Archiv:Der Grafenumzug nach Bomed (BB 41)

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Der Grafenumzug nach Bomed
von
Geron Einhand

Mit der Gefangennahme des falschen Grafen Horasio della Pena im Spätsommer 1037 BF endete für Rimon Sâlingor die Zeit des Exils. Für das Sewamunder Volk wiederum hieß es nach sieben Jahren nun, den jungen Grafen gen Bomed zu verabschieden.

Dass es dazu gekommen war, dass Graf Rimon im Palazzo Phecadien in der Sewamunder Neustadt residierte, verdankte die Stadt Baron Irion von Streitebeck. Er hatte Rimon Sâlingor Sewamund als Unterschlupf angeboten, und handelte dabei im Sinne des Dreililienbundes. Dieser hatte zu diesem Zeitpunkt schon über Monate dafür gesorgt, dass Sewamund, das kein Interesse an der Grafschaft zeigte, den Anwärter unterstützte. Mancher vermutet darin den Grund für den folgenden Zwist mit Veliris. So war es dazu gekommen, dass Rimon Sâlingor zurück ans Meer der Sieben Winde gezogen war, wo seine Familie Generationen verbracht hatte, bevor Alwene, Rimons Mutter, Gräfin zu Bomed wurde.

Die Sewamunder nahmen ihn voller Wohlwollen auf. Neben freier Kost und Logis gestanden sie ihm einen festen Sitz im Lilienrat zu und unterstützten ihn in der Schlacht und im Streit um Bomed. In Folge verfestigte sich der Eindruck, ein Bund zwischen dem Grafen und der Stadt entstünde. Einige Male nahm er an Feiern auf Schloss Corello teil, handelte den Pakt von Sewadâl mit aus, der Frieden zwischen Sewamund und Veliris brachte, und heiratete 1034 BF Regina, die Erbin des alteingesessenen Adelshauses Tribêc. Es gelang Rimon nach und nach, seine Konkurrenten um den Grafenthron zu besiegen.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass nicht alle Mächtigen Sewamunds mit dem Ausgang des Grafenstreits zufrieden waren, aber seine Gegner verschafften ihrem Unmut nur selten öffentlich Luft, so dass sie leicht vergessen wurden. In der öffentlichen Meinung ist Rimons Sieg auch ein Sieg Sewamunds, und entsprechend feierlich beging man seine Verabschiedung. Alle waren sie da, die Vertreter des Lilienrats und der Handwerker, des einfachen Volks und der Marine.

Graf Rimon musste mehrere Kisten mit Geschenken packen lassen, von grangorisch-bescheidenen Exemplaren (Vesselbek) bis hin zu teuerem yaquirischen Tand (Vistelli). Die Peraine-Geweihten schenkten sowohl einen Setzling der Sewamunder Marktplatzlinden als auch einen kleinen Birnbaum. Gemälde und Teppiche aus dem Palazzo Phecadien, die der Graf in seiner Zeit in Sewamund erhalten hatte, wanderten ebenso wie Fässer und Kleiderkisten auf die Wagen. Weiß-blaue Fahnen schmückten während des Auszugs des Grafen aus der Stadt die Piazza Phecadia, die Straßen zur frisch geputzten Brücke und die Sewamunder Flottille, die eigens in der Mündung des Sewaks Anker geworfen hatte. Niemand weiß, wie teuer diese Festlichkeiten gerieten. Die Marinekapelle musizierte, der Ingerimm-Tempel mischte Farben in den Rauch, der aus seinen Schloten qualmte, die Segel des Efferd-Tempels glänzten heller denn je. Es wurde gezecht und geschmaust, getanzt und gesungen, wie man es für phecadische Verhältnisse kaum möglich hält.


Drei Lilien fuer ein glückliches Ende

Rimon Sâlingor wird auf seinem Weg begleitet von Anhängern und Mitgliedern des Lilienbunds, der eigentlich seine Schuldigkeit getan hat. Offenbar mag da der ein oder andere nicht auf den politischen Einfluss, dem sich Rimon Sâlingor nur schwer entziehen konnte, verzichten.
Daher zuvorderst zu nennen sei Landvogt a. D. Drugon di Yaladan. Mit ihm verlässt das letzte Mitglied der Familie Sewamund.
Die Dreililien-Entourage besteht aus der Dame Edelmunde von Streitebeck samt Gemahl, dem illustren Praiesco Tribêc. Für die Sicherheit sorgen der junge Cavalliere Drugon Amarinto, Sohn Baronet Darion Amarintos, und, in dessen Begleitung, Fechtlehrer Joris Maetsukker. Weiterhin gesellte sich Solavia di Piastinza, eine hübsche Diplomatin mit sewerischen Wurzeln, der Gesandtschaft hinzu. Zuletzt sagte Comtessa Regina, Rimons Gemahlin, ihrer Mutter Tsaida Tribêc mit einem lachenden und einem weinenden Auge Lebewohl, auf dem Arm das junge Töchterlein.

GE