Wirtschaft Unterfels

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Inhaltsverzeichnis


Obwohl Unterfels gelegentlich als die "Stadt der Wirtschaften" bezeichnet wird (und was angesichts der über 30 Tavernen, Schankstuben und Spelunken einer gewissen Wahrheit nicht entbehrt), hat Unterfels natürlich auch andere Wirtschaftszweige vorzuweisen. Im Folgenden findet sich Näheres zu den wichtigsten Gewerben der Stadt.

Unterfelser Gilden

Gilde Derzeitiges Oberhaupt
Gilde der Fischer
Gilde der Händler
Gilde der Lederer
Gilde der Plättner
Gilde der Schankwirte Traviana Rizzi
Gilde der Schreiber Cassius Bolburri
Gilde der Steinmetze
Gilde der Waffenschmiede
Gilde der Yaquirschiffer

Söldlinge, Schmiede und Schankwirte

Nähert man sich Unterfels von Norden oder Osten, fallen sofort die zahlreichen Zeltlager rings um die Stadt auf, in denen Kriegsknechte und Söldlinge lagern. Nach dem Krieg der Drachen und dem Bau des hiesigen Kortempels entwickelte sich Unterfels zum bedeutendsten Anwerbeplatz der Region. So tummeln sich im Norden der Stadt und in Coriolenne nicht nur freie Söldner auf der Suche nach einer Einheit, sondern auch zahlreiche Werber und Hauptleute, die Banner zusammenstellen wollen oder ihre Dienste anbieten.

Die Stadt selbst bietet Schutz und Winterquartiere nicht ohne Gegenleistung. Um die Annehmlichkeiten der Stadt genießen zu können fallen allerlei Abgaben und Gebühren an. Soll beispielsweise ein Soldvertrag mit dem Wappen der Stadt Unterfels gesiegelt werden – eine reine Formalie, die beiden Parteien der Condotta jedoch im Rechtsbereich von Unterfels Verlässlichkeit garantiert – ist ein festgeschriebener Teil der Auftragssumme zu entrichten. Auch muss jeder Söldner sich im Werberhaus der Stadt gegen ein kleines Handgeld in eine Liste eintragen lassen, da er sonst keine Erlaubnis erhält, die Brücke über den Uras zu passieren.

Mit den Söldnern kamen auch die Plättner und Waffenschmiede, die mittlerweile ein ganzes Stadtviertel für sich beanspruchen. Der Erbfolgekrieg im Horasreich, die zahlreichen Konflikte des Adels und der Städte im Jahr der Nachbeben und nicht zuletzt die langwierigen Kämpfe im Bomeder Grafenstreit haben zu einem erhöhten Bedarf an Waffen und Rüstzeug geführt, den die herkömmlichen Handwerksschmieden schon lange nicht mehr decken konnten. Mit Verachtung, aber auch mit argwöhnischer Sorge von den alteingesessenen Schmiedemeistern, Plättnern und Harnischmachern beäugt, haben sich in dem Unterfelser Schmiedeviertel längst Rüstmanufakturen nach dem Vorbild der Waffenschmieden Saladanias ausgebreitet, in denen die Schmiede und Plattner zugleich an mehreren Rüstungen, Helmen, Schienen und allerlei anderem Rüstzeug arbeiten. Was den Söldling erfreut, sind diese Dinge dadurch doch in ausreichender Zahl und günstig verfügbar.

Die Vielzahl an Söldlingen und Durchreisenden auf der Yaquirstraße hat in Unterfels zu einer ungewöhnlich großen Anhäufung von Gasthäusern und Schenken geführt. So gibt es fast drei Dutzend große und kleine Hotels, verrauchte Kaschemmen und gutbürgerliche Gasthäuser, die überall in der Stadt verteilt sind. Vor allem in den Tavernen im Norden der Stadt trifft man auf Söldligsvolk aus aller Herren Länder, während man in den Gasthäusern der Altstadt eher auf durchreisende Händler und einheimische Bürger stößt. Berühmt, oder vielmehr berüchtigt, ist das Rahjaviertel in Coriolenne auf der linken Seite des Yaquir. Rund um ein Badehaus finden sich zahlreiche kleine Häuser und Hütten in denen allerlei Liebesdienste angeboten werden.

Doch wer meint, das Viertel sei erst mit den Söldnern entstanden, der irrt. Vor über 350 Jahren siedelten sich die ersten Liebesdiener jenseits des Flusses an, als Priesterbaronin Varosja II. von Veliris sämtliche Kurtisanen und Freudenknaben diesseits des Yaquir verbannte. Seither ist der Ausspruch "über den Fluss gehen" ein Synonym für den Besuch des Rahjaviertels. Doch ist dem Reisenden Vorsicht geboten! Auch der große Boronanger liegt jenseits des Yaquir, und auch hier sprechen die Einheimischen davon, dass jemand "über den Fluss gefahren ist", wenn ihn die Totenbarke zur letzten Ruhestätte bringt. Nicht selten ist es hier schon zu schockierenden Verwechslungen gekommen, wenn Totgeglaubte aus den Armen der Kurtisanen zurückkehrten, oder der vermeintlich Entspannung Suchende sich stattdessen bereits zu Borons Hallen aufgemacht hatte.

Rinder, Runkeln und Reben

In den Zeiten als Unterfels noch nicht im Fokus des umkämpften Yaquirbruch lag, lebten seine Bewohner hauptsächlich vom Fischfang und von der Landwirtschaft. Rings um die Stadt befinden sich auf beiden Seiten des Uras fruchtbare Böden, auf denen Weizen und andere Getreidearten angebaut werden. Neben den goldenen Getreidefeldern ist die Region rings um die Stadt auch bekannt für ihre Viehwirtschaft. Eigene Züchtungen, wie die Bomeder Bunte, oder so bekannte Rassen, wie Güldenländer Braunvieh dienen der Milch- und Fleischgewinnung. Aber auch Schafe, Ziegen, Maultiere, Geflügel, Honig, Milch, Eier und andere Tierprodukte werden auf dem einmal wöchentlich am Horastag abgehaltenen Viehmarkt im Almadinquartier angeboten. Der Unterfelser Viehmarkt ist der größte und bedeutendste der Region und nicht selten trifft man Anbieter aus der Südpforte, die ihre Herden zu den regelmäßig stattfindenden Viehauktionen nach Unterfels treiben.

Auch wenn in Unterfels selbst keine Kellerei ansässig ist, so findet man doch auf dem Felsfelder Weinmarkt zahlreiche edle Tropfen der Region. Allen voran natürlich der edle Felsfelder, ein herber Weißwein aus dem nahe gelegenen Gut Neetlingshof, die berühmte Bomeder Spätlese, ein süßer Weißwein dessen teure Flaschen mit Ulmenholz gekorkt sind und die Oberfelser Reblaus, ein leichter Rotwein. Die Trauben dieser Weine gedeihen auf den sanften Hügeln entlang des Yaquirs und ihre Weinstöcke ziehen sich von Unterfels bis Bomed.

Holz, Stein und Bodenschätze

Doch Unterfels profitiert auch von den beiden Gebirgen zwischen denen es liegt. In den Goldfelsen gibt es zahlreiche Minen, in denen man Eisen, Kupfer, Silber und natürlich Gold schürfen kann. Es ist daher nicht selten, dass man auf den Straßen von Unterfels auf Zwerge trifft, die über Coriolenne ins Gebirge reisen. Mächtige Steinquader werden aus den Steinbrüchen des Phecanowaldes auf dem Uras ebenso bis nach Unterfels geschifft, wie große Baumstämme aus den dichten Wäldern in die Stadt geflößt werden. Denn in Unterfels ständig gebaut, besonders die vielen Palazzi, die wachsenden Stadtmauer und der gewaltige Alveranidendom verschlingen Unmengen an Baumaterial. So ist es nicht verwunderlich, dass die Gilde der Maurer zwar die jüngste, aber auch eine der einflussreichsten der Stadt ist. Sind die Prachtbauten vollendet, so streben die Patrizier ständig danach, ihren Ruhm durch prunkvolle Innengestaltung und prächtige Kunstwerke zu mehren. So gibt es am „Platz vor dem Theater“ zahlreiche Künstlerwerkstätten, die ihr Handwerk anbieten.

Fischer, Flößer und Flusskrebse

An der Mündung des Uras in den Yaquir, einem der größten Ströme Aventuriens, gelegen, haben die Menschen gelernt mit und von den beiden Flüssen zu leben. Die Fischer ziehen mit ihren Boten allmorgendlich aus und kommen mit prall gefüllten Netzen zurück. So ist der Fischmarkt von Alters her der wichtigste Umschlagplatz für frischen Fisch, Flusskrebse und andere Lebensmittel, die man hier außer am Praios-Tag täglich erwerben kann. Vor allem die spannlangen Flusskrebse sind eine Delikatesse und werden zuweilen noch auf den Märkten von Vinsalt verkauft. Bis weit über die Grenzen der Stadt berühmt ist das unscheinbare „Haus der Krebse“ am Hafen der Stadt, wo man zu horrenden Preisen Flusskrebse in Kurkumasauce genießen kann. Die Gilde der Fischer ist die älteste der Stadt und kann auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken.

Neben den Fischern sind aber auch die Flussschiffer der Stadt sehr gefragt. Zahlreiche Waren werden auf den beiden Flüssen – vor allem dem Yaquir – verschifft. Kein Verkehrsmittel kann in so kurzer Zeit so große Mengen aus dem Yaquirbruch nach Vinsalt transportieren, wie die Flussschiffe von Ober- und Unterfels. Ob Waren aus dem Norden, Bauquader aus den Steinbrüchen, oder Baumstämme aus den Wäldern der Region, alles wird von den Bootsleuten und Flößern der Stadt verschifft. Gigantische Holzflöße treiben dann auf dem Yaquir gen Vinsalt, die manchmal so groß sind, dass sie fast den halben Fluss zu überbrücken scheinen. Doch Vater Yaquir kann auch tückisch sein, und zwischen Oberfels und Bomed haben Riffe und Untiefen schon manch unachtsamen Bootskapitän sein Schiff gekostet. Daher nehmen die meisten Handelsfahrer die Lotsen von Unterfels in Anspruch, die diesen Teil des Flusses wie ihre Westentasche kennen und der Stadt hohe Einnahmen bescheren.

Handel, Handwerk und Handschreiber

Neben den bereits angesprochenen Plättnern und Schmieden finden sich in Unterfels zahlreiche kleine Handwerker, die ihre Waren feilbieten. Doch die Schuster, Sattler, Kürschner, Riemer und Feintäschner der Stadt haben weit über Unterfels hinaus Berühmtheit für ihre Kunstfertigkeit erlangt. Zum einen liegt das an ihrer guten Handwerksleistung, zum anderen – und hier dürfte wohl der ausschlaggebende Grund liegen – an einem glücklichen Zufall: Alle Lederwaren der Stadt tragen ein fünfzackiges Brandmal, an dem man seine Herkunft erkennen kann. Das Brandmal, das ursprünglich nur der Kennzeichnung der gemeinsam gekauften Tierhäute diente, und seinen Ursprung in der Piazza Viapenta hat, ist längst zum Markenzeichen des Unterfelser Lederhandwerks geworden.

Auch wenn Unterfels keine klassische Handelsstadt, wie Sewamund oder Efferdas ist, konnte die Stadt in den letzten Jahrzehnten einen Aufschwung im Handelsgewerbe erleben. Baron Caelon II. errichtete einst die Festungsstadt Unterfels und das Castell Tuffino. Während die Wälle der sternförmigen Stadtbefestigung heute nur noch in den Straßenzügen und im Namen des von Campo Stella wieder zu finden sind, existieren die Bastionen der vor sechzig Jahren errichtete Festung noch heute. Heute wie damals verläuft die Yaquirstraße durch diese Festung und der hochangesehene Baron konnte bei König Tolman Stapelrechte für Unterfels durchsetzen. Zwar wurden die Stapelrechte – aufgrund deren jeder Händler verpflichtet ist seine Waren in einer Stadt anzubieten – zwischenzeitlich durch Königin Amene III. wieder zurückgenommen, bis dahin hatten sich aber bereits einige Handelshäuser etabliert. Eine der wirtschaftlich wichtigsten Errungenschaften der Zeit nach dem Thronfolgekrieg war, das Stapelrecht wieder zurückzuerlangen. Hinzu kommt, dass sämtliche Flussschiffer in Unterfels festmachen müssen, um einen Losten für die Weiterfahrt nach Vinsalt anzuheuern. Bedenkt man, dass der Yaquir die meistbefahrene Wasserstraße des Kontinents ist, kann man sich vorstellen, dass im Hafen der Stadt stets reger Betrieb herrscht.

So haben sich die Händler der Stadt - allen voran die Handelshäuser Rinaldo, Cirrention und Arrenio - vor allem auf den Zwischenhandel spezialisiert. Sie kaufen Waren von fremden Händlern ein, die sich entweder die Passage bis Vinsalt sparen wollen, oder denen die gesamte Region zu unruhig war. Der täglich neu aufzubrechen drohende Konflikt um die Grafschaft Bomed wurde nirgendwo so schillernd und haarsträubend erzählt, wie in den Kontoren und Lagerhallen von Unterfels. Doch selbst mit der kleinen Gewinnspanne, die letztlich noch zwischen Unterfels und Vinsalt anfällt, haben es einige Händler der Stadt zu beachtlichem Reichtum gebracht.

Die rege Handelstätigkeit spiegelt sich auch auf den zahlreichen Märkten der Stadt wider. Ob man seine Fische auf dem Fischmarkt Tuffino, oder seine Rinder auf dem Viehmarkt im Almadinquartier einkauft, das Obst vom Traviamarkt in Yaquirella holt, die Hühner auf dem Ziegenmarkt ersteht, seine Bomeder Spätlese samt Trinkgläsern auf dem Felsfeldener Weinmarkt besorgt, oder Geschirr, Kleinmöbel und andere Kurzwaren auf dem Krammarkt in Nuovo Tsadana findet, mit Ausnahme des Praios-Tages ist irgendwo in der Stadt immer ein Markt geöffnet. Vor allem der Fisch- und der Krammarkt bieten ihre Waren fast täglich an.

Eine Besonderheit in Unterfels ist die Schreibergilde, die man in einer so kleinen Stadt kaum vermutet hätte. Doch aufgrund des regen Handels, der zahlreichen Durchfahrten und Anlandungen, sowie nicht zuletzt wegen der Söldner braucht es immer wieder freie Schreiber, die Verträge, Passierscheine, Warenlisten oder andere Dokumente aufsetzen und aufzeichnen müssen. Denn obwohl im Lieblichen Feld auch viele einfache Leute zumindest Lesen können, fehlt es zumeist an Schreibfertigkeit und Formulierungskunst, die man lieber einem bezahlten Schreiber überlässt. Vielfach sind diese Schreiber Schriftsteller, die ihre Werke im Theater aufgeführt sehen wollen, und sich mit Auftragsarbeiten über Wasser halten. So kommt es, dass die Soldverträge nicht selten dramatisch und wortgewaltig klingen - sehr zur Freude ihrer Auftraggeber.


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