Despiona

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Despiona   Stadtbeschreibung    
Despiona
Krone
Stadtwappen
Stadt Despiona
Horasreich
Stadtwappen
Lage der Stadt im Horasreich

Wappen: silbernes Schiff auf Purpur
Region: Chababien (Wilder Süden)
Einwohner: um 1300
Tempel: Efferd, Rahja, Horas, Aves
Status: Landstadt mit Stapelrecht
Herrschaft: städtische Signoria, Einfluss des Hauses ay Oikaldiki
Garnisonen: einige Büttel
Weg & Steg: Silem-Horas-Straße; Despon, Meer der Sieben Winde
Wichtige Gewerbe: Seefischerei, Salinen
Besonderheiten: altbosparanische Ruinen, Triumphbogen als Stadttor

Despiona ist eine Hafenstadt an der chababischen Küste zwischen Chetoba und Eldoret, an der Mündung des Despon gelegen. Die Stadt weist eine uralte Geschichte auf und ist vor allem für die Despoten berühmt, die hier in den Dunklen Zeiten einmal herrschten.

Aventurische Quelle

»Despiona, Despiona... was sollte ich von dieser Stadt erzählen? Wie sollte ich es erzählen? Wo sollte ich beginnen? Bei dem, was war, oder dem, was ist... Bei den Tempeln oder verrottete Ruinen? Mit dem Treiben der Zunftgassen oder der Ruhe im Garten des Palastes? Soll ich vom sanften Plätschern der Lagune sprechen, oder vom nagenden Tosen am Avesturm? Von den sumpfigen Wellen des Desponflusses, von den kreischenden Möwen über dem Lido, dem Ruderschlag der Galeeren im Hafen...? Freund, dies wird eine lange Nacht... Also sprach der Gewährsmann, der uns die Kunde von der Purpurstadt hinterbrachte.

Despiona ist ein uralter Ort des Lebens, von den Güldenländern weit ante Delatum Bosparani an der Mündung des Despon geschaffen, dort also, wo das Wasser aus der Quelle von Gebein und den Sümpfen von Eldoret sich anschickt, im großen Meer aufzugehen. Vorher jedoch verharrt es noch die letzte ruhige Stunde in der Lagune von Despiona, zwischen Ozean und Flüsschen als seichtes, weites, glitzerndes Gewässer, warm, wenn man die Hand hineintaucht, gefährlich, wenn man auf größeren Schiffen fährt, denn Sandbänke lauern allerorten und sind schwer zu erkennen, so die Lagune von Seewind oder Rondrawetter aufgewühlt ist. Meist indes gleitet der Blick ungehindert durch den Wasserspiegel und wenige kristallklare Schritt bis auf den Grund aus goldgelbem Sand, und da huschen vielerlei Fischlein und krabbeln Einsiedlerkrebse und liegen bunte Muscheln herum, dass es dem Beschauer eine rechte Freude ist.

Despiona an der Desponmündung

Die Fischersleute freilich, die allmorgendlich aufs Meer hinausfahren, haben nicht allzu viel Auge und Sinn dafür, denn ihr Tagwerk wartet nicht und will mit Fleiß vollbracht sein. Nicht selten schieben sich zwischen die wahllos auf den wogenden Wellen der See verstreuten Fischerboote ein ungleich größerer Rumpf, mit mächtigen Segeln darüber gesetzt, denn zahlreiche Karracken, Schivonen, Karavellen, Triremen und was der Arten mehr sind fahren an dieser Küste entlang, um auf dem Weg von Mittag nach Mitternacht oder umgekehrt gewinnbringenden Handel zu treiben, Glas aus Neetha und Belhanka, Weinamphoren aus Belhanka nach Mengbilla, Seide aus Mengbilla nach Riva und Walbein aus Riva nach Al'Anfa zu schiffen, und das eine oder andere Schiff legt auch im sicheren Hafen von Despiona an. Gelegentlich schneiden andere Schiffe ihren Bug durch die Wellen: Mit Söldnern, Ballisten und Hylailer Feuer beladen fahren sie Richtung Süden, um die Kolonien des Reiches zu schützen und Piraten Paroli zu bieten. Ob Krieg oder Frieden: Despiona fürchtet beides nicht. Die Händler sind willkommen, wider fremde Flottillen aber ist schnell eine Kette gezogen, Schleudergeschütze sind in Stellung gebracht, aus Fässern würde sich Öl in die Lagune ergießen und ihre stillen Wasser jäh in ein brüllendes Feuermeer verwandeln... Darum naht sich Despiona in diesen Tagen nur, wer friedliche Absichten hegt.

Dies ist es, was Ihr seht, so euch von Norden her die See heranträgt: Euer Schiff fährt mit eine knappen Meile Abstand zur Küste links, die sich immer wieder in weiten Bögen und Buchten vor- und zurückwirft, goldene Strände, weiße Salzfelder, staubiges Gelb und die Silhouetten von Akazien und Pinien dahinter zu erahnen, zur Rechten blaugraue Unendlichkeit. Nun taucht langsam, doch unaufhaltsam ein Bruch in der Linie der Küste auf, genau vor Euch, der ihr am Vordersteven steht, wächst die Stadt aus dem Horizont: eine schwarze Kulisse vor der Mittagssonne oder Formen und Körper in Licht und Schatten des Morgens und Abends gewürfelt.

Ihr seht die grauen Mauern, die von Zyklopen vor langer Zeit aufgetürmt worden sein sollen, den Kranz weißer Gischt, wo die See an den Grundfesten der Stadt rüttelt und an das Mauerwerk schlägt, Ihr seht schäumende Brandung in den überfluteten Ruinen des antiken Despotenpalastes wüten, dahinter Türme und Masse der Citadella wuchtige Respekt fordern, nun segelt das Schiff in sanftem Bogen um die ins Meer auskragende Stadt, überall im Angesicht der Stadtmauer, von der ihr nicht sagen könnt, ob zwischen ihren Schwalbenschwanzzinnen Dutzende Augenpaare Eurer Fahrt folgen oder ob keine Menschenseele mehr Lebenshauch hinter den Mauern verströmt, endlich tut sich eine Lücke, ein Tor auf: Direkt auf das Meer hinaus geht es, eine riesenhafte Freitreppe führt da in Efferds Tiefen, zwischen den Fugen ihrer Steinblöcke gurgelt Welle für Welle Wasser hervor. Da streckt der Lido seinen sandigen Finger dem Ankömmling entgegen, vorsichtig gleitet Euer Schiff zwischen dem schweigenden Doppelposten steinerner Türme durch die Einfahrt der Lagune, fährt die verwitterten Zinnreihen entlang auf die Hafeneinfahrt zu, rechts abermals von der Ebbe freigegebene Mauerreste im brackigen Wasser, vor sich segnend die Elida-Halle, gegen sich die schwache Strömung des Despon. Und nun dauert es nicht mehr lange, bis Euer Fuß wieder Mutter Sumu unter sich fühlt.«

»Tractatio Eldoretis - Eine getreuliche Beschreibung der Domäne Eldoret«, Gransignor Ricardo ter Bredero ash Manek, 1018 BF

Siehe auch

Quellen

Persönliche Werkzeuge