Briefspiel:Albornsburg/Reaktionen auf Verhaftung und Anklage: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Das schadenfrohe Gelächter ihres Vaters erinnerte die in ein schlichtes, doch hochwertiges, dunkles Seidenkleid gewandete [[Comto|Comtessa]] ans Krächzen der Raben und Krähen, die ihr so vertraut waren. Wer den alten Grafen [[Croenar von Marvinko]], den "Windkönig" des Reiches, nur aus jüngeren Tagen kannte, hätte denken können, dass er über die Nachricht von der Verhaftung des [[Kroncastellan]]s der in Sichtweite liegenden [[Albornsburg]] dem Erstickungstod nahe war.<br> | + | Das schadenfrohe Gelächter ihres Vaters erinnerte die in ein schlichtes, doch hochwertiges, dunkles Seidenkleid gewandete [[Comto|Comtessa]] ans Krächzen der Raben und Krähen, die ihr so vertraut waren. Wer den alten Grafen [[Croenar von Marvinko]], den "Windkönig" des Reiches, nur aus jüngeren Tagen kannte, hätte denken können, dass er über die Nachricht von der Verhaftung des [[Kroncastellan]]s der bei gutem Wetter in Sichtweite liegenden [[Albornsburg]] dem Erstickungstod nahe war.<br> |
[[Sarissa von Marvinko|Sarissa]], seine jüngste Tochter, wusste es besser. Das heisere Lachen ihres Vaters sprach von Genugtuung, nicht vom nahenden Ableben. Sie kannte den Ausdruck, der sich dabei über seine Gesichtszüge legte, weil sie ihn vielfach gesehen hatte ... vor allem wenn ein verwegener Plan oder eine Intrige ein angestrebtes Ziel erreichte. Doch sie war sich nicht sicher, ob und inwieweit ihr Vater überhaupt in die Neuigkeiten verwickelt war, von denen sie ihm gerade berichtet hatte. Er hatte auch vor ihr Geheimnisse, das war ihr klar. Aber gab es hier eins?<br> | [[Sarissa von Marvinko|Sarissa]], seine jüngste Tochter, wusste es besser. Das heisere Lachen ihres Vaters sprach von Genugtuung, nicht vom nahenden Ableben. Sie kannte den Ausdruck, der sich dabei über seine Gesichtszüge legte, weil sie ihn vielfach gesehen hatte ... vor allem wenn ein verwegener Plan oder eine Intrige ein angestrebtes Ziel erreichte. Doch sie war sich nicht sicher, ob und inwieweit ihr Vater überhaupt in die Neuigkeiten verwickelt war, von denen sie ihm gerade berichtet hatte. Er hatte auch vor ihr Geheimnisse, das war ihr klar. Aber gab es hier eins?<br> | ||
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Version vom 12. Februar 2026, 01:32 Uhr
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Reaktionen auf die Verhaftung und Anklage Verian di Cerranos
"Ich muss gestehen, dass mich in dieser Angelegenheit wenigstens die Absichten einer Seite überraschen müssen. Cavalliere Verian hatte mich ja erst vor Mondesfrist zu seiner Feier der Horasproklamation auf die Albornsburg geladen, auch um einen Horas-Schrein einzuweihen. Nun scheint er sich aber zum Hochverräter zu stilisieren, in dieser angespannten Zeit ... wenn es nach der Krone geht jedenfalls. Und du kennst mein Misstrauen gegenüber gewissen Vinsalter Kreisen. Da steckt mehr dahinter, denke ich. Magst du das im Auge behalten und mich über weitere Entwicklungen auf dem Laufenden halten?"
– Auricanius von Urbet, im Gespräch mit seinem Iustitiarius Odarin
In der Grafenfeste Goblareth
Das schadenfrohe Gelächter ihres Vaters erinnerte die in ein schlichtes, doch hochwertiges, dunkles Seidenkleid gewandete Comtessa ans Krächzen der Raben und Krähen, die ihr so vertraut waren. Wer den alten Grafen Croenar von Marvinko, den "Windkönig" des Reiches, nur aus jüngeren Tagen kannte, hätte denken können, dass er über die Nachricht von der Verhaftung des Kroncastellans der bei gutem Wetter in Sichtweite liegenden Albornsburg dem Erstickungstod nahe war.
Sarissa, seine jüngste Tochter, wusste es besser. Das heisere Lachen ihres Vaters sprach von Genugtuung, nicht vom nahenden Ableben. Sie kannte den Ausdruck, der sich dabei über seine Gesichtszüge legte, weil sie ihn vielfach gesehen hatte ... vor allem wenn ein verwegener Plan oder eine Intrige ein angestrebtes Ziel erreichte. Doch sie war sich nicht sicher, ob und inwieweit ihr Vater überhaupt in die Neuigkeiten verwickelt war, von denen sie ihm gerade berichtet hatte. Er hatte auch vor ihr Geheimnisse, das war ihr klar. Aber gab es hier eins?
"Hast du mir dazu mehr zu berichten?"
Croenars Gelächter hatte sich gelegt und er sah seine soeben in Gedanken versunkene Tochter mit einem schiefen Grinsen an.
"Nein, Vater, das ist vorerst alles", beeilte sie sich zu antworten und machte einen ehrerbietigen Knicks.
"Wohlan, dann darfst du dich entfernen ..."
Des Grafen Blick ging dabei schon wieder aus dem Fenster des nur in einem düsteren Halblicht erleuchteten Turmzimmers heraus, in dem er dieser Tage die meiste seiner Zeit verbrachte. Ob er zur Albornsburg ging, die ihre Vorfahren einst selbst der Krone als Exilort für den von Königin Kusmara abgelösten – und später auf den Thron zurückgekehrten – Alborn Firdayon vermacht hatten, oder schlicht in eine unbestimmte Ferne schweifte, konnte Sarissa nicht eindeutig bestimmen. Ihr war aber auch gar nicht daran gelegen, es herauszufinden. Rasch drehte sie sich um, wich dabei einem der gewaltigen Spinnennetze aus, die die Turmkammer "zierten", und suchte lieber ihre eigenen Gemächer in Goblareth, der alten Stammfeste ihres Hauses auf.
Als sie die zugige Wendeltreppe zum derzeitigen gräflichen Hauptgelass herunterging, erlaubte sie sich sich ihren weiteren Gedanken zu widmen. Khorena hatte ihr nämlich zusätzliche, sehr beunruhigende Nachrichten zukommen lassen, die ihren Vater nichts angingen. Eine alte Feindin schien ihr Haupt zu erheben ... und sie musste herausfinden, ob und was dies eventuell mit der anderen Neuigkeit zu tun hatte. Kaum hatte sie das untere Ende der Treppe erreicht und einen ersten Schritt auf den kleinen Hof dieses Teils der Grafenfeste getan, landete ein Rabe auf ihrer Schulter, als habe er bereits auf sie gewartet.
"Ich habe einen Auftrag für dich", sprach sie leise zu dem Gefiederten, "den ich keiner Taube anvertrauen kann."
Sie würde ihrem Bruder eine Nachricht zukommen lassen, und nur ihm, weil sie ihm mehr als jedem anderen Menschen vertraute ... und er in der Hauptstadt natürlich über die Beziehungen und Möglichkeiten verfügte, ihr Antworten auf dringende Fragen zu beschaffen ...