platz nahm, um sich zu verbessern. Ein Lächeln umspielte Phÿllis’ Gesicht. Der Ehrgeiz ihrer Schwester.
Es war laut und stickig in dem Zimmer. Phÿllis zog die Kapuze ihrer grauen Robe über den Kopf, um die Geräusche zu dämpfen. Eine Zeitlang beobachtete sie ihre Schwester beim Spielen, als sie auf einmal eine Berührung an der Schulter spürte. Phÿllis erschrak und auch Ancalita vernahm den Laut, den ihre Schwester von sich gab. Sie ließ die Karten fallen und drehte sich ruckartig um. Neben Phÿllis stand Salkyo von Schreyen, selbst überrascht von der Reaktion der Magierin und blickte entschuldigend in die Runde.
“Verzeiht Signora Phÿllis. Ich wollte euch nicht erschrecken. Dies lag nicht in melner Absicht." Ancalita hatte sich zwischenzeitlich von ihrem Tisch verabschiedet und war zu ihrer Schwester geteilt, die dabei war, ihren Atem zu beruhigen. Sie warf Salkyo einen vernichtenden Blick zu. Dieser hob beschwichtigend die Hände. “Wartet, ich hole euch etwas Wasser.” Er drehte sich gerade um, da betraten Alvinia und ihre Schwester Doriana den Raum. Bevor Salkyo ein Zeichen geben konnte, hatte Alvinia sie schon erspäht und kam auf sie zu.

Auf den ersten Blick konnten die beiden Solivino-Schwestern unterschiedlicher gar nicht sein: Alvinia mit ihren wallenden schwarzen Haaren war etwas größer als die zierlichere, dunkelblonde Doriana. Erst als sie näher kamen, wurde sichtbar, dass ihre Augen den gleichen funkelnden Smaragdton hatten.
Alvinia warf Phÿllis einen flüchtigen Blick zu und lächelte fast schon zurückhaltend, bevor sie den Kopf neigte. "Signoras Phÿllis und Ancalita ya Pirras, darf ich Euch meine Schwester Doriana vorstellen? Sie ist Studiosa der Herzogenschule in Methumis und Erbin der Familie Solivino. Gruß, Salkyo." Doriana lächelte und vollführte einen tiefen Knicks wie aus dem Lehrbuch. "Es ist mir eine Ehre, Signoras. Meine Schwester hat nur Gutes von Euch erzählt." Sie schaute zu Salkyo und lächelte deutlich informeller. "Seid gegrüßt, Signor von Schreyen. Eure Anwesenheit hier überrascht mich nicht so sehr, wie sie es sollte." "Schade, dass ich Eure Erwartungen enttäuscht habe, Signora.", sagte Salkyo mit vor Ironie triefender Stimme. Er blickte zwischen den vier Frauen hin und her. "So gerne ich in dieser wundervollen Gesellschaft verweilen würde, möchte ich Eure Privatangelegenheit doch nicht stören. Entschuldigt, die Damen, der Herr Phex ruft." Mit einem Zwinkern in Richtung Alvinia verneigte er sich knapp und steuerte auf den Boltantisch zu.
"Dann sind wir jetzt wohl unter uns.", versuchte Alvinia mit möglichst lockerer Stimme das peinliche Schweigen zu überbrücken. Sie suchte wieder Phÿlis Blick und ihre Mundwinkel zuckten. Es war so einfach, in Gegenwart der jungen Adepta zu lächeln. zu lächeln und die Umgebung völlig auszublenden. Sie blinzelte, als ihr der eigentliche Grund für dieses Gespräch wieder einfiel. "Wollen wir uns in eine etwas privatere Umgebung zurückziehen, uns vielleicht etwas Wein besorgen?", schlug sie vor.
Phÿllis vollführte ebenfalls einen Knicks, während Ancalita militärisch kurz und knapp grüßte. Die junge Adepta ergriff das Wort. “Es ist uns eine Ehre und eine große Freude Euch kennenzulernen, Signora Doriana. Ich hoffe Eure Schwester hat bei den ganzen Lobhuldigungen über uns, nicht zu sehr übertrieben, kennen wir uns doch erst seit diesen Feierlichkeiten.” Kurz zwinkerte sie Alvinia zu und begann auch zu lächeln. Ihre Schwester entspannte sich nach Phÿllis’ Begrüßung wieder. “Gerne kann ich nachsehen, ob ein Nebenzimmer frei wäre.”, schlug Ancalita vor. “Der Wintergarten wäre auch eine Möglichkeit oder unsere eigenen Räumlichkeiten.” Bei der Erwähnung des Wintergartens durchfuhr Phÿllis ein kurzer aber angenehmer Schauer. Sie errötete leicht und schaute Alvinia flüchtig an, bevor sie sich wieder auf Doriana konzentrierte. Ancalita fuhr fort: “Und dann werde ich einen Bediensteten anweisen, uns Wein zu kredenzen. Habt Ihr einen besonderen Wunsch, Signoras Solivino?” Der Gedanke an Wein, brachte bei Ancalita die Erinnerung an den Geschmack in ihrem Mund und das Schwindelgefühl am Folgetag des Kennenlernens zurück. Nein, für sie heute keinen Wein. Und auch in den nächsten Tagen nicht.
Der zarte Duft von Lavendel stieg Alvinia in die Nase, nein die Erinnerung daran... Phÿllis Parfüm. Mit einem Mal überkam sie der Wunsch, die junge Magierin wieder in die Arme zu schließen und diesen Duft tief einzuatmen. Allein bei dem Gedanken bekam sie eine leichte Gänsehaut.
"Der Wintergarten klingt gut. Und gerne Cassianti oder was das Haus aus seinem Repertoire empfiehlt.", riss Dorianas Stimme sie zurück ins Hier und Jetzt. Alvinia linste zu Phÿllis, die gerade zu Doriana schaute, bevor sie selbst ihre Aufmerksamkeit ihrer Schwester widmete und merkte, dass diese sie auffordernd anstarrte.“Signora Ancalita hat sich freundlicherweise nach unseren Weinpräferenzen erkundigt.” Doriana hob tadelnd eine Augenbraue. “Cassianti klingt gut.”, sagte Alvinia schnell. “Und was hättet ihr gerne?”, fragte sie die beiden ya Pirras, ihr Blick verweilte jedoch deutlich länger bei Phÿllis.
“Ich würde mich Eurer Wahl anschließen, Signora und meine Schwester….” Ancalita fiel Phÿllis ins Wort. “Ich entscheide mich für einen Tee. Am besten mit Kräutern.” Die Kriegerin winkte bereits einem der Bediensteten, um die Wünsche zu äußern. “Geht ihr bereits vor, Signoras. Ich werde nachkommen.” Phÿllis nickte und ging zur Tür. “Folgt mir Signora Doriana. Es ist nicht weit. Signora Alvinia, kommt ihr?”
Sie gingen hinaus auf den Flur und Phÿllis deutete in die Richtung des Wintergartens. “Dort entlang, bitte.” Kurze Zeit später saßen sie in einer kleinen Sitzgruppe innerhalb des Wintergartens. Heute, bei Tag, wirkte er nicht so verwunschen wie vor ein paar Tagen zusammen mit Alvinia, dachte Phÿllis. Aber jetzt sollte sie sich auf das Gespräch konzentrieren. Ancalita hatte die Weinbecher bereits gefüllt, nippte an ihrem Tee und schaute erwartungsvoll in die Runde.
“Nun, Signora Doriana…”, begann Phÿllis “...eure Schwester hatte bei einem Gespräch angedeutet, dass die Möglichkeit besteht, in Eure Dienste treten zu können.” Bei dem Gedanken daran versuchte sie, einen Seitenblick zu Alvinia zu erhaschen, aber sie musste ihre Aufmerksamkeit jetzt Doriana schenken.
Ein Teil von Alvinia war noch damit beschäftigt, zu verarbeiten, dass sich freiwillig jemand Kräutertee statt Wein antat, doch sie horchte auf, sobald Phÿllis’ das Wort ergriff. Sie könnte dieser Stimme den ganzen Tag zuhören. Als Phÿllis ihre Frage vorgetragen hatte, schaute sie mit bittendem Blick zu ihrer Schwester.
“Nun, Signoras, ich bin noch am Studieren.”, antwortete Doriana zögerlich. "Diese Entscheidung kann ich nicht für meine Familie treffen." "Doch, kannst du.", platzte es aus Alvinia heraus. "Du wirst in Zukunft alles entscheiden, dann schadet es nicht, jetzt schon damit anzufangen." Für einen winzigen Moment fragte sie sich, ob das wirklich die richtige Herangehensweise war, dann war der Moment vorüber. Das hätte sie schon viel früher sagen sollen.
Doriana warf ihr einen nachdenklichen, irgendwie unruhigen Blick zu. "Richtig", antwortete sie gedehnt, bevor sie wieder mit einem leichten Lächeln zu Phÿllis und Ancalita schaute. "Gut ausgebildete und verlässliche Leibmagier und Krieger sind wirklich selten, vor allem in Patrizierfamilien aus mittelgroßen Städten wie Urbasi. Ich will ehrlich mit Euch sein, Signoras, da ich hoffe, dass Ihr es auch mit mir jetzt und zukünftig sein werdet: Euer Angebot überrascht mich ebenso wie es mich ehrt. Glaubt Ihr nicht, an einem Barons- oder gar Fürstenhof einen Posten erhalten zu können, der Euch eine standesgemäßere Entlohnung bieten kann?”
Phÿllis lächelte weiterhin freundlich, als sie die Antwort gab. “Signora Doriana, auch wir sind noch am Studieren, daher werden wir noch einige Monate bis zu unserem Abschluss benötigen. Und danach glaube ich nicht, dass wir beide die Möglichkeit bekommen würden, an einem unseres Namens her standesgemäßen Hof eine Anstellung zu finden. Meine Schwester und ich wir sind….wir beide…” Man merkte, wie schwer es der jungen Magierin fiel weiter zu sprechen. Ancalita stellte sich hinter sie und berührte sie sanft an der Schulter. “Was meine Schwester sagen möchte, aber nicht über die Lippen bekommt ist, dass wir beide unehelich sind. Entstanden als Folge eines Krieges, gezeugt bei einer Plünderung. Ihr wolltet Ehrlichkeit, da habt ihr sie. Wir können froh sein, wenn wir überhaupt jemanden finden, der uns in seine Dienste nimmt, daher sind wir über diese Möglichkeit sehr dankbar. Da lhr, Signora Doriana, anscheinend Bedenken habt die Entscheidung darüber treffen zu können, da ihr selbst noch im Studium seid, wären wir sehr verbunden, wenn es sich ergeben würde, eine Audienz bei Eurem Familienoberhaupt zu erhalten.” “Ancalita, dein Ton.", bemerkte Phÿllis. “Verzeiht meiner Schwester den rauhen Ton Signora Doriana, Signora Alvinia." Sie verbeugte sich in deren Richtung. “Leider gibt es in solchen Kreisen auch Menschen, die die Nase rümpfen, wenn sie davon erfahren und in Shenilo ist es ein offenes Geheimnis.”
"Wir würden euch niemals danach verurteilen.", kam Alvinia ihrer Schwester zuvor. Mit einem energischen 'Tock' stellte sie das Glas auf den Tisch, sodass der Wein überschwappte und Doriana kaum merklich zusammenzuckte. "Wer so etwas tut, ist abscheulich." Ihr Blick wanderte erst zwischen Ancalita und Phÿllis hin und her und blieb dann bei der Adepta hängen. Sie kochte vor Wut darüber, dass Phÿllis eine Ablehnung so sehr fürchten musste, wegen etwas, für das sie nichts konnte. "Ich stimme meiner Schwester aus ganzem Herzen zu.", meinte Doriana deutlich beherrschter. "In unserer Familie spielt der Status "ehelich" oder "unehelich" keine Rolle." Wenn es darum ginge, wer einmal erben dürfte, vielleicht schon, schoss es ihr durch den Kopf, aber das war ja wohl kaum, worauf es gerade ankam. "Von unseren Cousins kennen wir auch jeweils nur ein Elternteil und das macht sie nicht weniger zu Solivinos. Beim Haus ya Pirras werden wir keine anderen Maßstäbe ansetzen." Doriana sah Ancalita ernst in die Augen. "Danke für Eure Ehrlichkeit.”
Ancalita nickte. "Und wir danken euch für eure Offenheit, Signoras." Auf Phÿllis’ Gesicht war Erleichterung zu sehen. "Dies klärt aber leider nicht die Frage, wer jetzt für eine eventuelle Anstellung verantwortlich ist." "Eine Audienz bei unserem Vater wird sich einrichten lassen.", nickte Doriana. "Ich werde ein gutes Wort für euch einlegen." Ihr Blick huschte zu ihrer Schwester und sie räusperte sich. "Sicher sieht er es sogar gerne, wenn ich die Verantwortung für eure Anstellung übernehme."
“Dann soll es so sein, Signora Doriana.”, sprach Phÿllis. “Werdet ihr denn mit eurer Schwester nach Ende des Festlichkeiten nach Urbasi zurückreisen oder führt euch euer Weg nach Methumis?" Ancalita führte das Gespräch weiter. “Wir fragen unter dem Hintergrund, dass wir euch gerne nach Urbasi begleiten würden, um das ganze Vorhaben zu beschleunigen. Auch wir hätten noch etwas Zeit, bis unser Unterricht wieder beginnt." Übergangslos übernahm wieder die Adepta "Es sei denn, wir würden euch damit zu sehr überrumpeln oder unter Druck setzen".
"Nach Methumis, aber….", begann Doriana. "Ausgezeichnete Idee.", kam es gleichzeitig von Alvinia. Doriana funkelte sie mit einem 'Wir-beide-reden-später'-Blick an. "Was ich sagen wollte:", nahm die Ältere den Faden wieder auf. "Meine Seminare fangen erst eine Woche nach den hiesigen Feierlichkeiten wieder an. Also ja, ich kann noch einen Abstecher nach Urbasi einplanen.”
Beide Schwestern lächelten gleichzeitig und fast sah es so aus, als würden sie auch gemeinsam antworten, aber es war Phÿllis, die deutlicher zu vernehmen war.."Dann ist es beschlossen, wir begleiten euch nach Urbasi. Ich treffe mich gleich mit unserer Mutter und werde es ihr mitteilen. Wir bereiten uns zusammen auf das nächste Spiel vor. Wird jemand von euch Signoras bei Rote und Weiße Kamele teilnehmen?"